Flood of gold

GeschichteAbenteuer, Mystery / P16
22.04.2018
25.12.2018
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22.04.2018 2.961
 
Es war heiß. Seine erschrockenen, roten Augen blickten zwischen den Flammen hin und her.

Du kannst nicht davon laufen. Es ist deine Bestimmung!

Doch er konnte. Seine Beine schöpften letzte Kraft, bis er weiter rennen konnte. Sein Gewand war mit Blut verschmiert, leuchtete hell zwischen der heißen Farbe auf. Er stürzte an den lodernden Flammen vorbei, weiter, bis er den Fluss rauschen hören konnte. Hier wurden die Bäume weniger und die letzten, flammenden Blätter fielen in die Strömungen.


Wo willst du hin? Du bist mein, du bist mein!

Keuchend atmete er ein und aus, drehte sich hin und her. Der ganze Wald vor dem SSBB stand in Flammen, alles leuchtete in der hellsten, orangenen Farbe, die sich zum Himmel hinauf fraß und dessen Licht vor ihm mit rauchigen Wolken verstecken wollte. Die ganze Welt stand in Flammen. Doch er hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Er musste sie finden. Bevor alles zu spät war. Seine Augen suchten die gesamte Umgebung ab. Sie musste doch noch am Leben sein! Oder hatten sie sie schon erwischt. Doch daran wollte er nicht denken. Immer wieder sah er sich um. Rief ihren Namen. In der Hoffnung, sie zu finden, ein Lebenszeichen von ihr zu entdecken.
„Bitte, Sag doch etwas!“, es war der letzte Schrei, bis er erstarrte und deutliche Schritte hinter sich hörte. Direkt aus dem Wald.
Sofort reagierte er. Er hatte schon genug gezögert. Mit einer schnellen Handbewegung zog er sein Schwert. Es war lang, gezackt und von finsteren Schimmer umgeben. Ohne zu zögern richtete er es geradewegs auf seinen Gegenüber, bevor er ihm das erste mal in die Augen sah. Doch er wusste ohne hin, um wen es sich handelte.
„Schickt der große Meister neuerdings nur sein niederes Gefolge?“, seine Stimme klang fest. Doch seine Beine zitterten unter der Anspannung.
Ein kurzes, geschmeidiges Kichern ertönte, „Niederes Gefolge? Ich bitte dich, hast du immer noch keine besseren Ausdrücke gefunden?“
Sie klang wirklich amüsiert und zum ersten Mal hörte er ihre Stimme nicht mehr in seinem Kopf. Nein, sie war direkt vor ihm und brachte ihn dennoch genauso zum erschaudern. Doch das wollte er ihr nicht zeigen, sodass er gerade aus in ihre hellblauen Augen starrte, die leicht von den Brillengläsern verdeckt wurden. Ihre Augen waren tatsächlich fast weiß, was die schwarzen, animalischen Pupillen gruselig hervorstechen ließ. Ihr Haar war kurz und Pechschwarz, ihr Körper hochgewachsen und in einen Lederanzug steckend. Bayonetta war ihr Name. Sie war eine begabte Magierin, eine Hexe. Sie war allein gekommen, er konnte ihre Bodyguards nirgendwo entdecken. Und das Mädchen neben ihr, dass beschämt zu Boden starrte, war das, was er gesucht hatte. Sie hatte blaues, Schulterlanges Haar, blaue Augen, die von einer schwarzen Maske verdeckt wurden und trug ein goldglänzendes Diadem in ihrem Haar. Ihr Gesicht war ihm vertraut, auch wenn er es noch nie in seinem Leben so ängstlich und niedergeschlagen gesehen hatte. Ihre Hände waren durch schwarze Magie gebunden, wie dunkle Handschellen. Als sie aufsah, wirkte ihr Blick genauso schockiert wie seiner.

„Lucina!“, rief er. Er wollte auf sie zu rennen, doch sein Körper rührte sich nicht. Er war wie erstarrt.
Bayonetta unterbrach das Schweigen, das entstand, mit einem kurzen, schaurigen Lachen. Ihre Augen hatten ihn fixiert, wie ein Raubtier, das noch genug Geduld hatte, mit ihrer Beute zu spielen. Tatsächlich schien sie zu wissen, dass sie sowieso gewinnen würde.

