[Feuerherz] Das Feuerherzbaby

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P12
18.04.2018
16.05.2019
9
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Kapitel 9
ein neues Leben beginnt



Am nächsten Morgen wurde der Feuerherz-Star von einer Kinderhand, die an seinen Fingern herum zupfte und fröhlich kicherte.

„Lillian… Lillian, lass das. Lass das sein. Hey, Lillian… Sebastian schläft noch. Lass ihn bitte in Ruhe, Kleines.“, versuchte Katharina, ihre zweieinhalbjährige Tochter zu bremsen, doch es war schon zu spät – Sebastian war schon lange aufgewacht und lächelte das kleine Mädchen freundlich an, was Lillian noch mehr zum Lachen brachte.
„Papa…“, jappste die Kleine und Sebastian erhob sich, bevor er seine kleine Tochter auf den Schoß hob und sagte: „Guten Morgen, Lillian. Na, gut geschlafen?“

„Papa… Papa…“, grinste die Kleine noch einmal und gab Sebastian ihre Puppe „Lulu“ in die Hand, was der Sänger mit einem liebevollen Lächeln belohnte.

„Willst du mir deine Püppi schenken, Lillian? Hm? Ist das jetzt meine Püppi?“, fragte der Sänger und gab Lillian einen liebevollen Kuss auf die Stirn, bevor Lillian ihren Kopf schüttelte und jubelte, als ihr Sebastian die Puppe wieder in die Hand drückte und das kleine Mädchen zu ihrer Mutter in die Küche, die nur durch eine halbhohe Mauer vom Wohnzimmer getrennt war, rannte.
„Mama… Papa…“, deutete die Zweieinhalbjährige auf Sebastian und Katharina lächelte kurz, bevor sie sagte: „Na, ist dein Papa auch endlich munter. … Holst du jetzt bitte noch deinen Rucksack, den du immer in die Kita mitnimmst. Der muss auch mit.“, bat die zweifache Mutter, der es heute wohl nicht besonders gut ging und die sich krampfhaft am Küchentisch, auf dem die Reisetasche der kleinen Lillian stand, festhalten musste, ihre zweieinhalbjährige Tochter.
Die überlegte kurz, dann zickte sie, sie wolle nicht gehen. „Nein…“, weinte die Zweieinhalbjährige und warf sich auf den Boden. „Nein… Nein…“

Das Weinen seiner zweieinhalbjährigen Tochter, die wohl so langsam in die Trotzphase kam, ging Sebastian durch Mark und Bein und so hob er das kleine Mädchen auf seinen Schoß, um ihr gut zuzureden.
„Mäuschen. Die Mami möchte doch nur deine Tasche packen. Wir zwei fahren heute zusammen in den Urlaub… Und deinen kleinen Bruder nehmen wir beide auch noch mit. Das wird eine ganz ganz tolle Reise von uns beiden…“, sprach Sebastian liebevoll auf seine kleine Tochter ein, doch Lillian konnte sich im Moment nicht mehr beruhigen und sie weinte immer mehr.

„Lillian, ich will, dass du jetzt deinen Kindergartenrucksack holst. Du musst dann auch noch etwas anderes anziehen. Sonst fährst du im Schlafanzug mit Sebastian und Jonas mit…“, ermahnte Katharina ihre kleine Tochter, doch Lillian zickte immer weiter.

