"Gottes Werk und Teufels Beitrag" - Die (un)romantische Odyssee des Trafalgar Law

von Sasaling
GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Eustass 'Captain" Kid Marco der Phoenix OC (Own Character) Trafalgar Law
13.04.2018
12.03.2019
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13.04.2018 2.140
 
Hallo ihr Lieben,

das hier ist unser  Beitrag zum Projekt “Gott und seine Schafe“. Wenn ihr wissen wollt, wie das Ganze funktioniert und was ungefähr auf euch zukommt, dann schaut einfach in den Account von Sasaling, da ist alles beschrieben.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen.

Viele Grüße,

Saa-chan & Aersling

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“Prolog: Am Anfang war… die Wette”


Mürrisch raste Gott durch das Universum, um den verkommensten seiner Zöglinge zu finden. Er war eigentlich ein gnädiger Gott, aber dieses Mal hatte der Teufel es wirklich zu weit getrieben! Der gefallene Engel hatte sich die letzten Jahrzehnte wirklich ordentlich zurückgehalten und die Erde in Ruhe gelassen, aber das ging wirklich zu weit! Man musste wirklich kein Gott sein, um eindeutig zu erkennen, dass diese Aktion auf Lucifers Mist gewachsen war. Aber der freie Wille, den Evas Lust auf Äpfel der Menschheit beschert hatte, sorgte nun eben dafür, dass die Kinder seiner Schöpfung auch durchaus Willens waren, dumme Entscheidungen zu treffen. Das war eine davon und sie war sicher nicht ohne die hinterhältige Einflussnahme des Höllenfürsten zustande gekommen. Donald Trump als Präsident von Amerika. Eine Katastrophe! Gott wusste, dass die Menschheit es eigentlich besser konnte.

Während er an Planeten, kleineren Kometen und wunderschön schimmernden Gasriesen vorbeizog, erfreute er sich nicht am Anblick seiner Schöpfung, sondern überlegte sich eine gerechte Strafe für Lucifer. Vielleicht ein paar Äonen Hausarrest in der Hölle? Oder wurde es mal wieder Zeit für eine Massenerlösung, damit der Andere keine Seelen mehr in die Finger bekam? Darüber würde er noch nachdenken müssen. Endlich erspähte er die ungefähre Präsenz des anderen und runzelte nachdenklich die Stirn. Was tat Lucifer gerade hier?! In der entferntesten Ecke des Universums, wo Gott seine Teststrecken und ursprünglichen Entwürfe verwahrte, die er letztendlich als Basis verwendet hatte, um dann sein persönliches Meisterwerk, die Erde, zu schaffen.

Langsam glitt er über die Planeten hinweg, immer auf der Suche nach dem gefallenen Engel. Auf dem großen braun-grauen Klumpen, der den ersten Versuch eines Gebirges darstellte, war der Andere schon mal nicht. Der Baum-Planet war ebenfalls leer und die Dinosaurier waren wohl auch auf der Kugel ausgestorben, die er für sie als Reservat angelegt hatte, als er die Tiere von der Erde genommen hatte. Leise Schuldgefühle machten sich in Gott breit. Vielleicht hätte er öfters herkommen und sie füttern sollen, aber auf der Erde war so lange die Hölle losgewesen, dass er die Dinos zwischenzeitlich schlichtweg vergessen hatte.

Über dem Planeten, auf dem er sich das erste Mal an Meeresströmungen, Inseln und Fischen versucht hatte, stockte er plötzlich. Eigentlich war der Planet leer geblieben, nachdem er ihn beiseitegeschoben hatte. Zu symmetrisch war ihm die blaue, runde Kugel damals vorgekommen. Vier Meere. Ein karger, roter Kontinent, der sich wie ein Ring um den Planeten legte und im 90°C-Winkel dazu eine der extremsten und schönsten Strömungen, die er je geschaffen hatte. Sie umschloss den Planeten ebenfalls und als Ausgleich für die rauen Gewässer hatte er ihre Ränder absichtlich stillgelegt. Aber seit wann gab es hier Menschen? Und all diese Tiere?!

