Leas Baby

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P16
Dr. Lea Peters Jenne Derbeck OC (Own Character)
17.04.2018
23.09.2019
164
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Folge 5
Teil 7: Emilys erste Nacht bei Oma Lea



Zur gleichen Zeit hatte Lea ihre kleine Enkelin Emily das erste Mal in ihre eigene Wohnung geholt und legte den erst wenige Wochen alte Säugling gerade in die von Jenne aufgestellte Wiege, die an Leas Bett stand.
„Sie sieht so süß in der Wiege aus… Meine kleine Maus.“, seufzte Lea verliebt und dachte sogleich wieder an ihre eigene Tochter. Wie ihre kleine Laura Estelle damals aussah, als sie so alt war, wie deren kleine Tochter Emily heute…

Jenne gab der Ärztin einen liebevollen Kuss auf die Wange. „Sie ist ja auch deine kleine Enkelin, Lea… Da ist es doch glasklar, dass sie süß ist. Bei der wunderbaren Großmutter…“
„Jenne!“, empört drehte sich Lea zu ihrem Lebensgefährten um und erwiderte: „Ich und Großmutter – wie klingt das denn? Ich bin doch noch gar nicht so alt… Aber ist dir schon mal aufgefallen, dass irgendwas mit der Kleinen nicht zu stimmen scheint?“, wies die erfahrene Neurochirurgin ihren Freund plötzlich auf Emilys etwas kränkliches Aussehen hin.
Der kleine Säugling, der in der Wiege lag, quietschte aufgeregt und fing an, ein wenig schneller zu atmen. „Sie scheint geschwollene Schleimhäute in der Nase zu haben. Wahrscheinlich eine Erkältung. … Jenne, nimmst du die Maus mal bitte auf den Arm. Ich schaue mir die Kleine mal an.“, erklärte Lea besorgt und nahm sich ihre Taschenlampe.

„Meinst du, die arme Maus ist vielleicht wirklich krank?“, erkundigte sich Jenne, der Emily auf den Arm nahm und ihr beruhigend auf den Kopf küsste.
„Ich muss mir unseren kleinen Gast einfach erst einmal richtig anschauen, genaueres kann ich erst dann sagen, wenn ich eine Diagnose gestellt habe und weiß, ob Emily wirklich krank ist. Aber ich befürchte es schon. … Ja, meine kleine Emily. Es ist gleich vorbei… Ja… Komplett rot und völlig geschwollen…“, erkannte Lea, als sie mit der Taschenlampe in die Nase des Säuglings leuchtete. „Emily, mein kleiner Spatz. Ich will mir mal deinen Hals anschauen. … Mach doch mal artig deinen Mund auf…"
Liebevoll drückte Lea den Mund ihrer kleinen Enkeltochter auf und versuchte, mit ihrer Taschenlampe in den Rachen des Säuglings zu leuchten. Doch Emily fand die Untersuchung gar nicht lustig und fing sofort wieder an, kräftig zu brüllen und sich zu wehren.
„Ja, meine kleine Maus. Das ist doch alles gleich wieder guut. Das machst du ganz toll… Der Hals ist rötlich entzündet… Hast du dir jetzt etwa auch noch einen Infekt zugezogen, kleine Maus?“

„Willst du mit Emily vielleicht gleich morgen zum Kinderarzt?“, fragte Jenne und schaukelte die während der Untersuchung lauthals schreiende Emily beruhigend auf seinem Arm auf und ab, als seine Lebensgefährtin, die beunruhigt auf ihre Enkelin blickte, kurz nickte und erwiderte: „Ja, ich… Ich denke, das… Das wäre vielleicht das beste. … Am besten, ich fahre morgen mit der kleinen Maus mal beim Kinderarzt um die Ecke vorbei…“
„Beim Kinderarzt um die Ecke? Hast du dich wohl schon jetzt vor der Geburt unserer Babys erkundigt, wie es mit unseren Zwillingen nach der Geburt wird?“, fragte Jenne und Lea nickte. „Ich habe mit dem Kollegen schon einmal gesprochen; er hat zugesagt, dass wir mit unseren Zwillingen zu ihm kommen können.“

„Das ist aber deine Enkelin…“ „Das weiß ich auch, Jenne. Aber ich will nicht unbedingt mit der kleinen Maus morgen schon ins Krankenhaus fahren müssen. Zumal meine Kollegen sie sicherlich gleich da behalten würden. … Emily hat in ihrem Alter doch bestimmt immer noch große Angst, wenn sie von so vielen Menschen umzingelt wird. Da ist es besser, wenn wir morgen zum Kinderarzt fahren…“

