Leas Baby

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P12
Dr. Lea Peters Jenne Derbeck OC (Own Character)
17.04.2018
14.08.2019
128
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Folge 8
Teil 9: Probleme bei Emily



Die Neurochirurgin hatte sich seit der Geburt ihrer heute knapp sechzehnjährigen Tochter Laura Estelle immer wieder Sorgen um Laura Estelle gemacht; auch, als Stefanie die damals erst knapp zwei Wochen alte Laura Estelle einfach durch das Jugendamt hatte von ihrer ehemalig besten Freundin abholen lassen.
„Ich liebe meine kleine Laura…“, seufzte die immer noch beunruhigte Mutter und sie sah ihren Ex-Freund an. Natürlich hatte sie sich damals während ihrer Schwangerschaft von Markus getrennt; aber jetzt war er für sie da. Jetzt war er bei ihr und kümmerte sich liebevoll um sie und die gemeinsame Tochter.

Wo war Jenne? Wo war der Tischler, der ihr versprochen hatte, immer bei ihr zu sein? War Lea denn nicht von ihm schwanger? Würde sie denn nicht in wenigen Monaten ihre gemeinsamen Zwillinge auf die Welt bringen?

„Ich bin froh, dass du wenigstens für mich da bist. Jenne ist seit… Jenne ist seit Wochen mit mir zusammen; wir bekommen bald unsere gemeinsamen Zwillinge; ich brauche ihn. Und trotzdem… ist Jenne einfach nicht für mich da, wenn ich hier… verzweifle. Ich will nicht, dass meine arme kleine Laura… hier alleine sein muss. Sie will doch bestimmt auch ihren Stiefvater einmal wiedersehen… Aber Jenne… Jenne ist einfach nicht für meine kleine Maus da…“, meinte Lea mit Tränen in den Augen zu ihrem Ex-Freund und Markus nahm die Neurochirurgin beschützend in den Arm, um sie ein wenig zu beruhigen.

„Ach, Lea… Für Jenne ist es doch auch keine einfache Angelegenheit mit Laura und… und deiner Schwangerschaft. Das musst du doch verstehen. … Ich bin Lauras leiblicher Vater; natürlich kümmere ich mich auch mehr um unsere Tochter, als der Stiefvater… Dass er sich im Moment nicht ganz so oft bei unserer Laura Estelle sehen lässt, ist einfach aus dem Grund, dass er… Dass er vielleicht noch nicht allzu viel mit Laura anfangen kann. Er ist der Stiefvater von unserer gemeinsamen Tochter; er sieht, dass wir beide… uns um die Kleine kümmern. Und dass wir beide regelmäßig bei Laura im Zimmer sind…“, erklärte der Vater von Laura Estelle seiner Ex-Freundin. „Mach dir doch jetzt bitte keine Gedanken mehr um unsere Tochter… Jenne wird sich bald bei Laura sehen lassen.“

„Aber er ist doch… nicht möglich, dass Jenne… sich nicht um unsere Laura Estelle kümmert. Er ist doch genauso mit ihr verbunden, wie… Wie es Stefanie war… Auch, wenn ich niemals meine kleine Maus zur Adoption freigeben würde. Ich habe… meine Tochter verloren, als sie zwei Wochen alt gewesen ist… Ich habe meine Tochter… wochenlang… jahrelang vermisst und jetzt bin ich mit ihr… Ich liebe mein Kind… Ich liebe dieses Mädchen über alles. Und dass sie jetzt schwanger ist… Sie muss einfach dieses Kind abtreiben. Sonst werde ich meine Laura… Sonst werden wir unsere gemeinsame Tochter zum zweiten Mal verlieren…“

„Lea, bitte… Beruhige dich jetzt… Wir beide kümmern uns doch um unsere Tochter. Und deswegen wird sie auch nicht sterben. … In wenigen Tagen haben wir unsere Laura sicherlich dazu überredet, dass sie das Baby abtreiben muss, um nicht an ihrer… an dieser schrecklichen Leukämie zu sterben. Und dann können wir in ein paar Monaten unsere Tochter wieder aus dem Krankenhaus abholen…“

