Leas Baby

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P12
Dr. Lea Peters Jenne Derbeck OC (Own Character)
17.04.2018
19.07.2019
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Kapitel 5
Teil 7: Emilys erste Nacht bei Oma Lea



Zur gleichen Zeit hatte Lea ihre kleine Enkelin das erste Mal in ihre Wohnung geholt und legte den Säugling gerade in die von Jenne aufgestellte Wiege, die an Leas Bett stand.
„Sie sieht so süß in der Wiege aus… Meine kleine Maus.“, seufzte Lea und Jenne gab der Ärztin einen liebevollen Kuss auf die Wange. „Sie ist deine kleine Enkelin… Es ist doch klar, dass sie süß ist. Bei der wunderbaren Großmutter…“

„Jenne… Ich und Großmutter – wie klingt das denn? Ich bin doch noch gar nicht so alt… Aber ist dir schon mal aufgefallen, dass irgendwas mit der Kleinen nicht zu stimmen scheint?“, wies Lea ihren Freund plötzlich auf Emilys Aussehen hin.
Der kleine Säugling, der in der Wiege lag, quietschte und fing an, schneller zu atmen. „Sie scheint geschwollene Schleimhäute in der Nase zu haben. … Jenne, nimmst du die Maus mal bitte auf den Arm. Ich schaue mir die Kleine mal an.“, erklärte Lea besorgt und nahm sich ihre Taschenlampe.

„Meinst du, die Maus ist krank?“, erkundigte sich Jenne, der Emily auf den Arm nahm und ihr beruhigend auf den Kopf küsste.
„Ich muss mir unseren kleinen Gast anschauen, genaueres kann ich erst sagen… Ja, meine kleine Emily. Es ist gleich vorbei… Ja… Komplett rot und völlig geschwollen…“, erkannte Lea, als sie mit der Taschenlampe in die Nase des Säuglings leuchtete. „Emily, mach mal deinen Mund auf… Ja, meine kleine Maus. Das ist alles guut. Das machst du ganz toll… Der Hals ist rötlich entzündet… Hast du dir jetzt etwa auch noch einen Infekt zugezogen, kleine Maus?“

„Willst du mit ihr zum Kinderarzt?“, fragte Jenne und schaukelte die während der Untersuchung lauthals schreiende Emily beruhigend auf seinem Arm.
„Das wäre vielleicht das beste. … Am besten, ich fahre morgen mit der kleinen Maus mal beim Kinderarzt um die Ecke vorbei…“
„Beim Kinderarzt um die Ecke? Hast du dich wohl schon erkundigt, wie es mit unseren Zwillingen nach der Geburt wird?“, fragte Jenne und Lea nickte. „Ich habe mit dem Kollegen schon einmal gesprochen; er hat zugesagt, dass wir mit unseren Zwillingen zu ihm kommen können.“

„Das ist aber deine Enkelin…“ „Das weiß ich auch, Jenne. Aber ich will nicht unbedingt mit der Maus morgen ins Krankenhaus fahren. Sie hat bestimmt große Angst, wenn sie von so vielen Menschen umzingelt wird. Da ist es besser, wenn wir morgen zum Kinderarzt fahren…“

„Ich kann mitkommen?“, fragte Jenne und Lea nickte zustimmend. „Wenn du es dir zutraust, mit der Kleinen zum Kinderarzt zu fahren. Ich habe es schon einmal… mitgemacht, meine Tochter vom Kinderarzt untersuchen zu lassen. Bei der U2 war ich noch die Mutter meiner süßen Laura… Und sie hat schon damals bei der Untersuchung nur geweint. Noch einmal wollte ich das eigentlich auch gar nicht mitmachen müssen. Aber die kleine Emily muss morgen zum Kinderarzt. … Ja, du kleine Motte. Der liebe Opa Jenne kümmert sich heute Nacht um dich… Ich glaub, du brauchst sogar eine neue Windel. … Da vorne in der Wickeltasche sind ein paar Windeln aus der Klinik drin; Schwester Arzu hat mir einige Windeln eingepackt, als sie gesehen hat, dass ich die Maus mitnehme…“

