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-[Igor Karkaroff]-

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P16 / Gen
Igor Karkaroff
10.04.2018
14.04.2018
2
4.507
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10.04.2018 2.246
 
Anm.:

-OS-Sammlung wird spontan erweitert, daher sind Updates unregelmäßig!

-Wenn es genauere Daten zu Igors Geburtsdaten gibt oder seinem Blutstatus hat kann gerne Bescheid geben da ich hier ansonsten recht frei bin. Im Internet steht, dass er entweder Rein- oder Halbblütig ist, weswegen ich es mir halt selber aussuche. Und Geburtsdaten fand ich nicht. Deswegen gebe ich ihm den 9. Januar 1938 als Geburtsdatum.

-9. Januar. Warum? Ja einfach den Grund, weil ich derzeit sehr Igerus (Igor Karkaroff x Severus Snape) fixiert bin und die einfach füreinander bestimmt sind <3 Und da mich Igor derzeit sehr fasziniert und er eben auch mein Liebling ist, widme ich ihm eine OS-Sammlung <3

-Igerus wird nur höchstens im weiteren Verlauf angehaucht/angedeutet, da hier ja Igor im Vordergrund steht x'D

-Wer mich kennt, weiß, dass ich Lieblinge immer besonders gerne ärgere. Also an Leid wird hier nicht gespart. Sorry ^^' Dazu hab ich ihn einfach zu gerne. Genau wie Severus Snape eben.


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Sommer 1949. Sofia. Bulgarien.

Der Spätnachmittag war eingezogen und der letzte Schultag war endlich beendet. Ein hagerer Junge mit schulterlangem  dichtem aber zerzausten schwarzem Haar und Dreck im Gesicht war dabei sich vom kalten Boden zu erheben. Der Blick in seinen klaren blauen Augen wirkte leer. Er unterdrückte den aufkommenden Drang vor den Augen seiner Peiniger zu heulen. Stattdessen verfinsterte sich sein Blick wieder mehr und am liebsten wäre es ihm, wenn die anderen allein durch seinen bösen Blick umfielen oder abhauten.

Doch auch das half nichts, das wusste er leider gut. Wenn Kinder Langeweile hatten, konnten sie grausam sein. So auch heute wieder. Erneut trat ein Junge, der im etwa gleichen Alter war an ihn heran und bespuckte den jungen Bulgaren abfällig. „Eklig bist du! Weißt du auch warum niemand mit dir befreundet sein will? Schau in den Spiegel! Du siehst wie ein ungepflegtes Mädchen aus. Bist schwach, hässlich und stinkst aus dem Maul wie der letzte Dreck, Karkaroff! Und noch was...“ Der Schwarzhaarige schaute nur finster drein, während er sich mit einem Ärmel seines dunklen Hemdes den widerlichen Speichel seines Gegenübers von der Wange wischte.

„Ich habe gehört, dass du bloß ein Halbblut seist. Ist ja widerwärtig. Und ein Grund mehr nichts mit dir zu tun haben zu wollen. Meine Eltern haben für so was wie euch nichts übrig! Genauso schlimm wie Schlammblüter sagen sie.“ „Ich bin KEIN blödes Halbblut!“, fauchte der junge Igor. Aber da trat auch schon der nächste Junge der Clique heran und trat dem zu Boden Liegenden kräftig in die Seite: „Ja, klar. Rede es dir nur weiter ein! Bist ja eh nichts wert! Ich wundere mich eh, wieso das Durmstrang Institut bloß Schlammblüter ausschließen. Halbblüter sind doch im Grunde genauso wenig wert! Muggelblut in sich zu tragen ist einfach widerwärtig!“

Die Kinder lachten darauf abfällig. Der junge Karkaroff versuchte sich wieder aufzurichten. Doch da trat noch ein reinblütiges Kind heran und schubste ihn wieder zu Boden: „Ach ja? Und wieso bist du dann so schwach? Schau dich doch mal an... Nicht mal wehren kannst du dich!“ „Ihr seid diejenigen, die schwach sind!“, fauchte Igor aggressiv, „In Gruppen auf einen Einzelnen loszugehen, ist auch keine ehrenhafte Meisterleistung!“