„Wenn sie bis dahin nicht gestorben ist… Ich weiß, wie schlecht es Laura im Moment geht. Ich… Ich liebe doch unsere Tochter. Und ich sehe, wie sich Laura im Moment quält. Am liebsten würde ich meine Große… unsere Große aus dem Krankenhaus mitnehmen und sie einfach… zu mir nach Hause bringen.“, erklärte Lea. „Sie liegt während der Chemotherapie noch lange genug im Krankenhaus; von ihrer Familie getrennt. … Markus, ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich fühle mich… Ich fühle mich, als wäre ich völlig hilflos daneben stehen. Sie ist doch mein Kind; ich muss ihr helfen. Aber ich bin… zum Nichtstun verbannt. Ich kann einfach nur neben dem Krankenhausbett meines Kindes sitzen und ihre… ihre Hand halten. Mehr kann ich für mein eigenes Kind nicht tun…“, erklärte Lea und fing wieder zu weinen an, während Markus ihr vorsichtig durch die Haare strich.

„Das ist doch schon sehr viel, was wir beide für unsere gemeinsame Tochter machen können. … Lea Süße, Laura Estelle liebt ihre Eltern; sie ist froh, dass sie im Moment bei uns sein kann. Und dass wir uns jetzt um sie kümmern. Wir sind… Wir sind für unser Kind da. Und das ist das Wichtigste, was wir für unsere Laura Estelle machen können.“, erklärte Markus aufmunternd und legte seine Hand auf Leas Schulter, während sich die Neurochirurgin an ihren Ex-Freund lehnte und immer stärker weinte. „Ich kann einfach nichts für meine Tochter tun, Markus. Ich bin… Ich muss hilflos daneben… daneben stehen und zuschauen, wie meine Tochter… Wie unsere gemeinsame Tochter stirbt!“

„Laura stirbt doch nicht. Wir werden sie davon überzeugen, dass sie noch vor der Chemotherapie die Schwangerschaft abbrechen muss. Und dass dieser Abbruch schnellstens erfolgen muss.“, erklärte Markus seiner Ex-Freundin, die noch einmal schluchzte. „Lea hey, wir beide schaffen es. Vertrau mir… Es geht unserer Tochter bald wieder besser.“, beruhigte der Kinderarzt seine Ex-Freundin und Lea nickte kurz.
„Du hast ja recht, Markus. Aber… Wir beide haben jahrelange Erfahrung in der Medizin; wir sind beide Ärzte. Und du… Du weißt genau, was es heißt, wenn… Wenn eine Patientin, die Krebs hat, besonders viel Ruhe braucht. Laura Estelle… Unsere Laura hat nicht das erste Mal in ihrem Leben Leukämie. Unsere Kleine wird noch in dieser Woche sterben; es… Es geht ihr schlecht; ich sehe das doch ganz genau… Es geht unserer Kleinen immer schlechter. Und ihr Leben ist in Gefahr. … Unsere Laura ist sterbenskrank, Markus.“

„Das weiß ich, Lea. Aber jetzt werden wir erst einmal wieder an andere Dinge denken. … Wie geht es denn unserer… unserer süßen, kleinen Enkelin Emily eigentlich?“, wollte Markus von seiner Ex-Freundin wissen und Lea atmete noch einmal tief durch, bevor sie zu dem erfahrenen Mediziner sagte: „Ich war bisher noch nicht wieder bei unserer Kleinen. Aber ich werde gleich…“

Plötzlich meldete sich der Pieper, der in der Tasche der weißen Hose von Lea steckte, zu Wort und die erfahrene Neurochirurgin blickte kurz darauf, als sie erkannte: „Oh, mein Gott… Das… Das ist doch… Das ist die Kinderstation!“
Erschrocken sah die bald dreifache Mutter Lea zu ihrem Ex-Lebensgefährten und anschließend blickte die Großmutter der kleinen Patientin noch einmal auf ihren Pieper, den sie trotz ihres Zwangsurlaubes immer bei sich trug, um wen es sich bei dem Notfallpatienten genau handelte. „Emily…“


