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Failed Mission

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / Gen
Grace Frost Tyr Forseti
13.04.2018
13.04.2018
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Tyr Forseti
Ich parkte den SUV einige Straßen vor dem Ziel und stieg aus. Sofort schlug die Hitze auf mich ein. Eine Schnitterrobe war einfach nicht für den Sommer gedacht.
Egal. Das war jetzt unwichtig. Ich hatte einen Job zu erfüllen. Auch wenn ich irgendwie wegwollte, ich konnte den nicht einfach nicht machen. Das würde mich umbringen.
Durch die spärlichen Schatten schlich ich mich zu dem Haus, in dem Grace Frost wohnte. Nikes Champion saß draußen auf ihrer Terrasse, in irgendein Papier vertieft. Ihre gelockten braunen Haare waren offen und fielen ihr über die Schultern. Ähem, Auftrag, Tyr.
Alles wie geplant. Ohne dass sie mich sah, schaffte ich es, hinter der Ecke des Hauses Stellung zu beziehen. Der schwierigste Teil war geschafft. Jetzt brauchte ich nur noch zuzuschlagen.
So leise wie möglich zog ich mein Schwert.
Ein Rascheln. Schritte. Anscheinend ging sie nach drinnen. Verdammt.
Meine Lokimaske fühlte sich in der Hitze unangenehm auf meinem Gesicht an. Jetzt durfte ich warten, bis sie wieder raus kam. Juhu.
Die Schritte kamen wieder und Papier raschelte. Sie hatte sich wieder hingesetzt und las weiter. Nach einer halben Minute, in der ich wartete, bis sie wieder ganz vertieft war, setzte ich mich in Bewegung.
Ich kletterte lautlos über das Geländer. Nach zwei weiteren Schritten war ich hinter ihr.
Abrupt ließ sie den Stapel Papiere fallen, die sie gelesen hatte. Ich sah, dass sie ein Schwert in der Hand hielt. Anscheinend hatte sie mich irgendwie bemerkt. Sie stand auf und wirbelte herum. Gerade noch rechtzeitig um meinen Schlag zu blocken. Verdammte Scheiße.
Jetzt war es zu spät. Jetzt würde sie mich besiegen. Das wusste ich. Aus dem selben Gefühl heraus, dass mir sagte, wie ich einen Gegenstand zum Töten zu nutzen hatte.
Lieber durch sie als durch die anderen Schnitter. Zumal ich sowieso wegwollte. Und besser jetzt als später.
Ich ließ mein Schwert fallen.
Ich bemerkte, dass das rote Glühen in meinen Augen erlosch.
Als sie das sah, stoppte sie ihre Waffe, sodass sie mich nicht traf.
Konnte sie mich nicht einfach umbringen?
"Was wird das?", fragte sie.
Ich wollte antworten und sah ihr zum ersten Mal überhaupt ins Gesicht. Das hatte ich bisher nicht getan. Es war einfacher, sie als Zielobjekt und nicht als Person zu sehen.
Sie war hübsch, nein, nicht nur hübsch, umwerfend. Auch jetzt, wo ihre violetten Augen misstrauisch zusammengekniffen waren. Ich hätte gerne gesehen, wie sie lächelt.
Plötzlich fiel mir auf, dass ich ja antworten musste.
"Bring mich doch einfach um." Ich versuchte, es in einem Schnittertonfall zu sagen. Es misslang kläglich. Außerdem fiel mir auf, dass ich es nicht mehr so ernst meinte wie eben.
"Beantworte meine Frage." Und ihre Stimme war, obwohl aufgebracht, wunderschön.
"Was wohl, ein Mordanschlag. Misslungen, übrigens."
"Ja ach nee. Und wieso hast du dein Schwert fallen lassen?"
"Weil es  besser für mich ist zu sterben als zu leben."
"Und wieso?"
Was wird das, ein Verhör?
"Was glaubst du, wie die Schnitter reagieren werden, wenn sie erfahren, das ich versagt habe? Außerdem - ich wollte sowieso weg."
Einen kurzen Moment lang blitzten ihre Augen auf. Zu dem stärker gewordenen Misstrauen mischte sich leichte Verwirrung.

Grace Frost
Er sagte die Wahrheit. Ich konnte es nicht glauben, aber es war so. Er wollte tatsächlich gehen.
"Wieso?", fragte ich.
"Weil ich genug habe", antwortete er nach kurzem Zögern. "Weil ich genug Kämpfe, Tode und Blut gesehen habe. Weil ich des Kämpfens müde bin."
Wieder sagte er die Wahrheit.
Es war kaum zu glauben, dass er das Gleiche dachte wie ich. Ich hatte vor ein paar Monaten meine Verpflichtung als Nikes Champion aufgegeben. Aus exakt diesem Grund.
"Nimm die Maske ab."
Widerstandslos tat er, was ich gesagt hatte. Außerdem setzte er die Kapuze ab. Sandblonde Haare, blaugrüne Augen, ein sehr gut aussehendes Gesicht. Er streckte mir seine Hand hin.
"Tyr Forseti."
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