Geister der Vergangenheit

GeschichteAbenteuer / P12
"RC3" Reginald Cornelius III Bonnie Barstow Michael Knight OC (Own Character)
15.04.2018
15.04.2018
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Wie ihr aus der Überschrift schon herauslesen könnt, handelt es sich um eine Weiterführung meiner für den Fan Fic Award der Knight Con 2004 geschriebenen Story "Wandel der Zeit".
Ich wünsche euch hiermit viel Spaß beim lesen.

Die in der Geschichte erwähnten Personen, wie Michael Knight, KITT, Bonnie Barstow u.s.w. gehören zu Knight Rider Glen A. Larson / Universal Studios.

Den Charakter von Michael Knights Sohn habe ich frei erfunden, sowie die Namen weiterer bisher nicht bekannter Personen.

Hiermit erkläre ich, dass ich keinerlei Rechte in Anspruch nehme, und sie allein für die Fans der Serie frei zur Verfügung stelle.

Ich hoffe mit folgender Story die gestellten Ansprüche erfüllt zu haben, und wünsche Euch viel Spaß beim Lesen.

****

Kapitel 1

Knight Mansion LA
Büro Foundation for Law and Government

„Du scheinst den Sinn der Foundation noch nicht verstanden zu haben.“
Michael Knight schaute mich mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck an.
„Wilton Knight wollte nicht eine weitere Einrichtung  allein um das hiesige Gesetz zu vertreten. Er wollte dort weiter machen, wo das eigentliche  Gesetz nicht weiter kam, oder sogar nicht weiterkommen wollte. Denen helfen, die allein gelassen wurden. Selbst wenn es keine Aussicht auf Bezahlung gab.“
Mein verständnisloser Blick animierte ihn wohl zu weiteren Erklärungen.
„In den 80igern Jahren wurde die Foundation allein durch Wilton Knights Hinterlassenschaft und Spenden, großzügiger Investoren finanziert und zu ihrem Ende hin über Wasser gehalten. Von Anfang an uneigennützig, war der kleine Zweig für die Knight Industries ein Dorn im Auge, da von ihrer Seite keine Gelder einflossen, sondern eher für KITTs Wartung Unmengen verschlang. So lange Devon von Wiltons Erbe zehren konnte, mussten sie es tolerieren doch irgendwann waren diese Mittel ausgeschöpft.“
Der Mann vor mir schien mit seinen Gedanken weit weg zu sein.
Wanderte in seiner Erinnerung die Wege längst vergangener Zeiten.
Michael Knight fuhr in seiner Rede fort:
„Spätere Versuche die Foundation wieder auferstehen zu lassen, fehlte es den
Unternehmern an der benötigten Einstellung. Ohne den Geist Wilton Knights war das
ganze zum Scheitern verurteilt. Sie hatten es alle nicht verstanden.“
Er schüttelte traurig seinen Kopf.
Ich verstand es wohl soweit, doch üblich war diese Einstellung nicht.
Ich für meinen Teil hätte diese Form von Unternehmen zum Untergang verurteilt.
„Ich weise diese Aufträge mit voller Absicht ab. Die wollen alle nur von unseren
kostenlosen Diensten profitieren.“
Sein Gesichtsausdruck zeugte für seine Entschlossenheit, als sein Blick auf den Schreibtisch zwischen uns fiel.
Auf Michael Knights Schreibtisch stapelten sich Berge von ungelösten Aufträgen und ich
hatte ihn gefragt, warum keiner davon in Frage kam.
Zu lange saß ich nun schon untätig herum und es juckte mir in den Fingern.
Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf den Mann vor mir, der seinen Vortrag weiter führte.
„Und glaube mir, da draußen gibt es genug Unrecht, um bis zum Ende aller Zeit Arbeit zu haben.“
„Nur scheint keiner davon für dich gut genug zu sein. Ich kann ja nicht dem erstbesten meine Hilfe anbieten.“ Begehrte ich auf.
„Warum nicht? Viel anders habe ich es zu meiner Zeit auch nicht getan. Du musst nur die Augen aufmachen, dann wirst du schockiert sein wie viel Unrecht es auf dieser Erde gibt. Es ist nur schade, dass die Foundation auf ein so kleines Gebiet eingeschränkt ist. Ich wünschte, ich hätte mehr ausrichten können. Doch die Welt ist zu groß für einen einzelnen Mann.“
Mit einem tiefen Seufzen beendete er seinen Satz.
Vor uns piepste der Computer und verkündete den Eingang einer E Mail.
Ich wandte mich zum Gehen, einen letzten Blick auf meinen neuen Arbeitgeber schmeißend, der gleichzeitig auch mein Vater war. Lustlos öffnete er die Nachricht. Eine weitere zum Ablehnen vermutend.“
„Warte Mike. Ich denke die Zeit der Untätigkeit ist gerade für dich zu Ende gegangen.“
Ein zweites Mal piepste es.
Mit dem Öffnen der zweiten Mail änderte sich Michaels Gesichtsausdruck schlagartig von interessiert zu angespannt.
Verbissenen Gesichts schaute er auf den flachen Bildschirm vor sich.
„Was ist geschehen?“
Ich spürte sofort, dass etwas nicht stimmte.
Fragend schaute ich zu meinem Vater hinunter, der schweigend die neue Nachricht studierte. In seinen Wangenmuskeln zuckte es heftig.
Die Nachricht hatte ihn völlig aus der Fassung gebracht.
Was konnte nur solch eine Wirkung bei ihm hervorrufen?
Ich wollte nun ebenfalls einen Blick auf die Mail schmeißen doch Michael drückte die ESC-Taste bevor ich überhaupt etwas sehen konnte.
Im nächsten Moment sprang er von seinem Platz auf und ich machte automatisch einen Schritt rückwärts.
Ich folgte seinen Blicken, die suchend im Zimmer umherstreiften.
„Michael?“ fragte ich vorsichtig.
Sein Kopf ruckte zu mir herum, und als würde er mich erst jetzt wahrnehmen, versuchte er seine Fassung wieder zu finden.
Dann stürmte er aus dem Zimmer. Mich völlig überrascht zurücklassend.