Sofort liefen die Ärztin und ihr Lebensgefährte zusammen zu Lauras kleiner Tochter auf die Kinderstation und betraten mit einem erschütterten Blick auf ihre gemeinsame Enkeltochter Emily, die sich sehr viel schlechter zu fühlen schien. Paul, der Stiefvater der kleinen Emily Aline, der von der reell bestehenden Tragödie um seiner Stieftochter und seiner geliebten Lebensgefährtin Laura Estelle, stand neben dem Krankenbettchen des Babys und streichelte ihr über das Köpfchen, während eine Krankenschwester die kleine Maus aus dem Bettchen holen wollte.
„Dr. Blankenburg… Mit der Kleinen scheint irgendwas nicht zu stimmen. Sie liegt plötzlich so apathisch hier… in ihrem Bettchen. … Dr. Peters… Schön, dass sie auch da sind. Vielleicht kümmern sie sich jetzt kurz hier um ihren Schwiegersohn, während sich Dr. Blankenburg unsere kleine Patientin versorgt.“, wandte sich die Krankenschwester an die ebenfalls besorgte Großmutter von Emily. „Ich habe schon versucht, Herrn Lüchner aus dem Zimmer zu entfernen, damit er sich nicht so sehr aufregt; vor allem nicht vor dem Kind. Aber er will sich im Moment leider nicht wirklich von seiner kleinen Emily trennen lassen.“
„Das ist doch auch verständlich. Er ist der leibliche Vater der Kleinen. Natürlich macht er sich Sorgen um unsere kleine Maus. … Paul, komm. Markus kümmert sich jetzt um deine Tochter. Wir können sicherlich gleich wieder zurück zu Emily und… und uns um die Kleine sorgen. Aber… Aber jetzt sollten wir erst mal Markus die ganze Sache übernehmen lassen; er hat sehr viel Erfahrung mit so kleinen Kindern, wie unsere Emily.“
„Aber… Lea, sie ist meine kleine Tochter; ich kann sie jetzt nicht im Stich lassen. Ich kann es einfach nicht… Solange… Solange sich nicht Laura Estelle um unsere kleine Maus kümmern kann… Ich bin doch der Vater von Emily; sie ist… Sie ist meine kleine Tochter; ich muss mich um die Kleine kümmern. Es… Es ist doch wichtig, dass wenigstens der Vater der Kleinen bei ihr ist und sich kümmert.“, erklärte Paul aufgeregt und seine Schwiegermutter, die wusste, dass Bernd vermutlich der Vater der kleinen Emily, die auch schon von ihrem Opa Markus gründlich untersucht und bald wohl auch mit Medikamenten behandelt wurde, war, schüttelte kurz den Kopf und erwiderte: „Paul, du musst Markus jetzt… Du musst jetzt Markus vertrauen; er wird sich anständig um deine kleine Prinzessin kümmern. Mach dir keine Sorgen… Er ist ein wunderbarer Arzt… Komm, wir gehen zusammen in die Cafeteria… Oder ich stelle dir schon mal die kleine Schwester von Laura Estelle, die kleine Lilly vor…“
„Ich will aber meine Tochter nicht im Stich lassen; zumal mir Bernd noch gesagt hat, dass er der leibliche Vater von… von meiner kleinen Emily ist… Aber das stimmt doch nicht. Laura würde doch niemals mit ihrem Ziehvater… eine Affäre anfangen! Sie wusste damals doch nicht einmal, dass Bernd nur ihr Ziehvater… ihr Adoptivvater ist… Sie war sich doch damals, als sie von MIR mit UNSERER GEMEINSAMEN Tochter… mit UNSERER Emily schwanger wurde, noch gar nicht, dass sie nur die Adoptivtochter von Bernd ist. Sie hat doch mit ihrem… mit ihrem Vater keinen…“
Paul betrachtete seine mit Zwillingen schwangere Schwiegermutter und schluckte erschrocken, als er sah, wie Lea zu zittern anfing und etwas blass um die Nase wurde.
„Was… Was ist… Ist Emily etwa wirklich von… von diesem… Von diesem Menschen? Diesem…", erkundigte sich der junge Mann bei Lea und noch einmal musste Lea kurz schlucken, um sich nicht übergeben zu müssen.
„Ist dir schlecht, Lea? Du bist so blass?", fiel nun auch Paul auf und der vermutliche Ziehvater der kleinen Prinzessin, die noch im Krankenhausbett lag, legte seine Hand auf Leas Arm, bevor die Ärztin erwiderte: „Ich bin schwanger… Da wird es einen schon mal schlecht. In der Schwangerschaft mit Laura Estelle habe ich fast die ganze Zeit über der Kloschüssel verbracht… Das ist bei den Zwillingen vielleicht auch so."
Von ihrer Sorge um ihre große Tochter ließ sich Lea nichts anmerken, als sie ihren Schwiegersohn noch einmal bat, kurz mit in den Gang zu kommen und dort auf eine Nachricht von seiner kleinen Tochter zu warten.
„Markus wird Emily Aline jetzt auch erst einmal eingehend untersuchen und dann eine Diagnose stellen, bevor er mit der Behandlung der kleinen Maus anfängt. … Du kannst deinem Schwiegervater gerne vertrauen, Paul. Markus ist ein wunderbarer Arzt, er kennt sich besonders mit solchen kleinen Säuglingen, wie Emily, bestens aus. Deswegen ist er auch an unserer Klinik. … Du kannst ihn wirklich vertrauen. Er untersucht die kleine Maus jetzt und dann erfahren wir, was mit Emily wirklich los ist… Komm jetzt bitte bitte mit in die Cafeteria und… dort trinken wir einen Kaffee."

