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"Gottes Werk und Teufels Beitrag" - Die (un)romantische Odyssee des Trafalgar Law

von Sasaling
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Eustass 'Captain" Kid Marco der Phoenix OC (Own Character) Trafalgar Law
13.04.2018
12.03.2019
11
31.764
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Dieses Kapitel
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17.04.2018 2.737
 
Leute, ihr seid der Wahnsinn. Wir hätten uns nicht gedacht, dass schon der Prolog so großen Anklang findet. Vielen Dank und dafür haben wir uns beeilt, um euch heute, welch ein Wunder, das nächste Kapitel als Gegenleistung zu spendieren. xD

Wir wünschen euch auch hier, wieder viel Freude beim Lesen.

Lg
Aersling & Saa-chan

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Kapitel 2: Die (un)freiwillige Teilnahme am Chaos


Gelassen, als würde ihm die Welt am Arsch vorbeigehen, lehnte sich der Kapitän der Heart-Piraten an diesem sonnigen, fast wolkenlosen Tag mit den Armen hinterm Kopf verschränkt, an seinen engsten tierischen Freund aus Kindertagen. Jener hatte seine Tiefschlafphase erreicht, bezeugte doch die Speichelblase des Schnarchenden davon. „Ich sagte euch doch… Ich warte auf den richtigen Moment. Hetzt euch nicht. ,One Piece´ läuft uns nicht weg…“, grinste der Fellmützenträger seine Leute an, die sich ebenso an Deck sitzend oder stehen vor ihm versammelt hatten.

„Aber schau doch wie wild es die Leute von Blackbeard dort schon treiben…“, versuchte Penguin erneut seinen Freund und Käpt´n gestikulierend davon zu überzeugen, dass es doch besser wäre ebenso in die ,Neue Welt´ zu reisen.

Doch der Schwarzhaarige dachte nicht mal daran sich mit irgendwelchen hirnlosen Kämpfen herumzuschlagen. Immerhin könnten sich diese Idioten gegenseitig die Köpfe einschlagen so viel sie wollten, ihn interessierte es einfach nicht. Dabei konnte er nicht anders, als kurz an den Aufenthalt auf dem Sabaody Archipel zurückzudenken. Dieser rothaarige Teufel war sicherlich einer der Ersten gewesen, der die gefährliche See auf der anderen Seite der Red Line nun heimsuchte. Ganz zu schweigen von den anderen Übeltätern aus der ,Schlimmsten Generation´.

Shachi indes wusste nicht was er davon halten sollte, immerhin wollte er endlich ein paar Abenteuer auf dem zweiten Teil der Grand Line erleben, er war es auch gewesen, der den Käpt´n diesbezüglich gefragt hatte, doch da der ฿200.000.000 Beli-Mann nicht wirklich den Anschein erregte, dies auch zu tun, war er dem Gespräch nur mehr kommentarlos mit verschränkten Armen gefolgt.

Aber nun schien doch etwas Leben in den Käpt´n zu kommen, als jener sich etwas aufrichtete, während er im selben Moment mit einem gefährlichen Glitzern in den Augen nach seinem Schwert griff, welches er sich an die linke Schulter gelegt hatte. „Schluss jetzt mit dem Herumgemeckere. Haltet die Klappe und folgt meinen Anweisungen…“, wies Law sie an, während seine sadistische Ader teils wieder zum Vorschein kam, „Keine Sorge, ich werde schon sichergehen… den richtigen Thron zu stehlen!!“

Nun war die Crew nicht mehr zu halten, sie waren Feuer und Flamme für ihren Käpt´n. „SENCHŌŌŌŌ~♥“ Geballte Fäuste erhoben sich in die Lüfte, die Mannschaft war sich einig, sie würden dem jungen Mann mit dem schwarz-gelben Hoodie überallhin folgen. „Aye, aye… Senchō“, gab ebenso der schlummernde Bär seinen Senf bei, da er es sich sogar über die Jahre angewöhnt hatte, auch noch im Schlaf seinem Freund, komme was da wolle, zu zustimmen. Und während der Gute sich nun schon wieder für seine Angewohnheiten entschuldigte, hatten ihn diesbezüglich Shachi und Penguin doch nur wieder lautstark zurechtgewiesen, konnte das Ganze Law nur ein süffisantes Lächeln entlocken.

