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Geister der Vergangenheit

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
"RC3" Reginald Cornelius III Bonnie Barstow Michael Knight OC (Own Character)
15.04.2018
15.04.2018
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Ortswechsel - Knight Mansion LA

Nach einer ergiebigen Dusche und mehreren Scheiben Sandwich trottete ich wieder hinunter in die Halle.
Maya war noch immer mit KITT beschäftigt, und hatte die Halle erst gar nicht verlassen.
„Ich habe vielleicht eine Idee.“ Begrüßte sie mich, als ich herein kam.
Sie rollte auf ihrem Brett unter KITT hervor.
„Warten wir bis Bonnie und RC auch eingetroffen sind.
„Dann brauch ich es nicht zweimal zu erklären.“
Sie lächelte mir verschmitzt zu und verschwand wieder unter KITTs Karosserie.
Nachdenklich trat ich näher heran, schaute eine Weile auf ihre, unter dem Fahrzeugboden, hervorlugenden Beine, und lehnte mich dann an KITTs Beifahrerseite.
Mir gingen tausend Dinge durch den Kopf.
Selbst wenn wir eine Lösung fanden, um unbemerkt das Grundstück zu verlassen, so wussten wir bislang noch nicht, wo wir Gabriel fanden.
Ich musste mich in Michael versetzen, um seiner Vorgehensweise folgen zu können.
„Kitt, du kennst Michael am besten. Was denkst du, wo er Gabriel vermutet hat?“
„Ich brauche darüber nicht lange nachzudenken. Die einzig logische Folgerung wäre, ihn dort zu suchen, wo sich Garth Knight schon aufgehalten hat. Und laut Eintragung im Grundbuch ist das Grundstück wieder in Besitz übergegangen. Michael wird das alles nur vermutet haben doch ich würde mit 99%iger Wahrscheinlichkeit behaupten, dass Michael sich ohne Umwege dort hin begeben hat.“
Es war zumindest ein Anhaltspunkt den man berücksichtigen musste.
Und wenn Gabriel ebenso überheblich war, wie sein Vater, würde ihn sein psychologisches Profil schon dazu verleiten, dort weiter zu machen, wo sein Vater aufgehört hatte.
Und was kam da besser in Frage als der ehemalige Sitz seines alten Herrn.
Nun gut.  Aber zuerst musste eine Lösung unseres ersten Problems gefunden werden.
Bonnie kam mit RC an ihrer Seite in die Halle geschlendert.

Maya rollte wieder unter KITT hervor, und wischte sich beim Aufstehen, ihre Hände an
einem Lappen ab.
„Also ich habe mir das alles in den letzten Stunden eins ums andere Mal durch den Kopf
gehen lassen.“
Alle hingen wir wie gebannt an Mayas Lippen.
„Dabei ist es mir auch in den Sinn gekommen, wenn wir schon einen Sender vom anderen
trennen müssen, ohne dass die da draußen was mitbekommen sollten, so könnten wir das
doch mittels eines Ablenkungsmanöver machen.“
„Und wie willst du das genau bewerkstelligen?“ hackte Bonnie skeptisch auf Mayas
Vorschlag nach.
„Nun im Lager liegen genug Ersatzteile rum, um schnell einen Doppelgänger basteln zu
können. Dem verpassen wir den zweiten Sender wobei ich zusätzlich noch eine
Möglichkeit gefunden habe, Kitts Signal über sein Double ableiten zu fassen. Und wenn
sie ihm dann folgen, wie in den letzten Wochen...“ - hier schaltete Maya eine
Überwachungssequenz auf einen der Monitore, worauf KITT das Haupttor durchfuhr und
sofort von einem schwarzen Van verfolgt wurde - „ ...könnt ihr beiden euch dann mittels des
Cover Modus klammheimlich aus dem Staube machen. Das Sendesignal können ich und
Kitt dann problemlos umschalten, während Kitt seines deaktivieren kann. Gabriels
Männer werden ihm berichten dass ihr nach einer kleinen Erkundungstour ergebnislos wieder zurückgekehrt seid.“     1
Das hörte sich alles recht gut in meinen Ohren an. Aber war es auch realisierbar?
Ich schaute zu Bonnie, die noch über Mayas Vorschlag nachzugrübeln schien.
„Ich sehe nur noch ein Problem. Wir können noch immer nicht das Signal in unmittelbarer Nähe umschalten, und es wäre möglich, dass unsere Beobachter es bemerken, dass das
Signal nicht von dem ausfahrenden Fahrzeug stammt.“
Maya wiegte ihren Kopf. Zum Teil gab sie Bonnie Recht.
„Kitt kann das Signal bei 2,5km umschalten. Da liegen sie noch sehr nah beieinander, dass es nicht auffallen dürfte.“
Bonnie wollte wiederholt widersprechen, doch ich fiel ihr ins Wort.
„Wir müssen es einfach riskieren und hoffen, dass es eben niemand so genau nimmt.“
Nach einer kurzen Zeitspanne des Überdenkens hob Bonnie energisch den Kopf und rief im Ton einer Kampfansage:
„Dann lasst uns an die Arbeit gehen. Maya kümmere dich um die Software und Hardware, während ihr beiden Herren mit mir kommt.“