„Kaffee? In deinem Zustand? … Du bist schwanger, Laura Estelle hat in der gesamten Schwangerschaft mit unserer kleinen Tochter absolut keinen Kaffee getrunken. Und um Alkohol und Zigaretten hat sie auch einen großen Bogen gemacht. … Und trotzdem ist das kleine Mäuschen zu früh auf die Welt gekommen… Und das alles nur, weil ihre Adoptivmutter so ein… so ein verdammtes Mist… Ich will nicht schlecht über Stefanie reden, sie hat bestimmt auch ihre guten Seiten. Aber Laura hat unter diesem Weib auch genug gelitten. Wie oft habe ich Laura bei mir gehabt… Wie oft hat sie weinend bei mir und meinen Eltern zu Hause gesessen und… und hat gesagt, dass sie von dieser Frau… weg will. Aber ich konnte meiner Freundin immer nicht helfen… Ich konnte damals einfach nichts für meine eigene Freundin tun. Und wie sie dann immer geweint und gewimmert hat, wenn ihre Mutter… ihre Adoptivmutter und ihr Adoptivvater meine… unsere Laura Estelle wieder abgeholt haben… Wie sie dann immer geweint hat... Und wie… wie unfassbar unsensibel diese Leute immer wieder meine Laura… deine Laura natürlich… ins Auto geworfen haben… Am Arm gepackt und richtig ins Auto geprügelt… Laura hat nur noch gewinselt und… geweint, weil sie nach dem Abholen… solche großen Schmerzen hatte. … Und wenn sie einmal krank war, sind die Adoptivmutter und der Adoptivvater noch schlimmer mit Laura Estelle umgegangen… Die haben Laura, obwohl sie schon über 15 Jahre alt ist, immer noch wie ein Baby behandelt. Laura musste sich zum Fiebermessen auf das Sofa legen und dann hat meistens Bernd das Thermometer… Ich will es mir gar nicht mehr vorstellen, wie er mit seiner kranken Adoptivtochter umgegangen ist… Wie es Laura Estelle weh getan hat, wenn er bei ihr das Fieber gemessen hat… Sie war dann immer richtig verschüchtert und hat bei jeder Berührung von mir sofort geschrien wie am Spieß… Erst nach mehreren Stunden hat sich Laura Estelle wieder beruhigt... Und dann musste sie leider wieder… dann musste Laura Estelle wieder zum… zum Fiebermessen antreten und alles ging von vorne los…"

„Jetzt muss Laura auf keinen Fall mehr Angst vor dem Fiebermessen haben… Zuhause wird, wenn ich meine Große bei mir habe, nur noch unter dem Arm gemessen. Und wenn es doch einmal bei der Großen rektal sein muss, dann geht es ganz ohne irgendwelche Schmerzen. Sie kann es in ihrem Alter ja auch schon ganz alleine machen; sollte sie sich von mir nicht unbedingt gerne rektal die Temperatur messen lassen wollen. ... Und… wenn sie es sich nicht traut, übernehme ich die Messung auch…"

„Laura wird bestimmt keine Angst bei dir haben, wenn sie Fieber gemessen bekommen sollte. Sie wird tapfer sein und nicht einmal zappeln…", war sich Paul sicher und er fuhr fort: „Sie hatte auch garantiert kein Problem mit dem Thermometer in ihrem… Du weißt schon… Ich denke, sie hatte nur Angst, weil Bernd und Stefanie zu grob gewesen sind und ihr so sehr weh getan haben… Wenn sie mit Laura Estelle anständig umgegangen wären, hätte sich Laura noch ein paar Monate länger die Temperatur rektal messen lassen. Sie hat sich ja nicht über den Ort der Messung beschwert, hat sie mir einmal erzählt… Sondern sie hat sich nur über das Wie es gemacht wurde und vor allem von Wem musste sie sich das Fieberthermometer gefallen lassen, beschwert… Das war bei ihr das Problem. Ansonsten… Sie hat eigentlich immer still halten wollen, aber Bernd und Stefanie haben ihr weh getan. Und dann hat sie gezappelt, wodurch Stefanie sie noch ein bisschen fester gehalten hat… und so ging es in einer Tour weiter und weiter…"

