Leas Baby

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P16
Dr. Lea Peters Jenne Derbeck OC (Own Character)
17.04.2018
11.10.2020
182
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15.05.2019 2.369
 
Folge 4
Abschied von alten Freunden


Lea hat sich dafür entschieden, ihren Ex-Freund höchstpersönlich nach Leipzig zu holen. Schließlich weigert der sich trotz Leas Bitte weiterhin nach allen Regeln der Kunst gegen einen Besuch bei seiner Tochter im Krankenhaus.
Bevor die Neurochirurgin allerdings zu ihrem Ex-Freund nach Hamburg fährt, bekommt sie überraschend Besuch.

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Teil 1: Leas Plan



Am nächsten Tag; Lea hatte endlich wieder bei sich zu Hause in ihrem Bett geschlafen, brachte Jenne seiner Lebensgefährtin das Frühstück auf einem mit zwei roten Rosen geschmückten Tablett ans Bett und drückte ihr einen liebevollen Kuss auf die Wange.
„Guten Morgen, meine Schönheit…“, weckte der Tischler seine Liebste und setzte sich zu ihr, während sie ganz langsam ihre Augen öffnete und ihn verschlafen ansah. „Hast du gut geschlafen?“
„Ja… Danke, Jenne. Wie komme ich denn zu der Ehre?“, wollte die Neurochirurgin wissen, als sie das vorbereitete Frühstück erblickte. „Ich habe doch nicht etwa meinen eigenen… oder deinen Geburtstag vergessen. Oder habe ich unsere Hochzeit vergessen?"
„Nein, bisher noch nicht, Lea. Ich hab mir nur gedacht, dass du vielleicht gleich zu deiner großen Tochter in die Klinik rasen willst. Und bevor du mit komplett leerem Magen zu deiner Laura Estelle ins Krankenhaus fährst und dann den ganzen Tag lang nichts isst, hab ich dir lieber noch ein kleines Frühstück vorbereitet…“, erklärte sich Jenne und schenkte Lea eine Tasse Kaffee ein.

„Da hast Du sogar ganz recht, ich wollte jetzt wirklich gleich zu meiner kleinen Laura Estelle ins Krankenhaus fahren und nach ihr schauen. Meine kleine Prinzessin war schließlich die ganze Nacht alleine; eigentlich hätte ich bei ihr sein müssen und auf sie aufpassen, damit ihr nichts passiert. … Hat sich mein Ex-Freund eigentlich mal gemeldet?“
Sofort schnappte sich Lea aufgeregt ihr Handy, doch weder eine SMS noch ein Anruf von Markus war auf dem Display zu lesen. Dabei hatte sie ihn doch gestern Abend nach ihrer Rückkehr nach Hause noch einmal angerufen und ihm eine Nachricht über Lauras Zustand auf der Mailbox hinterlassen.
„Dein Ex-Freund wird vielleicht sogar schon auf dem Weg hierher nach Leipzig zu Laura und dir sein, Lea. Mach dir darum mal keine Gedanken. Jetzt wird erst mal ordentlich gefrühstückt und dann kannst du gleich zu deiner kleinen Laura Estelle in die Klinik fahren, wenn du das willst…“, versuchte Jenne seine Lebensgefährtin von den Gedanken an den Vater ihrer Tochter abzulenken, doch Lea schüttelte den Kopf.
„Nein… Ich werde mir am Besten gleich ein paar Tage freinehmen und… Und selbst zu Markus nach Hamburg fahren. Mein Ex-Freund wird sich sicherlich auch in hundert oder tausend Jahren nicht bei mir melden, wenn ich ihm nicht in den Hintern trete… Den ersten Schritt musste ich damals auch machen, dazu war er auch nicht fähig…“, erinnerte sich Lea an den Beginn der Beziehung zu ihrem Ex-Freund. „Aber dann… Als wir dann endlich zusammen waren, ging alles weitere ziemlich schnell. Seine Eltern haben mich wenige Tage nach dem Beginn unserer Beziehung bei einer Geburtstagsfeier als seine neue Lebensgefährtin kennen gelernt, dann habe ich ein Treffen zwischen meinem Vater und meinen Schwiegereltern arrangiert. Und anschließend… war ich schon mit meiner kleinen Prinzessin schwanger…“

In den letzten Tagen, seit sie wieder Kontakt zu ihrer heute fünfzehnjährigen Tochter Laura Estelle hatte, dachte Lea immer wieder an die Zeit zurück, als sie mit deren leiblichen Vater zusammen kam. Aber das war für die Chirurgin jetzt erst einmal nebensächlich; die Hauptsache war, dass sie so schnell wie möglich zu ihrer geliebten Tochter in die Klinik kam und auf die Fünfzehnjährige aufpassen konnte.


