Leas Baby

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P16
Dr. Lea Peters Jenne Derbeck OC (Own Character)
17.04.2018
23.09.2019
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Folge 8
Teil 37: Plötzliche Probleme



Aufgeregt saßen Markus und Lea nun schon seit mehreren Minuten vor dem Operationssaal und warteten auf das Ende des Noteingriffs bei ihrer gemeinsamen Tochter, während die Neurochirurgin immer wieder ihre Hand kurz auf ihren Bauch legte. „Ich… Ich glaube, dass… Dass unsere tapfere Kriegerin jetzt wirklich große Angst vor der Operation hatte. So panisch, wie sie auf die Beruhigungsspritze schon reagiert hat. … Wir sollten unsere Prinzessin vielleicht nach der Operation erst einmal nicht im Stich lassen.“
„Ich wollte unsere arme, kleine Laura Estelle doch auch nicht im Stich lassen; ich wollte unsere Tochter selbst operieren, Lea. Wenn du… Wenn du dich vielleicht noch dran erinnerst. Ich habe meine Tochter… Ich liebe meine Prinzessin.“, erklärte der Kinderarzt aufgeregt und sprang auf, um vor der Neurochirurgin hin und her zu laufen.

„Markus… Markus, jetzt setz dich doch bitte wieder hier hin.", bat Lea ihren Ex-Freund sofort und der leibliche Vater der gemeinsamen Tochter sah die Neurochirurgin nervös an, während die Chirurgin weitersprach: „Du machst mich einfach schon völlig verrückt mit deinem Herumgerenne hier. … Jetzt komm her und setz dich wieder. Unsere Prinzessin Laura Estelle ist doch sicherlich bald wieder aus dem OP raus und dann können wir wieder mit ihr zusammen sein. Mach dir keine Sorgen um unsere große und tapfere Prinzessin. Unsere Kleine wird die Operation doch bestimmt schon gleich überstanden haben.“, beruhigte die Chirurgin ihren Ex-Freund und seufzte kurz, als sich der Kinderarzt zu der schwangeren Neurochirurgin setzte.

„Ich kann doch nichts dafür, dass ich ein bisschen aufgeregt bin. Wenn unsere kleine Prinzessin auf dem Operationstisch liegt und ich ihr nicht helfen kann. … Ich… Ich habe bei unserer Tochter nicht dafür gesorgt, dass sie jetzt operiert werden muss. Das waren diese… diese verdammten… Diese Kerle, die unserer armen Großen so heftige Schmerzen zugefügt haben. Lauras Bauch war bretthart, als ich sie vorhin abgetastet habe. … Ich wünschte, ich könnte unserer großen Prinzessin jetzt endlich selbst helfen. Ich bin doch ihr Vater. Ich muss mich um unsere kleine Laura Estelle kümmern.“
„Und ich bin, wenn wir jetzt schon Weihnachten hätten, seit 16 Jahren Laura Estelles leibliche Mutter. Ich darf doch trotzdem auch nicht bei unserer kleinen Prinzessin sein und sie operieren. Eben aus dem Grund, dass ich ihre leibliche Mutter bin; das ist eben eine Regel hier bei uns in der Klinik.“, meinte Lea, als ihr Ex-Freund wieder aufsprang und erneut von links nach rechts lief, um seine Aufregung abzustellen.

„Markus, bitte nicht schon wieder… Renn doch nicht hier herum… Markus, jetzt setz dich doch bitte bitte wieder hin. Unsere tapfere Laura Estelle wird von unseren Kollegen sehr gut behandelt, Doktor Kaminski ist der beste Urologe, den unsere Klinik zu bieten hat. Laura Estelle ist bei ihm in sehr guten… sogar in den besten Händen…"

„Was ist denn los, Papi? Tante Lea? Was ist denn mit meiner großen Schwester?“, fragte eine Kinderstimme und Markus und seine Ex-Freundin Lea sahen erschrocken auf das Mädchen, das plötzlich vor ihnen aufgetaucht war. „Ist die Laura Estelle jetzt tot?"
Die fünfjährige Lilly Sophia war ganz plötzlich  neben ihrem Vater Markus aufgetaucht und der erfahrene Kinderarzt zuckte erschrocken zusammen, als er seine Tochter erblickte.

„LILLY SOPHIA?! Meine kleine Prinzessin. Was… Was machst du denn hier? Du bist doch immer noch so sehr krank, dein Fieber ist noch nicht wieder ganz unten…“, merkte der erfahrene Kinderarzt, als er seine Hand kurz auf den Kopf seiner kleinen Tochter legte und dabei merkte, dass sie immer noch eine sehr heiße Stirn hatte.

