A billion times

KurzgeschichteAngst, Tragödie / P12
Doctor Strange / Stephen Vincent Strange Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark
27.04.2018
27.04.2018
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Stephen sieht sie alle. Es sind Billionen von Sekunden die er durchlebt. Immer und immer wieder zwingt er den Zeitstein ihm das nächste Ende zu zeigen. Fast kann er die Macht spüren, wie sie den Kopf schüttelt über so viel menschliche Ignoranz.  

Er spürt sein Genick brechen.

Er sieht Stark, wie Thanos ihm den Kopf zerquetscht. Er sieht Stark aufgespießt, er sieht Stark zerschmettert. Er sieht wie Stark den Spinnenjungen rettet. Er sieht Thanos wie er Stark den Arm ausrenkt, dann die Beine bricht und dann vor seinen Augen diesen Quill tötet.

Er spürt wie er stirbt, immer und immer wieder. Er sieht Billiarden von Kreaturen, sieht wie sie zerfallen, zu Asche und Staub und vom Wind davongeweht werden. Der Stein zerrt an ihm, will ihn zurück in die Realität bringen. Aber was ist schon Realität?

Vor ein paar Jahren hätte Stephen sehr genau gewusst, was real war. Vor dem Unfall. Vor all dem hier. Bevor der Stein nach ihm rief, bevor er Dinge sah die seinen Verstand überstiegen.

Realität ist Ansichtssache und er hat nicht gefunden was er suchte also würde er hier bleiben. Natürlich ist es gefährlich, sich so tief hineinzuwagen, so viel zu sehen, so viel zu durchleben.

Er stirbt. Er lebt um seine Kameraden sterben zu sehen. Er sieht Thanos in die Augen, wie er mit den Fingern schnippt. Sie sind auf der Erde, auf einem anderen Planeten und wieder hier. Sie sind im ganzen Universum, sie sind viele oder wenige, sie sind vorbereitet oder planlos. Sie kämpfen und kämpfen und kämpfen.

Stark stirbt. Stephen stirbt. Peter Parker stirbt.

Der Planet unter ihren Füßen implodiert, sie werden von Monden begraben, Thanos bricht ihnen die Rippen. Sie sterben, aber Stephen ist schon in der nächsten Welt bevor er seinen letzten Atemzug tut.

Stark stirbt. Thanos verschont ihn, nimmt ihm das Amulett, verhöhnt ihn und lässt ihn dann zurück.

Stark stirbt, tritt zwischen Thanos und ihn, wird aufgespießt, zerdrückt, zerrissen, auseinandergenommen von den Kräften des Universums.

Stark stirbt, kämpfend, hilflos, mit einem Hohn auf den Lippen und Blut zwischen den Zähnen. Thanos dreht sich um, seine Hand ist rot, er hat Stark die Rüstung vom Leib gerissen und hebt die Hand. Stephen bleibt nicht lange genug um dieses Ich sterben zu sehen.

Sie kämpfen, sie sind heldenhaft und sie verlieren. Sie tun nichts anderes. Sie kämpfen und sie fallen und sie verlieren.

Er hat den Überblick verloren. Wie viele Welten waren es? Wie viele Enden hatte er besucht? Wieso fand er es nicht? Wieso fand er es nicht?

Der Stein zerrt wieder, fühlt sich gerufen von seinen Geschwistern in dem Handschuh, windet sich unter dem, was mit ihnen angerichtet wird. Er würde nicht so weit gehen, dem Stein so etwas wie ein Bewusstsein zuzusprechen aber er kann das Universum schreien hören. Die Zeit reißt während Stephen durch sie hindurchspringt.

So viele Möglichkeiten, so viele Enden.

Stark stirbt. Stark stirbt denn Thanos scheint gefallen an ihm gefunden zu haben. Stephen versteht es nicht genau, aber Stark stirbt und das ist wichtig. Irgendwie. Stark ist wichtig.

Stephen hatte ihm gesagt, dass der Stein über allem steht, aber während er durch die Universen reist und Stark sterben sieht, sieht wie der Junge zerdrückt wird und wie alles auseinanderreißt, da ist Stephen nichts als müde.

Stark stirbt und Stephen ist sich nicht mehr so sicher, ob der Stein es wert ist.

Stark stirbt und Stephen sieht seine Augen während Thanon ihm das Genick bricht, kann sehen wie sie erlöschen und wie seine Lippen sich höhnisch verziehen.

Stark stirbt und die Welt endetet mit ihm. Stephen weiß nicht wieso, aber Stark stirbt. Immer. Vielleicht ist es ein Komplex, vielleicht kann Stark nicht anders als zu sterben, vielleicht ist es Schicksal. Aber es fühlt sich nicht wie Schicksal an, es fühlt sich falsch an und der Stein um seinen Hals ist sehr schwer und fühlt sich an, als würde er seinen Träger langsam erwürgen.