Nach einem ordentlichen Frühstück machten sich Lea und Jenne gemeinsam sofort auf den Weg in Richtung Sachsenklinik, wo sie am Eingang einen aufgebrachten Streit zwischen Klinikchef Dr. Roland Heilmann und Oberarzt Dr. Martin Stein mitbekamen.
Wieder einmal ging es um die OP, die der langjährige Oberarzt im JTK in Erfurt, außerhalb der Sachsenklinik Leipzig, durchgeführt hatte und wieder war der Streit der Mediziner über die ganze Straße vor der Klinik zu hören.

„Guten Morgen, Kollegen.“, versuchte die schwangere Lea die beiden Streithähne kurz zu unterbrechen und sie auf die anwesenden Passanten, die sich bereits nach den beiden Medizinern versammelt hatten, hinzuweisen. „Ein wunderschöner Tag ist das heute, meinen Sie denn nicht auch?“
„Ja… Guten Morgen, Dr. Peters. … Ihrer großen Tochter geht es momentan ziemlich gut; es gab während des Nachtdienstes keinerlei Probleme bei Laura Estelle. Sie hat die ganze Nacht über ganz ruhig geschlafen.“, wandte sich Oberarzt Dr. Stein seiner Kollegin zu, während Roland die Sachsenklinik betrat.

Lea sah ihrem Chef noch lange hinterher, bevor sie fragte: „Worüber haben sie beide sich denn schon wieder gestritten?“ „Über ziemlich unwichtige Sachen… Dr. Lindner kommt übrigens heute wegen Ihrer Tochter hier in Leipzig vorbei; gegen halb 12 wird er hier sein. Dann will er sich Ihre Tochter einmal genauer anschauen.“
„Danke, Dr. Stein. … Wann waren Sie denn das letzte Mal bei meiner kleinen Laura Estelle und haben nach ihr gesehen?“, wollte Lea wissen, worauf Martin antwortete: „Gegen halb 7 war ich bei Ihrer Tochter und habe zur Kontrolle der Werte noch einmal eine Blutprobe abgenommen… Während meines Besuchs war mit Laura Estelle alles in Ordnung. Die Temperatur Ihrer Tochter ist momentan auch wieder gut gesunken. Wir können das künstliche Koma Ihrer Tochter wohl bald beenden… Aber darüber sollten Sie vielleicht lieber noch einmal mit Dr. Heilmann und Dr. Globisch Rücksprache halten. Ich habe jetzt Feierabend.“
„Dann… Dann wünsche ich Ihnen einen schönen Feierabend, Dr. Stein.“, verabschiedete sich Lea mit einem freundlichen Lächeln von dem erfahrenen Oberarzt, bevor sie ebenfalls die Sachsenklinik betrat und am Empfang nach ihrer Post fragte. „Hier sind zwei Briefe für Sie, Dr. Peters…“

„Danke, Schwester Simone… Der Brief hier ist vom Jugendamt…“, wusste Lea und öffnete den Brief sofort.
Sehr geehrte Frau Dr. Peters… Bla Bla Bla… teilen wir ihnen hiermit mit, dass die Gesundheitsfürsorge und das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Ihre leibliche Tochter Laura Estelle Falken, geboren am 24. Dezember 2001 in Hamburg… vorläufig auf SIe übertragen wurde. Eine endgültige Entscheidung des Familiengerichts über das Sorgerecht für Ihre Tochter ist allerdings noch nicht getroffen wurden. Mit freundlichen Grüßen, Hannes Ölfeld, Jugendamt Leipzig
Leas Herz machte einen riesen Salto und die erfahrene Chirurgin jubelte kurz, bevor sie Jenne den geöffneten Brief gab. „Laura Estelle ist bald wieder mein Kind. Ich darf wieder über meine große Tochter bestimmen; jedenfalls über den Aufenthaltsort und über die Behandlung meiner kleinen Prinzessin… Stefanies Verhalten gestern auf der Intensivstation und die Aussage von Bernd haben gereicht, dass das Jugendamt so entschieden hat.“

„Das ist doch wunderbar. Dann müssen wir beide doch nur noch dafür sorgen, dass deine Tochter ein wunderschönes Zuhause bei uns beiden bekommt. Und das werden wir sicherlich auch noch schaffen. … Ich würde vorschlagen, dass ich mich schon mal an die Planung für Lauras neues Zimmer mache und du kümmerst dich um deine Patienten. … Aber pass bitte auf unser Kind auf; ich möchte nicht von deinen Kollegen angerufen werden, dass du mit einer Fehlgeburt auf dem Operationstisch liegst, Schatz.“, erklärte Jenne und drückte Lea noch einen Kuss auf die Wange, bevor er den Nachhauseweg antrat.


