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Zoe West

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Bela Karin Noske Karl Sievers Nikki Stefan Vollmer Tom Harbacher
11.04.2018
13.01.2019
6
10.516
5
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11.04.2018 984
 
Schon seit einigen Stunden saß ich auf den kalten Treppen vor der Wohnung, welches mein neues Zuhause darstellen sollte. Ich zog meine Jacke enger um mich rum als ich die Gänsehaut bemerkte, welche sich amf meinen Armen bildete. Mit einem Seufzen lehnte ich mein Kopf gegen die Wohnungstür und  zog mein Handy aud meiner Jackentasche. 21:36 Uhr. Ich saß bereits seit drei Stunden hier und fragte mich, ob ich auch im richtigen Haus saß, doch das Klingelschild bewies mich eines besseren. 'Frey' zierte das kleine weiße Schild. Die Autos, welche man immerwieder vorbeifahren hörte, machten mich nervös. Könnte ich mich hier jemals wohl fühlen? Ich war es gewohnt vor meinem Fenster eine Landschaft zu haben und von Wäldern umzingelt zu sein. Ich war es gewohnt beim aufstehen von dem Hühnern begrüßt zu werden, von welchen ich regelmäßig Eier einsammelte. Ich wusste schon jetzt, das ich diese Sachen vermissen werde. Ich war ein richtiges Landkind und liebte es mir meine Finger schmutzig zu machen. Mein Dorf verlassen zu müssen, war einer der schlimmsten Sachen, welche ich je machen musste. Mein Dorf war gleichsam meine Familie und auch diesen Teil der Familie musste ich verlassen. Mein Vater verstarb an einem Autounfall, als ihm ein Geisterfahrer auf der Autobahn entgegen fuhr und mein Vater versuchte auszuweichen, fuhr er geradewegs in ein LKW hinein. Erst meinten die Ärzte das er noch eine Chance hatte und sein Zustand sich bessern würde. Kurze Zeit galt er als Stabil, doch dann bekam er Hirnblutungen, an welchen er verstarb. Eine Träne rollte mir über die Wange als ich an ihn dachte. Nie wieder würde ich sein Lachen hören, oder seine tröstenden Worte. Ich konnte nichtmehr in seine Arme fallen wenn ich fiehl. Ich musste jetzt alleine klarkommen. Meine Mutter lebte noch, laut meinem Vater. Diese wollte mich jedoch nie haben. Ich war ein Unfall und meine Mutter bekam mich nur, weil mein Vater es wollte. Einige Monate nach meiner Geburt verließ sie mein Vater, mit der Begründung, er würde sich nurnoch um mich kümmern und würde sie nicht mehr beachten. Ich kannte sie nicht und doch hasste ich sie. Ich war immergut alleine mit meinem Vater zurecht gekommen. Ich brauchte keine Mutter, auch wenn meine ehemalige Nachbarin eine kleine Mutterrolle für mich eingenommen hatte. Sie fuhr mich hierher und half mir mit dem Packen. Sie konnte mich aber, aufgrund ihres hohen alters und ihrer zu kleinen Wohnung, nicht bei sich aufnehmen. Jetzt saß ich hier, vor einer Wohnung eines für mich vollkommen Fremden, und hoffte das dieser bald nachhause kommen würde. Eigentlich musste er Wissen das ich komme. Er war ein Freund von mein Vater gewesen, jedoch verloren sie nach einigen Jahren den Kontakt. Ich sollte ihn auch schonmal getroffen haben, jedoch war ich zu klein, als das ich mich an ihn erinnern konnte. Das Licht im Flur ging an und schnell wischte ich mir die Tränen weg. Ein jüngerer Mann lief an mir vorbei und sah mich irritiert an. ,,Entschuldigung, kennt man sich?" Ich schüttelte den Kopf. ,,Nein, ich bin neu in der Stadt. Ich soll hier bei meinem Paten wohnen, aber dieser ist anscheinend nicht zuhause." ,,Dein Pate wohnt hier? Bist du dir sicher?" fragte er verunsichert und ich nickte. ,,Ja. Bastian Frey. der wohnt doch hier, oder nicht?" Langsam nickte der junge Mann und ich konnte schwören, dass ein Funke mitleid in seinen Augen zu sehen war. ,,Okay, ähm, soll ich dir den Schlüssel geben? Ich habe ein ersatz Schlüssel von ihm oben." ,,Das wäre super, danke." mit einem kleinen Lächeln stand ich auf und folgte dem Mann. ,,Warte kurz hier." bat er mich als er seine Tür aufschloss. ,,Wie kommt's das du bei deinem Paten wohnen musst?" rief er aus seine Wohnung herraus und vorsichtig lugte ich hinein. ,,Er ist der einige zu den ich kann." Antwortete ich und nahm ihm dankend den Schlüssel ab, als er wieder aus seiner Tür kam. ,,Dann sind deine Eltern...?" er sprach die Frage nicht ganz aus, aber ich wusste was er meinte. Also nickte ich leicht. ,,Ja." meine Stimme war leiser bei dieser Antwort und Mitfühlend nickte mein neuer Nachbar. ,,Das tut mir leid." ,,Danke." Ich verabschiedete mich von ihm und machte mich auf zu der Wohnung meines Paten. Ich schloss die Tür auf und die Kälte aus dem Flur, wurde von einer stickigen und viel zu warmen Temperatur umhüllt. Mit gerunzelter Nase lief ich in die Wohnung und schloss die Tür hinter mir. Erst jetzt fiehl mir der stechende Geruch des Alkohols in die Nase. Ich schaltete das Licht an und lief sofort zum nächst besten Fenster, um dieses auf zu reißen. Ich wartete einige Sekunden, bis ich mich traute die nächste Tür zu öffnen. Das Wohnzimmer lag voller Bier und Wodka Flaschen. Auch hier steuerte ich zunächst auf die Fenster zu um diese zu öffnen. Auch die restlichen Räume wurden von mir untersucht und durchlüftet, bis ich zum letzten Zimmer ankam. Als ich diese öffnete, sah ich einen schnarchenden Mann in seinem Bett liegen. Kurz blieb ich wie versteinert in der Tür stehen und ließ dieses Bild auf mich wirken. Also doch nicht nicht zuhause. Einfach zu Versoffen um die Tür zu öffnen. Ob das hier auch so aussah als das Jugendamt kontrolliert hat? Auch hier ware es stickig und stank, doch ich traute mich nicht in das Zimmer um das Fenster zu öffnen. Langsam schloss ich die Tür wieder und ging in das fast leere Zimmer. Hier war bloß ein kleines Bett und ein kleiner Schrank. Jedoch sauber. Da der Raum recht klein war, war dieser schnell durchgelüftet und ich ließ mich auf das noch unbezogene Bett sinken. Ein kurzer Augenblick reichte bis mir die Tränen die Wangen hinunter liefen. Das war mein neues Zuhause. Ein Teil meiner Zukunft. Eine große Einwirkung auf mich. Willkommen in der Hölle...
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