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Wir haben ein Problem!

von winter81
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
08.04.2018
25.05.2018
6
4.844
8
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Dieses Kapitel
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10.04.2018 695
 
Ellen konnte sich nicht daran erinnern, wann sie je so schnell im Präsidium gewesen war. Sie hoffte nur, dass nicht in der nächsten Zeit irgendwelche Strafzettel wegen des Überfahrens von roten Ampeln oder Geschwindigkeitsübertretungen kommen würden. Ärger hatte sie doch schon genug.

"Ah, guten Morgen Frau Staatsanwältin. Wie geht es Ihnen heute?" Oh Mann, ausgerechnet Grün. Mir bleibt heute auch wirklich nichts erspart. Ihre Gedanken begannen wieder zu rasen. "Ach Herr Grün. Guten Morgen. Danke und Ihnen?" Während der Hauptkommissar anfing über dies und das zu referieren, suchte sie - möglichst unauffällig - mit den Augen die Umgebung ab. Wo steckt er nur? Der rote Mercedes stand auf dem Parkplatz, da war er also. "...aber ich will Sie nun nicht länger aufhalten.", schloss Grün gerade seinen Vortrag. "Herr Grün, Sie halten mich doch nicht auf.", sie schenkte ihm ein warmherziges Lächeln, das er huldvoll entgegen nahm. Sie betraten das Gebäude und sie wandte sich nach rechts zur Treppe. "Herr Grün, könnten Sie mir bitte Herrn Heldt vorbeischicken?" "Hat er wieder etwas angestellt?", Grün zog die Stirn in Falten. "Nein, nein. Es ist nur eine Kleinigkeit. Eine Nachfrage bezüglich des letzten Falls.", es gelang ihr souverän zu wirken. Eine Kleinigkeit? Deine Welt gerät in Schieflage und du nennst es eine Kleinigkeit? "Selbstverständlich werde ich ihn umgehend schicken.", Grün deutete eine Verbeugung an und verschwand schließlich im Gang der Kriminalpolizei.

Sie stieg die Treppe hinauf und ging in Richtung des Büros. Sie sagte ihrer Sekretärin, dass sie nicht gestört werden wollte und Heldt, wenn er denn käme, sofort zu ihr durch könne. Alle anderen sollten später wiederkommen und keine Anrufe. Ihre Sekretärin nickte nur und wandte sich wieder dem Stapel von Papieren zu, der auf dem Schreibtisch lag. Im Büro angekommen zog Ellen die Jacke aus und hängte sie über den Stuhl. Es war warm, so dass sie das Fenster öffnete, um die kühle Luft des Morgens rein zu lassen. Als sie an ihrem Schreibtisch saß, erlaubte sie sich kurz die Augen zu schließen und tief auszuatmen. Als sie sie wieder öffnete, fiel ihr Blick auf Emilys Bild. Braungebrannt und vergnügt lächelte sie in die Kamera. Ellen fing ebenfalls an zu lächeln. Ja, meine Kleine ist erwachsen geworden.

Da es nicht klopfte, begann Ellen mit der Arbeit und zog eine der Schreibtischschubladen auf. Der Fotostreifen fiel ihr sofort ins Auge. Anfangs zögerte sie, doch dann nahm sie ihn in die Hand. Auf dem Rummel letzte Woche in irgendeinem Dorf hatten sie und Nikolas diese Fotos in einem alten Automaten gemacht. War eine ganz schön lange Fahrt gewesen, aber dort war das Risiko jemand Bekanntes über den Weg zu laufen, geringer. Als sie die Bilder sah, wurde ihr Lächeln breiter. So viel Spaß hatte sie schon lange nicht mehr gehabt.

Plötzlich klopfte es. Sie fuhr zusammen und warf den Fotostreifen in die Schublade zurück, die sie mit einem Krachen zuschlug. Dann richtete sie sich auf. "Herein." "Sie wollten mich sprechen?", Kommissar Heldt steckte seinen Kopf zur Tür herein. "Gut, dass Sie da sind. Bitte kommen Sie.", Ellen stand auf und schloss das Fenster. Heldt hatte die Tür ebenfalls geschlossen und ging Richtung Schreibtisch. Er zog Ellen an sich und küsste sie stürmisch. Sofort hatte sie seinen Geruch in der Nase, diesen leicht herben Duft, den sie so gerne roch. Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ er sie wieder los. "Guten Morgen meine Schöne! Ich habe dich heute Morgen vermisst.", sagte er leise und zog sie wieder sanft an sich. "Guten Morgen Nikolas." Sie schaute in seine Augen, sah das Strahlen in ihnen, sein leicht angedeutetes Lächeln. Was mache ich bloß?, dachte sie. Er versuchte sie wieder an sich zu ziehen, aber sie wandte sich ab. "He? Was ist los?" Misstrauisch verzog er das Gesicht. Sie sah aus dem Fenster und atmete tief ein, um sich zu beruhigen. Ihr Herz schlug bis zum Hals. Er legte seine Hand auf ihre Schulter. "Was hast du, Ellen?" Sie drehte sich zu ihm um, schaute ihn an. "Nikolas, wir haben ein Problem."
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