Den ganzen Vormittag lang hatte Lea abwechselnd auf der Station bei den Patienten und bei ihrer fünfzehnjährigen Tochter auf der Intensivstation verbracht und während der Mittagspause noch einmal bei ihrem Ex-Freund angerufen.
Doch wieder hatte sie vergeblich versucht, den leiblichen Vater von Laura Estelle zu erreichen, weswegen sie sich nach dem sechsten Versuch an diesem Tag sogleich ein Zugticket für das nächste Wochenende gebucht hatte, um nach Hamburg zu fahren.

„Ah, Frau Dr. Peters… Darf ich mich zu Ihnen an den Tisch setzen? Oder wollen Sie jetzt doch lieber Ihre Ruhe?“, fragte ausgerechnet Dr. Heilmann, als er an Leas Tisch trat, seine Kollegin.
„Natürlich… Setzen Sie sich ruhig, Doktor Heilmann.", erwiderte Lea und legte ihr Handy seufzend wieder neben sich auf den Tisch.

„Haben Sie wohl versucht, Ihren Vater zu erreichen und ihm über Laura Estelle zu erzählen?“ „Was? Ja… Äh, ich meine nein… Nein… Ich wollte den Vater meiner Tochter erreichen. Aber momentan ist das so eine Sache. Markus will wahrscheinlich momentan nicht mit mir reden. Dafür habe ich ihn wohl zu plötzlich über unsere gemeinsame Tochter in Kenntnis gesetzt.“, erklärte Lea und schaltete noch einmal die Bildschirmbeleuchtung ihres Handys kurz an, um zu sehen, ob nicht doch eine Nachricht von Markus zurück gekommen war.

„Wo lebt der Vater von Laura Estelle momentan eigentlich?“ „Er ist Arzt in Hamburg; Kinderarzt… An der Uniklinik. Aber… Dass er einfach momentan nicht an sein Handy geht… Das macht mich verrückt. Ich habe jetzt schon mehrere Stunden lang immer wieder krampfhaft versucht, meinen Ex-Freund zu erreichen. Aber… Entweder hat er sein Handy auf Lautlos gestellt, um einer weiteren Nachricht von mir wegen unserer gemeinsamen Tochter zu entgehen oder… oder er will einfach nicht mit mir reden. Wahrscheinlich interessiert er sich auch gar nicht für unsere Laura Estelle.“, erwiderte Lea und seufzte noch einmal kurz, bevor sie sich etwas Gemüse auf die Gabel lud und in den Mund steckte.
„Oder Ihr Ex-Freund macht sich gerade auf den Weg zu Ihnen und Laura Estelle in die Klinik… Haben Sie denn eigentlich schon wegen Ihrer Tochter mit dem Kollegen Dr. Lindner aus dem Johannes-Thal-Klinikum in Erfurt gesprochen? Ich habe gehört, dass er wohl nach Leipzig kommen will…“

„Ja, er will wohl extra wegen meiner kleinen Laura Estelle hierher kommen. Aber im Moment ist er leider noch nicht da. … Aber ich weiß bereits, dass er hierher kommen will. Dr. Kaminski hat sich gestern drum gekümmert, dass sich der Erfurter Kollege noch einmal meine Tochter genauer anschaut.“, erwiderte Lea und Roland nahm einen Schluck aus seiner Kaffeetasse, bevor er fortfuhr: „Aber Ihrer Tochter scheint es momentan auch wieder viel besser zu gehen; das künstliche Koma hat ihr sehr gut geholfen, um wieder auf die Beine zu kommen. Die Temperatur Ihrer Tochter ist auf einem etwas niedrigerem Level stabil geblieben; seit der OP gestern hat Laura Estelle kein Fieber mehr gehabt. Vermutlich hatte sie sich wegen der OP im Vorfeld sehr aufgeregt. Das würde auch den Herzstillstand erklären…“
„Ich will davon nichts mehr hören, Dr. Heilmann; mir wäre es auch viel lieber gewesen, wenn… Wenn meine kleine Laura nicht vor mir den Herzstillstand gehabt hätte. Weder den ersten, noch den zweiten Stillstand.“, seufzte Lea, bevor ihr Pieper losging.

Ihre Patientin auf Zimmer 112, die Lea wegen eines Gehirntumors morgen Vormittag operieren wollte, hatte gerade wieder Kopfschmerzen bekommen und wollte sich selbst am Medikamentenschrank bedienen, was Dr. Brenner gesehen hatte.