„Lillian! Du gehst jetzt deinen Rucksack holen. Und dann ziehe ich dir noch etwas an. Damit Sebastian und du dann losfahren könnt…“

„Mama… Mama…“, weinte die kleine Lillian und klammerte sich nun am linken Bein ihrer Mutter fest, doch Katharina schüttelte ihre Tochter ab und fuhr sie energisch an: „Lillian! DU GEHST JETZT DEINE SACHEN HOLEN! SONST WIRST DU HEUTE NOCH INS KINDERHEIM GEBRACHT!“

„Katharina… Hey, hör auf. Ich hole den Rucksack der Kleinen schon.“, versuchte Sebastian, den Streit zwischen Katharina und ihrer kleinen Tochter zu schlichten, doch seine Ex-Freundin erklärte sogleich: „Nein, Lillian holt ihre Sachen. Sie muss lernen, auf Erwachsene zu hören.“

„Katharina… Katharina, hey. Lass die Kleine. … Lillian, komm. Wir holen deinen Rucksack zusammen. Sonst ist deine Mami ganz ganz traurig.“, erklärte Sebastian seiner kleinen Tochter und streichelte der zweieinhalbjährigen Lillian über den Kopf, was das Mädchen allerdings noch mehr dazu brachte, zu schreien und zu weinen.
„MAMA! MAMA! MAMA! MAMI!“, schrie die Zweieinhalbjährige immer wieder energisch nach ihrer Mutter und setzte sich bockend auf den Boden. „MAMA! MAMA!“

„Du kannst jetzt nicht so herumschreien, Lillian. Komm, wir gehen deinen Rucksack holen. Dann gibt es auch eine kleine Überraschung für dich. … Na, willst du ein kleines Geschenk von mir haben, Lillian.“, bot Sebastian der Kleinen an und nahm einen kleinen Riegel Kinderschokolade aus dem Küchenschrank.
Sofort wollte Lillian nach dem Schokoriegel greifen, doch Basti hielt ihn hoch und erklärte: „Wenn du jetzt artig bist und deinen Rucksack für den Kindergarten holst, dann bekommst du die Schokolade. Aber wirklich erst, wenn du ganz ganz lieb zu deiner Mami bist und auf sie hörst.“

„Mama! MAMA! MAMA!“, schrie Lillian wieder und hoppste auf und ab, um an die Schokolade zu kommen. Doch Sebastian hielt den Riegel viel zu weit hoch, weswegen die Zweieinhalbjärhige wieder viel lauter wurde und schreiend nach Sebastian schlug.

„MAMA! MAMA! MAMA!“, brüllte die Kleine, bis es Katharina reichte. Sie ging in die Hocke und gab ihrer zweieinhalbjährigen Tochter eine kräftige Ohrfeige.
„JETZT IST ENDLICH WIEDER GUT! DU BENIMMST DICH HIER, ALS WÜRDEN SEBASTIAN UND ICH DICH UMBRINGEN WOLLEN.“, schrie Katharina ihre kleine Tochter an und Lillian wurde noch lauter. „LILLIAN! LILLIAN! ES IST GUT! ICH BRINGE DICH WIRKLICH GLEICH INS KINDERHEIM. DORT KANNST DU DEINE SHOW ABZIEHEN! ABER HIER NICHT MEHR. GEH´ JETZT IN DEIN ZIMMER!“, schickte die zweifache Mutter ihre Tochter weg und Lillian versteckte sich unter dem Küchentisch, bevor sie noch lauter zu schreien anfing und Sebastian seine Kleine hervorzog und auf den Arm nahm.

„Katharina… Es bringt doch nichts, wenn du die Kleine jetzt anschreist. Da macht sie nur noch mehr Geschrei. … Lillian, ist ja gut, meine kleine Maus. Komm, wir gehen in dein Zimmer und da legst du dich noch mal ein bisschen in dein Bettchen, bis ich alles vorbereitet habe. … Ja, du kleine Maus. Es ist alles gut. Du musst doch gar keine Angst haben; ich tue dir gar nichts.“, beruhigte Sebastian seine kleine Tochter und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor er das Mädchen in ihr Kinderzimmer brachte, wo auch der knapp drei Wochen alte Jonas noch in seinem Bettchen lag und tief und fest schlief.
„Schau mal, dein kleiner Bruder schläft auch noch.“, zeigte Sebastian dem weinenden und schluchzenden Mädchen ihren kleinen Bruder und deutete anschließend auf das Bett seiner kleinen Prinzessin. „So, jetzt legst du dich auch noch mal ins Bettchen. Und dann ruhst du dich noch aus. Du bist doch noch müde.“, erkannte der Sänger und legte das kleine Mädchen ins Bett.