Im Laufschritt eilte ich an der Seite von RC hinter Bonnie her, die uns in eine weitere Halle führte.
Bis unters Dach war diese mit allem möglichen Gerümpel gefüllt.
Doch mein erster Eindruck täuschte.
Bonnie schien sich in dem Chaos ganz genau auszukennen und schritt zielstrebig auf einen größeren mit einer Plane abgedeckten Gegenstand zu.
Sie zerrte die Abdeckung kurzerhand mit einem Ruck herunter und enthüllte ein leeres Chassis.
RC pfiff durch seine Zähne.
„Gut, dass ich gleich zwei der Rohchassis bestellte.“


Ich schaute auf das unlackierte Skelett eines Autos, welches weder Räder, Motor noch eine
Innenausstattung hatte.
Das würde jede Menge Arbeit für uns bedeuten dies in KITT zu verwandeln
„Würdet ihr mir mal helfen?“
Bonnies Worte rissen mich und RC aus unseren Überlegungen, wobei sich RC viel schneller
fasste.
Ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht.
„Wie in alten Zeiten oder? Was wir schon mal schafften, dürfte ein zweites Mal kein Problem sein. Alles was wir brauchen ist ja hier.“
Er machte eine weit ausholende Geste.
Und es stimmte.
Zwei Sitze und eine komplette Rückbank lehnten nicht unweit zwischen zwei Regalen an der Wand, das Armaturenbrett mit allen erforderlichen Einzelteilen erblickte ich in einem Regal daneben, wo verschiedene Kleinteile und Elektronikteile auch gleich parat lagen.
RC hatte sich schon daran bedient und eilte hinüber zur bislang unfertigen Karosserie.

Die Stunden verstrichen.
Aus Mittag wurde Nachmittag und dann Abend.
Im Zeitlupentempo setzte sich das Fahrzeug vor meinen Augen zusammen.
Wurde für eine Stunde in die Brennkammer gebracht, dass der frisch aufgebrachte Lack schnell trocknete. (Eine weitere Erfindung Bonnies war ein schnelltrocknender Lack, auf den man später die neue Lackierung mit der Plasmaschicht auftragen konnte.
Ich konnte nicht viel beisteuern.
Bonnie und RC arbeiteten Hand in Hand und auf ein paar hilfreiche Handgriffe hatte ich
viel Zeit meinen Gedanken nachzugehen.
Nach einer Weile riss mich Bonnie jedoch wieder in die Realität.
„Mike könntest du mir das Armaturenbrett rüber bringen? Danach können die Sitze
montiert werden.“
Als wir dies soweit erledigt hatten, verschwand RC kurz, um wenig später mit einem
kleinen Lastenkran zurück zu kommen.
Innerhalb kürzester Zeit setzte sich der Motor vor meinen Augen und unter meinen
Händen zusammen und ich konnte mir das erste Mal ein Bild von Bonnies ehemaliger und
Mayas jetziger Arbeit machen.
Wobei sich Bonnie hauptsächlich um den elektrischen und elektronischen Teil kümmerte
und RC den mechanischen fertig stellte.
Kurz nach Mitternacht beendeten wir unsere Arbeit und begutachteten unser Werk.
Vor uns stand ein zweiter KITT.
Meinen Blick über KITTs Kopie schweifen lassend, fiel mein Augenwerk auf die
Schnauze, wo mir noch etwas zu fehlen schien.
„Bonnie, meinst du nicht, das du etwas wichtiges vergessen hast?“ fragte ich sie verschwitzt
lächelnd.
„Oh das. Kein Problem.“
Sie packte sich das fehlende Teil aus einem der Regale, packte es an die noch leere Stelle
und hantierte eine Weile im Motorenraum herum.
Kurz darauf schlug sie die Motorhaube zu und trat zur Seite.
Wie gewohnt wanderte nun das rote Lauflicht stetig von einer Seite zur anderen.
„Perfekt.“ Antwortete ich auf ihren fragenden, amüsierten Blick.
Zusammen fielen wir in ein entspanntes Lachen.