Ja, heute war ein guter Tag, um den ersten Dominostein seines neu ausgetüftelten Plans zurechtzulegen und er freute sich schon auf den Zeitpunkt, wenn er nur durch einen kleinen Schubs die Welt ins bodenlose Chaos stürzen konnte. Mit sich im Reinen zog sich Law sodann seine weiße Fellmütze mit der runden Krempe und den dunklen Punkten tiefer ins Gesicht, um die ruhige Überfahrt von ein paar Stunden bis zur nächsten Insel an Deck dösend zu verbringen.

,Tortuga´ klang doch nach einem spaßigen Fleckchen, nicht?

~Ѡ~


„Das ist er also?“ Neugierig betrachtete Gott den sehnigen Schwarzhaarigen, der direkt neben ihm und dem Teufel auf dem Deck des Schiffes lümmelte und von ihrer Anwesenheit nichts mitbekam. Ein göttliches Antlitz zu erblicken, hatte noch jedes menschliche Gehirn gegrillt und der himmlische Vater bevorzugte es eher dezent. Aber so schlimm sah dieser Trafalgar auf Anhieb nicht aus. Was hatte sich der Teufel nur dabei gedacht? Leicht wehmütig blieb sein Blick an dem schnarchenden Eisbären kleben. Seine Art hatte er im Garten Eden eigentlich noch gemocht, aber nach Lucifers Aktion mit der Schlange waren die ersten Menschen sprechenden Tieren gegenüber ein bisschen arg feindselig geworden und er hatte sie dann doch lieber von der Erde genommen.

Lucifer nickte nur und grübelte vor sich hin. Wen sollte sie als zweiten auswählen? Es musste jemand sein, mit dem sich Trafalgar niemals verstehen würde. Eher sollten sich die beiden den Schädel einschlagen, als dass sie zusammen kämen. Es gab so viele Möglichkeiten und doch fiel ihr auf Anhieb niemand ein. Vielleicht jemand von der Marine? Der würde den Piraten nach Impel Down – sie liebte dieses Gefängnis übrigens. Das hatte ein bisschen was von Dantes Inferno und der war ihrer Vorstellung von der perfekten Hölle überraschend nahe gekommen – schicken und die Wette wäre durch.

Aber es müsste jemand wirklich Starkes sein, damit da nichts falsch lief. Schaudernd raschelte sie mit den Flügeln, als ihr spontan Akainu in den Sinn kam. Der wäre mächtig genug, aber wenn sie ihn während der Wette ausversehen zu einer Sünde verführte und das würde wohl unweigerlich passieren, dann würde er irgendwann bei ihr in der Hölle landen und… Nein. Einfach nur Nein. So eine mürrische Spaßbremse hatte bei ihr nichts verloren. Obwohl er sich sicherlich gut mit der Spanischen Inquisition verstehen würde, aber nein. Eine Welt gewinnen und sich dabei die Unterwelt versauen wäre ein schlechter Deal.

„Und wer ist der andere?“ Leichte Ungeduld schwang in Gottes Stimme mit, er hatte schon mehrfach gefragt, aber keine Antwort bekommen.

„Was?“ Leicht verwirrt fuhr die Teufelin aus ihren Gedanken hoch.

„Dein zweiter Kandidat, Luci.“

„Oh, ich habe mich noch nicht ganz entschieden. Vielleicht trifft er ja bald auf jemanden, der geeignet ist. Ist nur dein Vorteil, dann sind die zwei gleich beieinander und können sich verlieben“, spie Lucifer verächtlich aus und versuchte damit zu überspielen, dass sie noch überhaupt keinen Plan hatte, wen sie nehmen sollte.

Gott schnaubte. Als ob er nicht wissen würde, dass sein missratener Zögling sicher alles im Sinn hatte, außer ihm in die Hände zu spielen. Aber wenn Luci jemanden treffen wollte, bitteschön. Er packte sie am Arm und schwang sich mit ihr in die Lüfte, bis das U-Boot des ersten Kandidaten nur noch ein kleiner, gelber Punkt im endlosen, blauen Ozean war. Am Horizont sah er die Umrisse einer Insel. Perfekt.