Doch Lillian schien gar nicht mehr müde zu sein, deswegen sprang die zweieinhalbjährige Maus aus ihrem Bett und rannte weinend zum Kindertisch, unter dem sie sich zu verstecken versuchte. Sebastian schaute ihr unwissend, was mit dem Mädchen los wäre, nach.

„Lillian? Lillian, was ist denn los? … Hey Lillian. Ich kann dir nicht helfen, wenn ich nicht weiß, was mit dir nicht in Ordnung ist… Na, komm mal zu deinem Papa.“, bat der Sänger das kleine Mädchen, doch die klammerte sich am Kindertisch fest und weinte wieder lauter, was wohl auch zu laut für ihren kleinen Bruder war.

Sogleich begann Jonas kräftig zu weinen an und schrie so lange, bis Sebastian seinen kleinen Sohn auf den Arm nahm und ihn fest an sich drückte.
„Jonas… Hey, Jonas. Mein kleiner Spatz. Es ist doch alles gut. Du musst nicht auch noch zu weinen anfangen… Pschscht, es ist alles gut. Deine kleine Schwester möchte sich nur nicht anziehen lassen. Sonst ist alles OK. … JA, du hast geschlafen, mein kleiner Spatz. Ich weiß… Schau mal, deine kleine Schwester ist ganz traurig.“, deutete Sebastian auf Lillian.
„Mama!“, weinte Lillian nun etwas leiser und sie kuschelte sich an ihren großen, ca. einen Meter großen, braunen Teddybären, der in ihrem Bett saß. „Mama… Mama…“

Langsam und vorsichtig ging Sebastian mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm zu seiner Tochter und streichelte ihr über den Kopf, was Lillian endlich zur Ruhe brachte. „Siehst du, meine kleine Maus. Jetzt ist doch alles wieder gut. Du brauchst nicht so sehr zu weinen; ich bin doch immer für dich da, solange die Mama nicht bei dir sein kann. … Weißt du, deine Mama, der geht es momentan gar nicht so gut. Du musst mir jetzt versprechen, dass du nicht mehr so viel weinst und jetzt noch ein bisschen schläfst, bevor wir zu meinen Eltern fahren.“

„Papa…“ Lillian kuschelte sich nun an ihren leiblichen Vater und sah ihn mit verweinten Augen an, woraufhin Sebastian mit seinem rechten Daumen ganz vorsichtig und sanft die Tränen aus den Augen seiner kleinen Tochter wischte. „Mama… Mamam… Mama… Papa…“

„Die Mama muss zum Onkel Doktor in ein großes Haus. Das kennst du auch schon. Sie muss genau in das Haus, wo dein kleiner Bruder geboren wurden ist. Und dort macht der Onkel Doktor die Mami wieder ganz gesund.“, versuchte Sebastian seiner kleinen Tochter die nächsten Schritte zu erklären, warum ihre Mutter nicht für die kleine Lillian da sein konnte.

Weinend kuschelte sich die Kleine wieder an ihren leiblichen Vater und versuchte, ihren kleinen Bruder auf den Arm nehmen zu dürfen. Doch diesmal wurde es ihr von Sebastian verboten.
„Süße, du kannst deinen kleinen Bruder jetzt nicht auf den Arm nehmen. Schau mal, der kleine Jonas ist noch ganz ganz müde und möchte auf dem Arm vom Papa schlafen. … Guck, der Jonas macht auch schon seine Äuglein wieder zu. Und gleich wird er wieder eingeschlafen sein. … Du hast dich ja auch schon wieder beruhigt…“, fiel Sebastian auf und er munterte seine kleine Tochter auf, wieder mit in die Küche zu kommen, wo Katharina immer noch dabei war, die Sachen ihrer Tochter in die Reisetasche des zweieinhalbjährigen Mädchens zu packen.


