Save me

von MrsDiva
GeschichteKrimi, Romanze / P18
29.04.2018
29.04.2018
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Sie war in der reinsten Herren- Firma. Hier war weit und breit keine weitere Frau. Dann trug Alice auch noch einen engen Jumpsuit mit ihren Lieblingspumps. In diesem Outfit machte sie jeden fertig. Viele Männer lächelten sie an. Seit langem ließ sich hier eine Frau blicken. Sie hasste jeden der Typen, die sie begegnete. Sie hasste sie für ihre widerlichen Blicke und für ihre Taten.

„Miss, wo gehen Sie hin?", fragte der Typ an der Rezeption sie.
Alice schaute ihn verwundert an. „Checken Sie ihren Terminkalender.", antwortete sie.
Der Typ murmelte etwas vor sich hin und schaute sie dann wieder an. „Entschuldigen Sie, aber hier ist nichts eingetragen."

Alice setzte den Kopf schief. „Ihr Chef hat mich gebucht."

Der Typ antwortete mit einem dreckigen Lächeln. „Dann halte ich Sie nicht auf. Darf ich Sie begleiten?"

„Nein. Ich finde den Weg und meine Show beginnt schon vor der Türe."

„Alles klar.", antwortete er. Sie spürte förmlich seinen Blick auf ihr.
Sie hatte die Architektur des Gebäudes einstudiert und wusste wohin sie musste. Als sie den Raum fand, vergewisserte sie sich nochmal, ob ihr jemand gefolgt ist. Dann erst betrat sie den Raum und holte aus ihrer Tasche den schweren Sniper heraus. Sie baute ihn schnell auf und lokalisierte ihr Ziel.


Sie hatte ihr Ziel gefunden. Das Ziel hielt gerade eine Präsentation vor einem kleinen Publikum. Lächelnd schaute Alice durch die Zielscheibe. Das Kreuz war inmitten seines Kopfes. Sie wartete noch kurz. Denn der werte Herr mit dem schönen Anzug und den ordentlich gekämmten Haaren wusste nicht, dass sein Ende Nähte. Das Ziel gestikulierte wild und lächelte dabei so breit wie ein Türsteher. Alice legte ihren Finger nun an Position. Sie gab ihm noch drei Sekunden und dann würde sie ihn treffen.

Denn sie verfehlte nie.

Nur kurze Zeit später fiel er zu Boden und alle in dem Raum fingen an panisch zu werden. Jetzt musste Alice diesen Raum schnell verlassen. Die Alarmanlage schrillte noch als sie den Raum verließ. Jetzt musste sie Ruhe bewahren und das Gebäude irgendwie verlassen.

Alle Typen, die sie auf dem Weg begegnete, erschoss sie. Keiner von ihnen war wirklich bewaffnet, deswegen war es ziemlich einfach gewesen. Bevor sie das Gebäude verließ musste sie noch Bomben an den markierten Plätzen setzen. Wie geplant dauerte es vier Minuten bis sie das Gebäude verließ.

Alice liebte Chaos. Und sie liebte es wenn ihre Mission nach Plan lief. Sobald sie das Gebäude verließ, betätige sie den Knopf und alle gläsernen Fenster zersplitterten und alle Etagen krachten ineinander.

Mission erfolgreich.

*

Alice Schuhe hallten noch den ganzen Gang entlang. Sie war auf dem Weg zum Büro des Direktors der CIA. Er hatte nämlich einen neuen Auftrag für sie.
Einen wichtigen Auftrag, hieß es. Auf dem Weg dorthin traf sie auf einen Kollegen.

„Hey, Alice.", sagte er, worauf sie nickte. „Ich hab von deiner letzten Mission gehört."

„Ich weiß nicht wie oft ich das noch hören werde.", gab sie zu. Sie warteten beide auf den Aufzug.

„Du hast einen Rekord gebrochen! In sieben Minuten hast du über zweihundert Leute getötet!"