„Frau Dr. Peters… Die Patientin Hasemund wollte sich am Medikamentenschrank selbst bedienen. Sie scheint wieder starke Schmerzen zu haben, die sie selbst behandeln wollte.“, erklärte der angehende Arzt und Lea nickte kurz, bevor sie sich mit ermahnender Stimme an die etwa fünfzigjährige Patientin wandte: „Sie können sich doch nicht selbst medikamentös behandeln wollen… Wir wollen Sie auf die OP morgen vorbereiten und die Medikamentengabe auf ein stabiles Maß bekommen. … Sie hätten doch jederzeit bei Problemen klingeln können. Oder wenn Sie Schmerzen bekommen sollten. …  Aber sich selbst am Schrank bedienen zu wollen ist einfach… unglaublich dumm von Ihnen, Frau Hasemund.“, maßregelte die Neurochirurgin ihre Patientin, die beteuerte, sonst niemals gegen Leas Anweisungen zu handeln.

„Und da wollen Sie sich trotzdem selbst am Medikamentenschrank bedienen und ein Schmerzmittel klauen? Ich habe Ihnen nicht gesagt, dass Sie sich bei plötzlich auftretenden Schmerzen selbst medikamentös behandeln sollen.“
„Das weiß ich doch, Frau Doktor Peters. Aber ich… ich wollte die Schwestern nicht vom… Vom Mittagessen abhalten. Die Schwestern haben doch auch ein Recht auf eine Pause. Und die Schmerzen… sind kaum zum Aushalten gewesen. Deswegen habe ich mich doch selbst am Medikamentenschrank… bedienen wollen. Ich weiß doch genau, welche Tabletten ich nehmen muss, um meine Schmerzen los zu werden… Ich bin schließlich Apothekerin…“

„Das ist ja sehr schön für Sie, Frau Hasemund. Und es ehrt Sie auch sehr, dass Sie an unsere Schwestern und Pfleger gedacht haben. Aber nicht einmal einem Arzt würden wir den Schlüssel für den Schmerzmittelschrank geben. Sie hätten also gar nicht an die Medikamente gekonnt; auch, wenn Herr Brenner Sie nicht gestoppt hätte.“, erwiderte Lea mit einem prüfenden Blick in die Augen der Patientin. „Sind Ihre Kopfschmerzen denn momentan immer noch so stark?“
„Ja… Ich… Ich halte das fast… nicht mehr aus. Können Sie diese… Operation nicht einfach vorziehen? Ich kann nicht so lange… von meiner Apotheke fernbleiben… Ich muss wieder zurück an die Arbeit. Meine Kunden und meine Kollegen brauchen mich doch…“

„Die Kunden und Ihre Kollegen können sicherlich auch mal ein paar Tage ohne Sie auskommen, wenn sie das müssen. … Ihr Hirntumor wird morgen Vormittag von mir persönlich entfernt und dann müssen Sie damit rechnen, mindestens noch zwei bis drei Wochen zur Nachsorge hier zu bleiben, bevor wir Sie zur Kur fahren lassen…“
„Zur Kur? Nein, das geht nicht, Frau Doktor Peters. Ich kann unmöglich nach meinem Krankenhausaufenthalt auch noch…“, widersprach die Patientin.

„Was können Sie unmöglich noch? Wieder gesund werden? Das werden Sie mit größter Wahrscheinlichkeit nicht, wenn Sie sich selbst mit Schmerzmitteln behandeln wollen. Wenn Herr Brenner Sie nicht gefunden hätte, dann wüssten wir mit Sicherheit morgen nicht, dass Sie Schmerzmedikamente genommen hätten. Und dann wäre es während der OP zu Komplikationen gekommen…“, machte Lea ihrer Patientin ihren Fehler klar und wies die ins Zimmer eilende Schwester Ulrike an, ein Schmerzmittel für die Patientin zu holen.
„Das ist aber hoffentlich auch das letzte Mal, dass Sie noch ein Mittel bekommen. Morgen Vormittag werden Sie von mir operiert. Und dann können wir Sie in frühestens zwei Wochen in die Kur entlassen…“

„Ich kann aber nicht zur Kur fahren; mein Arbeitsplatz… ist wichtig, Dr. Peters. Was denken Sie denn, warum ich diese OP so schnell wollte? Ich habe… Man, das halte ich nicht mehr aus. Sie müssen doch irgendwas gegen diese verdammten Schmerzen tun…“
„Das machen wir auch jetzt… Danke, Schwester Ulrike…“, bedankte sich Lea, nahm das Glas Wasser und die Schmerztablette und hielt dies der Patientin hin. „Nehmen Sie jetzt erst mal das Schmerzmittel und dann versuchen Sie noch ein bisschen zu schlafen. Ich schaue später noch einmal nach Ihnen, Frau Hasemund.“, erklärte die Neurochirurgin ihrer Patientin und verließ deren Zimmer erst, als Frau Hasemund schlief.

„Sehen Sie bitte regelmäßig nach der Patientin.“, wies Lea die Krankenschwester an und machte sich anschließend auf den Weg zu Laura.
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