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Gokuu Kotetsu - The Tiger among Apes

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Enki Gokuu Samon Gokuu Sugoroku Hajime
06.04.2018
12.01.2021
28
38.571
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06.04.2018 2.836
 
Die warme Frühlingssonne schien auf das kleine Gesicht herab, das vollkommen entspannt in Richtung des klaren Himmels gewandt war. Mit ausgestreckten Armen und Beinen lag er auf der grünen Wiese und genoss die friedvollen klänge der Natur, die ihn umgab.
Dies hier war seine Zuflucht.
Niemand würde ihn hier finden.
Nicht sein älterer Bruder, der sich ohnehin einen Dreck um ihn Scherte.
Und erst recht nicht sein grausamer Vater, der ihn nur wieder Grundlos verprügeln würde.

Also blieb er einfach hier liegen und lauschte.
Das Plätschern eines nahe gelegenen Flusses dran an seine Ohren.
Ebenso das Zwitschern der Vögel über ihm, die in einem der Bäume saßen und fröhlich ihre Lieder sangen. Manchmal versuchte der Junge mit seinem Pfeifen ihre Lieder zu imitieren, doch es gelang ihm nie genauso schön wie sie zu klingen.
Irgendwo im Gras konnte er das tippeln kleiner Pfoten hören und vermutete das es sich dabei um eine kleine Wildmaus handeln musste, die auf der Suche nach ein paar Kernen war.
Ja, sein Gehör war schon etwas ganz Besonderes. Er konnte Dinge hören, die kein anderer zu hören vermochte.
Schöne Dinge.
Aber auch genug unschöne Dinge.
Auf einmal durchfuhr Trauer und Schmerz den kleinen schmächtigen Körper und er öffnete seine Goldenen Augen, die das Licht der Sonne reflektierten ohne ihn zu blenden.
Er setzte sich auf und zog die dünnen Beine dicht an seinen Oberkörper, bevor er seine ebenso dünnen Arme darum schloss und ein schluchzen zu unterdrücken versuchte.
Die Erinnerung an den Morgen dieses Tages kam in ihm hoch und sie war alles andere als schön.

~*~

Neugierig quetschte er sich an seinem älteren Bruder vorbei, um einen Blick auf den wenige Stunden alten Familienzuwachs zu erhaschen.
„Was ist es, Mutter?“, wollte er wissen, erhielt jedoch keine Antwort von seiner Mutter. Diese richtete ihre volle Aufmerksamkeit stattdessen auf den ältesten Sohn der Familie.
„Komm und sieh ihn dir an, Enki.“, der angesprochene Junge – gerade einmal 10 Jahre alt – sah sich das Bündel im Arm seiner Mutter an.
„Er sieht Gesund und Kräftig aus.“, lobte er und warf einen kurzen hass erfüllten Blick auf den zweitgeborenen, der darunter sichtlich zusammen zuckte. Der Blick seines Bruders war gerechtfertigt. Der 3-Jährige wurde kränklich geboren und seit dem Tag an dem sein Leben begann als Schande der Familie gebrandmarkt. Sein Vater sprach nie ein Wort mit ihm und seine Mutter hatte ihr Interesse an ihm verloren, kurz nachdem der Arzt seinen Eltern mitteilte, dass er eine schwache Lunge besaß. Aufgezogen wurde er Hauptsächlich von seiner Großmutter.

Er richtete seine goldenen Augen wieder auf das Neugeborene und versuchte mehr von ihm zu sehen. Ein kleiner Bruder also, wenn er das Gespräch zwischen Enki und seiner Mutter richtig verstanden hatte. Die Decke, in der sein neuer Bruder eingewickelt war, bewegte sich und ein ein rotes Anhängsel schlängelte sich hervor. Enki legte den Kopf schief und schien sich zu fragen, was das zu bedeuten hatte.
„Dein Bruder wurde von dem Schutzpatron unserer Familie gesegnet.“, sie wirkte sichtlich stolz auf den jüngsten zu sein.
„Scheint so.“, erwiderte Enki. Er tat dem Glauben an den Schutzpatron Sun Wukong nur wenig ab, akzeptierte aber das es seine Familie tat.

Die Tür öffnete sich und der Familienvater trat herein – auch wenn er sich nicht gerade wie einer verhielt.
„Mutter sagt, es ist ein Sohn.“, berichtete der älteste. Beiläufig warf der Vater einen Blick auf das Baby und nickte.
„Er scheint gesund zu sein. Sehr erfreulich.“, damit nickte er seiner Frau und Enki zu und verließ den Raum wieder, um sich seiner Arbeit zu widmen.
„Darf ich ihn noch mal ansehen, Mutter?“, wieder blieb die Antwort aus. Die einzige Reaktion kam von Enki, der ihn grob zur Tür schob.
„Stör Mutter gefälligst nicht weiter und geh dich nützlich machen!“
„Aber…“
„Verschwinde.“, die Augen seines Bruders konnten wahrlich töten und so suchte der jüngere Schutz in der Flucht.