Überrascht ließ er sich auf Höhe der Wolkendecke hinuntersinken und betrachtete die Gegebenheiten und das Verhalten der Menschen genauer. Spontan vergaß er, wieso er überhaupt hierhergekommen war. Das waren ja entsetzliche Zustände! In dieser Welt ging es ja fast schlimmer zu, wie in den Zeiten des alten Babylons!

„Gefällt dir, was du siehst?“, schnurrte eine rauchige Stimme neben ihm und Gott wandte sich abrupt um.

Lucifer hatte sich bäuchlings auf einer fluffigen Wolke in der Nähe gefläzt und streckte entspannt die rabenschwarzen Flügel von sich, während sie ihn aus leuchtend roten Iriden musterte. Ihre katzengleich geschlitzten Pupillen ließen ihn nicht aus den Augen und ein spöttisches Lächeln lag auf ihrem zarten Gesicht.

Gott seufzte traurig. Eigentlich waren die Engel alle androgyn, aber Lucifer war damals neidisch geworden und hatte solange gemeckert, als er die ersten Menschen gesehen hatte, dass Gott ihm die Fähigkeit verliehen hatte, ein beliebiges Geschlecht anzunehmen. Seit dem schwankte Lucifer zwischen Mann und Frau wie es ihm beliebte, aber dieses Geschenk hatte leider auch nicht ausgereicht, um den trotzigen Engel davon abzuhalten, sich letztendlich von Gottes Güte abzuwenden. Lucifer war so ein furchtbar ungezügeltes Kind.

„Nein, Luci. Es gefällt mir nicht“, verkündete Gott tadelnd und verschränkte die Arme. „Was hast du hier nur angerichtet?!“

„Und dabei habe ich mir extra Mühe gegeben“, schmollte sie und biss sich gespielt verzweifelt auf die vollen, roten Lippen, während in ihrem Augen der Schalk tanzte. „Ich habe nur die Sachen von der Erde genommen, die du nicht mehr haben wolltest und habe sie hier… aufgehoben, um es mal so auszudrücken. Ein paar Dinosaurier, Meeresungeheuer und sogar die sprechenden Tiere, gegen die Adam und Eva nach dem leckeren Apfel plötzlich so allergisch waren. Oh… und natürlich Menschen, bei denen ich es schade gefunden hätte, wenn sie in deiner Sintflut umgekommen wären.“

Auf Gottes Stirn bildete sich eine tiefe Zornesfalte, bevor er antwortete: „Eine Sintflut wäre hier durchaus angebracht! Hier herrscht überall Chaos und Zerstörung! Wie konntest du nur?! So viel Wut und Hass. Vielleicht sollte ich tatsächlich-“

Lucifers schallendes Lachen unterbrach ihn. Sie schien sich gar nicht mehr einzubekommen und schnappte nach ein paar Minuten schließlich krampfhaft nach Luft und versuchte sich zusammenzureißen.

„Das bringt dich hier nicht weiter, Gott. Schau dir diese Welt doch mal an! Wasser wohin man geht und steht und dank meines letzten glorreichen Einfalls würden hier bei einer Sintflut nur die Schlimmsten überleben“, kicherte sie, nachdem sie sich ein paar Lachtränen aus dem Augenwinkel gewischt hatte und zwinkerte Gott spielerisch zu.

„Warum?“

„Weil auf dieser Welt gerade ein Piratenzeitalter herrscht. Die ganzen schlimmen Finger treiben sich auf den Meeren herum und haben Schiffe. Sie sind das Wasser gewohnt. Und einer davon hat sogar sowas Ähnliches wie die Arche gebaut. Zumindest die Größe passt. Die zucken nicht mal mit der Wimper, wenn der Meeresspiegel steigt“, erklärte Lucifer außerordentlich vergnügt. „Ich finde diese Welt wirklich perfekt gelungen. In den letzten Dekaden war sie sogar wesentlich interessanter als deine olle Erde… und ergiebiger, was die Seelen angeht. Die Leute hier sind so wunderbar enthemmt.“

„War es deshalb so ruhig auf der Erde, Luci? Weil du dich stattdessen hier ausgetobt hast?“, fragte Gott kritisch.