„Zweihundert Leute hört sich sehr brutal an.", antwortete Alice. Mittlerweile war der Aufzug gekommen und sie stiegen beide ein. Einer der Kollegen im Aufzug sagte ihr ‚Herzlichen Glückwunsch'. Die Mission hatte sich im Revier sehr schnell herumgesprochen.

„Zweihundert Menschenhändler hört sich schon viel besser an.", sagte sie dann.

Ihre Mission bestand darin eine Firma zu zerstören, die wegen Frauen- und Kinderhandel für pornografische Zwecke aufgedeckt wurde. Alice hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt als sie auf den Knopf für die Bomben gedrückt hat und das alle in einem Schlag tötete. In den Medien wurde propagiert, dass in der Küche ein Herd explodiert ist und mit weiteren chemischen Stoffen in Kontakt geraten ist, sodass die ganze Firma in die Luft gesprengt wurde.

Dass die Herren illegale, schreckliche und menschenverachtende Geschäfte getrieben haben, würde verschwiegen bleiben. Leider.
Dafür blieb auch verschwiegen, dass Alice Watson diese Zweihundert Mitarbeiter getötet hat. Das fand sie gut so.

„Captain Gomery hat einen neuen Auftrag für dich?", fragte der Kollege dann.

„Genau." Alice rückte ungern mit Informationen raus.

„Weißt du schon worum es geht?" Der Aufzug klingelte und wir erreichten den letzten Stockwerk. Erneut gratulierten ihr viele Kollegen für ihre letzte Mission.

„Ich weiß nur, dass es obliegende Pflicht hat."

„Ja dann viel Glück!", sagte der Kollege und ging in sein Büro während Alice weiter durch den Korridor ging. Der letzte Raum war das Büro des Captains. Sie klopfte an und trat dann ein.

An dem runden Tisch saßen drei Leute- Captain Gomery, ein Cop und ein Fremder, den Alice nicht kannte. Der Fremde sah unausgesprochen gut aus. Er trug einen Anzug und hatte diese meeresblauen Augen, die sie von weitem gesehen hat.

„Darf ich vorstellen?", sagte der Captain sobald Alice den Raum betreten hat. „Alice Watson. Unsere beste Mitarbeiterin und Agentin. Sie ist bekannt für ihre Kaltblütigkeit, Präzision und Geschicklichkeit. Sie wird die beste Wahl sein."

Als Captain Gomery das sagte, lächelte der Fremde Gast belustigt und unglaubwürdig.

„Sie setzen mein Leben auf diese Frau? Haben Sie keinen guten Agenten mit Muskeln und Kraft."

Alice hasste ihn. Sie wusste nicht, was ihre Mission war, doch sie hasste ihn und wollte ihm am liebsten eine Klatschen.
Wie frauenfeindlich und voreingenommen.

„Sir, Sie verstehen nicht richtig. Sie ist unsere beste Agentin. Heute Morgen hat sie in sieben Minuten Zweihundert Männer ermordet. Ohne mit der Wimper zu zucken."

Der Typ musterte Alice nun. „Interessant.", sagte er dann. Alice hasste ihn nun noch mehr. Er musterte ihren ganzen Körper.

Der Cop neben ihm, flüsterte ihm was zu. Daraufhin nickte der für Alice unsympathische Kerl und lächelte.

„Gut, Püppchen.", sagte er. „Du bist ab jetzt mein Leibwächter." Er räusperte sich. „Entschuldigen Sie, meine Leibwächterin."

Captain Gomery schien zufrieden. Der Cop auch. Von dem Typ wollte Alice gar nicht reden, er lächelte wie ein Kind, das gerade ein riesiges Geschenk zu Weihnachten bekam.

Nur Alice war nicht glücklich.
Alice hasste den Kerl, den sie vor zwei Minuten das erste Mal gesehen hat.
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