„Also, wie du siehst, habe ich dir etwas mitgebracht“, sie machte eine ausschweifende Handbewegung zu Lucina, diese schwieg. Sie starrte nur zu ihm, dann sah sie wieder zu Boden. Hatte sie sie verflucht?

„Lucina, geht es dir gut?“, er rief ihr zu, doch sie antwortete nicht. Stattdessen ging ein hartes Keuchen von ihr aus...
„Was hast du mit ihr gemacht, Hexe?!“, er wand sich wieder Bayonetta zu, richte sein Schwert erneut schwungvoll auf sie.

Doch sie blieb unbeeindruckt, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
„Du kannst sie wieder haben. Das kostet dich nur etwas.“

Er schwieg eine Weile, sah kurz auf seine nackten Füße und auf das Laub. Nein. Er hatte niemals hier landen wollen. Doch nun war es soweit. Es dauerte einen Moment, bis er seine Stimme wieder gefunden hatte, doch sie war heiser.
„Wovon redest du...“

Bayonetta legte den Kopf schief, sie schnurrte fast, „Du weißt doch genau wovon ich rede. Er will deine zweite Hälfte, Corrin.

Seine Hände ballten sich zu einer Faust. Nein, das konnte er ihr nicht geben. Sie durfte sie nicht kriegen! Er musste den SSBB mit allem in seiner Macht stehende beschützen. Der SSBB war das Internat für Menschen und Wesen mit Smashherzen. Jeder Schüler, der den SSBB besucht, hat ein Smashherz. Es sorgt dafür, dass die Schüler sich, während dem Kämpfen, das ihnen im Internat hauptsächlich beigebracht wurde, nicht verletzen konnten. Und kämpfen mussten sie können, um mit der Macht, die einem das Smashherz verleiht, umgehen zu können. Seine Aufgabe war es, den SSBB zu beschützen. Er hatte Jahrelang auf die Schüler aufgepasst, sie behütet. Zusammen mit Lucina hatte er jede Gefahr von ihnen fern gehalten. Auch wenn er den Fehler gemacht hatte, sich ihnen eines Tages zu offenbaren. Das war bestimmt nicht sein größter und einziger Fehler in dieser Zeit. Er hatte ohnehin keine Wahl gehabt. Eigentlich hatte er gedacht, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatten. Dass sie nur so die bevorstehende Gefahr hatten abwenden können. Doch nun sollte er aus seinem Wunschdenken erwachen. Nun sollte er für seinen Fehler bezahlen. Er stand seinem Ende gegenüber. Oder? Nein, noch nicht. Lucina war noch am Leben.

Er sah auf zu ihr und sie schüttelte den Kopf. Das war typisch für sie. Sie würde eher sterben, als nachzugeben. Und sie hatte Recht. Es musste einen anderen Weg geben, sie zu befreien. Einen anderen, als sie ihnen auszuliefern. Also rührte er sich nicht, senkte sein Schwert nicht und hielt ihrem Blick stand.

„Was ist los?“, Bayonetta schien allerdings ihre Geduld etwas zu verlieren. Sie bewegte sich, schlenderte auf ihn zu, als hätte sie nichts weiter vor, als einen gemütlichen Waldspaziergang zu machen und bald schon umkreiste sie ihn. Corrin rührte sich nicht. Er atmete tief ein und aus. Auf keinen Fall würde er nachgeben.

„Sag nicht, du hast sie nicht dabei“, er behielt sie immer in Auge, wie sie ihre Runden drehte, bis sie neben ihm stehen blieb. Ganz dicht, sodass er ihr schweres Parfüm riechen konnte. Sie beugte sich etwas vor, bis er ihre flüsternde Stimme in seinem Ohr hören konnte.

„Du weißt, dass ich sie umbringen werde, wenn du sie mir nicht gibst.“

Er sah wieder zu Lucina, diese ihn immer noch anstarrte. Ihre Lippen pressten sich aufeinander, sie war nicht in der Lage sie zu öffnen. Doch noch immer schüttelte sie den Kopf. Er musste ihr vertrauen. Ihm blieb keine andere Wahl.

„Nein.“, antwortete er also, „Ich werde sie dir niemals geben...“

Bayonetta atmete aus. Es war das bedrohlichste, tiefste und erschaudernste Ausatmen, dass er je gehört hatte. Es erschauderte ihn. Sie ließ von ihm ab und wand sich, mit einem Gang, wie eine Raubkatze, Lucina zu. Sie sah erschrocken zu ihr auf und Corrin konnte seinen beschleunigten Herzschlag spüren.