Maya blieb überrascht der fröhlichen Stimmung bei ihrem Eintreten in den Toren stehen.
Ich verhielt mein Lachen einen Moment und winkte sie zu uns herüber.
„Wie ich sehe, habt ihr es geschafft.“
Sie lachte nun ebenfalls.
In ihren Händen trug sie einen schwarzen Kasten.
Unzählige Kabel gingen davon weg und hingen schlaff zu Boden.
„Dann lasst uns die Täuschung mal komplett machen.“
Kaum ausgesprochen, machte sie sich an die Arbeit.
Wechselte emsig zwischen oberem und unterem Motorraum und dem Cockpit.
Wir mussten nicht lange warten, da gesellte sie sich schon zu uns und sprach mit einem selbstzufriedenen Ausdruck im Gesicht:
„Jetzt Kitt.“
Aller Augen weiteten sich, als der Motor des Wagens selbstständig startete und das Gefährt zurücksetzte, um im gleichen Zug auf uns zugeschossen zu kommen.
Bonnie ließ sich davon nicht groß beeindrucken und während ich noch irritiert auf  die schwarze Schnauze zu meinen Füßen starrte (der Wagen kam nur wenige Zentimeter von
meinen Schienbeinen zu einem abrupten Halt) rief Bonnie entrüstet aus:
„Du hast doch hoffentlich nicht getan, was es zu sein scheint?“
„Nein nicht ganz. Aber ich konnte Kitt einen Zugang zum Computer erschaffen, indem ich
ein sicheres Netz zwischen den beiden CPUs herstellte. Er kann jetzt beliebig auf diesen
zugreifen und das Fahrzeug steuern.“ Antwortete Maya auf Bonnies Ausruf.
„Gibt es Kitt nun zwei mal?“ fragte ich nun verdutzt.
Maya kam zu mir herüber und erklärte:
„Kitt selbst ist einmalig. Sein Mainprozessor ist fix an seine bisherige Karosserie gebunden,
doch sagen wir mal, geistig kann er seine Fühler ausstrecken und alle Funktionen des
anderen Fahrzeugs nutzen.“
Maya wandte sich bei ihren nächsten Worten wieder Bonnie zu.
„Und wie ich bemerkte hast du ihn nicht nur den Original Scanner angeschlossen, du hast
die gesamte Karosserie verlinkt und die Sensorik, angeschlossen. Bis auf die Legierung
scheinst du an alles gedacht zu haben.“
„Die hätt ich dir auch noch drauf gemacht, leider reichte die Zeit dazu nicht.“
Erwiderte Bonnie.
„Kann er denn auch sprechen?“ kam es mir nun in den Sinn.
Doch anstelle von Maya antwortete mir eine bekannte Stimme ausgehend vom Fahrzeug vor mir.
„Selbstverständlich, Mike. In einem Umkreis von 5km macht es keinen Unterschied neben welchem Fahrzeug sie stehen. Und für fast unbegrenzten Kontakt könnte ich auf das Satellitennetz zugreifen. Doch dies wäre momentan nicht ratsam, da dies womöglich von KARR geortet werden könnte. Im momentanen Aktionsradius ist die Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung jedoch sehr gering. Er müsste schon in unmittelbarer Nähe dazu sein.“ Beeindruckt neigte ich den Kopf.
„Und was hält uns dann noch davon ab, den Plan in die Tat umzusetzen?“
Mit diesen Worten machten wir uns an die Umsetzung.
Während RC in KITT 2 stieg und das Ablenkungsmanöver startete, schlich ich mich hinüber zu KITT.
Ungeduldig wartete ich auf KITTs Zeichen, um mit ihm mittels Tarnmodus, schattengleich in die Nacht abzutauchen.
Mit Genugtuung konnte ich auf seinem Monitor sehen wie sich an den blinkenden Punkt von KITT2 ein weiterer hinzugesellte und ihm folgte.
Unser Plan war aufgegangen.

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