„Was ist denn mit meiner großen Schwester? Wo ist sie denn?“, fragte Lilly Sophia ihren Vater noch einmal interessiert und Markus erwiderte: „Deine große Schwester Laura Estelle muss leider jetzt gerade an ihrem Bauch operiert werden. Sie hat ganz schlimme Schmerzen, meine große Prinzessin… Weißt du, mein Schatz… Ein ganz toller Onkel Doktor, der sich um Laura Estelles armen, kranken Bauch gekümmert hatte und deiner tapferen großen Schwester einen Schlauch bis in den Bauch geschoben hat, damit Laura Estelle wieder richtig pullern kann und ihr das nicht mehr weh tut, muss ein kleines Löchlein bei Laura Estelle im Bauch wieder zunähen…“

„Aber… Das tut doch weh, wenn meine große Schwester wieder zugenäht wird. Dann hat die Laura Estelle ganz ganz doll viel Angst und weint, weil sie von ihrer Mama und von dir gestreichelt werden möchte. … Papa, du musst Laura Estelle jetzt bitte bitte helfen. Warum bist du denn nicht bei meiner großen Schwester?“ „Weil weder dein Papa, noch ich bei unserer Tochter sein können, wenn sie operiert wird. Das ist so eine Regel bei uns im Krankenhaus, damit… Damit wir nicht weinen, wenn wir merken, wer da vor uns auf dem Operationstisch liegen muss und den Bauch aufgeschnitten bekommen hat. … Aber du brauchst keine Angst haben, Lilly Sophia. Deine große Schwester wird ihre Operation trotzdem ganz toll überstehen und nicht weinen… Und wenn sie wieder aufwacht, dann sind Papa und ich ganz ganz schnell auch wieder bei deiner großen Schwester und halten ihre Hand fest.“, versprach Lea und sah noch einmal kurz zu Markus.

Der erfahrene Kinderarzt, der sich nun wieder neben seine Ex-Lebensgefährtin gesetzt hatte und seine kleine Tochter beobachtete, seufzte kurz und wandte sich dann an die fünfjährige Lilly Sophia, der er sagte: „Meine Kleine… Tante Lea und ich versprechen dir, dass deine Schwester ganz schnell wieder aus dem Operationssaal raus kommt und dann gehen wir zusammen zu Laura Estelle. Mach dir keine Sorgen; wir kümmern uns ganz ganz besonders um deine große Schwester, wenn es ihr schlecht geht und sie vielleicht sogar große Angst hat. Damit es ihr schnell wieder gut geht.“
„Aber Papa… Ich will nicht, dass meine große Schwester weint… Kannst du meiner großen Schwester denn nicht helfen? Du bist doch auch Doktor, Papa. Und ein ganz ganz toller Papa. Du musst Laura Estelle beim Gesundwerden helfen und ihr das Aua Aua aus dem Bauch wegnehmen.“, merkte Lilly Sophia an, doch Markus schüttelte den Kopf und erwiderte: „So gerne ich deiner großen Schwester… deiner großen Schwester helfen würde. Ich darf es leider nicht, mein Schatz. … Aber du musst jetzt erst einmal wieder in dein Bett zurück, mein kleiner Engel. Tante Lea und ich kommen später auch noch einmal kurz zu dir und schaut noch einmal kurz nach dir…"

„Tut der Laura Estelle das Zunähen von dem Aua Aua am Bauch eigentlich ganz doll weh?", wollte die kleine Lilly Sophia wissen, doch der erfahrene Kinderarzt erwiderte sofort beruhigend: „Nein… Nein nein, meine große Prinzessin. Es tut deiner großen Schwester absolut nicht weh, wenn der Onkel Doktor ihr das Aua Aua aus dem Bauch heraus holt. Sie hat vor der Operation von einer anderen Frau Doktor einen kleinen Pieks in den Arm bekommen und ist dann ganz ganz schnell und artig in den Armen von ihrer lieben Mama und mir eingeschlafen. Sie merkt absolut nicht, dass ihr Bauch von einem lieben Onkel Doktor aufgeschnitten wurden ist."