„Ich kann zum Kinderarzt auch mitkommen?“, fragte Jenne seine Lebensgefährtin und blickte auf die kleine Emily, während Lea zur Antwort zustimmend nickte.
„Wenn du es dir zutraust, mit der Kleinen zum Kinderarzt zu fahren und ihr auch während der Untersuchung beizustehen. Ich habe es schon einmal… mitgemacht, meine Tochter vom Kinderarzt untersuchen zu lassen. Bei der U2 war ich noch die Mutter meiner süßen Laura Estelle und habe… Und habe die Maus zum Kinderarzt begleitet. … Und meine kleine Prinzessin hat schon damals bei der Untersuchung nur geweint. Noch einmal wollte ich das eigentlich auch gar nicht mitmachen müssen. Aber unsere arme, kleine Emily muss morgen auf jeden Fall zum Kinderarzt. … Ja, du kleine Motte. Der liebe Opa Jenne kümmert sich heute Nacht um dich, damit es dir morgen Früh vielleicht wieder besser geht. … Ich glaub, du brauchst sogar eine neue Windel um deinen Popo. … Da vorne in der Wickeltasche sind ein paar Windeln aus der Klinik drin; Schwester Arzu hat mir zur Sicherheit noch ein paar Windeln eingepackt, als sie gesehen hat, dass ich die Maus mitnehme…“

„Soll ich unsere kleine Motte wickeln? Oder machst du das, Lea? Du hast schließlich schon mit deiner Prinzessin genug Erfahrung im Wickeln…“, erkundigte sich Jenne bei seiner Lebensgefährtin und Lea zuckte kurz mit den Schultern. „Wenn du das selbst machen willst, dann kannst du das gerne tun. Du kannst dabei eigentlich kaum etwas falsch machen. … Ich habe meine kleine Laura Estelle ja als Baby in den ersten Tagen auch selbst gewickelt und auf dem Arm durch die Klinik getragen. Bis… Bis mir von meiner ehemals besten Freundin mein Baby gestohlen wurde. Dabei habe ich die Kleine geliebt. Ich bin doch ihre Mutter gewesen…“
„Du bist jetzt auch wieder die Mutter deiner Laura Estelle. … Also, willst du die kleine Motte hier auf meinem Arm wickeln? Oder soll ich das lieber machen?“ „Mach du das ruhig, Jenne. Du musst noch eine Menge üben, bis unsere beiden Zwerge auf die Welt kommen. Nicht nur das Wickeln musst du lernen; auch noch einige andere Handgriffe…“, erinnerte Lea ihren Lebensgefährten an die bevorstehende Geburt der Zwillinge und Jenne legte die kleine Emily auf den Tisch, auf den er vorher eine große Decke ausgebreitet hatte.



„Tja, da geht sie dahin, die schöne Zeit mit euch…“, sprach Martin auf seine Kündigung an, als er nach der Notfalloperation des Patienten Bergmann mit Kathrin, Roland und Philipp in der Cafeteria saß und die Zeit Revue passieren ließ.

„Wir werden dich alle vermissen, Martin. Kannst du es dir nicht noch mal überlegen, ob du die Klinik wirklich verlassen willst? Es ist doch nur… Es ist doch eigentlich nur ein dummer… ein ganz dummer Plan von dir, Sarah eines auszuwischen… Du meinst die Kündigung doch nicht ehrlich.“, wusste Kathrin, doch Oberarzt Martin schüttelte den Kopf und widersprach, er würde die Kündigung komplett ehrlich meinen. „Ich habe jetzt fast zwölf Jahre hier an der Klinik verbracht. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. … Marie braucht mich; jetzt, wo sie Mutter wird…“, brachte Martin das große Geheimnis seiner Tochter auf den Punkt.