„Also eigentlich habe ich nur zugeschaut. Meistens. Diese Welt ist perfekt für mich. Genau richtig. Ich muss die Leute nicht mal groß anschubsen, viele wollen von selbst sündigen und reißen die anderen dann einfach mit. Ein einziger Mann hat zum Beispiel gereicht, um die ganze Welt vor rund 20 Jahren ins Chaos zu stürzen und er ist nicht mal mit mir verwandt“, erklärte Lucifer mit glücklich leuchtenden Augen. Sie war inzwischen ganz vernarrt in diesen Ort, der am Anfang eigentlich nur ein kleiner Zeitvertreib für sie gewesen war.

Gottes Augen weiteten sich entsetzt. „Nur ein Mann?!“

„Japp, einer. Sein Name war Gol D. Roger und er hat das Piratenzeitalter eingeläutet. Seit dem geht hier einfach nur noch der Punk ab. Wirklich herrlich! Er hat dafür auch einen Ehrenplatz in der Hölle bekommen und frisst und säuft mir jetzt dort regelrecht die Haare vom Kopf, aber ansonsten ist er wirklich ein super Typ.“ Lucifer strich sich eine vorwitzige Strähne ihrer langen, schwarzen Haare aus der Stirn und grinste ein teuflisches Lächeln. Roger war schon sehr speziell. „Aber was wundert dich das? Jesus hat die Erde doch auch im Alleingang gerockt.“

Über seinen Sohn wollte Gott jetzt nun wirklich keine Diskussion vom Zaun brechen und er wollte auf gar keinen Fall, dass sein wunderbarer, sanfter und seit seinem Besuch auf der Erde leider etwas traumatisierter Sprössling mit so einem riesen Sünder gleichgesetzt wurde. „Jesus hat auch Licht und Liebe in die Welt gebracht. Liebe ist das Schönste und Wertvollste, was die Menschen je hervorgebracht haben und-“

„Hier sicher nicht, Gott“, fiel ihm die Teufelin scharf ins Wort. „Der Zug ist abgefahren, diese Welt gehört mir.“

„Du bist naiv, wenn du das glaubst, Luci“, entgegnete Gott kategorisch. Er kannte die Menschen zu lange und zu gut. Sie waren zum Schlimmsten, aber auch zum Besten, fähig. Und auch wenn sie in dieser Welt lange nur den Launen des Teufels ausgesetzt gewesen waren, so waren sie doch seine Schöpfung. Er wusste am besten, was sie konnten und auch hier gab es sicher einen Funken, den man nur leicht anfachen musste, um das Gute wieder zu voller Blüte zu treiben.

Lucifer blies erbost die Wangen auf. Sie hasste es, wenn Gott sie als naiv betitelte. Immer, wenn sie länger mit ihm sprach, gab er ihr das Gefühl, sie wäre noch ein kleines, dummes Kind und wüsste nicht, was sie tat. Natürlich war er das Höchste aller Wesen, aber sie hatte ihm schon so oft ein Schnippchen geschlagen, dass sie definitiv wusste, dass er nicht immer alles unter Kontrolle hatte. Sonst hätte sie diese Welt auch nicht so lange vor seiner Aufmerksamkeit verbergen können.

„Jetzt hör mir mal zu, Alter. Ich gehe jede Wette ein, dass du es nicht schaffst, in dieser Welt deine ach so tolle Vorstellung von Liebe zu verwirklichen!“, fuhr sie ihn darum bockig an. Immer kann er mit der Liebes-Masche ums Eck. Jedes verfluchte Mal musste er ihr damit unbedingt auf die Nerven gehen! Es war so ein schreckliches Thema!

Ein merkwürdig sanftes Lächeln umspielte plötzlich Gottes Gesichtszüge und er setzte sich neben sie auf die Wolke. „Ich halte dagegen. Die Menschen können das, sie haben es noch jedes Mal geschafft. Die Liebe wird auch hier alles überwinden“, meinte er nur.

