Geschichte: Fanfiction / Anime & Manga / One Piece / FFs / Red

Red

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Eustass 'Captain" Kid Trafalgar Law
12.04.2018
12.09.2019
66
71083
18
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-Wir können Sie rächen!-

Diese Worte hallen unaufhörlich in meinen Gedanken wider. Bin ich tatsächlich so schwach? Bin ich psychisch so labil, dass mich diese Worte vielleicht sogar in den Wahnsinn treiben werden?

Ich starre auf das Holz des kleinen Tisches im Wohnzimmer. Ich bin hier her geflüchtet, mit der Ausrede, dass ich etwas Zeit für mich bräuchte. Doch nun bin ich mir nicht mehr sicher, ob mich das schlechte Gefühl in meinem Inneren von Law weg führte, oder ob ich ihm dieses verrückt wirkende Grinsen, welches meine Lippen schmückte als ich die Tür hinter mir schloss, ersparen wollte.

Diese schlechte Gefühl war jedenfalls wieder verschwunden, wenn es denn wirklich existiert hatte. Ich kann mich kaum auf dem Polster der Couch halten und auch das liegt keineswegs daran, dass er mir schlecht geht. Es ist die Euphorie die meinen Körper durchströmt und nicht stillsitzen lässt. Meine aufgeregte Atmung bewegt meinen gesamten Oberkörper.

"Ich kann Rache verüben!", flüstere ich leise zu mir selbst und verfrachte meinen Körper und Geist mit diesen Worten in einen Zustand, den ich als Trance bezeichnen würde.

Meine Augen sind weit aufgerissen und stur auf einen beliebigen Punkt vor mir gerichtet. Ich starre Löcher in die Luft und bemerke dies nicht einmal. Meine Gedanken formen sich zu etwas Unbeschreiblichem. Etwas Bösem. Sie formen sich zu einem Film, der immer wieder vor meinem inneren Auge vorbeizieht und mich fast schon in Exthase zu versetzen scheint. Meine Gedanken, auch wenn sie untypisch und widerlich zugleich sind, verpassen mir ein Kribbeln, welches meinen Gesamten Körper durchströmt und erhitzt. Ich fühle mich gut. Ich fühle mich mächtig. Denn genau das gab mir Law mit seinen Worten. Macht. Ich hatte das Gefühl, dass Alles gar nicht mehr so aussichtslos scheint. Ich würde Jeden, der mir je Leid angetan hat büßen lassen und ich würde es genießen.

Plötzlich breitet sich der metallische Geschmack, nach Blut, in meinem Mund aus. Ich blinzle mehrfach und komme wieder zur Besinnung. Ich löse mich aus der Trance. Ich bemerkte nicht, wie ich summend meinen Körper hin und her gewogen habe, wie das Grinsen einfach nicht von meinen Lippen verschwinden wollte, als ich daran dachte selbst zur Mörderin zu werden.

Erst jetzt merke ich woher der Geschmack nach Blut kam. Ich habe an meinem Nagel gekaut, bis er einriss und sich das Blut seinen Weg bahnte.

Meine Gedanken haben meine Sicht so stark getrübt, dass ich mein Handeln nicht mehr kontrollieren konnte. Zu verlockend waren sie. Ich habe mich von den Bildern in meinem Kopf hinreißen lassen.

Bin ich nun doch dem Wahnsinn verfallen?

Mein Blick richtet sich schlagartig zur Tür, als ich ein Geräusch vernehme. Ich sehe, wie die Klinke herunter gedrückt wird und Law eintritt. Er hat seinen Artzkoffer aus Leder bei sich. Fragend hebe ich eine Braue und sehe zum Halbgott. Er erwidert meinen Blick nicht und reicht mir ohne ein Wort eine Tasse, aus der leichter Dampf empor steigt und ein Geruch zu vernehmen ist, der meine Nase umschmeichelt.

"Trink!", sagt er recht harsch zu mir und lässt mich so meine Frage nach dem Grund, warum er den Koffer bei sich hat, wieder vergessen.