„Soll ich unsere kleine Motte wickeln? Oder machst du das, Lea?“, erkundigte sich Jenne bei seiner Lebensgefährtin und Lea zuckte kurz mit den Schultern. „Wenn du das machen willst, dann kannst du das gerne tun. Ich habe meine kleine Laura ja als Baby in den ersten Tagen auch selbst gewickelt und auf dem Arm durch die Klinik getragen. Bis… Bis mir von meiner ehemals besten Freundin mein Baby gestohlen wurde. Dabei habe ich die Kleine geliebt. Ich bin doch ihre Mutter gewesen…“
„Du bist jetzt auch wieder die Mutter deiner Laura. … Also, willst du die Motte wickeln? Oder mache ich das?“ „Mach du das ruhig. Du musst noch üben, bis unsere beiden Zwerge auf die Welt kommen.“, erinnerte Lea ihren Lebensgefährten an die bevorstehende Geburt der Zwillinge und Jenne legte die kleine Emily auf den Tisch, auf den er vorher eine große Decke ausgebreitet hatte.



„Tja, da geht sie dahin, die schöne Zeit mit euch…“, sprach Martin auf seine Kündigung an, als er nach der Notfalloperation des Patienten Bergmann mit Kathrin, Roland und Philipp in der Cafeteria saß und die Zeit Revue passieren ließ.

„Wir werden dich alle vermissen, Martin. Kannst du es dir nicht noch mal überlegen, ob du die Klinik wirklich verlassen willst? Es ist doch nur… ein dummer… Plan von dir, Sarah eines auszuwischen… Du meinst die Kündigung doch nicht ehrlich.“, wusste Kathrin, doch Martin schüttelte den Kopf und widersprach, er würde die Kündigung komplett ehrlich meinen. „Ich habe jetzt fast zwölf Jahre hier an der Klinik verbracht. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. … Marie braucht mich; jetzt, wo sie Mutter wird…“, brachte Martin das große Geheimnis seiner Tochter auf den Punkt.

„Deine Tochter ist schwanger… Wie ist das denn passiert?“, fragte Roland erschrocken und Martin sah seinen Freund grinsend an. „Muss ich einen gestandenen Chefarzt und Vater von drei Kindern… daran erinnern, wie es zu einer Schwangerschaft kommt?“
„Nein… Musst du nicht. Ich wundere mich nur, dass ausgerechnet Marie… schwanger ist. Jetzt, wo mich Lisa zum zweiten Mal zum Opa macht.“
„Da können sie beide sich ja gegenseitig Tipps zum richtigen Opa-Verhalten geben… Wenn sie beide Opa werden.“, meinte Philipp, der sein Glas, das aufgrund des Dienstes von Kathrin, Roland und Philipp bei den drei Medizinern mit Orangensaft gefüllt war, in die Hand nahm.

„Ich finde, wir wollten auf die Kinder trinken. Auf unsere lieben Kleinen…“ „Auf die Kinder…“, erhoben Martin, Roland und Kathrin auch ihre Gläser und stießen an.
„Und was wollen sie in Köln machen? Haben sie schon eine neue Stelle in Aussicht?“, wollte Philipp von Martin wissen, als die Ärzte ihre Gläser wieder auf den Tisch stellten.

„Ich werde mir erst einmal eine Wohnung in der Nähe von Marie nehmen… Bewerbungen hab ich schon an die Kliniken in Köln geschickt. Am Dienstag habe ich ein Vorstellungstermin in der ersten Klinik…“, antwortete Martin auf die Frage seines langjährigen Kollegen, bevor er zu Chefärztin Kathrin sah.
Der Abschied von ihr fiel Martin irgendwie am Schwersten; gerade in der jetzigen Zeit würde Kathrin ganz sicher einen starken Rückhalt brauchen. Schließlich stand ihre Beziehung mit Alexander Weber, dem Ex-Mann der neuen Kollegin Maria, noch auf der Kippe, obwohl ihre inzwischen siebenjährige Tochter Hanna sich schon sehr an den neuen Mann in Mamas Leben gewöhnt hatte.

„Wir werden uns hoffentlich nicht ganz aus den Augen verlieren.“, meinte Kathrin, als sie an ihre Uhr sah und erkannte, dass es langsam Zeit wurde, nach Hause zu fahren. Ihre Tochter Hanna würde sicherlich gleich aus dem Hort kommen und sie wollte die Siebenjährige nicht unbeaufsichtigt zu Hause lassen.

„Entschuldigt mich, aber ich muss langsam wieder nach Hause fahren… Morgen ist ein sehr anstrengender Tag für uns alle. Besonders die OP bei dem Patienten Bergmann; die wird mit Sicherheit sehr schwer. Mindestens vier Stunden hat Dr. Weber für die OP veranschlagt; Ende ist nach oben offen.“, erklärte die Chefärztin und verließ die Klinik in Richtung Heimat.