„Wenn du sie mir nicht geben möchtest“, sie unterdrückte kurz ein Kichern, „Dann verabschiede dich von ihr.“
Sie machte eine Handbewegung mit den langen, schwarzen Fingernägeln, als würde sie einen Reißverschluss zu ziehen. Er konnte genau dieses Geräusch hören, es war nur in seinem Kopf, als er im nächsten Moment Lucina um Luft ringen sah. Sie riss die Augen weit auf, sie zappelte, versuchte ihre Hände aus den Fesseln frei zu ringen, doch blieb erfolglos. Mit einer weiteren Handbewegung ließ Bayonetta sie in der Luft schweben, sie umher tanzen, wie eine Puppe.

„Lass sie sofort runter!“, schrie Corrin, doch er hatte nicht erwartet, dass sie auf ihn hörte. Sie drehte sich lachend zu ihm um, und im nächsten Moment war sie selbst in der Luft, mit Flügeln, die aus ihrem Rücken ragten, wie die eines dunklen Schmetterlings.

Dann komm und hol sie dir!


Ihre Stimme ertönte erneut wieder nur in seinem Kopf. Und dann reichte es ihm. Im nächsten Moment schwang er sein Schwert und sprang selbst in die Lüfte, um sie mit einem kräftigen Hieb zu attackieren. Wenn er die Schüler des SSBBs schützen wollte, dann konnte er es nur so tun. Er musste seinen Schwur brechen. Er hatte ihr versprochen, nicht zu kämpfen. Doch er musste. Immer wieder schlug er mit dem Schwert zu. Doch Bayonetta war schnell. Sie tanzte selbst durch die Lüfte, wehrte seine Hiebe ab und griff ihn mit harten Schüssen an. Sie kamen irgendwo aus ihren vier Pistolen, an ihren Händen und Füßen, doch er wich ihnen aus. Bald schon hatte er keine Ahnung mehr, wie er sich in der Luft hielt. Er sprang einfach so hin und her, sein Sichtbild wurde immer enger, bis er nur noch ihre Gestalt und ihre Bewegungen sah. Alles andere verschwamm um ihn herum. Oh nein, dachte er, als sich rote Fäden durch seine Sicht zogen, die immer enger wurden, ich verwandle mich wieder. Doch es würde ihm ohne hin nichts anderes übrig bleiben. Sein Schwert verletzte sie nicht. Ihre Wunden heilten sofort, seine brauchten länger. Und Lucina hatte nicht mehr viel Zeit. Immer noch rang sie um Atmen. Er musste seine Drachengestalt annehmen. Und darauf wartete Bayonetta schon die ganze Zeit. Als er einmal nicht aufpasste, rang sie ihm mit einem Schlag zurück auf den Boden. Er schlug hart auf der Erde auf, rutschte hinüber, bis er kurz vor dem Fluss zum stehen kam. Seine Augen kniffen sich zusammen, als sie geradewegs ins Sonnenlicht starrten, er stöhnte, als er das Schmerzen seines Körpers wahrnahm. Verdammt. Er durfte noch nicht aufgeben. Er musste weiter kämpfen. Doch kaum wollte er sich aufrichten, stieß etwas hartes an seinen Hals und ließ seinen Kopf zurück auf den Boden prallen. Es war der hohe Schuh Bayonettas und als er aufsah, blickte er direkt in den Lauf ihrer Pistole. Ihre Stimme war nur noch wie weit entfernt.

„Ich habe genug gespielt Corrin“, hörte er sie sagen, „Doch jetzt ist es Zeit, dein Schicksal zu besiegeln. Der Direktor des SSBBs hat anscheinend zu große Hoffnungen in dich gesetzt. Du erfüllst deine Rolle als Wächter nicht gut. Doch was soll man schon von einer normalen Hälfte wie dir erwarten? Du bist schwach. Wie deine Freunde. Willst du wissen, was ich mit ihnen gemacht habe?“

Er schwieg. Zwar war sein Blick weiterhin starr in ihrem gerichtet, bereit ihr stand zu halten. Doch innerlich spürte er die Schwäche, die Wut. Dabei biss er die Zähne zusammen. Er wusste, dass er nicht so war, wie die anderen Wächter. Und er wollte nicht daran denken, was mit seinen Freunden passiert sein könnte, denn es raubte ihm jeden Atemzug. Dabei wusste er es ganz genau, spürte, wie es in ihm hoch pochte. Am liebsten wäre er wieder davon gelaufen. Doch er war gefangen unter ihrem Schuh. Und Bayonetta verschonte ihn nicht.