Ich nehme ihm die Tasse ab und setze sie lautlos an meine Lippen. Vorsichtig schlürfe ich an der heißen Flüssigkeit und lasse die herzhafte Brühe meine Kehle hinab laufen und meinen Körper von innen heraus erwärmen. Als der Geschmack meines Blutes gänzlich verschwunden ist, macht sich ein merkwürdiges Gefühl in mir breit. Monatelang habe ich es nicht mehr versprüht. Seit Monaten fühlte ich mich nicht mehr so, wie in diesem Moment. Zufriedenheit, Zufriedenheit war es, die mich nun kräftig durchatmen lässt. Mir wurde ein Ausweg aus meiner jetzigen Situation aufgezeigt. Eine Zukunft ist für mich nun plötzlich wieder möglich.

Meine Mundwinkel zucken erneut leicht nach oben. Ich störe mich nicht einmal daran, dass Law mich nicht aus den Augen lässt bis ich die Tasse bis auf den letzten Schluck gelehrt habe. Bestimmend nimmt er sie mir wieder ab, ergreift meine Hand und setzt sich zu mir.

Seine stahlgrauen Augen bohren sich in Meine und das Gefühl der Macht strömt erneut durch meinen Körper. Ich fühle ich gut. Mit Law an meiner Seite kann mir nichts passieren. Oder irre ich mich?

"Elenore, hör mir zu!", richtet er plötzlich das Wort an mich und holt mich aus meinen Gedanken.

"Auch wenn es dir schwer fallen wird, Alles was in der kommenden Zeit passieren wird, muss mit Sorgfalt geplant und mit Professionalität ausgeführt werden!", sagt er und übt etwas Druck auf meine Hand aus. Sorge blitzt kurz in seinen Augen auf und lässt mich beschämt zu Boden sehen.

"Ich weiß, dass der Gedanke an Vergeltung sehr verlockend sein kann. Doch ich weiß ebenfalls, dass sie uns negativ beeinflussen wird, wenn wir uns ihr zu sehr hingeben!", erklärt er mir ruhig.

Ich nicke nur betroffen und bereue in diesem Moment meine Gedanken. Die Bilder tauchen erneut vor meinen Augen auf und ich muss schlucken.

Ich sehe mich selbst. Ich sehe mich, wie ich blutbeschmiert, bis unter das Kinn bewaffnet, auf die Leichen meiner Peiniger blicke. Jetzt erst wird mir bewusst, wie absurd, krank und abstoßend meine Gedanken waren. Und es macht mich zu einem schlechten Menschen diese Gedanken genossen zu haben.

Schauer jagen meinen Rücken hinunter. Ich friere.

Law hatte meine Eltern sehr gemocht. Er hat ihnen viel zu verdanken und ich bin mir sicher, dass auch für ihn die letzten Monate nicht einfach gewesen sind. Er war im engen Kontakt mit den Mitgliedern, die wahrscheinlich meine Eltern töteten. Trotzdem unternahm er nichts, was seinem Plan schaden könnte. Law handelt überlegt, er ist gefasst und intelligent. Er ist anders als ich.

"Es tut mir leid!", nuschle ich verlegen.

" Entschuldige dich nicht! Nicht dafür!", sagt Law beinahe zornig und erhebt sich von seinem Platz.

Verwundert sehe ich ihm dabei zu, wie er seinen Koffer auf den Tisch stellt, ihn öffnet und etwas im Inneren zu suchen scheint.

"Diese Gedanken und Gefühle, die du nun hast sind zwar verwerflich. Doch wer würde diese Gedanken nicht hegen, wenn einem geliebte Menschen brutal entrissen werden?", sagt er mit dem Rücken zu mir gewandt.

Interessiert recke ich den Hals um zu sehen was er tut und lausche seinen beruhigenden Worten.

"Du darfst dich diesen Gefühlen vorerst nicht hingeben! Es ist wichtig, dass du tust was ich dir sage, egal wie unangenehm es für dich werden kann!", sagt er während er eine Ampulle mit einer klaren Flüssigkeit aus dem Koffer holt und diese mit einer Spritze aufnimmt. Er wendet sich mir wieder zu. Ich starre auf die Spritze und weiche unweigerlich etwas nach hinten. Was hat er vor?

"Du musst mir vertrauen!", flüstert er.

Schnell hat er den Raum zwischen uns überbrückt. Ich spüre, wie er mit etwas kalten über meinen Arm streift und mir darauf die Nadel in meinem Fleisch versenkt.Sein Gesicht ist das Letzte was ich sehe, bevor mir die Augen zufallen.
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