Die Kinder lachten unbeeindruckt. „Und? Können wir was dafür, dass du dir keine Freunde zulegen kannst, die dir beistehen, Karkaroff?“ Er hasste es. Alle hassten ihn. Niemand wollte groß mit ihm zu tun haben. Und es machte ihn traurig, wenn gleichaltrige Kinder ihn bloß mit seinem Nachnamen anredeten. Das schmerzte einfach sehr, wie sehr man ihn ausgrenzte und es auf jede Art zeigte. Er hatte auch einen Vornamen. Einen Vornamen, wofür er sich nicht schämte.

Er war Igor. Igor Karkaroff!

Sie versuchten ihm wieder einmal den Tränen nahe zu bringen, doch heute gönnte er ihnen den Sieg nicht! Auch morgen nicht! Irgendwann würde er es ihnen schon zurückzahlen, schwor er sich. Ganz bestimmt. Er erhob sich langsam. Noch war er für sein Alter relativ klein und wirkte sehr zierlich. Auch deswegen verspotteten ihn die Jungs gerne und höhnten drüber. Die Mädchen seines Alters waren auch nicht besser. Sie zeigten gerne wie angewidert sie waren, wenn er sie anlächelte. Oder versuchte Kontakt aufzunehmen. Die meisten machen nur zu deutlich, dass sie ihn eklig fanden und er aus dem Mund stank. Und seine ungepflegten Zähne sahen sie ebenfalls spöttisch an. Von jedem wurde er bloß ausgelacht. Es war schlimm.

Und für jedes Kind war Igor bloß Karkaroff. Es machte ihn immer unendlich traurig. Er stand alleine da mit seinem Kummer. Alle anderen Kinder hatten Freunde, hatten Spaß und redeten freudig. Wie neidisch er von der Ferne ihnen dabei zusah. Er würde so gerne irgendwo dazugehören wollen. Er sehnte sich danach einfach nur Igor zu sein und sich ausgelassen mit jemanden verstehen und sich einfach nur zu unterhalten. Jedes Mal stach ihm etwas in die Brust, wenn er sah wie glücklich andere Kinder waren und nur er stand abseits von alledem und konnte sie nur von weitem beneiden.

Er entwickelte sich mit der Zeit immer mehr zu einem in sich gekehrten Außenseiter, dem keiner trauen wollte und er selber auch keinem mehr Vertrauen schenken würde. Als kluger Mensch überwog dann immer die Skepsis anderen gegenüber. Dass er diese Eigenschaft nicht mehr ablegen würde, würde sich noch in seinem weiteren Werdegang zeigen, die ihn so prägen würden. „Ja hau ab! Kannst ja eh nichts anderes als vor der Wahrheit zu flüchten, Karkaroff!“, rief der Anführer der Clique hinter Igor her, der sich tatsächlich zum Gehen wand. Denn er sah keinen weiteren Sinn sich mit doofen Kindern abzugeben.

Er war nicht blöd und wusste wann er verloren hatte. Mann konnte ihn alles mögliche beschimpfen und er mochte vielleicht nicht so sehr auf sein Aussehen achten wie andere, aber das war ihm ja auch egal. Man konnte ihn als feige bezeichnen. Auch das, ja. Aber eines war er ganz sicher nicht! Dumm. Er war durchaus intelligent. Vielleicht sogar intelligenter als die meisten in seiner Altersklasse.

„Ach, du hast was vergessen, Karkaroff! Hier ein Präsent von uns!“ Ein vergammeltes Ei prahlte am Rücken des schmalen Jungen ab. „Ob das deinen Gestank noch übertrifft wissen wir zwar nicht, aber bitte gern geschehen. Brauchst uns nicht zu danken. Kacka-roff!“ Und erneut ertönte schallendes Gelächter. „Schweine!“, fauchte Igor noch einmal finster und entschwand nun endgültig während er sich dabei das kaputte Ei weitestgehend abklopfte. Der Tag neigte sich dem Ende zu und auch der junge Igor machte sich allmählich auf den Heimweg. Er war wieder einmal nur genervt vom Tag.