„Na, da bist du ja wieder.“, fiel Katharina auf, als Sebastian mit ihrer gemeinsamen Tochter in die Küche kam und sich, mit seinem zwei Wochen alten Sohn auf dem Arm, an den Küchentisch setzte. „Hast du dich endlich wieder beruhigt?“
„Sie hat sich wieder beruhigt und sie hat mir auch versprochen, nicht mehr so herumzubrüllen. Wahrscheinlich hat sie einfach nur gemerkt, dass heute irgendwas anders ist. Du packst ihre Reisetasche und deine Tasche steht auch schon gepackt draußen. Sie kennt das alles doch noch nicht, oder?“, erklärte Sebastian seiner Ex-Freundin und schaukelte währenddessen den gemeinsamen Sohn Jonas noch ein kleines bisschen.
„Nein, sie kennt das noch nicht. Das letzte Mal, als ich ihre Reisetasche gepackt habe, musste die Kleine ins Krankenhaus.“, erzählte Katharina und sah auf ihre weinende Tochter, die sich wohl davor zu fürchten schien, was ihr nun bevorstand.

„Na, siehst du. Das macht der Kleinen Angst. Spätestens, wenn sie merkt, dass ihr nichts schlimmes passieren wird und ich nur mit ihr zu meinen Eltern fahre, wird sie sich beruhigen. … Soll ich aber nicht doch noch ein bisschen bei dir bleiben und dir beistehen?“, bot Sebastian an, doch Katharina schüttelte energisch den Kopf.
„Nein, musst du nicht.“, erwiderte die zweifache Mutter und blickte zwischen der Reisetasche ihrer kleinen Tochter und der Zweieinhalbjährigen hin und her, bevor sie die Reisetasche mit einem Ruck schloss und erklärte: „Ich will nicht, dass mich Lillian im Krankenhaus liegen sehen muss. Sie soll mich so in Erinnerung behalten, wie sie mich kennt. … Es würde die Kleine nur ängstigen, wenn… Wenn sie mich im Krankenhaus liegen sieht. Auf der Intensivstation… an tausenden von Kabeln und Schläuchen angeschlossen. Ich weiß doch nicht einmal, ob ich diese schreckliche Krankheit überhaupt überleben werde. … Akzeptiere bitte meine Entscheidung, Sebastian. Ich habe es mir auch nicht leicht gemacht. Aber es ist für Jonas und Lillian ganz bestimmt besser so, wenn du mit den beiden zu deinen Eltern fährst.“

„Ich will eigentlich nicht, dass du dich einfach so von unseren Kindern trennst… Katharina, ich will dich hier nicht alleine lassen müssen, wenn… Wenn du dich gegen diese schreckliche Krankheit behandeln lassen musst. Ich will dir beistehen; egal, was auch immer auf dich zukommt. … Hey, Süße. Wir haben uns doch einmal geliebt.“, wollte Sebastian seine Ex-Freundin noch einmal energisch umstimmen.

Katharina jedoch schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich möchte nicht, dass du dein Leben wegen mir… Dass du dein Leben meinetwegen umkrempelst. Lillian braucht den Rückhalt von dir. Du musst auf sie aufpassen, wenn ich nicht mehr da bin. Erzähl´ ihr bitte Geschichten von uns. Wie wir uns kennen gelernt haben; wir die Kleine… Denk dir Geschichten aus, wie wir uns auf die Kleine gefreut haben. Lass ihr ihre Phantasie… Und schenk ihr eine große Zuckertüte, wenn sie in die Schule kommt. Sie hat es sich verdient, ein sorgenfreies Leben zu führen. Auch, wenn ihre Mutter nicht mehr da ist.“
„Das klingt ja so, als würdest du dich umbringen wollen, Kathy.“, fiel Sebastian auf und er sah erschrocken auf seine Ex-Freundin, die ihren Kopf vorsichtig senkte und Tränen aus ihren Augen laufen ließ.

