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Wenn Hass dir die Kehle zuschnürt

OneshotSchmerz/Trost / P12 / Gen
Elf
06.04.2018
06.04.2018
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Hallo, ihr Nanbakasuchtis XD,
ich hoffe, ihr hattet alle einen schönen Tag (:
Da es hier leider so wenige Geschichten zu Nanbaka gibt, wollte ich auch etwas dazu beitragen. Et voilà, hier ist er, mein allererster Oneshot. Aber ich will euch auch gar nicht weiter aufhalten... Viel Spaß beim lesen :)

***

Heiße Tränen liefen ihm über die Wangen. Hass schnürte ihm die Kehle zu.
Seine Klassenkameraden durchbohrten ihm mit ihren garstigen Blicken, spießten ihn regelrecht damit auf. Sie hatten es schon wieder getan.
Hatten wieder mit seinen Gefühlen gespielt, hatten ihm wieder ein kleines Stück seines Selbstbewusstsein geklaut.
Er wollte sich wehren, aber wozu? Die anderen waren in der Überzahl, stärker als er selbst.
Elf schaute in die gehässigen Gesichter seiner Mitschüler, die ihn unsanft hin und her schubsten. Er wollte laut aufschreien, aber aus seiner Kehle erklang nicht mehr als ein leises Stöhnen.

Er atmete erleichtert aus, als es zur Stunde klingelte und alle wieder auf ihre Sitzplätze stürmten. Erschöpft lies er sich auf seinen Stuhl sinken, und wollte sein Federmäppchen aus seinem Ranzen holen. Doch er war nicht da! Langsam drehte er sich zu seinem Banknachbarn.

"Wo hast du ihn versteckt?", fragte er ihn mit matter Stimme. Schon oft hatte er Elfs Sachen während einer Mobbingattake woanders hingelegt.
"Wovon redest du?", antwortete er hämisch. "Tu' nicht so, als ob du von nichts wüsstest", forderte Elf ihn wütend auf.
"Ach, ich glaube, ich weiß, was du meinst. Ich habe gerade etwas in den Müllcontainer geworfen. Ich dachte, es wäre Abfall... ", fing er grinsend an. Böse funkelte Elf ihn an. " Was habe ich dir denn getan?", fragte er traurig, doch sein gegenüber antwortete nicht.

Zornig rannte er aus dem Schulhaus, um seinen Rucksack schnell wieder zu holen.
Tatsächlich konnte er schon von weitem seinen Ranzen auf den Müllcontainer ausmachen. Voller Hass schrie er seine Wut heraus: "Wieso bin ich immer das Opfer?
Ich war immer freundlich zu allen, doch ich wurde immer nur ausgenutzt.
Ich habe nie jemand geärgert, aber ich werde gehänselt. Was ist das für eine kaputte Welt?" Mit bebender Stimme fügte er hinzu:
"Ich hasse meine Mitschüler! Ich würde alles tun, um mich an ihnen zu rächen!"

Plötzlich hörte er ein leises rascheln im Gebüsch. Schnell drehte er sich um und sah gerade noch, wie ein großer Mann mit einer tiefen Narbe im Nacken um die Ecke bog.
Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken.
Schnell hiefte er den Rucksack aus dem Müllcontainer und rannte so schnell er konnte in das Gebäude. Keuchend und blass vor Schreck trat er ins Klassenzimmer.
"Warum bist du schon wieder zu spät, Elf? Ich möchte dich am Freitag nach der siebten Stunde noch einmal sprechen, so kann es nicht weitergehen", schimpfte seine Lehrerin und sah streng über den Rand ihrer Brillengläser. Ergeben nickte er.
Als er die Belustigung in den Augen seiner Mitschüler sah, begann es in seinem Inneren zu brodeln und sein Hass auf sie wuchs.

Den Rest der Stunde verbrachte er damit, seinen Banknachbarn böse anzufunkeln, was dieser mit einem Grinsen erwiederte.

Als die Lehrerin die Stunde beendete, packte er langsam seine Sachen in den Ranzen, während seine Klassenkameraden schon den Pausenhof betraten. Als er sich vergewissert hatte, dass alle seine Mitschüler das Schulgelände verlassen hatten, verließ er zügig das Schulhaus.

Er würde sich beeilen müssen, da es bestimmt gleich zu regnen anfangen würde. Als die ersten Tropfen auf seinen Körper prasselten, legte er schnell noch einen Zahn zu.
Plötzlich spürte er eine eiskalte Hand auf seiner Schulter. Erschrocken zuckte er zusammen und drehte sich unsicher um. Als er den Mann hinter sich erkannte, wurde er kreidebleich im Gesicht. Es war der Mann mit der tiefen Narbe im Nacken. Die Kapuze seines schwarzen Mantels war tief in sein Gesicht gezogen, so dass man seine Gesichtszüge nicht erkennen konnte.
"Wer bist du?", fragte Elf verängstigt.
"Ich bin... nun ja, jemand der dir etwas helfen möchte."
Verwirrt kniff Elf die Augen zusammen. Sollte er nicht lieber weg rennen? Was ist, wenn dieser Mann gefährlich ist? Doch seine Neugier siegte wie so oft über seine Vernunft.
"Wobei wollen sie mir helfen.?"
"Nun, ich habe schon oft gesehen, dass du ohne Grund gehänselt und ausgenutzt wirst. Ist das nicht ein Grund, sich an den anderen Rächen zu wollen?"
"Woher wissen sie das und weshalb sollte ich ihnen vertrauen?"
"Wer weiß? Vielleicht kennst du mich doch besser als du denkst. Und zu deiner letzten Frage: Ich weiß, wie es ist belogen und betrogen zu werden. Ich kenne dieses Verlangen, sich an jemanden Rächen zu wollen...
Ich könnte dir helfen, diesen Wunsch zu erfüllen."
Damit traf der unbekannte Mann ins Schwarze.
Er verstand ihn! Er wusste, wie es ist, wenn man ausgenutzt wird. Er kannte das Gefühl, gehänselt zu werden. Wenn ihn jemand verstand, und ihn zu seiner wohlverdienten Rache verhelfen konnte, dann er!
Elf schaltete seinen Verstand aus und ließ sich nur noch von seinem Hass leiten.
"Ja, ich nehme ihr Angebot an"
Seine Augen blitzten begeistert auf, während sich seine Lippen zu einem fiesen Grinsen formte.
"Doch im Gegenzug musst du mir helfen, mich an den Leuten zu rächen, mit denen ich noch eine Rechnung offen habe. Deal?"
Der Mann hielt ihm seine Hand hin, in die Elf bereitwillig einschlug.
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