„Was hast du vor?“, fragte die Teufelin neugierig.

„Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, also werde ich die Sache jetzt ein bisschen verkürzen“, erklärte Gott und hob die Arme, um einen sanften Wind zu schicken, der die Fahrt zur Insel ein bisschen beschleunigen würde.

Lucifers rote Augen weiteten sich entsetzt. „Du solltest vielleicht-“ Aber es war schon zu spät.

„Was denn?“

„Diese Welt ist viel kleiner, als deine scheiß Erde! Das, was auf deiner Riesenkugel ein laues Lüftchen ist, ist hier ein Orkan!“, kreischte sie und raufte sich entnervt die Haare, während ein plötzlich scharfer Wind übers Meer pfiff und die Wellen hochpeitschte. Kaum war der alte Sack hier, fing er auch schon an zu randalieren. Na klasse!

~Ѡ~


Bepo genoss sein Schläfchen an der kühlen Luft wirklich, hatte er doch sonst immer mit Hitzewallungen im Inneren des U-Bootes zu kämpfen und dass er seinem Käpt´n mal wieder so nah war, erfreute ihn umso mehr. Immerhin liebte er es seine ureigenen Instinkte des Mink-Ships zu praktizieren. Ob er ihn nach einer Dosis jener vielleicht fragen sollte?

Lust hätte er ja schon, nur war seine derzeitige Position zu gemütlich, als dass er etwas daran ändern wollte und sein Freund schien die Zeit an Deck auch mal wieder richtig zu genießen. Also musste seine Kuscheleinheit wohl etwas nach hinten verlegt werden. Aber wie hieß es? Aufgeschoben war nicht aufgehoben.

Zufrieden mit diesem Gedanken wollte der Bär nun wieder etwas tiefer ins Nichtstun absinken, doch plötzlich zuckte seine schwarze Nase und sodann schnüffelte seine Schnauze übertrieben, wie von alleine, nach den neuen Empfindungen. Im nächsten Moment riss er seine Knopfaugen extremst auf und hob auch seinen Oberkörper an, sodass er nun kerzengerade aufrecht saß, dass er dabei dem Schwarzhaarigen seinen Halt genommen hatte, war ihm nicht wirklich aufgefallen.

Jener war einfach zur Seite gekippt, wodurch seine Mütze ihm vom Kopf geflogen war und seine Beine nun im selben Winkel wie er dagesessen hatte, nun in die Luft guckten, schließlich besaß Law doch eine hervorragende Körperspannung. „Mmh, Bepo-ya, was soll denn das?“, murrte er und wollte partout seine Augen nicht öffnen, geschweige denn sich bewegen, doch irgendwann lockerte er seine Position dann doch, da es ihm langsam zu blöd wurde.

Nicht weit von dem ungleichen Paar konnte sich Shachi, genauso wie Penguin, vor lauter Lachen sich gar nicht mehr richtig einkriegend. Ihre Bäuche taten schon weh, denn das Bild, das sich ihnen bot, war einfach zu köstlich und dabei war gar nicht mal ihr Käpt´n in seiner schiefen Lage das Objekt ihrer Belustigung. „Alter, jetzt sieh dir doch mal unsere Schnarchnase an, haha“, deutete Shachi sich halbkrümmend auf den Bären, „als hätte man ihn zu heiß geföhnt!“

„Hehehe, ja, oder als hätte man einen Pudel mit einem Stachelschwein gekreuzt“, stimmte ihm Penguin zu, als jener versuchte sein Lachen noch mit einer Hand am Mund zurückzuhalten, doch vergebens und das Gelächter der beiden erschallte sodann über das ganze Deck hinweg.

Law wollte seine beiden Jugendfreude schon zurechtweisen, denn dass man sich über ihn amüsierte, mochte er keineswegs und als er nun wieder seine Lieblingskopfbedeckung aufgesetzt hatte, war er schon dabei sein Schwert etwas aus der Scheide zu ziehen, doch dann folgte sein Blick doch mal zuerst dem ausgestreckter Finger und als er an den Fleck neben sich blickte, wusste er zuerst nicht, was er jetzt davon halten sollte.