Zu Hause angekommen, betrat der künftige Professor und Schulleiter Durmstrangs die Räumlichkeiten. Er entstammte vielleicht nicht gerade aus den wohlhabendsten Kreisen, aber seine Verhältnisse waren auch nicht das was man als arm bezeichnen würde.
Kein Licht war an. Also wie immer, stellte der Junge fest. Wieder einmal waren seine Eltern zu beschäftigt als um zu Hause sein zu können. Und als Einzelkind lebte es sich entsprechend ruhig. Igor warf seine Schultasche in die Ecke, knallte die Haustür zu und blieb in der Tür zur Küche stehen. Ihm war der Appetit vergangen. Dazu war der Tag einfach zu sehr zum Kotzen gewesen! Und das faule Ei, das man nach ihm warf tat sein übriges.

Immer mehr schämte er sich ebenso für seinen Blutstatus. Es war einfach ekelhaft für etwas beschuldigt zu werden was einfach Unsinn war, wie seine Mutter immer zu sagen pflegte! Igor war nicht vollkommen verblödet. Aber wenn man tagtäglich zu spüren bekam wie wenig wert man war und Muggelstämmige sowie teils auch Halbblüter niedergemacht wurden, glaubte er selber fast schon dran, dass es ekelhaft war, wenn sich Muggel und reinblütige Magier sich paarten. Also ging er weiter auf sein Zimmer hoch und schloss sich ein.

Die Dusche ersparte er sich heute. Seine Eltern waren eh nicht da und er fürchtete schon den nächsten Morgen wo er ganz gewiss wieder im Dreck landen würde. Denn seine Eltern sahen nicht gerne, dass er den ganzen Tag nur im eigenen Zimmer blieb. Es war zu einer Gewohnheit geworden auch in deren Abwesenheit seine freie Zeit mehr im Freien zu verbringen als zu Hause. Dass es ihm nicht gut tat, vergaß er für einen Moment immer.

Noch hegte er die kleine Hoffnung, dass er einen Platz finden würde an dem er ungestört war oder, dass noch unwahrscheinlicher jemand sich für ihn interessierte. Was er davon hatte nicht auf den gesunden Menschenverstand zu hören sah er ja jeden Tag aufs Neue. Er musste sich dran gewöhnlich rational zu denken. Gefühlsdusselei und Träumereien brauchten ihn auch nicht weiter, sondern verletzten ihn nur noch mehr. Und gerade das galt es zu vermeiden. Er hasste sein Leben einfach.

Er hatte es einfach satt sich ständig herumschubsen und alles mit sich machen und sich noch beleidigen zu lassen gefiel ihm genauso wenig. Aber er konnte sich auch an niemanden wenden. Das war allein sein Problem! Von klein auf nahm ihn keiner ernst. Er wollte nicht als Petze enden, wenn andere ihn ärgerten und er kurz davor war es Lehrern oder seinen Eltern zu berichten. Das war ein Fehler. Das würde er sicherlich nicht wieder machen. Die Meinungen anderer waren ihm mittlerweile gleich. Sie sollten alle für ihr falsches Tun büßen! Es konnte nicht wahr sein, dass alle machen durften was sie wollen und ungeschoren davon kommen auf seine Kosten.
Nein.
Lieber macht er sich unbeliebt, aber dafür hätte er womöglich seine Ruhe... Womöglich... Es bestand auch die Möglichkeit, dass die Verpetzten sich revanchieren würden. Igor seufzte. Egal was er tun würde. Alles kam auf ihn zurück. Es war schrecklich und er fühlte sich immer mehr einsam und auf sich allein gestellt... Und da ihn eh keiner verstehen würde, fraß er seinen Kummer auch immer mehr in sich hinein. Auch keine Dauerlösung, aber was sollte er auch schon machen? Blieb ja nicht viel übrig, wenn man sich nicht gerade das Leben nehmen wollte- und Igor hing trotz all der Misere noch sehr an seinem jungen Leben...

