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Gokuu Kotetsu - The Tiger among Apes

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Enki Gokuu Samon Gokuu Sugoroku Hajime
06.04.2018
12.01.2021
28
38.571
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17.10.2019 1.814
 
Kapitel 23 Die Nachtschicht in Trakt 13 ( Teil 1 )

„Kotetsu.“, streng sah Enki auf seinen Bruder hinunter. Wenn Blicke Töten könnten, dachte Kotetsu bei sich, wäre er hier und jetzt auf der Stelle gestorben. „Trakt 13 ist unterbesetzt. Ich will das du dort für die heutige Nachtschicht aushilfst.“, der jüngere wurde hellhörig und sein Herz begann aufgeregt gegen seine Brust zu schlagen.

Trakt 13?

Nachtschicht?

Er erinnerte sich, das Hajime ihm gesagt hatte das er heute die Nächtliche Wache übernommen hatte. Kotetsu würde also die ganze Nacht mit Hajime zusammenarbeiten können. Aber Moment …
Der Silberhaarige überlegte kurz.
Es mussten stets mindestens 3 Wärter sein pro Nacht.

Wer wohl ausfiel?

Enki schien die Frage aus Kotetsus Gedanken heraus lesen zu können und erbarmte sich den jüngeren aufzuklären.
„Godai Yamato fällt diese Nacht aus.“, Kotetsu wagte es nicht weiter zu hinterfragen, warum der stets aufgedrehte schwarzhaarige ausfiel. Enki hätte ihm ohnehin nicht darauf geantwortet und zudem ging es Kotetsu eigentlich auch nichts an. Aber ein wenig Sorgen machte er sich nichts desto trotz. Immerhin war Yamato ein äußerst fitter junger Mann und machte nicht den Anschein, dass er leicht krank wurde.

Während Kotetsu sich in seinen Gedanken verlor, hob Enki die Rechte Augenbraue.

„Solltest du in Erwägung ziehen hier Wurzeln zu schlagen, werde ich dir eigenhändig die Beine abschlagen.“, diese Worte holten Kotetsu zurück in die Realität.
„Es war nicht meine Absicht diesen Anschein zu erwecken, Sir.“, er verneigte sich und beeilte sich aus dem Büro seines Bruders heraus zu kommen. Jedes Mal, wenn Enki ihn zu sich beorderte, kam sich Kotetsu vor als würde er in der Höhle einer Mordlüsternen Bestie stehen.
//Irgendwie passt dieser Vergleich auch ganz gut …// fand der Silberhaarige und schmunzelte ein wenig darüber.

Nur wenige Meter später stieß er mit Inori Hakkai zusammen, der eilig um eine Ecke geboren war.
„Entschuldige, Inori.“, der größere zuckte die Schultern.
„Keine große Sache, kleiner.“, hektisch sah der andere Wärter sich um. „Wenn der Vizechefwärter fragt, ob du mich gesehen hast, sag du hast mich nicht gesehen. Alles klar?“
„Aber du stehst doch genau vor mir und ich kann dich ganz deutlich sehen.“
„Tu einfach so! Bitte!“, flehte der größere. „Sieh es als einen gefallen unter Freunden an.“

Freunde?

Betrachtete Inori ihn als seinen Freund?

Kotetsu freute sich über diese Tatsache und nickte. Zu Beginn seiner Arbeit hier auf Nanba hatte er Inoris Gesellschaft als recht unangenehm empfunden aber inzwischen war Kotetsu offener geworden für die verschiedenen Charakteristika seiner Kollegen. Auch für das Schandmaul seines Gegenübers.
„Gut. Wenn Samon fragt, du warst niemals hier.", ein breites Grinsen erschien auf Inoris Gesicht.
„Du bist echt Spitze, kleiner!“, er pattete Kotetsu die Schulter und suchte dann schnell das weite.

Als Kotetsu weiter ging, spürte er ein leichtes stechen in der Schulter die Inori soeben berührt hatte.
Der gutgläubige junge Mann dachte sich nichts weiter dabei und war der Ansicht, dass er sich wohl nur einen Muskel gezerrt hatte.
„Kotetsu!“, Samons Stimme ließ ihn aufhorchen. Der jüngere hatte schon seit Tagen kein Wort mehr mit ihm gesprochen, weshalb sich Kotetsu umso mehr freute, das Samon dieses Schweigen nun brach.
„Hallo Samon!“, begrüßte er ihn fröhlich. Die Miene seines Bruders war allerdings alles andere als fröhlich.
„Hast du Inori gesehen?“
„Nein.“, hielt sich Kotetsu an das Versprechen, das er dem anderen Wärter gegeben hatte.
„Dieser faule Sack...“, knurrte Samon und schlug wütend mit seinem Affenschwanz. Ohne ein weiteres Wort an seinen Bruder zu verlieren stapfte Samon zurück zum Trainingsgelände, um dort wohl oder übel die Insassen alleine zu beaufsichtigen.