Einmal hält Stark den Stein in den Händen, Stephen hat ihm gegeben, denn sie sind Freunde in dieser Zeit, und Stark packt den Stein wortlos weg und sieht ihn an. Es ist eine wirklich Schande, dass alles so enden muss. Dass Stephen nicht vergönnt war, diese Leute früher kennenzulernen. Stark stellt sich Thanos, aber er hält sich zurück, lässt Stephen die schwere Arbeit erledigen, ist die Abwehr. Natürlich durchschaut Thanos die Scharade. Aber er sieht Stark überrascht an bevor er ihm den Stein entreißt.

Stark ist nicht verrückt geworden, und das ist wichtig. Er hat den Stein gehalten und obwohl Stephen der festen Überzeugung ist, dass Stark ein großes Ego hat, ist da noch etwas anderes an diesem Mann. Es ist wichtig und es liegt Stephen auf der Zunge aber er kann es einfach nicht aussprechen.

Stark stirbt und Thanos gewinnt. Stephen reißt sich los. Stark lebt noch, wispert es in seinem Kopf. Aber was ist schon Realität?

Stark stirbt und Stephen sieht das Ende der Welt.

Es ist gefährlich, so tief in das Gewebe einzutauchen, was sich Zeit und Raum und Realität nennt. Selbst mit dem Stein um seinen Hals ist Stephen sich sehr wohl der Gefahr bewusst, in der er sich befindet.

Stark zerfällt nicht zu Staub, kein einziges Mal. Das ist wichtig. Irgendwie. Der Stein zieht an Stephen und scheint ihm etwas sagen zu wollen aber es ist schwer mit einer Materie zu kommunizieren, deren Sprache die Zeit an sich ist.

Stark stirbt und Thanos lächelt, lächelt triumphieren, lächelt traurig, lächelt, lächelt, lächelt.

Thanos zerschlägt sie, zerdrückt sie, nimmt ihnen den Verstand, lässt sie ins Raumlose fallen, tötete sich alle und gewinnt.

„Das kann nicht das Ende sein!“ schreit Stephen. Thanos lacht, lacht und zerbricht Stark das Rückgrat.

Sie verlieren, aber sie können nicht immer verlieren oder? Es muss ein Ende geben, irgendwo in diesem Netz aus Tod und Verwesung in dem sie nicht verlieren! Stephen wird es finden, muss es finden.

Aber Stark stirbt, Stark hält den Infinity Stone, Stark reißt einen Witz bevor ihn ein Messer durchbohrt. Stark stirb, stirbt, stirbtund mit ihm die Welt.

Und da ist es, das Ende welches Stephen gesucht hat. Er sieht es und sieht was er tut und sieht was er anrichtet und sieht Stark an und Stark lebt, ist am Leben aber sieht ihn an als wäre er es nicht. Er sieht was er ihm antun muss und obwohl er nie die Chance hatte sich mit seinem Stark anzufreunden, zerreißt es ihn fast als er es sieht, den Sieg den sie haben aber der bitter ist und so viel Schmerz mit sich bringt.

Er sieht was er Stark antut aber sie gewinnen und der Stein ist sicher. Der Stein ist doch am wichtigsten oder?

Jemand packt ihn, zerrt ihn aus seiner Trance und Stephen spürt den Tod einer Billionen Welten auf einmal und kann nichts anderes tun als laut nach Luft zu schnappen.

„Alles in Ordnung“, sagt Stark, Stark ist am Leben und atmet und wird sterben so wie immer, oder auch nicht, wenn Stephen es verhindern kann. „Sie sind wieder in der wahren Welt!“

Stephen sieht in an, den Mann den er so oft hat sterben sehen. Stark stirbt. Das Universum stirbt.

Stark darf nicht sterben! Auch wenn es bedeutet, dass Stephen etwas sehr schreckliches tun wird.

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Infinity War ist der schlimmste Film aller Zeiten! Geht, seht ihn euch an, kommt zurück und heult euch mit mir die Augen aus ja? Ich meine, ich weiß dass es einen zweiten Teil geben wird und so aber, aber sie haben so viele Leute umgebracht! (Diese Szene habe ich mir überlegt, denn wieso gibt Strange Thanos den Zeitstein? Wieso ist ihm Stark auf einmal so wicht? Wieso? Wieso haben sie das getan? Meine Gefühle!)
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Ich verteile Taschentücher in der Kommentsektion, fühlt euch gedrückt, wir schaffen das schon! Wir müssen ja nur noch so zwei Jahre warten oder so!
LG Anemonenfisch
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