Sie lächelte kurz selbstzufrieden, „Ich habe sie alle versteinert und zu dem Herren gebracht. Wie deine kleine Freundin hier.“

Er konnte in der Ferne Lucina erkennen, diese immer noch hilflos in der Luft herum schwebte. Bayonetta schnippste und schon kletterte braune Farbe ihren Körper hinauf. Lucina öffnete ihren Mund, doch im nächsten Moment war sie nichts weiter als eine Statur. Sie schrumpfte und fiel in Trophäengröße auf das Gras.

Nein. Corrin spürte das Entsetzen in seinem Hals und die Tränen in seinen Augen. Und die Wut. Erneut durchstachen die roten Fäden sein Sichtfeld, doch es war ihm egal. Er konnte seine Wut nicht mehr zügeln. Mit entsetzten starrte er auf die braune Gestalt, die einst seine engste Verbündete war. Wie reglos ihr Mund leicht geöffnet war. Ihre Augen Schock geweitet. Dabei war sie alles gewesen, was er noch gehabt hatte. Sein Herz pochte ihm bis zum Hals, er spürte das Adrenalin in sich aufkochen. Es brannte in ihm. Das hätte nicht passieren dürfen.

„Was hast du mit ihr getan?!“, er schrie fast und seine Sicht verschwamm wegen den heißen Tränen, „Warum hast du das getan?!“
Bayonetta reagierte auf sein Leid mit einem breiten Lächeln. Ihre Grausamkeit wurde erst jetzt in ihren Pupillen richtig geweckt. Und sie weckte noch mehr Hass in ihm.

„Das fragst du? Ach Corrin, mein lieber Corrin“, ein kurzes Auflachen ließ den Schmerz in seiner Brust größer werden und seinen Körper gegen seinen Willen unter ihren Schuh zappeln, „Ich mag es einfach nicht, nicht zu bekommen, was ich will. Zudem habe ich so langsam genug. Also...“, ihre Stimme wurde leiser, „Du bist nun der letzte Wächter. Gib mir die Kleine einfach. Du weißt doch, wo sie ist oder nicht?"

„Dann wirst du sie aus meinen toten Händen reißen müssen“, er konnte es nur noch mit zusammen gepressten Zähnen heraus quetschen. Seine Sicht wurde immer verschwommener, sein Körper immer unkontrollierter. Er konnte es nicht mehr lange aufhalten. Bayonetta schien es zu merken. Sie lachte erneut auf und er konnte spüren, wie seine Haut sich zu dehnen und zu schmerzen schien.

„Also dann“, sie grinste nur noch, „Lass mich das hier beenden. Sag Auf wiedersehen!“

Dann fing der Lauf ihrer Pistole an zu glühen. Sie wird abdrücken. Und er konnte nur noch Schmerz spüren, den er so lange versucht hatte zu bändigen. Seit diesem einem Tag hatte er nie mehr zugelassen, dass er sich verwandelt. Er hatte jeden Tag trainiert, als Mensch zu Leben, sich als Mensch zu verteidigen. Doch er konnte nicht anders. Er musste dieser Macht noch einmal die Überhand überlassen. Sonst waren all die Schüler des SSBB´s umsonst gestorben. Sonst war Lucina umsonst gestorben...Lucina. Er sah noch einmal auf ihre Statur im Gras, dann wieder in den brennenden Lauf. Und auch er würde nicht umsonst sterben. Das Letzte Mal sah er mit den Augen eines Menschens. Diese Kraft, die nun aus ihm heraus leuchtete, war nicht für Wesen aus Fleisch und Blut gemacht. Und im nächsten Moment sah er seine Hände glühen. Nicht nur seine Hände, seinen ganzen Körper. Und genauso brannte es auf der Haut. Er schrie auf, als seine Gestalt in dem Licht explodierte und anfing sich in silberne Schuppen zu transformieren. Hörner wuchsen ihm aus dem Kopf, so wie Flügel und ein Schweif, mit dem kräftig ausholte und Bayonetta somit den Boden unter den Füßen nahm, bevor sie schießen konnte. Aus dem Konzept gebracht stürzte sie, fing sich aber, wie eine Katze, auf allen Vieren im Gras ab. Ihr Blick warf sich erst erschrocken zu ihm auf, als sein Schatten über ihr wuchs und er deutlich seine Drachenartigen Umrisse erkannte. Dann erstrahlte ein Lachen auf ihren Lippen und ihre Pupillen zersprangen vor finsteren Begeisterung.

