Closer to the Edge

von Elysium
GeschichteRomanze, Familie / P16
Fred & George Weasley OC (Own Character) Regulus Arcturus Black Remus "Moony" Lupin Severus Snape Sirius "Tatze" Black
24.04.2018
18.08.2019
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„Komm schon! Ich will einen guten Platz bekommen“, in die schillernden Hausfarben gewickelt bahnten sich die vier Slytherins ihren Weg hinunter zum Quidditchfeld. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung, trotz des trüben grauen Wetters. Überall wurde geredet, gelacht und mehr oder weniger freundliche Rufe zum gegnerischen Team erklangen.
„Wir sind früh genug“, meinte Temperance. Tatsächlich befanden sie sich fast an der Spitze des Schülerumzugs. „Letztes Mal saß ich hinter einem Riesen. Ich hab kaum was gesehen!“, beschwerte sich Agnes und riss die Arme hoch, um die Größe des Schülers anzugeben.
„Wir könnten dir nächstes Mal einen Kindersitz mitbringen“, Pepper grinste schelmisch. Agnes verdrehte die Augen. „Vielen Dank, aber das wird wohl kaum nötig sein, wenn ihr eure langen Beine dazu benutzen würdet schneller zu laufen.“
Pepper grinste hinter ihrem Rücken und wir folgten der kleinen Slytherin bis zu den Treppen. „Wir folgen dir wo immer du uns auch hinführen magst! Auch wenn wir uns dabei wahrscheinlich als einzige die Köpfe anschlagen werden.“
„Hey, sieh mal. Du wirst gerufen“, Temperance stupste April in die Seite. Über die Köpfe der Menge hinweg hatte sie eine rotgoldene Figur gemerkt, die winkte und umständlich versuchte sich einen Weg gegen den Strom zu erkämpfen. „Sollen wir warten?“, wollte Pepper, an die Seite der Holztreppe gepresst, um die anderen Schüler vorbeizulassen, wissen. April winkte ab. „Besetzt mir einen Platz. Bin gleich wieder da“, rief sie durch die Menge. Pepper riss die Daumen hoch, als Zeichen, dass sie verstanden hatte und verschwand im Gewühl.
Selbst bahnte sich April eine Schneise zur anderen Seite der Unterführung und wurde schließlich bei Harry ausgespuckt. „Was gibt’s?“, fragte sie den Gryffindor, der in voller Spielermontur immer wieder Opfer neugieriger Blicke wurde. „Komm mit“, sie verzogen sich ein paar Schritte weiter in eine dunkle Nische. „Das muss ja ernst sein. Solltest du nicht bei deinem Team sein? Das Spiel beginnt bald“, sie musterte ihn neugierig. Zwei blassrosa Flecken zierten seine Wangen. Entweder war er nervös oder es lag einfach nur an der Kälte.
„Ich habe eine Bitte an dich“, meinte Harry und die Flecken wurden etwas größer. Eindeutig aufgeregt. „Und was?“, fragte sie ernst.
„Könntest du für mich ein Auge auf Malfoy haben?“ Er schaute eilig zur Seite, ob die vorbeiströmenden Schüler nicht etwas gehört hatten, dann heftete sich sein Blick fest an ihren.
„Ich soll ihn ausspionieren? Warum?“, ihre Augenbrauen rutschten in die Höhe. Sie war wirklich gespannt auf seine Begründung.
Harry verlagerte nach Worten suchend das Gewicht. „Er hat etwas mit Katies Unfall zu tun.“ Flüsterte er. Sie riss ungläubig die Augen auf. „Wie kommst du darauf? Weißt du es oder vermutest du es?“, April konnte sich nicht vorstellen, dass ein Schüler Katie das angetan haben sollte.
„Ich weiß es... aber ich habe keine Beweise. Deswegen brauche ich dich! Du kannst ihn unauffällig beobachten. Ihr seid im gleichen Haus und du bist mit ihm verwandt“, sprudelte es aus ihm heraus.
„Die Hälfte der Zauberergemeinschaft ist mit den Blacks verwandt. Das heißt nicht, dass ich ihn so gut kenne, das es nicht auffällig wäre, wenn ich immer in seiner Nähe herumschleiche“, sie war mehr als skeptisch, „Ich habe im ganzen Schuljahr kein einziges Wort mit ihm gewechselt.“
„Würdest du trotzdem ein Auge auf ihn haben? Einfach nur für mich? Es ist wichtig!“, er hatte keineswegs überzeugende Argumente. „Wegen einer Vermutung?“
Der Strom Schüler ebbte ab. „JA!“, sagte Harry, der langsam die Geduld verlor, „Bitte. Sieh ihn dir einfach nur mal an und du merkst, dass er sich seltsam verhält und ich denke, das hat nichts mehr mit seinem Vater zu tun.“
Lucius Malfoy wurde im Ministerium verhaftet, daran erinnerte sich April. Wie sollte sie es auch vergessen. Ein Schauer lief ihren Rücken hinunter, als die kalten Augen vor ihr erschienen.
„Was macht eine Heilerin, eingesperrt in den Räumen des Ministeriums?“
Die Worte waren kaum furchteinflößend, doch im Hintergrund der Szenerie schnitt die eisige Stimme tief in ihr Gedächtnis. April schüttelte den Kopf. Zwar hatte auch Zabini über Dracos Verhalten einen Kommentar abgelassen, dennoch klang es mehr nach einer Obsession Harrys als einer rationalen Begründung.
