Cherry

GeschichteRomanze, Tragödie / P18
28.04.2018
28.08.2018
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Dieses Kapitel
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AN: Die üblichen Bemerkungen und ein paar Worte dazu, was das hier werden soll.
Die Figuren gehören nicht mir, sondern J.K. Rowling. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte und ich werde mich immer wieder an fremden Liedtexten bedienen, die Interpreten aber entsprechend angeben. Zum Beispiel: Dieses Kapitel verwendet Zeilen des Liedes Cherry von Lana del Rey. Jedem, der an Modern Talking denken musste, sei verziehen <3

Das Genre Romanze und Tragödie trifft es nicht mal im Ansatz - aber es ist in gewisser Weise tragisch und sicher auch ein bisschen romantisch, also ... was soll's.

Lily und Sirius sind ein Unding, ich weiß das, aber ich habe trotzdem ein Herz für dieses Pairing und hiermit gehe ich einer wirklich üblen Idee nach. Nicht schlecht (hoffe ich wenigstens), aber schon irgendwie übel. Es wird ein bisschen brutal, ein bisschen bitter, der Canon wird verzerrt und zerrissen und bei dem ein oder anderen könnten die OOC-Alarmglocken schrillen. Aber vielleicht ist es ja trotzdem auch ein bisschen witzig. (Nicht nur für mich.) Und keine Sorge, es geht eigentlich ganz nett los...

Viel Freude
- xx


Cherry

0 – Prolog


Love
I said real love, it´s like feeling no fear




„So hätte es nicht mit mir ausgehen dürfen.“ Es war wahrscheinlich normal, dass man irgendwann an einem Punkt ankam, an dem man etwas bedauerte und neue Fehler entdeckte, die man vor Jahrzehnten gemacht hatte. Für Sirius Black war das kein neues Gefühl. Ihm war bewusst, dass er kein besonders guter Mensch war und sich mindestens einmal bewusst für das Falsche entschieden hatte. Trotzdem saß er hier und hörte sich an, wie ein Mann in seinem Alter, ein Freund von ihm, sentimental wurde und mit einem Stirnrunzeln auf seine Vergangenheit zurückblickte. „Was will ich mit einem Mädchen, das so viel jünger ist als ich? Ich bin alt. Ich bin Lehrer. Da stimmt doch was nicht.“ Remus Lupin hatte Butterbier noch nie besonders gut vertragen und allmählich bereute er es, ihm beim Öffnen der dritten Flasche hilfreich gewesen zu sein. Das war auch so eine Sache. Reue. Sirius sprach vom Bereuen, aber eigentlich war es ihm egal, ob Remus morgen Kopfschmerzen haben und sich für sein offenherziges Gefasel schämen würde oder nicht.

„Kopf hoch. Tonks ist erwachsen. Es ist auch ihre Entscheidung.“ Er hatte keine natürlich Begabung dafür Menschen aufzumuntern, aber er war ganz gut darin die Dinge in ein Licht zu rücken, das alle als angenehm empfanden. „Außerdem ist es letzten Endes immer ihre Entscheidung. Wir – du, ich und jedes andere männliche Wesen, das existiert – können nur zuschauen und unseren Frieden damit machen, wie es schließlich ausgeht.“

Remus sah ihn mit müden Augen an und plötzlich bekam er Lust eine Geschichte zu erzählen, die er immer gerne für sich behalten hatte. Sein alter Freund spürte es und gab ihm einen Schubs in die richtige Richtung. Sein Verstand riet ihm vermutlich dazu jemand anders sprechen zu lassen, um beklemmende Geständnisse seiner Sehnsüchte zu vermeiden, die Sirius kleine, außerordentlich reizende Großnichte Nymphadora betrafen. „Ich hab mich immer gefragt, wieso du nie irgendein Mädchen gehabt hast. Du hattest immerhin mal so was wie Charme und ich weiß noch, wie sie sich in unserem letzten Schuljahr, als James vergeben war, um dich geschart haben. Aber du hast keins dieser Mädchen beachtet, wenn meine Erinnerungen mich nicht trügen.“ Seine Erinnerungen betrogen ihn, aber das war gut so. „Warum war das so?“

„Wegen Cherry.“ Remus lachte ein hartes, raues Lachen.

„Cherry? Mein Gott, das arme Ding. Hieß sie etwa wirklich so?“ Sirius schmunzelte, weil er geahnt hatte, dass der Name eine derartige Reaktion hervorrufen würde. „Wer tut seinem Kind so was an? So nennt man doch nur Hunde … Pudel, allerhöchstens.“

„Keine Sorge, so hieß sie nicht wirklich.“

„Wieso nennen wir sie dann so?“

„Ist besser für die Geschichte.“

„Hm. Okay. Die Geschichte also … es gibt eine Geschichte. Ist sie lang? Ich glaub, ich schlaf gleich ein.“

„Sie ist nicht gerade kurz. Aber spannend. Ich halte dich schon wach und falls ich es nicht schaffen sollte, dann nehme ich das Geheimnis mit ins Grab.“ Das war immer der Plan gewesen. Sie für immer ein Geheimnis bleiben zu lassen. Ein Geheimnis, das irgendwann ein Mythos würde, an dessen Details er sich selbst nur noch schwammig erinnern konnte. Doch so weit war es noch nicht gekommen. Er erinnerte sich an alles. Remus setzte sich auf und Sirius räusperte sich. Sie machten sich bereit, als wollten sie ein Museum oder eine Kirche betreten. Einen Ort, an dem man mit wachem Blick und geradem Rücken dastehen musste.

„Cherry also…“ Die letzte, überflüssige Aufforderung.

„Cherry also … ein Mädchen, kein Pudel, wohlgemerkt. Und was für ein Mädchen.“ Das schlimmste Mädchen von allen.
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