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Vielleicht irgendwann

von Isaria
OneshotSchmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Agron
08.04.2018
08.04.2018
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Der Morgen hatte kaum begonnen, da saß Agron schon oder noch immer gegen die Wand gelehnt und starrte mit nichts sehenden Augen vor sich hin. Seit einer Woche hausten sie jetzt in den Katakomben unterhalb Capuas und noch immer konnte er nicht den Anblick des in seinen Armen sterbenden Bruders loslassen.

Alles, was ihm jetzt noch geblieben war, war sein unstillbarer Durst nach Rache. Die verdammten Römer hatten ihm alles genommen, alles bis auf sein Leben und seine maßlose Wut. Er fühlte sich wie ein entwurzelter Baum, der verzweifelt seine Wurzeln ausstreckt um wieder festen Boden unter sich verspüren zu können.

Er hatte so viel verloren in den letzten Jahren seit die Römer in sein Land, seine Heimat eingedrungen waren. Das Haus seiner Eltern war in einem regelrechten Feuersturm vor seinen Augen entschwunden, Mutter war in den Flammen umgekommen und sein Vater hatte sich verbissen gegen die Römer gewehrt und war doch unter ihren schweren Tritten aus dem Leben gerissen worden.

Die jungen Männer seines Dorfes, einschließlich ihm und seines Bruders waren in den folgenden Kämpfen von der Übermacht der Legionen besiegt und gefangen genommen worden.

Sie hatten sie gebunden und wie Vieh vor sich her getrieben, hinein in ein Dasein der Sklaverei. Er hatte alles in seiner Macht stehende versucht, um seinem Bruder beizustehen, für ihn stark zu sein und ihn zu schützen.

Alles vergebens. Seine Heimat verloren, seine Eltern sterben sehen, als Sklave in Ketten gelegt und nun auch noch den kleinen Bruder an den Tod verloren. Alles was blieb war seine Trauer und dieser Zorn.

Spartacus hatte ihm mitfühlend die Schulter gedrückt und ihm gesagt, dass vielleicht irgendwann eine Zeit kommen würde in der sein Herz wieder mehr fühlen könnte als nur die Leere und den Haß auf die verfluchten Römer und die Trauer um seinen kleinen Bruder.

Viel mehr als das, so hatte ihm der Freund versprochen, war das Gut der Freiheit und der Wille auch andere Sklaven von ihrem Joch zu befreien und vielleicht vereint gegen die Römer zu bestehen und gemeinsam Rache an ihnen zu üben für alles, was sie ihm und den anderen genommen hatten.

Und vielleicht irgendwann würde es auch wieder eine Person geben, die er wieder in sein Herz und in seinen Geist lassen würde, jemanden für den es sich lohnte zu leben, zu kämpfen und nicht aufzugeben.

Vielleicht irgendwann.
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