Fliegen wie ein Stein

GeschichteSchmerz/Trost / P16
Felix Brummer / Kummer Till Brummer / Kummer
08.04.2018
08.04.2018
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Vorwort: Gestern entdeckte ich das Lied "Fliegen wie ein Stein von Kraftklub  (Hammer krasses ließ ziehts euch unbedingt mal rein (
https://youtu.be/7y9lbcY3LK0). Und dieses lied lässt mich seitdem nicht mehr los. Und dann kam mir die Idee einen Oneshot zu diesem lied und eben auch zum Thema Tod zu schreiben. Das hier ist jetzt das Ergebnis ich bin gespannt wie ihr es findet. Falls ihr euch in irgendeiner Art und Weise von diese Geschichte getriggert fühlt, hört bitte auf zu lesen. Das ist alles nur Fiktion und hat rein garnichts mit meiner Sichtweise oder sonstigen zu tun. Mir geht es blendend, ich fand es nur interessant mal etwas dazu zu schreiben. An alle anderen:  Viel Spaß beim Lesen!

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6ter Stock
Manche rettet dann die Feuerwehr
Und manche rettet Gott
Aber manche wollen einfach nicht gerettet werden
Manche Leute woll'n stattdessen sterben
5ter Stock
Und die, denen ich begegne
Haben sicher auch Probleme
Aber finden immer Wege
Wege die ich nicht mehr sehe
Denn ich hab mich verlaufen
Allein hier draußen
Hast du dich mal gefühlt, als wärst du nicht zu gebrauchen?
Im Prinzip so als wärst du
Immer nur allein
Sei nicht naiv
Die Sonne scheint nicht
Für alle Menschen gleich
Für manche Menschen scheint die Sonne nie - nicht einen Tag
Immerhin das Economy-Ticket gespart
Wenn ich fliege

"Fliegen wie ein Stein"- Die Kosmonauten
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Mit zittrigen Händen wählte Felix die Notruf nummer. Der leblose Körper seines Bruders der unter ihm lag, hatte jede Farbe verloren. Einzig und alleine seine Schwarzen Augenringe waren ein zeichnen dafür das er noch kämpfte. Till wollte fliegen, irgendwann wollte er einfach davon fliegen, wie Peter Pan. Das hatte er immer wieder gesagt, doch niemandem war aufgefallen was dieser Satz eigentlich bedeutete, niemand hatte geahnt das Till innerlich so verloren war. Felix kniete sich hinunter zu allem was ihm von seiner Familie noch geblieben war, und er war sich nicht sicher wie lange Till noch Kämpfen konnte, kämpfen wollte. Leicht streichelte er Tills schweißnasse Stirn,Tränen fielen drauf, die Haare klebten daran und ließen ihn krank und verletzt wirken. Sein äußeres Erscheinungsbild gleichte endlich dem, welches Till schon so lange gesehen hatte.
Felix hatte sich Sorgen gemacht, hatte seit einer Woche nichts von Till gehört. Er hatte sich für die Proben abgemeldet, jeden Kontakt gemieden, da war Felix zu seiner Wohnung gefahren, hatte ihn gefunden. Halb lebendig halb tot, mit einer dreckigen spritze im Arm. Ohrenbetäubender Krach kam um die Ecke. Ein martinshorn wurde immer lauter. Schwere Stiefel waren im Treppenhaus zu hören. Mindestens 5 Sanitäter rannten zu Till, packten ihn auf eine trage. Das ganze Leben zog an Felix vorbei. Wie konnte er nur all die Jahre verpassen wie es seinem Bruder ging? Wie konnte er zu lassen das der einzige Ausweg seines Bruders die Drogen sein konnten? Die Sanitäter fuhren weg mit Till, Felix blieb alleine zurück, er würde gleich nachkommen. Er suchte in der Wohnung nach einem abschiedsbrief, einem Indiz dafür was Till erlebt hatte, was ihn in den Drogensumpf geführt hatte, doch er fand nichts. Erschöpft setzte er sich ans Fenster, ließ seinen Gefühlen freien Lauf, weinte, sah raus ins kalte Chemnitz, sah in die Stadt die sie alle zerstörte und er wusste in diesem Moment er musste hier weg. Er musste nicht nur zu Till, Nein er musste raus aus Chemnitz, er bräuchte eine Pause von seinem ganzen Leben. Nachdem er sich endlich aufgerappelt hatte fuhr er ins krankenhaus. Er kam sich vor wie in einer billigen Version von Greys Anatomy. Der Geruch nach Desinfektionsmittel stieg ihm in die nase. Das grelle Licht, der helle Boden er fühlte sich als würde er geradewegs in den Himmel aufsteigen. Die Schwestern hatten ihn mit dem gresslichsten Gesichtsausdruck angesehen den er jemals gesehen hatte als er nach seinem Bruder gefragt hatte. Felix rannte, er rannte wortwörtlich um Leben und tot. Als er den Raum erreicht hatte in dem sein Bruder lag wusste er das Till nach Felix' Meinung den Kampf verloren hatte, Doch wenn es nach Till ging hatte er seinen eigenen Kampf gewonnen.

Ich bin geflogen
1ster Stock
Erdgeschoss
Und Boden

Till war geflogen, wie Peter Pan ins nimmerland Er hatte sein letztes Ziel erreicht, auch wenn er damit 100 Herzen brach, reparierte er sein eigenes damit. Er hatte gekämpft bis zum letzten Atemzug hatte er gekämpft, endlich die Erlösung zu finden die er so lange finden wollte. Auch wenn sein Leben dieses schlimme Ende fand, war er sich immernoch sicher ihn würde keiner vermissen.

Tja..hätte ihm das wohl mal jemand gesagt als er noch lebte.

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Das war's! Es ist relativ kurz aber ich habe versucht so viele Emotionen wie möglich hier rein zu packen!

Über Kritik und Anregungen würde ich mich sehr freuen, Eva :)
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