Auch im Hause Peters wurde es langsam Schlafenszeit; jedenfalls für die kleine Emily, Leas Enkeltochter.
„Na, meine kleine Emily… Möchtest du denn noch nicht schlafen, meine Süße? Du bist doch auch schon so müde… Hm? Wir fahren morgen erst mal zusammen zum Kinderarzt. Der schaut mal, was genau mit dir los ist.“, beruhigte Jenne seine Stiefenkelin und streichelte dem Säugling vorsichtig über den Kopf, als Lea ins Schlafzimmer schlich und ihr Handy ans Ohr hielt.

„Du kommst also morgen in die Klinik, Markus? Und darauf kann ich mich wirklich verlassen? Unsere gemeinsame Tochter wartet auf dich. … Ja, ich wollte dich nur dran erinnern, wer dich jetzt am meisten braucht. … Wir können ja morgen Nachmittag miteinander telefonieren, wenn du dein Gespräch beendet hast. … Wo bist du denn jetzt eigentlich? … Ach, schon im Hotel? Dann könntest du doch jetzt schon zu unserer Tochter… Ach, das geht nicht. Alles klar. … Ich verlasse mich auf dich, dass du morgen zu Laura kommst. Also… Dann bis morgen, Markus.“

„Hast du jetzt noch mal mit dem leiblichen Vater von deiner Laura telefoniert?“, erkundigte sich Jenne, nachdem Lea das Telefonat beendet hatte und ihr Handy auf die Notbehelfs-Wickelkommode, einem Tisch mit einem großen ausrangierten Kissen, auf dem eine Wickelunterlage lag, legte.
„Ja, ich… Markus hat mich angerufen; er ist heute und morgen in Leipzig; vielleicht bis übermorgen. Morgen Abend will er nach unserer gemeinsamen Tochter schauen. Endlich… Ich habe schon gedacht, dass unsere Laura von ihrem Vater wirklich völlig im Stich gelassen wird. … Aber morgen besucht Markus unsere Kleine endlich.“ Lea atmete tief durch und hob den schreienden und schniefenden Säugling auf ihren Arm. „Es ist ja alles gut… Am besten ist wirklich, wenn ich morgen Früh mit der Kleinen zum Kinderarzt gehe, bevor ich dann in die Klinik fahre…“

Tief in ihrem Inneren stellte sich Lea vor, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie ihre Tochter damals bei sich behalten hätte. Hätte sie mit Laura genauso große Sorgen gehabt, wie heute mit ihrer kleinen Enkeltochter?
„Laura war bestimmt auch so ein liebes Mädchen, als sie so alt war, wie die Maus hier… Lea, sag mal… Kannst du dir vorstellen, dass ich dich bald in die Klinik bringe und dann nach ein paar Tagen mit dir und unseren Zwillingen aus dem Krankenhaus nach Hause fahren kann?“
„Nein, das kann ich mir noch nicht vorstellen. … Emily, meine kleine, liebe Süße. Was ist denn los, Engelchen? Hast du irgendwelche Probleme? … Fieber hast du zum Glück nicht, meine Maus. Aber dir tut bestimmt dein Hals sehr weh. So rot, wie der ist.“ Beruhigend schaukelte Lea ihre kleine Enkeltochter in ihrem Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich lege dich jetzt wieder hier in dein Bettchen. Und dann kannst du ganz schnell schlafen, mein kleines Mädchen… Weißt du, Emily. Deine Mama hätte ich damals auch liebend gerne ins Bettchen gebracht. Und ihr ganz viel erzählt. Aber deine Adoptivoma… diese böse Stefanie, die der Mama so doll wehgetan hat… die hat mir deine Mama einfach weggenommen. Aber sie bekommt ihre gerechte Strafe. Jetzt ist sie erst mal bei der Polizei; die passen auf, dass die Stefanie dir und deiner Mama nicht mehr wehtun kann.“

„Meinst du, dass Stefanie ihre gerechte Strafe bekommt? Bisher können weder Laura noch…“ Kaum hatte Jenne den Namen von Leas Tochter ausgesprochen, wurde das Geschrei der kleinen Emily lauter und viel schriller, doch Lea beruhigte sich schnell. Es war bestimmt nur Zufall, dass Emily ausgerechnet auf den Namen ihrer Mutter so nervös reagierte.
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