Ich eilte natürlich sofort hinter ihm her, doch der Flur war leer.
Wohin war er so schnell verschwunden?
Ich schaute hinunter in die Eingangshalle wo Amie an ihrem angestammten Platz ihre Arbeit verrichtete.
„Ist Michael gerade an dir vorbei gekommen?“ rief ich über das obere Treppengeländer gelehnt zu ihr herunter.
Amie schaute fragend zu mir herauf und schüttelte ihren mit dunklen Locken gesäumten Kopf.
„Nein Mike. Dein Vater ist nicht an mir vorbeigekommen.“
Das konnte nicht sein.
Der einzige Weg führte durch die Eingangshalle.
Mehrere Stufen auf einmal nehmend rannte ich die Treppen hinab, an Amie vorbei (die mir erstaunt hinter her sah) zur Haustüre hinaus.
Die Auffahrt war leer und allein Barkley der Landschaftsgärtner, ließ seine Heckenschere in der Luft verharren.
Auf meine Frage, ob er Michael gesehen hätte, verneinte er.
KITT.
Kam es mir in den Sinn.
Er musste wissen wohin Michael verschwunden war.
Oder hatte Michael sich zu ihm begeben?
Ich vermutete schon das schlimmste, doch KITT antwortete mir gleich darauf.
„Ich weiß nicht, was Sie meinen Mike. Ich kann ihren Vater im Haus orten.“
Ich folgte seinen Anweisungen und hielt wenig später Michaels Armbanduhr in meinen Händen.
Ich eilte zurück ins Zimmer und starrte den PC an.
Des Rätsels Lösung musste in der zweiten Mail liegen.
Mich auf meines Vaters Platz niederlassend öffnete ich den E-Mail Messenger und klickte auf die letzt eingegangene Nachricht.
Ich konnte sie nicht öffnen.
Frustriert erhob ich mich wieder um hinunter zu KITT zu gehen.