Kotetsu hingegen beschloss sich auf den Weg nach Trakt 13 zu machen. Er wollte von dem dortigen Oberchefwärter noch erfahren wo genau seine Aufgaben lagen als Vertretung.
Und er wollte Hajime sehen.

Während der Silberhaarige in der Schnellbahn saß, biss er sich etwas auf die Unterlippe. Seine Gedanken schweiften ab, zurück zu ihrem gemeinsamen Mittagessen vor einigen Tagen. Hajimes Lachen lag noch immer in seinen Ohren und Kotetsu kam es so vor, als sei es noch viel schöner als der Gesang der Vögel, die am Tempel seines Meisters nisteten. Schlagartig kam er wieder zu sich und schüttelte heftig den Kopf. Sein ganzes Gesicht glühte und sein Herz schlug heftig in seiner Brust. „Was ... was denke ich denn da...“, viel Zeit um seine Gedankengänge weiter zu hinterfragen hatte Kotetsu nicht. Der Zug hielt bereits an der Station von Trakt 13 und er machte sich daran das Büro des dortigen Oberchefwärters aufzusuchen.

Der Mann vor ihm war großgewachsen, schien etwa Ende 30 zu sein und besaß ein freundliches Lächeln.
„Gokuu Kotetsu nehme ich an?“
„Ja, Sir.“, gehorsam schlug er die hacken seiner Stiefel zusammen und salutierte vor dem Ranghöheren. Der größere neigte sich etwas nach vorn und musterte ihn ganz genau aus den Dunkelblauen Augen.
„Also ich muss schon sagen ... ihr drei Brüder könntet unterschiedlicher nicht sein.“
„Sir?“, Kotetsus Tonfall war fragend. Der Oberchefwärter stieß ein kurzes lachen aus.
„Enki wirkt wie ein kalter Fels mit Beinen und Samon eher wie ein treues Schoßhündchen des älteren. Aber du dagegen ... du strahlst förmlich vor Kindlicher Begeisterungsfähigkeit und auch deine Male ... sie unterscheiden sich stark von denen deiner Brüder.“, Kotetsu suchte nach einer vernünftigen Antwort und wollte sich ungern eine Erklärung dafür ausdenken müssen, weshalb seine Zeichnungen so anders waren.

Ein Klopfen an der Tür rettete ihn dafür, sich in unverständlichem Geplapper zu verzetteln.

„Wer wird diese Nacht Yamato vertreten, Sir?“, als Hajime das Büro betrat und Kotetsu erblickte, blieb ihm seine Frage fast im Halse stecken.
„Enki San war so freundlich uns seinen jüngeren Bruder zu schicken. Ich bin sicher, er wird dir heute Nacht eine große Hilfe sein.“
„Natürlich, Sir.“, Hajime nickte, sein Blick allerdings ruhte unbewusst nur auf dem anderen Wärter, nicht jedoch auf seinem Vorgesetzten. Dem Oberchefwärter von Trakt 13 blieb das nicht verborgen.
„Ich nehme an, ihr beiden kennt euch bereits.“, stellte er nüchtern fest und klopfte seinem Stellvertreter auf die Schulter. „Nun, dann begebe ich mich in den Wohlverdienten Feierabend und überlasse dir das Kommando.“, nachdem sein Vorgesetzter gegangen war, widmete Hajime seine volle Aufmerksamkeit dem zweiten Gokuu Spross.
„Du bist bereits seit der ersten Schicht heute Morgen im Dienst!“, tadelte Hajime den jüngeren wie ein ungezogenes Kind. „Das müsste Enki doch wissen und trotzdem schickt er dich in die Nachtschicht!?“
„Das ist schon in Ordnung.“, meinte Kotetsu schnell, bevor sich Hajime noch weiter aufregte. „Ich fühle mich fit genug, dich diese Nacht zu Unterstützen.“, mit einem Mal fiel ihm ein, dass er die Gelegenheit versäumt hatte den Oberchefwärter nach seinen Aufgaben zu fragen. Hajime seufzte.
„Na gut … wenn du es selbst so einschätzt kann ich wohl nichts weiter dagegen sagen. Komm, ich zeige dir was genau zu tun ist und dann stelle ich dir die beiden Wärter vor, die mit uns die Nachtschicht übernehmen.“