Es war nicht unüblich, dass Bepos Fell sich bei Gefahr oder regem Gefühlsleben hin und wieder aufstellte, doch dieses Ausmaß war sogar für den Bären eine neue Erfahrung. Auf seinem ganzen Körper hatten sich die weißen Härchen aufgestellt und da er mit offenem Overall dagelegen hatte, konnte man dies sogar an seiner Brust erkennen oder besser gesagt, man erkannte eigentlich nichts mehr von dem sonst wohlproportionierten Minkgesicht.

Seine Freunde hatten nun endgültig den Halt verloren und kugelten sich lachend über den Boden, wobei manch anderer an Deck mit den Zweien einstimmte. Sogar der Käpt´n schien sich ein Grinsen nicht verkneifen zu können, doch Bepo hatte davon zuerst gar nichts mitbekommen, war er doch wegen den sich zu schnell ändernden Wetterverhältnissen auf Obacht, denn seine tierischen Instinkte hatte ihm gesagt, dass das Wetter umschlug und sie sich bald einem wahren Unwetter gegenübersehen würden.

„Was ist den los, mein Großer?“, schmunzelte Law und streckte seine Hand nach der Schulter des riesen Plüschhaufens aus. Die Berührung ließ jenen leicht zusammenzucken und ebenso dessen Kopf herumdrehen, um ihm wohl ins Gesicht sehen zu können, doch ob er selbst dies auch tat, konnte der Schwarzhaarige einfach nicht sagen.

„Senchō?!“, rief Bepo etwas überrascht aus, aber dann entsann er sich wieder was eigentlich Sache war. „Ah, schnell! Wir müssen so schnell wie möglich beidrehen…“, versuchte er sich mitzuteilen, doch das Gekicher in einigen Metern von ihm entfernt, lenkte ihn nun doch etwas ab.

„Oh Gott, das ist einfach zu komisch, haha, man kann gar nicht sagen, ob es sein Gesicht oder doch der Hinterkopf ist, mit dem der Käpt´n gerade spricht…“, schlug der rote Mützenträger nun mit der flachen Hand gen Boden und erboste ihn damit nur noch mehr. Schnell, wie auf Knopfdruck, ließ er seine Haare sich wieder anlegen, dabei seine Backen aufplusternd.

„Na wartet, euch werde ich es schon zeigen“, erhob sich der Bär nun und hechte auf die üblichen Unruhestifter zu. Law indes konnte nur den Kopf schütteln, doch im nächsten Moment erfasste ihn eine etwas heftigere Böe und er musste sich den Hut halten, dabei kurz die Augen zusammenkneifend.

„Bepo-ya, treib es nicht zu bunt, du willst ihnen doch nicht die Beine ausrei-“ Doch weiter kam er nicht, denn als er ein Auge wieder geöffnet hatte, um vor sich die raufende Bande ansehen zu können, wobei der Bär auf den beiden Männern saß und je eines derer Beine im Griff hatte und ihnen jenes rückwärts gen Rücken zog, was sie aufjaulen und um Gnade flehen ließ, gesellte sich sein zweites graues Auge keine Sekunde später dazu, aber nur um dann vom dem sich immer dunkler färbendem Himmel und dessen tobenden Sturm nicht unweit von ihnen abgelenkt zu werden.

Scheiße, das war nicht gut. Die Augen des Heart-Piraten weiteten sich um eine Nuance. „Verdammt, hört auf mit dem Mist und bewegt eure Ärsche unter Deck. Es wird gleich mehr als ungemütlich werden!“, rief er nun im Befehlston aus und ließ somit jeden Anwesenden sich der eigentlichen Gefahr bewusst werden.

„Shit. Jetzt seht euch diesen Orkan mal an, der wird ja immer größer…“, staunte es in der Runde mit beängstigten Unterton, wobei die Stimme bei den immer lauter werdenden Sturmgeräuschen schon beinahe unterkam.

