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Milk & Honey

von DonOvis
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / FemSlash
Cheryl Blossom Toni Topaz
09.04.2018
14.03.2021
4
4.806
7
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09.04.2018 875
 
♬ Musikempfehlung
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Da war sie wieder – dieses rothaarige Biest, mit dem wohl elegantesten Namen, den sich ihre wohlhabenden Eltern ausdenken konnten; Cheryl Blossom.
Sie war sowohl schön, als auch ein Biest, dass sie diesen Klassiker im Monolog spielen könnte und dabei beide Rollen perfektioniert. Erstaunlich, wie etwas so Schönes, zugleich so verdorben sein konnte.

Kaum betraten die Southside Serpents die Schule der Northside, stach Cheryl Blossom nicht nur mit ihrem Aussehen hervor. Als wäre sie das Wahrzeichen dieser Stadtseite, welche Reichtum und Etikette vertrat. Toni hielt nicht viel von den reichen Schnöseln, die hier ihr Unwesen trieben und sich immer wieder aufspielten, als gehört ihnen diese Stadt.
Dementsprechend trat sie damals die Treppen herab, um die neuen Schüler der Southside zu begrüßen – wenn man das ein herzliches Willkommen nennen könnte, was dort aus ihren roten Lippen quellte und eher den Eindruck vermittelte, als bräuchte man einen Exorzisten für die rothaarige Schönheit. Wäre Toni nicht so genervt von ihrer arroganten Aufmachung, wäre sie über ihre Wortwahl möglicherweise beeindruckt gewesen. So aber, hätte sie ihr am liebsten jedes einzelne Wort wieder dorthin zurückgesteckt, wo es herkam.

Cheryl war ihr schon damals aufgefallen, bei dem ikonischen Straßenrennen, als sie ihren Platz mit einer Leichtigkeit abnahm. Obwohl sie ihr hochnäsiges Gehabe nicht ausstehen konnte, war da etwas, dass sie faszinierte. Die rothaarige Schönheit war selbstbewusst, herrisch und komplett von sich eingenommen und trotzdem war da etwas so Zerbrechliches an ihr, dass Toni das Gefühl hatte, sie mit nur einem einzigen Wort zerschmettern zu können.
Erneut erwischte sich Toni dabei, wie sie an Cheryl dachte und dem Gespräch ihrer Freunde kaum folgen konnte, die den Pausenraum für sich eroberten. "Bist du anderer Meinung, Toni?", war es die forschende Stimme von Fangs, der versuchte, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, nachdem er schon zum zweiten Mal fragte. "Hm?", gab sie lediglich von sich und musterte ihren Freund blinzelnd, als hätte er sie aus dem tiefen Winterschlaf geholt. "Was?! Die Klamotten?", fügte sie ihrem ohnehin schon verwunderten Blick hinzu.
So langsam wickelte sie den Gesprächsfaden wieder auf, sowie sie schmunzelnd mit den Schultern zuckte, als wäre es nicht so wichtig. "Der Rollkragen ist doch richtig schick, Sweet Pea", stachelte sie der neuen Uniform entgegen, die sie gezwungenermaßen trugen. Es war ein zweischneidiges Schwert. Einerseits hasste sie es, wie man hier mit ihnen umging und andererseits war es eine verdammte Verbesserung, zu ihrem frühere Leben. Die Southside High war Scheiße und hier konnten sie dem beschissenen Leben tatsächlich entfliehen. Natürlich war es auch Scheiße, wie man sie hier behandelte, aber andererseits ... es war alles nicht so einfach, wie man es gerne hätte.
Dass sich Jughead derart dagegen wehrte und sogar eine Suspendierung in Kauf nahm, konnte sie zwar verstehen aber andererseits ... verdammt! Sie alle könnten hier eine Zukunft haben, Toni könnte mit Jughead und Betty an der Blue & Gold arbeiten. War das nichts? War das keine verdammte Verbesserung?
Im Gegensatz zu Jughead kannten sie nichts anderes als die Southside High. Seit Anbeginn waren sie dort zum Scheitern verurteilt und mussten zusehen, wie sie von Jahr zu Jahr, ihr gesamtes Leben verspielen, ohne etwas dagegen unternehmen zu können.
Toni seufzte schwer, da sie sich wie hin und hergerissen fühlte. Nicht nur, was die Northside High anbelangte, wie sie auf den nächsten Blick feststellen musste, als die kirschrote Bienenkönigin an ihr vorbeistolzierte. Ein verführerischer Duft wehte hinter ihr her, dass Toni deutlich spüren konnte, wie ihr Herz für nur einen Schlag aussetzte. Da war es wieder, das Gefühl der Zerrissenheit, nicht zu wissen, was man tun sollte.

Mit dem Spiegel in ihrer Hand stand Cheryl dort an ihrem Spind und zog sich die vollen Lippen nach. Ein einzelner Blick reichte aus, um Tonis Gefühlswelt ins Schwanken zu bringen, bevor sich dieses wieder mit Wut füllte. "Schicke Uniform, Eliza Doolittle", war es der spöttische Ton, den diese blutroten Lippen verließen.
Obwohl diese Cheryl Blossom so herablassend wie eh und je war, konnte sich Toni noch relativ gut zurückhalten. Aber nur relativ, denn ihre Nerven waren zum Reißen angespannt, sowie sie nur mit den Augen rollte, um an ihr vorbeizustolzieren. Dem Ärger sollten sie hier aus dem Weg gehen, da es hier sehr viel leichter war, suspendiert zu werden, wie man an Fangs sehen durfte. Sollten diese Affen der Northside nur versuchen, sie zu reizen. So schnell würde sie nicht nachgeben und vor ihnen knien.

Tag um Tag, Stunde um Stunde – sie musste nur wiederstehen, ihren Mund aufzumachen und sich fügen, bis sich die Situation von alleine gibt. Was nicht so einfach war, wie man meinen könnte. Vor allem, wenn sich Cheryl Blossom ihr gegenüber stellte und so gehässig ihre Kommentare über sie verschüttete, als wäre es buntes Konfetti.
Die erste Woche auf der Riverdale High war einfach nur mühsam und die darauf folgende, noch viel mehr. Den Regeln zu folgen, sich selbst um 180 Grad verbiegen und dieser Cheryl aus dem Weg zu gehen, war verdammt anstrengend. Aber Toni redete sich ständig ein, dass es die Schule Wert ist. Selbst Fangs und Sweet Pea wollten sich Mühe geben, um sich zu fügen. Ein seltsames und fremdartiges Bild. Aber dennoch war es ihre einzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die wollte sie um keinen Preis verbocken.
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