„Endlich! Endlich verwandelst du dich.“

Ein Brüllen ertönte und ihm wurde bewusst, dass es sein eigenes war. Nun war es vollbracht. Er war nicht länger ein Mensch. Und er würde das tun, was er ihr versprochen hatte, nicht zu tun. Töten. Das Lachen würde ihr vergehen. Er verschwendete nicht viel Zeit. Mit einer schnellen Bewegung seines kräftigen Kopfes holte er aus und verpasste Bayonetta einen weiteren Stoß. Sie schleuderte nach hinten, ihre Flügel fingen sie allerdings ab. Etwas keuchend schwebte sie schließlich vor ihm, blieb allerdings stolz erhoben und lachte. Die Wunde, die sein Schlag hinterlassen hatte, verheilte in Sekundenschnelle.

„Na also. Ich dachte du schon du würdest dich nie verwandeln! Jetzt macht das Spiel erst so richtig Spaß!“, und dann kam sie auch schon auf ihm zu, von schwarzen Schatten umgeben, bereit zum ausholen.

Der Drache schlug seine Flügel vor den Körper, um sich selbst zu schützen. Dabei spürte er nur den vagen Gedanken seines alten Ichs.


Das wird nicht gutgehen.

Seine Drachengestalt hielt nicht lang an. Er war immer noch zu schwach. Und Bayonetta war durch die unendliche Kraft, die sie von den anderen Schülern aufgesaugt hatte, indem sie sie zu Staturen verwandelte, nun noch stärker. Sie besaß nun auch noch Lucinas Geschwindigkeit. Und in ihrem Hieb spürte er die Kraft eines Kriegers. Trotz der Tatsache, dass er keinen Schaden davon trug, geriet er sofort ins wanken. Dunkle Magie. Er torkelte benommen zurück, seine Flügel wackelten unkontrolliert hin und her.

„Nun denn, du bist wohl doch zu schwach“, Bayonetta schwebte direkt vor ihm, in ihrer rechten Hand, schwarz leuchtende Magie. Sie legte den Kopf schief. „Und ich habe genug gespielt.

Game over.“

Und dann schlug sie erneut zu. Dieses mal ein Volltreffer. Er schwankte
zurück bevor er dann endgültig sein Gleichgewicht verlor. Sein Tonnenschwerer Körper stürzte nach hinten.  Und dann spürte er Wasser. Sein Kopf tauchte unter, bis die schweren Flügel folgten und den Fluss in alle Himmelsrichtungen verspritzten. Nun hatte er verloren. Er konnte Bayonettas Silhouette durch die Strömungen erkennen, wie sie, mit einem Arm in die Hüfte gestemmt über der Wasseroberfläche schwebte und triumphierte. Dazwischen Blut. Weißes Drachenblut, wie pulsierendes Plasma. Sie hatte ihm am Kopf getroffen. Und mit dem eintreffenden Schmerz wurde ihm eines klar. nun würde er sterben. Doch er würde nicht ohne sie gehen. Es war sein Letzter Wille. Er glaubte, Bayonetta noch Lachen zu hören, als er, mit letzter Kraft, ihren Fußknöchel mit der Schweifspitze, die noch aus dem Wasser ragte, umschlang. Sie quiekte auf, ihre Pistole sank zu ihm ins Wasser, bevor er sie mit sich riss. Nun gab es für beide kein zurück mehr. Ein kurzes Drachengrinsen. Genau, für beide. Er sah, wie Bayonetta, genau wie er, im Wasser schwebte und zu ihm starrte, dieses Mal ernsthaft erstaunt. Und dann setzten die Strömungen ein und er verlor sie. Sie wurden hinfort gerissen, verloren jeden Halt. Die Kette um seinen Hals löste sich und bevor er reagieren konnte, klimperte sie, von einem blauen Kristall umgeben, in die tiefen Weiten des Monster Flusses. Sie fing an zu leuchten und trieb gegen die Strömung an, bis seine Gestalt verschwand. Nein! Er wollte noch die Hand nach ihr ausstrecken, doch es war zu spät. Die Strömung riss ihn hinfort in die weite, schwarze Tiefe.
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