„Ah, ja, da war doch noch was…“, sprang der Bär wieder auf die Beine, „Senchō, wir müssen so schnell es geht weg!“

„Ja, das ist offensichtlich, also tu doch etwas dagegen, immerhin bist du der Navigator“, gab Law nur kalt zurück, wobei er nun ebenso stand und der Griff um sein Schwert auf der Schulter nur enger wurde. Wieder sah er Richtung Windhose und hoffte darauf, dass jene nicht noch mehr an Geschwindigkeit zunahm.

Von wegen ruhiger Tag, so viel dazu, aber auf der Grand Line war es einfach nicht anders zu erwarten. Während nun der Bär mit rasantem Tempo und mit in die Luft erhobenen Armen panisch in Richtung Außenschott lief und dabei sogar den ein oder anderen wie einen Kegel im Bowlingcenter aus dem Weg rammte, pfefferte Law seine nächste Order nur noch eindringlicher über das schon höher wellenschlagenden Meer.

„Seht zu, dass ihr die Beine in die Hand nehmt. Räumt das Deck, alle Mann zurück ins Innere und an eure Posten! Macht hinne, wenn ihr später noch in den Genuss von reichlich Alkohol und leichten Frauen kommen wollt!“

~Ѡ~


„Ooops, daran habe ich ja gar nicht gedacht“, meinte Gott nur schulterzuckend und blickte auf die brodelnde und schäumende Masse hinunter, in die sich das Meer zwischenzeitlich verwandelt hatte. Man sagte ihm zwar nach, dass er allwissend war, aber so ganz stimmte das nicht. Sein Wissensvorsprung fußte lediglich auf Milliarden Jahren Erfahrung und da konnte man so eine Kleinigkeit wie den Größenunterschied doch auch mal vergessen, oder? Kein Grund sich gleich aufzuregen.

„Das sehe ich auch! Ich will diese Welt nicht als Trümmerhaufen übernehmen, also halt dich gefälligst zurück!“, ätzte der Teufel mit wütend blitzenden Augen zurück. Manchmal war ihr Vater mehr ein himmlischer Elefant im höllischen Porzellanladen. Ständig machte er ihr alles kaputt, so wie Sodom und Gomorra damals. Da hatte sie sich seinerzeit oft rumgetrieben und extrem lustige Partys gefeiert, aber dann hatte der Alte mal wieder irgendeinen Aussetzer gehabt und die Städte mit Feuer und Schwefel überzogen. Warum? Keine Ahnung, aber sie hatte immer noch den Verdacht, dass Lot, dieser prüde, menschliche Querulant etwas damit zu tun gehabt hatte. Der war Sodoms einziger Anstandswauwau gewesen und ein guter Freund von Gott und der hatte es ja noch nie lassen können seinen kleinen Kumpels bisweilen recht merkwürdige Gefallen zu tun. Naja, wenigstens kam so ein lahmes Pack nicht in die Hölle.

„Tu endlich was!“

Gott blinzelte. „Warum sollte ich? Es geht doch immer noch in die richtige Richtung.“ Es war zwar definitiv mehr Wind geworden als ursprünglich geplant, aber so schlimm war ein Orkan jetzt auch wieder nicht. Da hatte er zu seinen Drangzeiten schon ganz andere Aktionen gebracht und ein Sturm war etwas durchaus Natürliches. Und er würde auch so seinen Zweck erfüllen. Lucifers Auserwählter würde schneller auf die Insel kommen, also war alles gut.

Die Teufelin stöhnte genervt. Wenn sie könnte, würde sie den Sturm wenigstens abschwächen, immerhin mochte sie Trafalgar recht gerne, aber direkt kam sie gegen Gott einfach nicht an.

„Wir sollten wieder nach unten und schauen, wie sich die Menschen so schlagen. Dann können wir auch gleich eingreifen, wenn was schief läuft.“

„Was sollte denn groß passieren, Luci? Wenn das so gute Seemänner sind, wie du sagst, dann bekommen die das schon in den Griff“, kommentierte Gott entspannt.

„Ja, und wenn Trafalgar ins Meer fällt, dann kann ich einen neuen Kandidaten suchen“, maulte sie zurück und zog eine mürrische Grimasse.

„Warum?“

„Weil Trafalgar dann absaufen wird, wie ein Stein! Liegt an einer meiner Erfindungen. Ich nenne sie Teufelsfrüchte.“
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