„Deine Tochter ist schwanger… Wie ist das denn passiert? Sie hat dich doch erst gestern überreden wollen, ihr das Reiten weiter zu bezahlen.“, fragte Roland erschrocken und Martin sah seinen Freund grinsend an. „Muss ich einen gestandenen Chefarzt und Vater von drei Kindern… daran erinnern oder sogar erklären, wie es zu einer Schwangerschaft kommt?“
„Nein… Musst du nicht. Ich wundere mich nur, dass ausgerechnet Marie… schwanger ist. Jetzt, wo mich Lisa zum zweiten Mal zum Opa macht.“
„Da können Sie beide sich ja gegenseitig Tipps zum richtigen Opa-Verhalten geben… Wenn Sie beide Opa werden.“, meinte Philipp, der sein Glas, das aufgrund des Dienstes von Kathrin, Roland und Philipp bei den drei Medizinern mit Orangensaft gefüllt war, in die Hand nahm.

„Ich finde, wir wollten auf die Kinder trinken. Auf unsere lieben Kleinen…“ „Auf die Kinder…“, erhoben Martin, Roland und Kathrin auch ihre Gläser und stießen an.

„Und was wollen Sie in Köln machen? Haben Sie schon eine neue Stelle in Aussicht?“, wollte Philipp von Martin wissen, als die Ärzte ihre Gläser wieder auf den Tisch stellten.
„Ich werde mir erst einmal eine schöne große Wohnung in der Nähe von Marie nehmen; dann kann ich meinen Enkel… oder meine Enkelin auch einmal bei mir behalten, wenn Marie ein paar Stunden für sich braucht… Bewerbungen hab ich schon an die Kliniken in Köln geschickt. Am Dienstag habe ich ein Vorstellungstermin in der ersten Klinik…“, antwortete Martin auf die Frage seines langjährigen Kollegen, bevor er zu Chefärztin Kathrin sah.

Der Abschied von seiner langjährigen Kollegin und Freundin fiel Martin irgendwie am Schwersten; gerade in der jetzigen Zeit würde Kathrin ganz sicher einen starken Rückhalt brauchen. Schließlich stand ihre Beziehung mit Alexander Weber, dem Ex-Mann der neuen Kollegin Maria, immer noch auf der Kippe, obwohl ihre inzwischen neunjährige Tochter Hanna sich schon sehr an den neuen Mann in Mamas Leben gewöhnt hatte.

„Wir werden uns hoffentlich nicht ganz aus den Augen verlieren.“, meinte Kathrin, als sie an ihre Uhr sah und erkannte, dass es langsam Zeit wurde, nach Hause zu fahren. Ihre Tochter Hanna würde sicherlich gleich aus dem Hort kommen und sie wollte die Schülerin nicht unbedingt unbeaufsichtigt zu Hause lassen.

„Entschuldigt mich, aber ich muss langsam wieder nach Hause fahren… Morgen ist ein sehr anstrengender Tag für uns alle. Besonders die erneute OP bei dem Patienten Bergmann; die wird mit Sicherheit sehr schwer. Mindestens vier Stunden hat Dr. Weber für die OP veranschlagt; Ende ist nach oben offen.“, erklärte die Chefärztin und verließ die Klinik in Richtung Heimat.



Auch im Hause Peters wurde es langsam Schlafenszeit; jedenfalls für die kleine Emily, Leas kleine Enkeltochter.
„Na, meine arme, kleine Emily… Möchtest du denn immer noch nicht schlafen, meine kleine Süße? Du bist doch auch schon so müde… Hm? Wir fahren morgen erst mal zusammen zum Kinderarzt. Der schaut mal, was genau mit dir los ist.“, beruhigte Jenne seine Stiefenkelin und streichelte dem Säugling vorsichtig über den Kopf, als Lea ins Schlafzimmer schlich und ihr Handy ans Ohr hielt.

„Du kommst also morgen in die Klinik und willst unsere gemeinsame Tochter endlich auch einmal besuchen, Markus? Und darauf kann ich mich wirklich verlassen? Unsere gemeinsame Tochter wartet auf dich. … Ja, ich wollte dich nur dran erinnern, wer dich jetzt am meisten braucht. … Wir können ja morgen Nachmittag miteinander telefonieren, wenn du dein Gespräch beendet hast. … Wo bist du denn jetzt eigentlich? … Ach, schon im Hotel? Dann könntest du doch jetzt schon zu unserer Tochter… Ach, das geht nicht. Alles klar. … Ich verlasse mich auf dich, dass du morgen zu Laura kommst. Also… Dann bis morgen, Markus.“