„Jetzt ist sie ja selbst Mutter. Bei Emily wird sie es bestimmt auch einmal machen müssen, wenn eure kleine Maus krank ist… Dann kümmert sich Laura drum. … Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie es bei der kleinen Maus auch sehr gut hinbekommen wird… mit dem rektalen Fiebermessen… Ich habe damals, als ich mich in den Schulferien zu Hause… um ein kleines Kind aus unserer Nachbarschaft gekümmert habe, ja schließlich auch einmal bei der kleinen Maus die Temperatur messen müssen. Aber das tat der kleinen Johanna gar nicht weh… und meinem… meinem kleinen Mädchen hat es nach der Geburt auch nicht weh getan, als ich bei ihr Fieber messen musste, weil sie gefiebert hat... Ich habe ja schließlich bei meiner Tochter auch schon das Fieber messen müssen… und das hatte ich, als Laura Estelle noch ein neugeborenes kleines Baby war, noch nicht unter dem Ärmchen von meiner kleinen Tochter erledigt… Und anschließend gab es dann auch einmal ein Zäpfchen gegen das Fieber… Da hatte sich Laura Estelle nicht einmal dagegen gewehrt."

„Und dann hat die kleine Laura bestimmt auch nicht geweint, als du bei ihr Fieber gemessen hast und… und die kleine Maus… da nichts gespürt hat. Sie ist doch immer ein tapferes Mädchen gewesen… Selbst, als damals viel zu früh die Wehen eingesetzt hatten… Laura Estelle hat gerade einmal nur ein einziges Mal kurz geweint und gewimmert und dann war alles vorbei… Oder als ich mit ihr das erste Mal… Laura Estelle fiepte einmal kurz und dann war für sie alles nur noch ein Spielchen."

Lea dachte daran, wie ihre kleine Tochter damals, als sie das Mädchen geboren hatte, noch unschuldig aussah und wie sie sich jetzt fühlen musste. Mit einem Kind von einem Mann, den sie bis vor wenigen Wochen noch als ihren leiblichen Vater angesehen hatte. Und was ihre Tochter für Ängste hatte durchstehen müssen, dass ihr Freund vielleicht hinter diese schreckliche Wahrheit käme und sie dann verlassen könnte…
Die erfahrene Neurochirurgin wollte gar nicht mehr daran denken, wie es der fünfzehnjährigen Laura Estelle jetzt wohl ging. Und sie konnte es sich auch nicht vorstellen…

‚Hoffentlich treibt sie das Baby in ihrem Bauch doch noch ab…', dachte sich Lea und sah noch einmal kurz zu ihrem Ex-Freund, der sich gerade das Fieberthermometer aus der oberen Schublade des Wickeltisches genommen hatte und nun wohl bei seiner kleinen Enkeltochter noch einmal die Temperatur kontrollieren wollte.

„Markus? Ich übernehme das bei unserer kleinen Maus kurz…", meinte Lea plötzlich und kam unerwartet auf ihren Ex-Freund zu. „Du hältst das kleine Prinzesschen fest und ich messe bei ihr. … Na, Emily. Deine Omi hat das bei deiner lieben Mama auch schon machen müssen, als sie auf die Welt gekommen ist und… Und sich wahrscheinlich nicht so wohl gefühlt hat. Da war deine Mama gerade einmal zwei Stunden alt, da hatte sie plötzlich ziemlich hohes Fieber bekommen und das hat deine Oma dann sofort bei der Mama gemessen…"
Behutsam legte Lea ihre kleine Enkelin, die sie kurz auf dem Arm hielt und sie hin und her schaukelte, wieder auf die Wickelkommode und zog ihr den Strampler aus. „Ja, Emily. Jetzt wird alles wieder gut. Du brauchst keine Angst vor der Omi zu haben. Die Omi macht nur einmal ganz ganz kurz Aua Aua bei dir. … Ja, meine kleine Emily. Schau mal, das ziehen wir aus. … Und der Body wird hier unten aufgemacht… und dann auch noch die Windel ausziehen. … Ja, die Windel machen wir dann auch gleich noch frisch… So, du süße Maus…"
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