„Mike.“
Ich stoppte meinen Schritt der mich zu KITT hätte bringen sollen.
Bonnie kam mit ihrem Cabriolet um die Ecke gefahren und stoppte neben mir.
KITT musste sie offenbar benachrichtigt haben, denn seid Maya nun ihre Arbeit
übernommen hatte, konnte sie sich voll und ganz ihren Forschungen widmen.
„Stimmt es das Michael verschwunden ist?“
Ich reichte ihr Michaels Comlink.
Fassungslos schaute sie auf die Uhr.
„Steig ein.“ Sie wies mit dem Kopf auf den Beifahrersitz.
Mit quietschenden Reifen setzte sie ihre Fahrt zu ihrem ehemaligen Herrschaftsbereich fort.

„Michael ist weg?“
Ein rotgelockter Kopf tauchte hinter KITTs geöffneter Motorhaube auf.
„Warum hast du mir noch nichts davon gesagt?“
Vorwurfsvoll schaute die schlaksige junge Frau auf den schwarzen Wagen neben sich.
„Es tut mit leid Maya aber -“ ließ KITT den Satz in der Luft hängen.
Grüne Katzenaugen blickten nun mich fragend an.
Ich legte Michaels Armbanduhr auf die Werkbank neben uns.
„Es stimmt also.“ Bemerkte KITT schwach.
„Was ist passiert?“
Bonnie schaute mich scharf an.
Dachte sie, ich wäre Schuld an Michaels Verschwinden?
„Es muss etwas vorgefallen sein, um Michael zu solch einer Handlung zu zwingen.“
Meinte sie weiter.
„Ich kann es nicht genau sagen, aber es muss mit dieser E-Mail zusammen hängen, die er
kurz vor seinem Verschwinden erhalten hatte.“ Antwortete ich nachdenklich auf ihre Frage.
Ihre Augenbrauen schwangen ein Stück höher und ihr Brustkorb hob sich, als sie scharf die
Luft einzog.
„Welche E-Mail?“
Ich dachte zurück an meinen Versuch sie zu öffnen.
„Ich kann die heruntergeladenen Daten nicht öffnen. Michael hat sie in einen geschützten
Ordner abgelegt.“
Bonnie stürzte hinüber zu einem der PCs und loggte sich im internen Netz ein.
Michaels Zugangscode hatte sie schnell umgangen und kurz darauf schauten wir alle auf
das gleiche, wie schon Michael zuvor.

Eine Videosequenz zeigte das Gesicht einer in mittleren Jahren stehenden Frau.
Ihr rötliches Haar wellte sich in unordentlichen Strähnen um ihren Kopf.
Ihr eines Auge war fast zugeschwollen, aus dem anderen blitze uns aber Kampfgeist entgegen.
„April.“ Stieß Bonnie schockiert aus.
„Ich kann nicht lange sprechen. Hört also genau zu.“ Begann die Frau in dem Video.
Die Nachricht war also nicht nur an Michael gerichtet gewesen.
Was hatte ihn also dazu verleitet auf Alleingang zu gehen?
Die Sprecherin warf einen unsicheren Blick über ihre Schulter, als ein Geräusch hinter ihr erklang.
„Garth hat einen Sohn, und er will seinen Vater rächen. Er hat Baupläne von seinem Vater, mit allen Informationen über Goliath und auch Kitts Molekularversiegelung. Zusätzlich arbeitet er an einem teuflischen Plan. Er hat KARRs CPU. Versucht nicht eine unvorbereitete Rettungsaktion für mich zu starten. Gabriel lässt euch überwachen und würde sofort merken, wenn ihr uns nähert. Gerade Kitt sollte nicht in seine Nähe kommen. Er würde sich ihm auf dem silbernen Tablett darbieten.“
Dann brach die Nachricht ab.
„Wer ist April und wer ist Garth?“ fragte ich in die nun entstandene Totenstille.
Mir war klar, dass beide Personen eine wichtige Rolle bei der Foundation einnehmen mussten.
„April ist die Tochter von Devon Miles. Eine zeitlang hat sie meine Arbeit übernommen während ich eine Auszeit von der Foundation genommen hatte. Sie kennt sich mit Kitts Systemen genauso gut aus wie ich. Garth ist Wilton Knights Sohn und Michaels größter Feind.“
Und da war noch ein Name gefallen.
„Karr?“ fragte ich weiter.
„Wiltons erster Versuch seinen Traum des Automobils der Zukunft. Der eigentliche Prototyp. Kitt ist die Weiterentwicklung. Wir hatten Karr in den 80iger Jahren vernichtet. Zumindest dachten wir das.“
Finster blickte sie auf den Monitor vor sich.
„Ich weiß nicht wer dieser Gabriel ist, noch wie gefährlich er uns werden kann, aber Aprils Warnung sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Erklärte sie weiter.
Nun wussten wir auch warum Michael sich so plötzlich, ohne uns einzuweihen, davon gemacht hatte.