Nachdem sie sich eine Weile angeschwiegen hatten und Lucifer wohl komplett in Gedanken versunken war, stupste er sie leicht in die Seite, um ihre Aufmerksamkeit wieder ins Hier und Jetzt zu lenken.

Sie zischte missgelaunt. „Was schlägst du als Einsatz vor?“

„Diese Welt, Lucifer. Wenn du gewinnst, überlasse ich sie dir ohne Wenn und Aber für die Ewigkeit und wenn du verlierst, dann gehört sie mir. Und zwar mir allein.“

Lucifers schlechte Laune verflog schlagartig und freudiges Interesse flackerte in ihren roten Augen auf. Ein ganzer Planet unter ihrem alleinigen Einfluss und das auch noch für alle Zeiten. Das wäre absolut genial! Und Gott war immer so ehrlich, dass er sich auch an die Abmachung halten würde, wenn er verlor. Sie hätte damit ihr eigenes Reich jenseits der Hölle. Auf jeden Fall musste sie dafür sorgen, dass sie gewann und sie wusste auch schon ganz genau, wie sie das anstellen würde.

„Eine Bedingung habe ich noch, Gott… Ich werde die Kandidaten für diese Liebes-Aktion heraussuchen und wenn die sich dann wirklich verlieben, dann gestehe ich meine Niederlage ein“, erwiderte sie selbstbewusst und streckte Gott die Hand zur Besiegelung der Wette entgegen. „Wenn du damit einverstanden bist, dann haben wir einen Deal.“

Gott schlug ohne mit der Wimper zu zucken ein, was sie laut auflachen ließ.

„Und jetzt zeig mir die beiden, die du dir dafür auserkoren hast, Luci“, bestimmte er nur ernst. Egal wer es war, die Menschen würden es schon schaffen. Hatten sie bis jetzt immer. Mit ein bisschen Ermunterung in den richtigen Situationen war diese Welt bereits so gut wie sicher von Lucifers verderblichem Einfluss befreit. Ein bisschen göttliche Fügung würde er hier und da walten lassen, um alles in die richtigen Bahnen zu lenken, aber damit hatte Gott bereits mehr als genug Erfahrung. Das würde nach Äonen der sanften Einmischung kein Problem für ihn werden.

Höchst zufrieden packte Lucifer ihren himmlischen Vater an der Hand und schwang sich von der Wolke hinunter. Sie kannte einen Kandidaten, der wunderbar dafür geeignet war, Gottes Plan zu vereiteln. Einen größeren, emotionalen Eisklotz hatte keine Welt je gesehen. Er war sicher nicht in der Lage zu lieben und sie war sich zwar noch nicht ganz sicher, wen sie als seinen Gegenpart auswählen würde, aber es würde ebenfalls jemand sein, der ihre Anforderungen für dieses Spiel bestens erfüllen würde.

Fröhlich summte sie eine tonlose Melodie, während sie mit Gott im Schlepptau über die Meere und Inseln schoss, um ihrem Auserwählten zu finden. Diese Welt hatte sie so gut wie in der Tasche und sie würde alles dafür tun, damit die beiden nicht zusammenfanden. Liebe… pfah! Viel Arbeit würde sie nicht haben, da war sich die Teufelin sicher, aber hier durfte sie nichts dem Zufall überlassen und darum würde sie auch alles tun, um die beiden Auserwählten voneinander fern zu halten. Der Einsatz war viel zu verführerisch, als dass sie hier etwas dem Zufall überlassen würde.

Und da war er auch schon. Was für ein Glück, dass man den Mann aus der breiten Masse immer gut herausfiltern konnte. Er und sein Fortbewegungsmittel waren immer so wunderbar auffällig und Lucifer hatte ihn und seine Aktionen schon mehr als einmal beobachtet. Für dieses Spiel war er einfach perfekt. Ein paar Meter neben ihm hielt sie an und deutete siegessicher auf den Schwarzhaarigen.

„Das ist der Erste. Ich bin mir sicher, du wirst ihn mögen, Gott. Immerhin magst du ja alle Menschen… sein Name ist Trafalgar Law.“
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