„Wacht meine große Schwester nach dem Nähen gleich wieder auf, Papa? Oder musst du der Laura Estelle dann einen Pieks in den Kopf geben?", wollte die kleine Lilly Sophia von ihrem Vater wissen, doch der erfahrene Kinderarzt erwiderte: „Nein… Nein, mein kleiner Schatz. Wie kommst du denn darauf, dass wir den Patienten zum Aufwachen eine Spritze in den Kopf geben, mein kleines Mädchen? … Das tut doch den kranken Menschen ganz doll weh, wenn es nach einer Operation eine Spritze in den Kopf gibt. Besonders deiner großen Schwester tut eine Spritze in ihrem Kopf sehr weh. Deswegen lassen wir Laura einfach so aufwachen, meine kleine Prinzessin."

„Aber Laura Estelle ist doch ganz ganz lieb und tapfer, wenn sie einen Pieks von dir oder von meinem Papi in den Arm oder in ihren Pops bekommen muss. Stimmts, Tante Lea? Das tut der Laura Estelle nie weh…", wusste die kleine Lilly Sophia und Lea nickte zustimmend, bevor sie erwiderte: „Deine große Schwester muss aber nicht mit einem Pieks in den Kopf aufgeweckt werden. Wenn eine Operation vorbei ist, dann lassen wir Doktoren die Patienten einfach aufwachen. Ohne, dass irgendwelche Spritzen gegeben werden müssen.“, erklärte die Neurochirurgin und Lilly Sophia atmete tief durch, als sie sagte: „Dann kann ich auch operiert werden, Papa… Guck mal. Mein Kopf ist ganz heiß…“
„Ja, mein Schatz. Aber wenn dein Kopf ganz heiß ist, müssen wir nicht operieren. Da geben wir dir dann gleich noch eine Medizin. … Schatz, Tante Lea und ich sind jetzt aber ein bisschen… ein bisschen in Sorge um deine große Schwester. … Gehst du jetzt artig mit der Krankenschwester wieder in dein Bettchen? Wir kommen dann noch einmal zu dir, wenn deine große Schwester aus dem Operationssaal wieder draußen ist und wir endlich wissen, wie es Laura Estelle momentan geht. Für etwas anderes haben wir jetzt keine Zeit… Wir müssen deiner großen Schwester vielleicht nach der Operation noch ein bisschen Blut abnehmen. Und ein Pieks tut der Laura Estelle dann leider auch ganz ganz doll schlimm im Arm weh, mein Schatz…“

„Nein! Ein Pieks tut meiner großen Schwester nicht weh, Papa… Sie ist ein liebes Baby… Guck mal, da drinnen war die Laura mal…“, deutete Lilly Sophia auf Leas Schwangerschaftsbauch und fügte dann hinzu: „Da tut ihr nicht weh, wenn ein Pieks in ihren Arm kommt. Oder wenn sie woanders gepiekt wird… Wenn sie mit dem Fieberthermometer in den Pops gepiekt wird, ist die Laura ganz lieb, weil das nicht Aua Aua macht.“

„Doch doch, mein kleiner Schatz. Ein kleiner Pieks mit dem lieben und tollen Fieberthermometer oder mit einer Spritze in den tapferen Popo von deiner großen Schwester tut der armen Laura Estelle sogar sehr sehr doll schlimm weh…“, wusste Markus und Lilly erschrak.
„Ihr habt meiner großen Schwester… Ihr habt Laura Estelle ganz ganz doll schlimm weh getan, Papi! Tante Lea! Das tat meiner großen Schwester ganz ganz doll schlimm weh… Warum habt ihr Laura Estelle denn Aua Aua gemacht?“, wollte die Fünfjährige erschrocken von ihrem Vater und von ihrer Stiefmutter wissen, worauf Markus seine Tochter vorsichtig auf seinen Schoß hob und ihr liebevoll erklärte: „Wir mussten leider bei deiner großen Schwester vorhin in ihrem Popslöchlein das böse Fieber messen. Laura Estelle wollte es selbst so… Und bei dem Fiebermessen hat deine große Schwester leider die ganze Zeit ganz doll schlimm geweint, weil es ihr sehr weh getan hat. Aber dann war es auch ganz schnell wieder vorbei und wir konnten deine große Schwester wieder erlösen.“

„Meine Schwester darf kein Fieber haben! Sie hat doch dann ganz doll schlimmes Aua Aua in ihrem Kopf, wenn sie heiß ist…“, wimmerte Lilly Sophia und Markus drückte die Kleine liebevoll an seine Brust, bevor er versprach: „Mach dir doch jetzt keine Sorgen mehr um deine Schwester; wir bekommen Laura wieder auf die Beine.“