Die Zeit drängte wohl, doch Bonnie hatte darauf bestanden dass ich mich erstmal gründlich in den Fall einarbeiten müsste.
Sie hatte mir die Akten über Garth Knight bzw. Bishop (wie der Mädchenname seiner Mutter lautete) und die des KNIGHT AUTOMATED ROVING ROBOT (Knights automatisch reagierender Roboter) in die Hände gedrückt.
Sie selbst wollte mehr über Gabriel in Erfahrung bringen.
Dann meinte sie noch so etwas wie: „Wir können jede Hilfe gebrauchen, die wir kriegen können.“ Und verschwand wieder in den Wartungsbereich.

Immer mehr vertiefte ich mich in die Unterlagen.
Über Garth Knights Lebenslauf, Michaels erstes Zusammentreffen, indem KITT schwer beschädigt wurde.
Ein Jahr später Michaels Gefangennahme, als Garth aus dem Gefängnis ausgebrochen war.
KARR war ein weiteres Thema für sich.
Aus dem was ich über ihn erfuhr, war er ein ernstzunehmender Gegner gewesen.
Mir schauderte es bei dem Gedanken, einem Wagen wie KITT zu begegnen, welcher aber keine Skrupel kannte, selbst menschliches Leben zu gefährden, nur um seine Interessen zu verfolgen.
Dies dürfte nicht einfach werden.
Ich konnte mir vorstellen, welche Rolle April Curtis in diesem Spiel hatte.
Ihr geschwollenes Auge sprach Bände.
Unbewusst knirschte ich mit den Zähnen und ballte die Faust über der Tastatur.

Zwei Stunden später zitierte mich Bonnie zu einer Krisensitzung.

Als ich die Halle betrat, waren Bonnie, Maya, KITT und ein mir bislang unbekannter Mann in eine heftige Diskussion verwickelt.
„Was ist, wenn wir Kitts Ortungssignal einfach deaktivieren? Dann können sie ihn nicht
mehr anpeilen.“
Bonnie schüttelte auf Mayas Vorschlag hin sofort den Kopf.
„Sie könnten ihn wohl nicht mehr überwachen, doch da Kitt sein Signal konstant sendet,
und dies nun schon mehr als 2 Jahrzehnte, würde es sofort auffallen.“
Das fiel in dem Fall schon mal aus.
„Was hat dieser Gabriel bisher eigentlich gegen uns in der Hand?“ fragte der, mir
unbekannte Mann.
Ich versuchte mir in Erinnerung zu rufen, mit wem Michael in den letzten Jahren
zusammengearbeitet hatte.
Ich war auf eine Memberslist der Foundation gestoßen, als ich nach April Curtis
Referenzen suchte.
Nur ein Name passte auf den Mann.
Der nun zu einem stattlichen Individuum herangewachsene Schwarze, konnte niemand
anderes als Reginald Cornelius der III sein.
Laut seiner Akte leitete er nun eine Agentcy zur Ausbildung und Vermittlung von
Bodyguards.
Seiner Statur nach, war er selbst in dieser Branche tätig.
„Bisher wissen wir nichts Genaues. Nur das, was uns April mitteilen konnte. Und von
Knight Industries wurde mir bestätigt, dass Karrs CPU verschwunden ist. Über Gabriel
selbst konnte ich nicht viel in Erfahrung bringen. Er scheint keine Vergangenheit zu haben.“
„Und Michael hat sich ohne ein Wort an euch aufgemacht, um sich allein solch einem
Feind zu stellen? Ich hätte ihm mehr Verstand zugetraut. Aber wie heißt es so schön: Alter
schützt vor Torheit nicht.“
Cornelius Kopf wandte sich KITT zu und schaute nachdenklich auf den schwarzen TRANS AM.
„Wie konnte sich Michael eigentlich ohne dein Wissen absetzen?“
„Michael ist mir für sein Tun keine Rechenschaft schuldig. Und seid mein Hauptaugenmerk nun auf seinen Sohn gerichtet ist, bin ich auch nicht mehr im Stande ihn fortwährend zu überwachen. Zudem hat er uns alle ausgetrickst.“

