Leas Baby

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P16
Dr. Lea Peters Jenne Derbeck OC (Own Character)
17.04.2018
03.12.2019
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Folge 5
Teil 6: schwere Auseinandersetzungen



„Stefanie… Stefanie, bitte gib mir bitte jetzt sofort das Baby auf den Arm; die kleine Emily ist meine Enkeltochter. Mein Kind… Meine Laura Estelle ist die leibliche Mutter der Kleinen. Sie wird ihr Baby aufziehen dürfen. … Du kannst doch die Kleine kaum noch selbst auf dem Arm halten… Ist alles in Ordnung mit dir?“, wollte Lea ihrer ehemaligen Freundin, die sie beunruhigt musterte, eine Schwäche einreden, weswegen die zweifache Adoptivmutter, die zwischen der kleinen Emily und ihrer großen Adoptivtochter Laura Estelle noch ihre eigene kleine Tochter Maja Amélie bekommen hatte, kurz innehielt und auf Nina schaute. „Die kleine Nina ist die Tochter von meiner Laura Estelle… Und sie heißt Emily… Bitte, bitte gib mir das Baby jetzt… Ich verspreche dir, dass ich der Kleinen auch absolut nichts tun werde, was… Was ihr schaden könnte. Gib mir bitte den Säugling, Stefanie… Sie ist meine Enkelin. Ich will… Ich will die kleine Prinzessin haben…“
„NEIN, Lea. NEIN! NEIN! NEIN! … NEIN! Ich werde dir das Baby nicht geben. Du willst mir doch nur MEIN KLEINES MÄDCHEN… MEIN KLEINES Baby wegnehmen. Du willst mir MEINE große Tochter wegnehmen, MEINE kleine Nina wegnehmen… Du willst mir doch… Du willst mir doch sicherlich auch noch meine kleine… meine kleine Maja Amélie wegholen, oder? … Hast du denn gar keine Skrupel? … Bitte, Lea… Die Kleine ist MEINE leibliche Tochter, ich hab MEINE kleine Nina auf die Welt gebracht. Ich habe meine kleine Nina in den ersten Tagen in meinen Armen gehalten, ich habe sie gewickelt, habe ihr die Flasche gegeben. Sie ist MEIN Kind… Ich habe MEINE Kleine per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht… Emily… Die kleine Emily ist tot! Sie hatte einen Unfall… Ich habe mit der Kleinen einen Unfall gehabt und… und dabei ist die Maus gestorben. Sie hatte eine schwere innere Blutung… Die arme kleine Emily hat… Die arme kleine Emily hat doch gelitten. Aber ich habe ihr ein Schmerzmittel gegeben, damit sie schnell einschläft. Sie hat nichts von den Schmerzen… oder vom Sterben gemerkt. … Nina ist meine kleine Tochter… Ich habe die Kleine auf die Welt gebracht…“, bettelte Stefanie ihre ehemalige Freundin an und versuchte, über diese Art und Weise an „ihr“ Baby zu kommen.

Doch Leas Freund, der eben noch vor der Tür gestanden hatte, kam ins Zimmer, erschreckte Stefanie mit seinem plötzlichen Auftauchen und konnte der Frau so einfach ohne Probleme die kleine Emily aus dem Arm nehmen.
„Die kleine Maus hier ist die leibliche Tochter von Laura Estelle… Laura ist die leibliche Mutter von der kleinen Maus hier. Und deswegen wird der Säugling auch hier im Krankenhaus bleiben, bis sie wieder gesund wird…“, sagte Jenne und legte den Säugling auf die Brust von Laura Estelle, wo sich das weinende Baby beruhigen konnte.
„NEIN! NEIN! SIE… SIE… MEINE KLEINE NINA! SIE IST MEIN BABY! DAS IST MEIN KIND!“, brüllte Stefanie panisch und versuchte, die kleine Emily wieder auf ihren Arm zu nehmen, doch Jenne stellte sich beschützend vor Lauras Bett und ließ nur noch Lea an die Sechzehnjährige.

„Stefanie, du bist krank! Lass dich bitte psychiatrisch behandeln. Vielleicht kannst du irgendwann wieder normal mit meiner Laura Estelle und der kleinen Emily umgehen. Aber… Im Moment brauchst du psychiatrische Hilfe; ich werde es nicht zulassen, dass du… Dass du Emily oder meine Laura Estelle in Gefahr bringst…“
„NEIN! Lea… Wenn… Wenn ich in die Psychiatrie komme… Dann nehmen sie… Dann nehmen sie mir meine Laura Estelle weg. Dann kann ich nicht mehr… Dann kann ich nie wieder Mutter sein. Meine arme, kleine Maja… Und meine Laura Estelle… Sie ist doch meine Tochter… Meine Nina! Die kleine Maus ist mein Kind!“, brüllte Stefanie und wollte noch einmal an die kleine Emily heran, doch Jenne hielt Stefanie fest und sagte Lea, sie solle die Polizei holen.