Man merkte jedoch, wie schwer es Markus fiel, seiner kleinen Tochter Lilly etwas zu versprechen, wenn er sich Sorgen um die fünfzehnjährige Laura Estelle machte und die Fünfjährige verschränkte ihre Arme und erwiderte: „Ihr dürft meiner großen Schwester… Ihr dürft meiner großen Schwester nicht so doll mit dem blöden Thermometer weh tun… Ihr habt der Laura weh getan, wo ihr das schlimme Fieber in das Thermometer rein gemacht habt und es dann raus gemacht habt… Das war ganz… ganz schlimm für meine große Schwester, Tante Lea!", erhob das kleine Mädchen nun auch der Mutter ihrer Halbschwester gegenüber die Stimme.
„Aber nein… Das war für deine große Schwester doch gar nicht so schlimm, mein kleiner Schatz… Weißt du, meine kleine Prinzessin. Deine große Schwester Laura Estelle… weißt du… Deine Schwester war einfach leider nicht so artig und tapfer, wie sie es sonst schon so oft war, als von mir das liebe und tolle Fieberthermometer in den Popo kam und das Fieber von deiner großen Schwester gemessen hat. Damals, wo deine große Schwester noch ein ganz kleines Baby gewesen war und aus meinem Bauch raus gekommen ist, habe ich auch schon bei ihr Fieber gemessen und da war sie ein ganz liebes Baby und hat alles über sich ergehen lassen. Sie hat sich damals sogar ein Zäpfchen geben lassen. Aber heute hat sie ganz schlimm geweint und gegen das kleine Thermometer im Popo gedrückt, bis ich deine Schwester wieder erlösen konnte, als ich das kleine Fieberthermometer wieder ganz ganz sanft und vorsichtig aus dem Popo raus gezogen hab. Deswegen war es heute viel schlimmer für deine tapfere, große Schwester, als es sonst gewesen ist."

„Du lügst, Tante Lea! Du hast meiner großen Schwester ganz ganz schlimm weh getan. Sie hat wegen dir geweint. Ich hasse dich.“, schrie Lilly die Mutter ihrer Halbschwester an und fügte dann noch hinzu: „Ich will wieder zu meiner großen Schwester und ihr das Aua Aua wegnehmen. … Papa, ich will zu meiner großen Schwester… Ich will ihr das Aua wegmachen.“
„Das geht aber jetzt leider noch nicht, meine kleine Lilly Sophia. Vertrau doch jetzt bitte erst einmal dem lieben Onkel Doktor, der deiner großen Schwester die kleine Auastelle aus ihrem Bauch wegmacht und ihr hilft.“, beruhigte Markus seine Tochter und fügte an: „Und wenn die liebe Laura Estelle nach der Operation noch einmal Fieber bekommen sollte, dann sind Tante Lea und ich sofort zur Stelle, um deine große Schwester zu beruhigen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass die tapfere, große Prinzessin keine Schmerzen mehr hat, wenn sie Fieber gemessen bekommen muss… Sie hat nur zu sehr gedrückt; deswegen tat es ihr so sehr weh beim Fiebermessen… Und auch, weil sie schon im Bauch sehr viele Auas hatte.“

„Wirklich, Papi?“, wollte das eingeschüchterte Mädchen nun von ihrem Vater wissen und Markus nickte kurz, bevor er erwiderte: „Natürlich, mein Schatz. Deine große Schwester wird beim nächsten Mal ganz… ganz sicher artig und tapfer liegen bleiben. Und wenn du ihr die Hand hältst, dann ist alles für deine große Schwester nicht mehr schlimm. Versprochen…“

„Warum hat sie denn dann so sehr geweint?“ „Weil die Laura Estelle in ihrem Leben schon sehr oft dabei Schmerzen hatte. … Du weißt doch, dass Laura in den letzten Jahren nicht bei mir, sondern bei einer anderen Frau und einem anderen Mann groß geworden ist. Und dort hat es ihr immer weh getan, wenn sie krank war. Die andere Frau und der andere Mann waren nicht so lieb zu deiner großen Schwester, wie ich und Papa… Und deswegen… Deswegen war sie ein bisschen ängstlich vor dem Fiebermessen.“
„Aber… Aber ihr habt… Ihr habt meiner großen Schwester Aua gemacht. Nicht die andere Frau… und der andere Mann… Tante Lea hat Aua bei der Laura Estelle in den Popo gemacht. … Ihr seid böse zu meiner großen Schwester…“
„Nein, wir sind nicht böse zu deiner großen Schwester gewesen. … Du warst doch gar nicht dabei, als wir bei der Laura die Temperatur kontrolliert haben. Also kannst du auch nicht sagen, dass wir an dem Aua bei deiner großen Schwester schuld sind.“, verteidigte sich Markus und fügte an: „Im Gegenteil… Wir haben deiner großen Schwester noch gut zugeredet und haben sie beruhigt, um ihr die Schmerzen zu nehmen. Aber sie hat trotzdem die ganze Zeit während des Fiebermessens ganz kräftig gegen das Fieberthermometer in ihrem Popolöchlein gedrückt, weil es ihr in ihrem Pops so sehr weh getan hat.“