Ja das hatte er. Dachte ich bei mir selbst.
Nachdem die erste Aufregung vergangen war, hatte ich das Obergeschoss mit KITTs Hilfe nochmals abgesucht, und zum Vorschein war ein bislang unbekannter Geheimgang gekommen, welcher unter anderem im Fuhrpark endete.
Eines der Fahrzeuge hatte gefehlt.

„Dann heißt es nun wahrscheinlich für uns, Michael aus den Händen dieses Gabriels zu bekommen.“ Schlussfolgerte Cornelius.
„Wie können wir das am besten meistem? Wir brauchen einen Plan. Irgendjemand eine Idee?“

Cornelius schien es gewohnt zu sein eine straffe Organisationsstruktur aufzubauen, um Ordnung ins Chaos bringen zu können.
„Was für Möglichkeiten haben wir denn?“ schaltete ich mich nun selbst ein.
Bisher hatte mich noch keiner beachtet, doch überraschte Gesichter beschwor ich auch nicht herauf.
Selbst „RCIII“ schaute mir mit einem lässigem Blick entgegen, doch gleichzeitig merkte ich, dass er mich musterte.
Genügte ich seinen Ansprüchen, um in die Fußstapfen meines Vaters treten zu können?
Sein Gesicht verriet keine Gedanken zu welchem Ergebnis er gekommen war.
Stattdessen nickte er mir freundlich zu.
Sein Gesicht ließ auf einen humorvollen, lebensfreudigen Charakter erahnen, welcher aber vom Ernst der Lage in den Hintergrund getränkt worden war.
„Ich schätze du bist Michael Knight Junior?“
Es klang mehr nach einer Feststellung.
Ich nickte, fand aber, dass ich ihn gleich auf meinen bevorzugten Rufnamen hinzuweisen hatte.
„Bitte nur Mike. Michael ist mein Vater. Irgendetwas muss es ja geben um uns auseinander zu halten.“
Ein leichtes Grinsen glitt über Cornelius Züge.
„Dann nenn mich bitte einfach RC.“
Damit war die Begrüßung abgeschlossen und wir kamen wieder auf unserer eigentliches Thema zu sprechen.
Nun nahm ich das Wort an mich.
„Die Zeit läuft uns davon. Mit jeder Stunde die vergeht, arbeitet sich Gabriel näher an sein Ziel heran, und das Michael in seine Hände gefallen ist, ist nicht sicher, aber auch nicht ausgeschlossen.“
Angespannte Gesichter folgten meiner Rede und nickten bestätigend zu meinen letzten Worten.
In meinem Kopf arbeitete es.
Wo sollte ich anfangen?
Zum einem wussten wir nicht, wo wir zu suchen anfangen sollten, (Michael war uns da einen Schritt voraus gewesen) und zum anderen hatten wir das Problem, dass jeder Schritt außerhalb der Mauer, die um das Grundstück der Foundation führte, mit Argusaugen überwacht wurde.
„Wir haben einen Vorteil. Kitts Cover Modus.“
Auf sämtlichen Gesichtern erschien ein fragender Ausdruck.
„Cover Modus?“ Kam es von RC.
Bonnie drehte sich kurz zu RC, um ihm die neue Tarnvorrichtung zu erklären.
RC folgte ihrer Eröffnung über KITTs neuer Fähigkeit mit großem Interesse.
Darauf richtete sie ihr Wort wieder an mich.
„Auch wenn KITT für ihre Augen unsichtbar ist, ihre Peilungsgeräte können ihn klar und deutlich weiterhin orten.“
„Dann müssen wir das Signal zum Schein von hier ausstrahlen, während KITT seines abschaltet.“ Konterte ich auf Bonnies Erklärung.
„Das ist nicht so einfach, Mike. Ja, ich könnte das Signal kopieren, wobei es aber für mich unmöglich ist es rechtzeitig einzuschalten. Es müsste auf einen Bruchteil einer Millisekunde genau, mit dem Ausschalten von Kitts Signal eingeschaltet werden. Was Kitt natürlich am besten bewerkstelligen könnte. Das Problem hierbei: Sein Sender und der des Zweitsignals würden sich auf solch 100%ig gleicher Frequenz neutralisieren und zu einem Kurzschluss führen. Und eine noch so kleine Abweichung könnte messbar sein. Karr könnte es noch am leichtesten feststellen, da er und Kitt mit nahe beieinander liegenden Frequenzen senden. Nur das er seines schon vor Ewigkeiten deaktivierte.“