„Ich… Ich werde die Krankheit nicht überleben, Sebastian. Und… Dessen bin ich mir sogar sehr sicher. Ich will nicht meine letzten Wochen und Monate im Krankenhaus verbringen müssen und… Und mich von den Ärzten und den ganzen Medikamenten quälen lassen müssen.“, gab Katharina als Antwort und sah dabei sehr entschlossen aus.

„Kathy, du machst mir gerade Angst.“, erklärte Sebastian, doch Katharina, die ihre Tochter noch einmal auf den Arm nahm, drückte dem kleinen Mädchen einen Kuss auf die Wange, setzte das Mädchen auf den Boden und verließ anschließend wortlos die Küche.



Schon eine gute Stunde später hatte Katharina auch die wenigen Sachen von Jonas eingepackt und stellte die Tasche ihres kleinen Sohnes und die Reisetasche von Lillian in den Flur.

„So, das wäre alles. Ich hoffe, die beiden leben sich gut bei euch in Wipperfürth ein.“, verabschiedete sich Katharina mit Tränen in den Augen schnell von ihrem Ex-Freund und ihren beiden Kindern.

„Katharina… Wenn du irgendwas brauchst oder… Oder dich doch noch anders entscheidest und unsere Kinder sehen willst, dann musst du mich nur anrufen. Dann komme ich sofort zu dir und…“

„Sebastian, ich will nicht, dass du dein Leben an mich hängst. Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten sowieso keinen Besuch empfangen können, wenn ich die Chemotherapie über mich ergehen lasse. Da dürfen nicht einmal mehr meine Eltern zu mir. … Und du musst nicht kilometerweit fahren und dann… Und dann doch erleben müssen, dass ich… sterbe.“, seufzte Katharina und streichelte Lillian, die auf Sebastians Arm saß, noch einmal über den Kopf.
„Süße… Ich werde dich die ganze Zeit lang vermissen. Aber bei deinem Papa wirst du es gut haben. Das verspreche ich dir hoch und heilig.“, versprach Katharina ihrer kleinen Tochter und gab der Kleinen noch einen letzten Kuss, bevor sie sich wieder an Sebastian wandte und ihn bat: „Es ist wohl besser, wenn du jetzt verschwindest. … Geh´ jetzt bitte. Der Kindersitz von Lillian steht ja auch schon in deinem Auto…“

„Wenn du mich brauchst, dann lass es mich wissen.“, erklärte Sebastian noch einmal und trug Lillian dann auch schon zu seinem Auto. „So, Lillian. Ich setze dich jetzt schon mal ins Auto… Ja, wir beide fahren jetzt in eine andere Stadt. Dort lernst du deine Oma und deinen Opa kennen. Und deinen Onkel. Die drei warten schon mit einem großen Geschenk auf dich.“, erklärte Sebastian seiner kleinen Tochter, die sich ängstlich zitternd an die Brust ihres Vaters kuschelte. „Du musst gar keine Angst haben; wir fahren nicht zum Onkel Doktor. Du bist doch ganz gesund. Und dein kleiner Bruder ist auch ein ganz ganz gesunder Junge. … Siehst du, meine Kleine. Dein kleiner Bruder ist noch ganz müde.“
Der Sänger deutete auf den kleinen Jungen, der in seiner Autoschale lag, die Sebastian in seiner linken Hand zum Auto trug, während Katharina tatenlos danebenstand und ihren Ex-Freund dabei beobachtete, wie er die Kinder in sein Auto setzte.

„Wenn du irgendwas brauchst…“ „Ja, hau ab, Sebastian. Ich komme klar.“, schickte Katharina den Sänger weg und Sebastian stellte die Autoschale seines Sohnes auf die Beifahrerseite, bevor er Lillian in ihrem Kindersitz auf der Rückbank angurtete.