„Ihr dürft das nicht mehr machen, wenn das meiner Schwester weh tut!“, bestimmte Lilly Sophia und Lea versprach: „Wir machen das auch nicht mehr, wenn es deiner Schwester wirklich sehr weh getan hat. … Aber Laura wollte das Fiebermessen von Papa und mir genauso und nicht im Ohr oder unter dem Arm. Da haben wir ihr ihren Wunsch erfüllt. Sie hat nur gegen das Fieberthermometer gedrückt, weil sie das Fieberthermometer einfach nicht von ihrer… von ihrer Adoptivmama oder von ihrem Adoptivpapa in den Popo geschoben bekommen wollte. Die Adoptiveltern von deiner großen Schwester haben Laura Estelle bei der Untersuchung nämlich immer ganz ganz schlimm am Popo weh getan. Wenn deine Schwester zum Beispiel geweint hat, dann hat die Adoptivmama ihr einen Klaps auf den Popo gegeben und dann hat die Laura Estelle noch mehr geweint. … Und jetzt hatte die Laura Estelle, die nicht wusste, dass ich nach ihrer Geburt schon einmal ganz vorsichtig Fieber gemessen habe und ihr dabei überhaupt keine Schmerzen zugefügt habe, ganz große Angst, dass dein Papa oder ich ihr beim Fiebermessen im Popo auch weh tun würden.“

„Und da hat sie geweint, Tante Lea?“, fragte Lilly Sophia interessiert und wieder nickte Lea zustimmend, als sie erklärte: „Genau… Genau deswegen hat sich deine große Schwester gegen das soo liebe und tolle Fieberthermometer in ihrem tapferen Popo so sehr schlimm gewehrt, als Papa und ich bei ihr das Fieber gemessen haben. Aber jetzt weiß sie doch, dass es nicht weh tut, wenn ich bei ihr die Temperatur prüfe. Dir hat es doch beim letzten Mal auch nicht weh getan, oder?“
„Doch, bei dir tut es weh, Tante Lea… Aber bei meinem Papi macht es nur einmal pieks…“ „Ich musste bei dir zweimal pieksen, weil du dich gewehrt hast und das Fieberthermometer raus gedrückt hast. Genau, wie deine große Schwester… Wenn du lieb liegen bleibst und artig bis zum Schluss dein Fieber messen lässt, dann macht es bei dir auch nur einmal Pieks, wenn ich messe.“, versprach Lea und Lilly legte sich auf dem Schoß ihres Vaters hin, bevor sie die Beine in die Luft streckte.

„Machst du das jetzt bei mir, Tante Lea?“, fragte das kleine Mädchen, doch Lea schüttelte entschieden den Kopf und erklärte: „Doch nicht hier auf dem Gang, Lilly Sophia. Das machen wir später, wenn deine große Schwester wieder von dem Operationstisch runter konnte und wir zu ihr konnten. Aber… Aber im Moment haben Papa und ich große Angst, dass deine große Schwester sterben könnte. Da können wir uns jetzt nicht um dich kümmern. … Geh doch jetzt bitte mit der lieben Krankenschwester mit, die bringt dich in dein Zimmer. Papa und ich kommen dann noch einmal zu dir und messen bei dir Fieber…“

„Ich will aber nicht in mein Zimmer, Tante Lea. Ich war nicht böse…“, weinte die Fünfjährige und rieb sich die Tränen aus den Augen. „Ich war ganz lieb…“