Sichtwechsel zu Bonnie

Bonnies Gedanken schweiften in die Vergangenheit zurück.
Zwei eklige Typen, Obdachlose, waren in KARRs Besitz gelangt, und während der eine nicht viel im Kopf hatte, war der andere schnell auf die Idee gekommen, KARR für seine Zwecke zu missbrauchen.
Der Wagen hatte das Spiel soweit mitgespielt, wie er die Menschen für seine eigenen Zwecke gebrauchen konnte, und sich zu guter letzt ihrer entledigt.
Damals war Bonnie das erste Mal mit ihm in Kontakt geraten und es schauderte ihr bei dem Gedanken, dass dieses kalte Ungeheuer wieder auf der Bildfläche aufgetaucht sein sollte.
Welche Hülle würde ihm Gabriel geben?
Welche Mittel, um Menschen zu foltern oder gar zu töten?
Sie hatte einen schmerzhaften Stromstoß als Warnung bekommen, als sie ihn hatte sabotieren wollen. Zu was wäre er noch fähig gewesen?
Zum Glück hatte Michael sie dann befreit.
Beim zweiten Zusammentreffen war er um ein deutliches gefährlicher geworden.
Er lernte ähnlich wie KITT, indem er die Eindrücke seiner Umwelt wahrnahm und verarbeitete.
Damals hatte er sich die Hilfe eines jungen Mannes zu Nutze gemacht.
Hatte dessen Begeisterung für Musclecars ausgenützt, sowie ihn mit Geld gelockt.
Gezielt hatte KARR nach dem SEMI gesucht, und sie mit Devon überrumpelt, als sie ahnungslos auf dem Weg zu Michael unterwegs waren.
Er war direkt durch die geschlossene Laderampe gebrochen und nur wenige Millimeter vor Devons Knie zum Stehen gekommen, der schon an die hinterste Wand zurück gewichen war.
KARR hatte es auf Ersatzteile abgesehen gehabt.
Doch der Laser der eigentlich für KITT bestimmt gewesen war, war ihm ein willkommenes Zusatzpräsent gewesen.
So schnell wie er aufgetaucht war, verschwand er wieder.
Eine demolierte Inneneinrichtung und eine unbrauchbare Heckrampe zurücklassend.
Nur mit Hilfe eines Reflektors, den sie noch schnell in KITT nachrüstete, hatten sie KARR schlussendlich besiegen können.

„Könnte er es nicht aus einiger Entfernung?“ fragte ich Bonnie und riss sie mit meinen Worten unerwartet aus ihren Gedanken.
Sie schien mir weit weg gewesen zu sein.
Nun schüttelte sie den Kopf, dass ihr zum üblichen Pferdeschwanz gebundenes Haar von einer Seite zur anderen flog.
„Nein. Innerhalb dieser Wände ist er zu nah. Und außerhalb können sie ihm folgen und würden sofort merken wenn das Signal nicht von dort kommt, an dem er zuletzt gesichtet wurde.“
Eine verzwickte Sache.
„Ok, wir kommen im Moment nicht weiter. Auch wenn uns die Zeit davon zu laufen droht - es nützt uns nichts, wenn wir uns in einer Sackgasse verrennen. Eine Dusche und eine Stärkung können manchmal Wunder bewirken.“
Diese Worte waren von RC gekommen, der mich und Bonnie darauf schon tatkräftig aus der Halle schob.
Maya war als einzige neben KITT stehen geblieben und schaute uns gedankenversunken hinterher.

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