„Frau Falken, Sie brauchen dringend medizinische Hilfe. Sie müssen auf der Stelle in die Psychiatrie… Sie haben damals meiner Lea und heute der armen kleinen Laura Estelle das Schlimmste angetan, was man einer Mutter, die ihr Kind über alles auf der Welt liebt, antun kann. Sie haben beiden Müttern ihre Babys weggenommen. Ohne einen verdammten Grund… Bitte, lassen Sie sich helfen.“
„Ich kann… Ich kann doch… MEINE kleine Nina… Sie ist doch MEIN leibliches Kind! Laura hat… Laura Estelle will doch nur die Kleine für sich beanspruchen, weil… Weil sie… Weil sie selbst keine eigenen Kinder bekommen wird. Sie hat doch gar keine Gebärmutter… Im Kleinkindalter musste man ihr wegen einem Unfall… die Gebärmutter herausnehmen. Sie hatte eine so starke Blutung, dass sie fast gestorben ist… Da war sie erst drei Jahre alt… Sie hatte einen schlimmen Fahrradunfall… Sie ist… Sie ist keine Mutter… Sie hat kein Baby…“, brüllte Stefanie und wehrte sich mit all ihrer Kraft gegen Jenne.

Endlich trat Lea wieder ins Zimmer und brachte Philipp Brentano gleich mit. „Wir müssen der Frau eine Beruhigungsspritze geben… Philipp, ich halte Stefanie fest… und du setzt ihr die Spritze… Sie ist völlig aufgebracht; so wird sie zur Gefahr für Laura Estelle und… und besonders auch für die kleine Emily…“, gab Lea ihrem Kollegen eine Anweisung, während sie schon den Arm von Stefanie hielt.
„Stefanie, beruhige dich doch jetzt bitte bitte. Es ist ja auch gleich vorbei… Du wirst gleich schwächer… Es ist gleich vorbei… Zappel doch nicht so herum, es wird nicht wehtun…“, beruhigte Lea die aufgebrachte Frau, die um sich schlug und dabei ab und an sogar Leas Bauch traf.
„Lea, ich halte die… Frau Falken, beruhigen Sie sich doch jetzt bitte endlich, bis Ihnen Doktor Brentano die Spritze gesetzt hat… Sie werden gleich von der Polizei geholt…“, ermahnte Jenne die um sich schlagende Stefanie, während er sie in den Schwitzkasten nahm und darauf wartete, dass die Beruhigungsspritze, die Philipp der aufbrausenden Frau gab, endlich wirkte. „Frau Falken, jetzt ist doch schon alles vorbei… Beruhigen Sie sich doch endlich…“

„Ich will zu meinem Kind! Ich muss zu meiner LAURA… LAURA ESTELLE! MEINE NINA! MEINE KLEINE NINA! MEINE LAURA ESTELLE! Sie sind doch… Sie sind doch beide meine Kinder… Sie sind beide meine Kinder. Ich habe Laura Estelle und meine kleine Nina doch damals auf die Welt gebracht. Laura Estelle… Laura war… ein so kleines Baby, was ich… Was ich großgezogen habe. Sie hat immer so sehr gebrüllt, wenn ich… Wenn ich nicht in ihrer Nähe war. Sie hatte einfach nur panische Angst… Ich…“ Immer leiser wurde die Stimme von der aufgebrachten Stefanie, bis sie endlich in sich zusammensackte und von Philipp auf einer Trage liegend in einen Nebenraum gebracht wurde.

Jenne atmete tief durch und sah zu Lea, die am Bett ihrer Tochter saß und die kleine Emily auf dem Arm hielt.
„Lauras Baby wird nie wieder von deiner Tochter getrennt, Lea. Mach dir doch jetzt bitte bitte keine Sorgen mehr… Laura Estelle wird ab jetzt für Ihr kleines Mäuschen die leibliche Mutter sein.“, versprach Jenne und streichelte dem Baby, das auf Leas Arm lag, vorsichtig über den Kopf. „Ich habe schon für die Kleine bei uns zu Hause alles vorbereitet. Sie kann heute Nacht bei uns schlafen, wenn du das möchtest, Lea…“, sprach Jenne beruhigend auf Lea ein und die Neurochirurgin nickte.



In der Notaufnahme der Sachsenklinik war schon wieder einiges los, als Kathrin einen neuen Patienten aufnahm.