Alles in allem unterschieden sich die Aufgaben der Nächtlichen Wache nicht besonders von denen der Tagesschichten.
Das beruhigte Kotetsu sehr.
Hajime führte ihn in den Pausenraum von Trakt 13, in dem bereits ein weiterer Junger Mann saß.
„Das ist Seitarou Tanabata, er hat am selben Tag seinen Dienst angetreten wie du.“, der angesprochene sprang sofort auf.
„Ich bin höchst erfreut Sie kennen zu lernen Gokuu San!“, Kotetsu schenkte ihm ein freundliches Lächeln.
„Kotetsu reicht.“, damit reichte er ihm die Hand. Die Haltung des kleineren entspannte sich ein wenig und er nahm die Hand entgegen.
„Bitte Entschuldige … ich … es ist nur … ich habe gehört das der Bruder der beiden führenden Wärter von Trakt 5 uns unterstützen wird und da dachte ich …“, Hajime ließ sich geräuschvoll auf einen freien Platz auf den Sofas fallen, zückte eine Packung Zigaretten und warf Seitarou einen strengen Blick zu.
„Er hat keinen Stock im Arsch, wie seine beiden Brüder. Fall es das ist, was du meinst.“, Seitarou wirkte wie ein geprügeltes Kind und sah entschuldigend zu Kotetsu.
„N … Nein! So habe ich das nicht gemeint! Ich … ich … ich …“, der Silberhaarige versuchte nicht zu lachen. Hajimes trockene Anmerkung betreffend seinen Brüdern und die Reaktion von Seitarou fand er einfach nur komisch.

Hajime teilte jedem von ihnen einen bestimmten Bereich zu, der alle Zwei Stunden Kontrolliert werden musste. Die Zeiten zwischen den Rundgängen verbrachten die drei Männer gemeinsam im Pausenraum.
„Darf ich kurz austreten, Sir?“, fragte Seitarou schüchtern an Hajime gewandt. Dieser nickte und zog an seiner dritten Zigarette. Kaum hatte der jüngste von ihnen den Raum verlassen, herrschte eine unangenehme Stille im Raum. Kotetsu bemühte sich Hajime nicht allzu offensichtlich anzuschauen und saß etwas verkrampft am anderen Ende des Sofas. Erst als sich das Polster neben ihm etwas absenkte, hob er den Blick.
„Du bist recht Schweigsam heute.“, stellte Hajime fest und stieß den letzten Rest Qualm aus, bevor er den Klimmstängel ausdrückte und im Aschenbecher liegen ließ.
„F … Findest du?“, Hajimes Nähe brachte seine Gedanken wieder zum Kreisen und Kotetsu spürte die Hitze in sich aufsteigen.
„Jetzt fang du bitte nicht auch noch an zu stottern! Seitarou kann ich gerade noch so verkraften aber zwei davon sind zu viel!“, stöhnte der Glatzköpfige auf.
„Entschuldige …“, wieder schwiegen sie.
Der Silberhaarige sah auf die Uhr.

Wie lange war Seitarou wohl schon weg?

Ob alles in Ordnung war?

„Sollten wir nicht mal nach Seitarou Chan sehen? Er ist schon ziemlich lange weg und -“, versuchte Kotetsu das Schweigen im Raum zu brechen.
„Kotetsu.“, die Art wie der andere seinen Namen aussprach, sorgte dafür das sich Kotetsus Nackenhaare aufstellten und ein wohliger Schauer über eine Wirbelsäule lief. Als er sich Hajime zuwandte, war dieser noch näher gekommen.
Kotetsu schluckte.
Der prüfende Ausdruck in Hajimes roten Augen wandelte sich und wurde weicher.
Aber auch fragend.
„Ich habe die letzten Tage viel nachgedacht und versucht herauszufinden, warum du ständig durch meine Gedanken kreist.“, die Stimme des größeren war ein leises Flüstern geworden – wieder etwas das Kotetsu als unpassend für einen Mann wie Hajime empfand aber wiederrum auch anziehend.

Anziehend?

Kotetsus Blick wechselte hektisch zwischen Hajimes Augen und seinen Lippen hin und her.
Sein Herz schlug so heftig, das er glaubte der andere müsste es hören.
„Hajime … ich …“, der weiche Stoff von Hajimes Handschuhen legte sich an seine Wangen, fixierten so seinen Kopf.
Er hatte ihn gefangen.
Mit Leichtigkeit, wie ein Raubtier seine Beute.
Und im Namen des großen Tigergeistes! Kotetsu wollte nichts sehnlicher als die Beute dieses Mannes zu sein!
„Lass mich etwas heraus finden, Kotetsu …“, Hajime kam noch näher, seine Lippen bewegten sich auf die des jüngeren zu …

Er konnte bereits den hauchzarten Atem des anderen an seinen Lippen spüren, als …

„Hach, das hat gut getan!“

… als Seitarou durch die Tür zum Pausenraum polterte und die beiden anderen Männer derart aufschreckte, das Kotetsu rücklings über die Armlehne des Sofas fiel.

„AH! Kotetsu Kun, es tut mir leid!“, jammerte Seitarou und wollte seinem Kollegen aufhelfen, als er die Tödliche Aura im Raum wahrnahm.
Und auch den Blick des Vizechefwärters, der sich wie Klingen in seinen Rücken bohrte.

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Also wirklich Seitarou ... du solltest dich was Schämen?
Na, das war wohl nichts mit dem ersten Kuss.
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