Wenn mal seine Mutter zu Hause war um für ihn da zu sein dann fühlte er sich wenigsten noch ein wenig wertgeschätzt. Und es tat gut. Mit ihr konnte er reden. Und es half ihm oft die Ungerechtigkeiten durchzustehen. Sie gab ihm die Kraft und die Hoffnung, dass alles sich noch bessern könnte. Aber das kam immer seltener vor. Und entsprechend verlor er immer mehr die Hoffnung, dass sich überhaupt was zu seinen Gunsten besserte...

Aber immerhin würde er nicht mehr lange alleine sein. Bald schon würde Igor endlich auf die Zaubererschule Durmstrang gehen. Und dort würde er das Zaubern ordentlich lernen. Er schwor sich stark zu werden, stärker als alle anderen. Beweisen, dass auch Halbblüter etwas wert waren! Er würde ihnen allen das Fürchten lehren! Er fluchte noch ein Weile vor sich hin mit den Händen verzweifelt gegen die Ohren gepresst, als er wieder an den Nachmittag dachte: „Ich bin kein verdammtes Halbblut! Ich will es einfach nicht sein... Kein bloßes Halbblut...“ Er redete dies wie Mantra auf sich ein, auch wenn er wusste, dass es nicht wirklich viel half, wenn man am nächsten Tag sicher wieder auf ihn herumhakte. Immerhin kannte er die Wahrheit am Besten. Die kann man zwar abstreiten, aber nicht leugnen. Er war nun einmal ein Halbblut. Dafür konnte er doch nichts. Und je mehr man ihn allein deswegen niedermachte umso mehr hasste er sich selber dafür.

Es verletzte ihn immer wieder zutiefst. Selbstzweifel überkamen ihn immer öfters. Wieso nur konnte er nicht so wie die anderen sein. War er echt nicht 'normal' genug? Musste man tatsächlich reinblütig sein um was besseres zu sein? Nur deswegen? Das Herz des jungen Bulgaren schürte sich wieder einmal spürbar zu und er kämpfte stark dagegen an zu weinen. Er war Igor. Igor Karkaroff. Ein Halbblut zwar, aber er dennoch Igor. Wieso nur wollte ihn keiner um seiner selbst verstehen? Der Schwarzhaarige hasste sein Leben von Tag zu Tag immer mehr. Und sich einreden, dass er so war die die anderen funktionierte auch nur bedingt.  Wenn er sein neues Leben als angehender Zauberer lebte würde sicher niemanden unter die Nase binden wollen, dass er bloß ein Halbblut war.

Nein. Ab dann würde er sich nur noch als Reinblut verkaufen. In der Hoffnung, dass sein Leben etwas besser werden würde. Niemand der ihn kannte, würde das sicher in Frage stellen wollen... Und dennoch tat es ihm jetzt noch schrecklich weh, dass er seinen wahren Blutstatus verleugnen muss nur damit es ihm nicht mehr allzu schlecht ging. Aber seine Eltern wollten sicher auch, dass sein Wohl nicht gefährdet wird, oder? Immerhin würde er in der Schule ganz alleine auf sich gestellt sein und soo schnell würde er seine Eltern nicht mehr sehen. Das wünschen sich doch alle liebenden Elternteile für ihre Kinder. Und sicherlich würde er sich dran noch gewöhnen, auch wenn das schlechte Gewissen noch an ihm nagte...

Der junge Karkaroff zog die Beine näher zu sich während er auf dem Boden vor seinem Bett saß. Sein noch relativ kindliches feminin wirkendes Gesicht ließ er in seine Knie sinken und er fing zu schluchzen an. Heiße Tränen bahnten sich ihren Weg über seine schmalen Wangen und er weinte. Igor fühlte sich so dermaßen schwach. Nur die Einsamkeit empfing ihn in ihren Armen. Sie war seine treue Begleiterin. Und würde es womöglich noch eine Zeit lang bleiben. Igor hasste sich. Hasste alles. Er musste endlich lernen mit alledem umzugehen. Schnell groß und stark werden. Und es ihnen allen beweisen was wirklich in ihm steckte. Er war nicht nur irgendwer. Er war Igor! Igor Karkaroff!
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