„Guten Tag, Frau Dr. Globisch… Das ist Horst Bergmann, 69 Jahre alt. Verdacht auf Herzinfarkt. Er wurde bewusstlos in seiner Wohnung liegend von seiner Nachbarin aufgefunden. Blutdruck liegt bei 200; die Herzfrequenz ist ebenfalls erhöht. Wir haben mit dem EKG Extrasystolen festgestellt…“
„Danke, Kollegen… Den Patienten schon in den Schockraum… Komplettes Labor; Herzecho und nach der Diagnostik sofort auf die ITS. … Sind die Angehörigen des Patienten schon informiert?“, erkundigte sich die Chefärztin und der Notarzt antwortete nickend: „Ja… Ja, wir… Wir haben die Angehörigen beim Abtransport schon angetroffen. Sie sind auf dem Weg…“

Dem Notarzt in den Schockraum folgend gab Kathrin schon einmal eine Anweisung an die diensthabende Krankenschwester Miriam, sie solle die Untersuchungen, die im Falle eines Herzinfarktes oder des Verdachtes auf Herzinfarkt durchgeführt wurden, in die Wege leiten.

„Soll ich den Angehörigen draußen schon Bescheid geben, wie es dem Patienten geht?“, fragte eine junge Praktikantin, die ebenfalls im Schockraum war.
„Nein, das machen wir, wenn wir wissen, was mit dem Patienten wirklich los ist. … Geben Sie mir doch bitte schon einmal den Ausdruck vom EKG… Ganz klar, ein Herzinfarkt. Sofort weiter in den OP… Schwester Miriam, piepen sie bitte Dr. Weber an. Das ist auf jeden Fall ein Patient für unsere neue Kardiologin… Und sagen sie auch gleich noch Dr. Brentano Bescheid, er muss bei der OP assistieren.“, wies Kathrin die Krankenschwester auf die nächsten Schritte hin, bevor die Chefärztin den Schockraum verließ und vor der Tür auf ein junges Ehepaar traf.

„Sie sind die Angehörigen von Herrn Bergmann?“ „Ich… Ja, ich bin Sandra Bergmann, das ist mein siebeneinhalb Jahre älterer Bruder Thomas. Was… Was ist mit unserem Vater?“, wollte die aufgebrachte, brünette Frau wissen, die sich in der Hand ihres Bruders festklammerte. „Ich… Ich habe nur gesehen, wie er vom Notarzt… in den Krankenwagen… was ist mit meinem Vater?“
„Er hatte vermutlich einen Herzinfarkt. Wir werden Ihren Vater jetzt in den OP bringen, um die Herzkranzgefäße genauer zu untersuchen. Das kann gut und gerne eine oder sogar zwei Stunden dauern. Und danach werden wir Ihren Vater auf die Intensivstation bringen. … Fahren Sie jetzt bitte nach Hause, hier können Sie im Moment leider nichts für Ihren Vater tun…“, sprach Kathrin auf die junge Frau ein, die sich weinend an die Schulter ihres Bruders warf und weinte: „Ich… Ich hätte ihn nicht so aufregen dürfen. Ich… Ich hatte doch diesen Streit… Ich hatte diesen verfluchten Streit… und jetzt… Jetzt stirbt er vielleicht. Daniel… Bitte, er wird sterben. Bitte, sag mir, dass alles gut gehen wird. Du bist doch… Du bist Medizinstudent; du musst mir sagen können, dass… Dass Papa durchkommen wird.“

„Machen Sie sich doch jetzt bitte keine Sorgen um Ihren Vater; wir werden alles dafür tun, dass Ihr Vater durchkommt. … Fahren Sie am besten wirklich nach Hause, wir rufen Sie an, wenn Sie wieder zu Ihrem Vater können. Er wird nach der Operation erst mal auf die Intensivstation verlegt und in Narkose behalten… Bitte, ruhen Sie sich zu Hause ein wenig von dem Schock aus.“

„Kann… Kann ich denn nicht hier warten?“ Kathrin sah in die flehenden Augen, bis sie erklärte: „Ja… Setzen Sie sich doch bitte kurz in die Cafeteria, wir holen Sie dann… Wenn Sie zu Ihrem Vater können. Aber erst einmal muss ich den Patienten genauer untersuchen…“



Nachdenklich saß Roland nach dem Gespräch mit Kathrin über seine todkranke Patientin Laura Estelle in seinem Büro und starrte auf das Foto von Pia. Am Wochenende hätte seine geliebte Frau Geburtstag; seine geliebte Pia, die er so sehr vermisste.