„Hast du jetzt noch mal mit dem leiblichen Vater von deiner Laura Estelle telefoniert?“, erkundigte sich Jenne, nachdem Lea das Telefonat mit Markus beendet hatte und ihr Handy auf die Notbehelfs-Wickelkommode, einem Tisch mit einem großen ausrangierten Kissen, auf dem eine Stoffwickelunterlage lag, legte.
„Ja, ich… Markus hat mich angerufen; er ist heute und morgen in Leipzig; vielleicht bis übermorgen. Morgen Abend, nachdem er ein Vorstellungsgespräch hatte, will er nach unserer gemeinsamen Tochter schauen. Endlich… Ich habe schon gedacht, dass unsere Laura Estelle von ihrem Vater wirklich völlig im Stich gelassen wird. Besonders jetzt, wenn sie wegen ihrer Leukämie behandelt werden muss, wird sie ihren Vater brauchen. Und ganz besonders die Nähe zu Markus. Da hilft es nicht, wenn er nur einmal kurz anruft und fragt, wie es Laura Estelle geht. Sie braucht vor allem auch die Nähe zu ihrem leiblichen Vater, damit sie wieder gesund werden kann. … Aber morgen besucht Markus unsere Kleine endlich.“
Lea atmete tief durch und hob den schreienden und schniefenden Säugling auf ihren Arm, bevor sie versuchte, die kleine Emily zu beruhigen und zum Schlafen zu bringen. „Es ist doch alles wieder gut, mein kleines Mädchen… Am besten ist wirklich, wenn ich morgen Früh mit der Kleinen zum Kinderarzt gehe, bevor ich dann in die Klinik fahre…“

Tief in ihrem Inneren stellte sich Lea vor, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie ihre heute fünfzehnjährige Tochter Laura Estelle damals nicht ihrer Freundin gegeben, sondern bei sich behalten hätte. Hätte sie mit ihrer kleinen Laura genauso große Sorgen gehabt, wie heute mit ihrer kleinen Enkeltochter?
„Deine kleine Laura Estelle war damals bestimmt auch so ein liebes und braves Mädchen, als sie so alt war, wie die Maus hier… Lea, sag mal… Kannst du dir vorstellen, dass ich dich bald in die Klinik bringe und dann nach ein paar Tagen mit dir und unseren Zwillingen aus dem Krankenhaus nach Hause fahren kann?“
„Nein, das kann ich mir noch nicht vorstellen. … Emily, meine kleine, liebe Süße. Was ist denn los, mein kleines Engelchen? Hast du denn jetzt irgendwelche Probleme? … Fieber hast du zum Glück nicht, meine Maus. Da müssen wir zum Glück im Moment nicht messen; das würde dir nur unnötig weh tun…", wusste Lea und sah ihre kleine Enkelin an, die anscheinend verzweifelt nach ihrer Mutter rief und keine Chance hatte, Laura zu sehen.
„Mein kleines Mädchen… Dir tut bestimmt dein Hals sehr weh. So rot, wie der ist. … Ja, wir gehen morgen Früh zusammen zum Onkel Doktor und dann lasse ich dich sofort untersuchen. Damit Oma und Opa wissen, wie wir dir schnell helfen können. … Du musst doch schnell wieder gesund werden, damit du deiner Mama helfen kannst…“
Beruhigend schaukelte Lea ihre kleine Enkeltochter in ihrem Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich lege dich jetzt wieder hier in dein Bettchen. Und dann kannst du ganz schnell schlafen, mein kleines Mädchen… Weißt du, meine kleine Emily. Deine Mama hätte ich damals auch liebend gerne ins Bettchen gebracht. Und ihr ganz viel erzählt. Von ihrer Oma… und von ihrem Opa. … Aber deine Adoptivoma… diese böse Stefanie, die der Mama immer ganz ganz doll weh getan hat… die hat mir deine Mama einfach weggenommen. Und hat ihr dann weh getan. Aber die böse Stefanie bekommt ihre gerechte Strafe. Jetzt ist sie erst mal bei der Polizei; die passen auf, dass die Stefanie dir und deiner Mama nicht mehr weh tun kann.“

„Meinst du, dass Stefanie ihre gerechte Strafe bekommt? Bisher können weder Laura Estelle noch…“ Kaum hatte Jenne den Namen von Leas Tochter ausgesprochen, wurde das Geschrei der kleinen Emily lauter und viel schriller, doch Lea beruhigte sich schnell.
Es war bestimmt nur purer Zufall, dass ihre kleine Enkeltochter Emily ausgerechnet auf den Namen ihrer Mutter so nervös reagierte, dachte die Ärztin.
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