Bei der Kleinen ging das Angurten in ihrem Kindersitz allerdings nicht ohne Geschrei; Sebastian hatte alle Hände voll zu tun, um seine kleine Tochter in ihrem Autositz, der komplett rot war, anzugurten.

„Süße… Komm, wir fahren doch zu Oma und Opa. Die freuen sich schon so sehr drauf, dich endlich kennen zu lernen… Hallo, Maus. Es ist doch alles gut. Schau mal, es ist alles gut. Pchschscht. Du musst nicht weinen. Komm, wir machen den Gurt noch zu. … So, jetzt bist du angeschnallt. Da können wir jetzt endlich losfahren.“, zeigte Sebastian seiner kleinen Tochter und schloss die Hintertür seines Autos, bevor er noch einmal zu Katharina ging und zum dritten Mal wiederholte, seine Ex-Freundin solle sich melden, wenn sie Hilfe brauchte.
„Ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst. Lass mich einfach wissen, wenn du mich brauchst.“, erklärte der Sänger, gab Katharina noch einen Kuss und stieg auf der Fahrerseite in sein Auto ein.



Die vierstündige Fahrt nach Wipperfürth nutzte der zwei Wochen alte Jonas, der angegurtet auf dem Beifahrersitz in seiner Babyschale saß, zum ausgiebigen Vormittagsschläfchen; Sebastian schaute, sobald er sein Auto an einer roten Ampel zum Stehen brachte, immer wieder auf seinen kleinen Sohnemann.

„Na, Jonas. Mein kleiner Spatz. Jetzt fahren wir zu Oma und Opa nach Wipperfürth. Die beiden freuen sich schon sehr auf dich.“, erklärte Sebastian seinem kleinen Sohn, als er, kurz vor der Grenze zu Nordrhein-Westfalen endlich wieder aufwachte und verschlafen um sich schaute.

Ein kurzer Blick in seinen Rückspiegel zeigte Sebastian, dass die zweieinhalbjährige Lillian in der Zwischenzeit eingeschlafen war und dabei mit ihrer Puppe „Lulu“, die sie fest im Arm hielt, kuschelte.
„Ihr beide werdet euch ganz bestimmt sehr schnell bei Oma und Opa wohl fühlen. Die beiden sind ganz ganz tolle Menschen. Und sie freuen sich schon sehr, euch beide kennen zu lernen. Und meine Bandkollegen freuen sich auch schon auf euch. … Wobei sie noch nicht einmal wissen, dass du meine kleine Tochter bist.“, fiel Sebastian ein und er lächelte kurz.

Ja, seine Bandkollegen. Wie seine kleine Maus wohl auf Karsten, Dominique und Matt reagieren würde?
Vielleicht genauso, wie auf ihn, als er die Kleine das erste Mal gesehen hatte?

Inmitten der Gedanken des Sängers mischte sich nun auch noch das Geschrei seines kleinen Sohnes, dem die Autofahrt wohl wirklich viel zu lange dauerte.
„Jonas… Hey, Jonas. Was ist denn los? Was ist denn mit dir?“, fragte Sebastian den zwei Wochen alten Jungen und blickte kurz zu Jonas, der sich lauthals über die Dauer der Fahrt in sein neues Zuhause beschwerte.

„Jonas, wir sind gleich da. Es ist nicht mehr weit. Schau mal, wir haben nur noch ein paar Kilometer vor uns. Und dann sind wir bei Oma und Opa. Die haben schon ein Bettchen für dich aufgebaut; da hat schon dein Papa drin geschlafen, als er so alt war, wie du.“, beruhigte Sebastian seinen kleinen Sohn und streichelte ihm über den Kopf, während auch Lillian vom Geschrei ihres kleinen Bruders aufgewacht war und heftig zu weinen anfing, als sie merkte, dass ihre Mutter nicht da war: „Papa? MAMA?? … Mama! MAMA!“

„Lillian, deine Mama ist im Krankenhaus beim Onkel Doktor, die ist ganz ganz doll krank. Aber du siehst sie bald wieder. Keine Angst, meine Süße. … Pschscht…“, versuchte der Sänger, seine kleine Tochter zu beruhigen, doch Lillian ließ sich nicht so leicht beruhigen.