„Roland… Ich habe noch einmal mit unserem neuen Kollegen telefoniert… Ist alles in Ordnung mit dir?“, erkundigte sich Sarah, als sie ins Büro des Klinikchefs kam.
„Was? Ja… Ja, natürlich ist alles in Ordnung. Ich habe nur gerade… nur gerade an Pia gedacht…“, antwortete der Klinikchef und wandte sich dann der Verwaltungschefin zu: „Was hast du denn mit dem neuen Kollegen besprochen?“
„Er wird morgen pünktlich zu dem Termin hier ankommen. Um kurz vor drei hab ich den Termin angegeben. Es wäre gut, wenn Dr. Globisch und du dabei wärt…“

„Natürlich, wir sind dabei. Aber… Martin ist noch nicht ganz aus der Klinik weg und du hast schon einen neuen Arzt in Aussicht. Wie soll das denn für Martin aussehen?“
„Er hat sich entschieden, die Klinik zu verlassen, Roland. Ich habe nichts getan, was ihn stören könnte… Sag mal, willst du denn nicht nach Hause fahren? Du kannst dich doch gar nicht mehr auf deine Patienten… konzentrieren… Pia hätte doch am Wochenende Geburtstag…“, fiel der Verwaltungschefin auf und Roland nickte.
„Ja… Ja, hätte sie. Aber ich weiß nicht, was daran jetzt so interessant sein sollte. Es ist ein Tag, wie jeder andere. Und ich werde genauso wieder im OP stehen. Es gibt nichts mehr zu feiern.“, wies Roland seine ehemals gute Freundin ab, doch Sarah hatte eine ganz andere Idee, die sie dem Klinikchef nun vorschlug: „Was hältst du denn davon, wenn wir uns am Wochenende alle zusammen bei mir treffen und… Und wir feiern trotzdem… Lass uns gemeinsam den Tag verbringen. Pia hätte sich bestimmt sehr gefreut…“

„Ich will diesen Tag nicht feiern, Sarah! Ich habe meine große Liebe verloren! Meine große Liebe, die ich über alles auf der Welt… gebraucht habe. Ich… Ich liebe Pia. Ich will sie wieder zurück!“, brüllte der Klinikchef und Sarah nahm den weinenden Roland in den Arm.
„Lass die Trauer zu, Roland. Das ist nicht einfach. Ich weiß das… Mir geht es genauso, wenn ich an Benjamin denke. Wir wären jetzt schon seit… fast 10 Jahren verheiratet.“, erinnerte sich Sarah an ihre große Liebe Benjamin Wittenberg, den Anwalt, der kurz vor dem Ja-Wort in der Kirche zusammen gebrochen war und wenig später in der Klinik starb.

Der Schock über den Tod von Benjamin und diese verdammte Hilflosigkeit, er hatte Sarah immer wieder eingeholt und doch wusste sie, dass das Leben weiter gehen musste.

„Roland, du kannst das alles nicht mit dir selbst ausmachen. Das kann gar nicht funktionieren. Du wirst immer wieder an einen Punkt kommen, an dem…“
„Sarah, lass deine klugen Ratschläge… Hast du dir schon mal angeschaut, was in den letzten zwanzig Jahren in meiner Familie passiert ist?“, fuhr Roland die Verwaltungschefin an. „Ich habe meinen Vater an Tollwut verloren, hab nur ganz knapp einen Flugzeugabsturz überlebt. Pia musste zweimal gegen Brustkrebs ankämpfen, ich hatte Leukämie… Meine Tochter und mein Schwiegersohn kamen bei einem Autounfall ums Leben… Mein Sohn hat ein neues Herz… Und dann… Dann verliere ich auch noch die Liebe meines Lebens, als wir wieder glücklich waren. Pia wollte wieder zurück kommen; sie wollte nach Leipzig zurückkehren. Ich habe meine ganze Liebe… an diese Frau verschenkt. Ich liebe Pia… wie mein Leben… mehr als mein Leben!“, fuhr Roland seine ehemals gute Freundin an und Sarah schreckte kurz zurück.

„Roland, ich will doch nur, dass du… Dass du und die Kinder an diesem schrecklichen Tag nicht alleine sein müsst. Ich weiß, wie schwer es ist, wenn man… seine große Liebe verliert. Ich habe Benjamin an unserem Hochzeitstag verloren. Er wollte gerade Ja sagen… Und dann ist er zusammengebrochen. Lange musste ich gegen die Trauer ankämpfen. Aber…“
„Sarah, lass mich jetzt bitte in Ruhe. Ich muss hier… meine Gedanken sortieren. Und dann muss ich mich darum kümmern, dass… Dass die Patientin wieder auf die Beine kommt. Du siehst, ich habe keine Zeit für dich.“, lehnte der Klinikchef jegliche Worte ab und widmete sich dann wieder hochkonzentriert den aktuellen Blutwerten von Leas Tochter Laura, um die er sich aufgrund der Diagnose Leukämie ganz besonders intensiv kümmerte.
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