„Meinetwegen“, lenkte sie all ihren Überlegungen zum Trotz ein. Harrys Mine hellte sich auf. „Aber wenn ich nichts bemerke, dann werde ich dir nichts erzählen und damit aufhören!“ So war die Sache wahrscheinlich am schnellsten zu beenden. „Danke“, meinte er und löste sich aus der Nische.
„Viel Glück“, meinte April und war sich nicht sicher, wem sie es wünschte. Harry beim Spiel oder sich für diese Aufgabe. Er war schon davon gerauscht und auch sie machte sich letztendlich die Treppen hinauf auf die Tribünen.
Pepper und die anderen saßen ganz vorne und die Rothaarige winkte, als sie April am Aufgang entdeckte. „Was wollte er von dir?“, sie musste den Kopf in ihre Richtung beugen, damit April sie verstehen konnte. „Nicht so wichtig. Ging um eine Verletzung“, log die Blonde und quetschte sich zwischen sie und Temperance. Pepper schien mit der Antwort zufrieden.
„Apropos, musst du nicht bei Madame Pomfrey sitzen?“
„Noch nicht. Madame Pomfrey will mir dieses Jahr noch möglichst viel Schulerfahrung lassen“, die Hälfte ihrer Worte ging im röhrenden Getöse der Slytherins unter, als die Quidditchteams am Boden des Felds einliefen. Alle sprangen auf und hießen die Spieler applaudierend willkommen.
„Ein Wunder, dass Eric dieses Jahr mitspielt“, kommentierte Agnes neben Temperance und beobachtete fasziniert ihren erklärten Erzfeind. Pepper grinste. „Wann ist es wohl soweit“, flüsterte sie April ins Ohr. Sie lachte.
„Andere Frage, wen hast du dir als Begleitung rausgesucht?“, alle Schüler setzten sich wieder in gespannter Erwartung. Dann erscholl der Startpfiff und Madame Hooch ließ den Quaffel fliegen.
„Für Slughorn? Niemanden.“ „Warum?“ „Keine Ahnung. Ich hab keine Idee“, April zuckte mit den Schultern. „Bei den ganzen Vorschlägen, die wir dir gemacht haben? Wir haben da eine andere Vermutung“, mischte sich Temperance von der anderen Seite mit ein, ohne die Augen vom Spiel zu nehmen. „So?“, April ahnte schlimmes.
„Naja, wie war das noch gleich mit Quentin?“, Pepper zog die Brauen hoch.
„Nein!“, wehrte sich April vehement, „Wir sind Freunde aus der Schule.“ „So?“, fragte Pepper unschuldig, doch das Funkeln in ihren Augen war unverkennbar. „Sicher nicht“, demonstrativ zog sie den Mantel enger um sich. „Wie du meinst. Aber ihr habt euch eine Menge Briefe geschrieben. Lange Briefe.“ „JA, Temperance, weil ich ihn leider nicht so oft sehe wie ich dich ertragen muss“, das Gespräch ging ihr auf die nerven. „Wenn du unbedingt wissen willst mit wem ich auf Slughorns Weihnachtsparty gehe...“, wandte sie sich entschlossen an Pepper um der Neugier ein Ende zu setzen, „Ich gehe mit dir.“ „Mir?“, Pepper sah sie verwirrt an. „Warum nicht? Freunde sollten so was machen können. Einfach Briefe schreiben oder auf eine Party gehen.“ Ein zufriedenes Grinsen schlich sich auf Peppers Gesicht: „Okay. Abgemacht.“
April überkam ein ungutes Gefühl. „Und was machst du in den Weihnachtsferien? Ich hab gehört Quentin kommt vorbei.“ Anscheinend war das Thema nicht abgehakt, sondern nur auf einen anderen Sektor verrutscht. „Stimmt. Ich werde nach Hause fahren, Bee besuchen und er kommt und besucht mich. Du kannst auch gerne Mal vorbei kommen.“ „Schade, ich bin mit meinen Eltern bei Verwandten in Dänemark“, sagte sie mit einem halben Lächeln, „Aber du kannst mir gerne alles davon erzählen, wenn wir uns wieder sehen.“ „Auf jeden Fall.“
Damit war die Unterhaltung erst einmal vorbei und das Spiel forderte alle Aufmerksamkeit. Dennoch traf April die Erkenntnis, dass Gryffindor gewinnen würde erst fiel später als ihre Freunde. Ihr Kopf dachte weiter an Harrys Worte und sie ertappte sich dabei, wie ihre Blicke immer wieder zu Blaise Zabini und Draco Malfoy schweiften und sie sich fragte, wie man sich wohl am besten unauffällig mit ihnen unterhielt. Wusste Draco, dass sie verwandt waren? Hatte Blaise es ihm gesagt? April konnte sich nicht daran erinnern, dass die Presse etwas von der Black'schen Familienzusammenführung mitbekommen hatte, aber ihr Name stand nach dem Angriff aufs Ministerium im Tagespropheten. Es war also möglich, dass seine Mutter etwas von ihr wusste und sie erkannt hatte. Dann hatte sie ihrem Sohn entweder nichts erzählt oder April war ihm schlichtweg egal. Beides reelle Möglichkeiten.
Vielleicht hätte sie ihn als Begleitung für die Party fragen sollen.  


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