„Du sollst doch auch nicht in dein Zimmer, weil du böse gewesen bist. Du sollst in dein Zimmer, weil du in dein Bett sollst und dich ausruhen musst… Süße, geh jetzt bitte mit der Krankenschwester mit. Papa und ich kommen dann auch wirklich noch einmal zu dir; versprochen.“
„Aber nicht der Laura weh machen, Tante Lea.“, bat Lilly und Lea erwiderte: „Aber nein… Ich mache doch meinen Kindern keine Schmerzen… Es tat deiner Schwester nur wegen dem Drücken weh; wenn sie sich nicht gewehrt hätte, dann wäre alles gut gewesen. … Aber da Laura Estelle jetzt gemerkt hat, dass das Fiebermessen bei ihrem lieben Papi und bei mir überhaupt nicht weh tut, wird sie sich jetzt prima und artig entspannen und ganz ganz tapfer und lieb beim Fiebermessen sein…“



Derweil lag die fünfzehnjährige Laura Estelle, um die sich nun nicht nur Lea und Markus, sondern auch die fünfjährige Lilly Sophia große Sorgen machten, immer noch tief narkotisiert auf dem Operationstisch im Operationssaal und Urologe Dr. Rolf Kaminski, der die Verletzung an der Blase des Mädchens fachmännisch zusammen zu nähen versuchte, sah angespannt auf den Monitor des EKGs.

„Es geht der Patientin im Moment wirklich sehr sehr schlecht. Vermutlich hat sie immer noch sehr hohes Fieber… Der Appendix von Laura Estelle sah im Ultraschall, als ich sie vorhin noch einmal mit dem Ultraschall untersucht habe, allerdings noch gar nicht entzündet aus. Es gab nur diese eine starke Blutung an der Blase des Mädchens und sonst sah im Ultraschall alles gut aus… Laura Estelle, es ist doch auch schon gleich wieder vorbei. Du hast deine Operation schon bald hinter dir, Große. … Dann bist du endlich wieder aus dem Operationssaal raus und darfst wieder in dein Zimmer zurück… Deine Mama und dein Papa machen sich doch auch große Sorgen um dich, dass es dir vielleicht schlecht geht. Sie warten immer noch draußen, bis du wieder aus dem Operationssaal raus darfst… Und deine kleine Schwester wird mit Sicherheit schon bald zu dir kommen und dich kennen lernen wollen. Ich habe deine kleine Schwester schon einmal gesehen; sie sieht dir ähnlich, Laura Estelle. … Denk doch bitte an deine kleine Tochter Emily. Sie wird wirklich sehr traurig sein, wenn sie ihre Mama plötzlich verlieren muss."

„Herzstillstand!", rief die erfahrene Anästhesistin Doktor Kathrin Globisch plötzlich sehr laut und Doktor Kaminski und sein Assistent, Oberarzt Doktor Philipp Brentano, sahen kurz auf.
„Die Instrumente gehen sofort raus, wir reanimieren… Bereiten sie schon einmal den Elektroschock vor. … Laura Estelle, du musst jetzt bitte einmal ganz artig und tapfer mitmachen. Ich werde dir jetzt gleich einen ganz kleinen Schock mit dem Defibrillator geben. … Keine Angst, Laura Estelle. Es tut absolut nicht sehr weh…"

Kathrin und ganz besonders auch ihrem Kollegen, Doktor Kaminski, taten die fünfzehnjährige Patientin jetzt ganz besonders leid; schließlich war Laura Estelle gerade einmal zehn Jahre älter, als Kaminskis kleiner Enkelsohn Jack, der mit seinen Eltern in Australien wohnte und schon eine ganze Weile nicht mehr mit seinem Großvater Zeit verbracht hatte.
Kaminski würde später den Kleinen einmal anrufen, wenn er aus dem Operationssaal heraus kommen könnte und die Operation der fünfzehnjährigen Laura Estelle beendet hatte.

Währenddessen drückte Philipp Brentano bereits mit einem gleichmäßigen Tempo die Brust in regelmäßigen Abständen herunter und sagte: „So haben wir aber gar nicht miteinander gewettet, meine gute Laura Estelle… Was soll ich denn deiner Mutter und deinem Vater sagen, wenn du uns hier auf dem Operationstisch bleibst… Komm, Maus. Jetzt musst du aber kämpfen, sonst gibt es wirklich großen Ärger mit Lea und Markus. … Und das möchtest du doch nicht.“
„ich habe ihr schon eine Ampulle Adrenalin verabreicht. … Komm schon, Laura Estelle. Deine Mutter und dein Vater machen sich doch Sorgen um dich. Du kannst dich nicht aus dem Leben verabschieden wollen. … Komm doch schon.“, bat nun auch Kathrin, als sie Philipp beobachtete, wie er die Reanimation durchführte.

