Sein größter Wunsch

GeschichteSchmerz/Trost, Übernatürlich / P12 Slash
Chuya Nakahara Dazai Osamu
29.04.2018
05.01.2019
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Erschöpft setzte ich mich auf die Couch. Mafiosi niedrigeren Ranges hatten sich mir bis jetzt noch nie widersetzt, aber heute waren sie mir besonders auf die Nerven gegangen. Seufzend blickte ich auf den Wecker. Im Halbdunkel blendete mich die rot blinkende Anzeige. 04:53. Kurz schloss ich die Augen und atmete tief ein. Fast 5 Uhr. Draußen dämmerte es bereits, bald würde die Sonne aufgehen. Der Boss erwartete mich um 9:00, er wollte einen ausführlichen Bericht des letzten Auftrags haben. Warum ihm der so wichtig war, wusste ich nicht, aber es war mir auch ziemlich egal. Ich musste ihm einfach nur erzählen was passiert war. Bis dahin hatte ich noch etwas Zeit mich auszuruhen.
Bei dem Gedanken musste ich gähnen. Wie in Zeitlupe setzte ich meinen Hut ab und legte mich hin. Ich war müde, sehr müde. Ein letztes Mal dachte ich an den anstehenden Bericht, dann fiel ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Das Klingeln meines Telefons weckte mich. Mit einem Murren öffnete ich zuerst ein Auge, dann das Zweite. Es kam mir so vor, als würde das Klingeln immer lauter werden, es klang immer drängender. Ohne auf die Nummer zu achten, hob ich ab.
„Was ist los?“, ich gab mir keine Mühe freundlich zu wirken.
„Chuuya! Wo steckst du, der Boss wartet.“, meldete sich Tachihara.
Verdammt! Ich schoss hoch, der Wecker zeigte 09:07.
„Sag ihm, ich bin auf dem Weg.“
„Beeil dich, er-“
Ich legte auf.
Seit Monaten war ich nicht mehr zu spät gekommen! Ich schnappte mir meinen Hut, die Motoradschlüssel und verließ die Wohnung.

Auf der Straße nahm ich relativ wenig Rücksicht. Ich raste zwischen Autos durch, ignorierte rote Ampeln und verfluchte jeden, der mir im Weg stand.
Um ein Haar hätte ich einen Jungen angefahren, er war einfach über die Straße spaziert.
Ich legte eine Vollbremsung ein und blieb knapp einen Meter vor ihm stehen.
„Spinnst du?!“, brüllte ich ihn an.
Der Blonde drehte verwundert den Kopf. Ich kannte ihn, er war Mitglied der wehrhaften Detektive. Sein Name war… Kenji.
Ich hatte mir irgendeine Antwort von ihm erwartete, aber er starrte mich nur an. In seinem Blick lag etwas Trauriges.
Genervt verdrehte ich die Augen und ließ den Motor an. Für sowas hatte ich jetzt wirklich keine Zeit. Ich musste so schnell wie möglich beim großen Boss antanzen, oder er verliert womöglich sein Vertrauen in mich. Oder schlimmer- er verlässt sich nächstes Mal auf Akutagawa. Ohne einen weiteren Gedanken an Kenji zu verlieren fuhr ich weiter.

Tachihara erwartete mich an der Tür.
„Da bist du ja, ich-“
„Geh mir aus dem Weg.“ Ich hatte einen scheiß Tag und wollte mir nicht sein Gelaber anhören.
Ohne Klopfen stürmte ich in den Raum in dem mich der Boss erwartete.
„Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, ich wurde aufgehalten…“, Moris Blick ließ mich verstummen.
„Du bist spät, Chuuya.“
Seine Augen hatten mich fixiert, aber er war nicht wütend. Mori schien auf etwas zu warten. Sollte ich mich etwa noch einmal entschuldigen?
„Es tut mir leid, das kommt nicht wieder vor. Wir können sofort mit dem Bericht anfangen.“
„Vergiss den Bericht. Es gibt Neuigkeiten.“
Plötzlich wurde ich hellhörig.
„Worum geht es?“
Der Boss machte eine kurze Pause.
„Es geht um Dazai.“
Bei diesem Namen prasselten viele Erinnerungen auf mich ein und ich schüttelte leicht den Kopf. Ich musste mich konzentrieren. Schnell würgte ich die Gedanken hinunter und schlug einen spöttischen Ton an.
„Hat der Idiot es endlich geschafft sich umzubringen?“

„Ja.“
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