Immer lauter rief die Zweieinhalbjährige nach ihrer Mutter und weinte dicke Tränen, bis Sebastian auf der Autobahn an einer Raststätte anhielt und auf dem großen Parkplatz parkte.

„Lillian, meine Kleine. Was ist denn los? Was hast du denn? Willst du ein Hörspiel hören?“, fragte der Sänger seine Tochter, als er sich zu ihr auf die Rückbank setzte und ihre kleine Hand hielt. „Meine kleine Maus. Was fehlt dir denn, hm? Möchtest du nach Hause? Bist du noch müde?“
Allerdings war Lillians „Mama… Mama…“ die einzige Antwort des kleinen Mädchens und sie weinte immer mehr, als ihre Puppe auch noch auf den Boden fiel.
„Mama… Mama… Mama…“, jammerte das kleine Mädchen und versuchte krampfhaft, an ihre Puppe zu kommen.

„Lillian… Lillian, hey. Ist jetzt gut…“, beruhigte Sebastian seine kleine Tochter und reichte ihr die heruntergefallene Puppe, an die sich das Mädchen sofort wieder kuschelte. „Lillian, meine Kleine. Ich weiß, du kennst mich noch nicht so genau. Aber… Wir beide kommen bestimmt bald wieder gut miteinander aus.“, meinte der Vater der Zweieinhalbjährigen, die sogleich noch einmal ihre Puppe auf den Boden warf und zu weinen anfing.

„Hey… Was soll denn das jetzt schon wieder? Ich habe dir doch die Puppe gerade eben wieder hoch gegeben. Jetzt wirfst du sie schon wieder runter? … Stell dir mal vor, ich würde deinen kleinen Bruder einfach auf den Boden werfen…“, ermahnte Sebastian seine Tochter und nahm die Puppe in die Hand. „Lillian, hey. Süße, beruhige dich doch bitte wieder, meine Kleine. Ich gebe dir die Puppe doch schon wieder.“

Lillian begann zu schreien, als Sebastian die Puppe in der Hand hielt und ihr diese nicht so schnell gab. „Hey… Lillian, es ist ja schon gut… Hier, mein kleines Mädchen. Hier hast du deine Puppe. Du musst jetzt nicht mehr weinen.“, beruhigte der Sänger seine kleine Tochter, bevor er auf die Idee kam, dass die Zweieinhalbjährige wohl vielleicht mal aus dem Auto raus und über die Wiese laufen wollte. „Deine Lulu ist doch wieder da. Schau mal, du kannst deine Püppi wieder festhalten. … Möchtest du mal auf die Toilette?“, fragte der Feuerherz-Star seine kleine Tochter und streichelte ihr über die Hand.

Die zweieinhalbjährige Lillian allerdings schüttelte den Kopf und streckte ihre Arme nach Sebastian aus, bevor der Sänger wieder aus dem Auto ausstieg und die Kleine ebenfalls aus dem Auto hob. „Süße, es ist doch alles gut. Du musst doch gar nicht mehr weinen. Dein kleiner Bruder sitzt doch auch noch hier und schaut auf dich… Der Kleine weint doch auch gar nicht. Siehst du das, Lillian. Schau, er ist noch ganz ganz müde. … Komm, ich lasse dich mal ein bisschen laufen. Es ist doch ganz bestimmt sehr anstrengend für dich. Die lange Fahrt…“, beruhigte der Sänger seine Tochter noch einmal und setzte das Mädchen auf den Boden, was Lillian wieder zu schreien brachte.
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