„Das kannst du doch jetzt mit uns jetzt bitte bitte bitte nicht machen wollen… Komm, es tut dir doch sicherlich weh, ich weiß das doch. Aber es muss sein; es tut mir sehr sehr leid, mein gutes Mädchen… Vermutlich ist das Fieber der Patientin an dem kleinen Zwischenfall hier nicht ganz unschuldig. Die Eltern von Laura Estelle müssen sich dann auf jeden Fall noch einmal um die Kleine kümmern… Laura Estelle muss dringend vom Tisch, sie stirbt uns hier… Laura… Laura Estelle, du kannst das deiner Mama und deinem Papa jetzt nicht antun. … Komm… Komm schon, kämpf, Mädchen. Komm, kämpfe um dein Leben… Ich weiß, es tut dir bestimmt auch ein bisschen weh. Aber du musst jetzt ganz ganz artig sein und kämpfen…"

„Brentano, der Defi ist bereit… Laden auf 300… und weg…" Ein Stromstoß durchzog den schwachen Körper von Laura Estelle und Kaminski sah an den Monitor des EKGs, der noch nicht reagiert hatte. „Na.. Na komm doch bitte bitte… Komm, Laura Estelle. Deine Mama braucht sich doch. Du musst doch ihre Hand festhalten, wenn deine beiden Geschwister in wenigen Wochen endlich auf die Welt kommen. Du bist doch fest eingeplant… Komm, Laura Estelle. Mach bitte bitte jetzt mit… Noch einmal… 320… Und weg!", rief Kaminski und erneut durchzog ein Stromstoß die leidende Laura Estelle, die mit einem offenen Bauch auf dem OP-Tisch lag und reanimiert wurde.
„Komm… Jetzt komm schon, Mädchen… Komm doch schon… Deine Mutter braucht dich doch. Und dein Vater… Dein Vater will dich doch auch noch richtig kennen lernen können. … Mensch, Mädchen. Na, komm… Jetzt mach doch bitte endlich mit… Dein Papa und deine Mama wollen dich nicht verlieren müssen. Mensch… Laura Estelle, jetzt komm doch mal… Jetzt komm doch mal und kämpf jetzt endlich um dein Leben… Komm schon…“, bettelte der Urologe und reanimierte die Schülerin weiter.

Doch Lauras Herz begann einfach nicht, wieder zu klopfen.

„Laura… Laura Estelle, jetzt mach doch bitte endlich wieder… Jetzt mach doch endlich wieder los… Du wirst doch noch gebraucht. Auch von deiner kleinen Prinzessin… Komm… Jetzt komm doch…“, bat auch Kathrin die Patientin, deren Herz einfach nicht wieder zu schlagen begann.

„Wie lange ist denn die Patientin jetzt schon ohne Herzaktion?", erkundigte sich Doktor Kaminski beunruhigt bei der Anästhesistin und sah an das EKG-Gerät, welches immer noch einen Herzstillstand bei Laura Estelle anzeigte, während er und sein Assistent Doktor Brentano die Fünfzehnjährige weiterhin reanimierten.
Kathrin blickte nun ebenfalls wieder an den EKG-Monitor, während sie sich langsam immer größere Sorgen um die Schülerin machte und erklärte: „Knapp zwei Minuten schon! … Laura Estelle, jetzt komm doch schon. Es ist doch wichtig, dass du gerade jetzt um dein Leben kämpfst. Dein Leben ist absolut noch nicht vorbei; es fängt doch gerade erst an. … Na komm schon, Laura Estelle… Komm doch bitte bitte bitte…"

Nun begann Doktor Kaminskis Assistent Doktor Brentano wieder mit der Reanimation durch eine Massage des Herzens von Laura Estelle, doch sie bekam einfach keinen Herzschlag mehr.

„Wir geben auf…", meinte Kathrin, doch Doktor Kaminski widersprach ihm sofort und erklärte: „Unsere Patientin Laura Estelle… Unsere Patientin wird erst aufgegeben, wenn ihre Pupillen lichtstarr, weit und entrundet sind… Wie sehen denn die Pupillen der Patientin im Moment bereits aus?"
Vorsichtig leuchtete Kathrin in die Pupillen von Laura Estelle und prüfte am Kopf der Schülerin, der bereits etwas heißer war. „Im Moment sehen die Pupillen von Laura Estelle noch normal aus. Aber wir reanimieren die Patientin doch schon seit zweieinhalb Minuten… Laura Estelle reagiert seit ihrem Zusammenbruch nicht mehr auf die Defibrillatorstöße und auch nicht auf die Herzmassage… Wir haben sie wieder… Wir haben endlich wieder einen Puls. Laura Estelle kommt wieder… Sinusrhythmus, sie ist wieder da…", verkündete Kathrin und beruhigt atmeten alle Ärzte und Schwestern im Operationssaal durch, als es der Schülerin wieder besser zu gehen schien.

Freudig überrascht hatte Kathrin ihren Kollegen von der Verbesserung des Zustandes von Laura Estelle in Kenntnis gesetzt und Kaminski beendete die Reanimation der Schülerin, als Laura Estelle endlich wieder einen eigenständigen Puls entwickelte und sich bereits auf dem Wege der Besserung befand.

„Mach dir keine Sorgen, Laura Estelle. Deine Eltern werden von dem… Deine Eltern werden von dem kleinen Problem während der Operation von dir nichts mehr erfahren. … Es ist gleich alles wieder in Ordnung, Kleines. Deine Mama und dein Papa werden nach der Operation bei dir sein. Keine Angst… Du hast doch immer noch so ein verdammt hohes Fieber, Laura Estelle.“

„Wir sollten nach der Operation den Eltern von Laura Estelle etwas von den Komplikationen berichten. … Es ist ja alles gut gegangen. Aber besonders Doktor Peters wird mit Sicherheit das Operationsprotokoll lesen, weil sie sich sehr große Sorgen um ihre Tochter macht. … Laura… Laura Estelle, mach doch jetzt bitte bitte nicht schon wieder irgendwelche Probleme. Du bist doch… Du bist doch bald wieder bei deinen Eltern und bei deinen beiden kleinen Schwestern… Mach dir keine Sorgen, deine Eltern werden dir bald deine leibliche kleine Schwester vorstellen…“, beruhigte die Anästhesistin das Mädchen, bei welchem sich wieder ein paar Herzprobleme einstellten.
„Nein… Nein, nicht schon wieder… Nicht schon wieder mit dem Herzen aussteigen. Mädchen… Komm doch jetzt bitte… Komm…“, bettelte die Anästhesistin ihre Patientin. „Es ist bald schon alles wieder in Ordnung. Mach dir… Mach uns doch jetzt bitte keine Sorgen.“

„Wir müssen wieder reanimieren… Laura… Laura, jetzt komm. Bitte, mach kein Theater, Mädchen… Laura Estelle Peters. Jetzt mach doch bitte endlich keine Probleme mehr. Ich kümmere mich um dich. … Auf jeden Fall verlegen wir Laura Estelle nach der Operation wieder auf die Intensivstation.“, verkündete die Anästhesistin und diesmal reanimierte Doktor Brentano.

„Ich hoffe, dass… Ich hoffe, dass Laura Estelle die Operation wirklich durchhält. Sie ist zu… Sie ist doch jetzt schon viel zu erschöpft, um auf die Normalstation verlegt werden zu können. … Frau Doktor Globisch, wollen sie Laura Estelle nach der Operation nicht doch lieber im künstlichen Koma liegen lassen?“, erkundigte sich Doktor Kaminski bei der Anästhesistin und Kathrin nickte kurz, als sie erwiderte: „Ich glaube, es ist… Ich glaube, es ist wirklich viel besser, wenn Laura Estelle für die nächsten Stunden lieber noch im Koma liegen bleibt.“

Während sich die beiden Ärzte über den Zustand der noch immer in tiefer Narkose liegenden Laura Estelle unterhielten, blieb plötzlich wieder das Herz der Schülerin stehen.

„Laura Estelle… Laura Estelle, mach doch jetzt bitte nicht schon wieder… Mach uns doch bitte nicht schon wieder irgendwelche Probleme… Ach mensch, Mädchen. Das ist doch nicht möglich, dass du wieder zusammenbrichst.“, bat Kaminski seine Patientin und nähte die Verletzung an der immer noch blutenden Harnblase der Schülerin, die die sehr großen Schmerzen bei Laura vor der Operation verursacht hatte.

„Laura Estelle… Laura Estelle… Du darfst doch jetzt nicht schon wieder zusammenbrechen. … Ach mensch, Mädchen… Komm doch bitte… Komm, bitte… Bitte bleib mit deinem Kreislauf auf einem stabilen Weg. Sonst müssen wir dich wirklich im künstlichen Koma lassen. … Laura… Ich bin doch da. … LAURA! LAURA, JETZT KOMM SCHON. Mach uns nicht schon wieder Sorgen. Deine Mama und dein Papa wollen dich doch bald nach Hause holen.“
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