Sein Weg führte ihn zu seiner Großmutter, die draußen im Garten saß und dabei war ein Stofftier für den jüngsten zu nähen.
„Ah Kotetsu, mein Schatz komm doch her und erzähl Großmutter wie dir dein kleiner Bruder gefällt.“
„ich konnte ihn nicht genau anschauen.“, gab er kleinlaut von sich und setzte sich neben die alte Frau, schmiegte sich regelrecht an sie und versuchte nicht zu weinen. Sie spürte die erschütterung des kleinen Körpers neben sich.
„Scht, nicht weinen.“, sie legte die Näh Utensilien beiseite und legte eine schützende Hand auf den Kopf des zweiten Sohnes.
„Großmutter, warum Hasst mich jeder?“, auf diese Frage Antwortete seine Großmutter nicht, stattdessen streichelte sie einfach seinen kleinen Kopf weiter. Durch diese Zärtlichkeit entspannte sich der Junge wieder etwas und setzte sich aufrecht hin. „Ich hole dir etwas zu Trinken Großmutter!“, er sauste zurück ins Haus und wollte seiner Großmutter gerade ein Glas Wasser bringen, als ihn jemand grob im Genick packte.
„Deiner Mutter zuliebe duldete ich dich eben in ihrer Nähe.“, grollte eine tiefe, bedrohliche Stimme hinter ihm. Der Junge gefror zu Eis vor Angst und wagte nicht einmal zu Atmen. Langsam löste sich der Griff aus seinem Genick. „Umdrehen.“, der Tonfall seines Vaters ließ keinen Platz für Wiederworte und so gehorchte Kotetsu, hielt aber den Blick gesenkt um seinem Vater nicht noch mehr Gründe zu geben Wütend zu sein. „Ich sagte dir bereits mehr als einmal, dass ich dich kleinen Bastard nicht in meinem Haus dulde.“, Kotetsu hörte das Knacken von Fingerknöcheln und konnte schon jetzt die Tränen in seinen Augen brennen spüren. „Sieh mich an.“, nein… niemals würde Kotetsu das tun! „Sieh. Mich. An.“, der Junge schluckte.
Nein.
Nein.
NEIN!
„SIEH MICH AN!“, zögernd hob Kotetsu dann doch den Blick.
„Vater, ich-“, weiter kam er nicht, als der Schlag sein Gesicht traf und ihn von den Füßen riss. Ein unangenehmes Knacken rauschte noch in seinen Ohren, als sein Vater mit stapfenden Schritten den Raum verließ. Kotetsu kauerte auf dem Boden, sah die Blutstropfen vor sich und erhob sich taumelnd auf die Beine. Seine Gedanken wirbelten wild umher.
Weg.
Er musste einfach nur weg!
Kotetsu dachte nicht länger nach und floh aus dem Haus, lief immer weiter bis er endlich einen großen Sicherheitsabstand zwischen sich und seinen Vater gebracht hatte.


~*~

Er hatte einen kleinen Bruder bekommen.
Eigentlich ein Grund zur Freude, da die Familie nun um ein kleines reines Herz gewachsen war.
Aber Kotetsu konnte sich ganz und gar nicht darüber freuen.
Auch wenn er es nicht wollte, so verspürte er doch Eifersucht auf den Säugling, der nun an der Brust seiner Mutter hing und ihre Stimme belauschen durfte, die ihm sanfte Schlaflieder sang.
Er selbst hatte so etwas nie gehabt.
Obwohl er der zweite Sohn des Hauses Gokuu war, wurde er behandelt wie ein Aussätziger.
Schlimmer noch: sein Vater misshandelte ihn auf physische und psychische weise.
Egal was Kotetsu tat, die Fäuste seines Vaters waren die Antwort.
Zitternd führte er seine Hand zu seiner Nase und zuckte bei dem Hauch einer Berührung schmerzlich zusammen. Vermutlich war sie gebrochen und das nicht zum ersten Mal.
Großvater Hihi würde ihn erneut zum Doktor bringen müssen, um dort ein weiteres Mal eine Lüge zu erzählen damit der Ruf seines Schwiegersohnes nicht in Verruf gebracht werden konnte.
Kotetsu wagte es nicht dem Doktor die Wahrheit zu sagen – das würde zuhause nur noch mehr Schläge für ihn bedeuten.

Niemand konnte ihn vor der Brutalität seines Vaters beschützen.
Seine Mutter nicht.
Seine Großmutter nicht.
Sein Großvater nicht und sein älterer Bruder Enki erst recht nicht.
Letzterer hatte selbst schon mehr als einmal zugeschlagen und war für eine große Narbe an Kotetsus Rücken verantwortlich.  

Was seine Mutter anging, so war sie eine eingebildete Frau, die einzig und allein Augen für ihren Perfekten Erstgeborenen hatte und nun wohl auch dieselbe Perfektion von Samon, dem Nesthäkchen, erwartete.
Seine Großmutter schenkte ihm zwar etwas liebe und Aufmerksamkeit, doch viel mehr konnte sie auch nicht tun.
Großvater Hihi war ein großgewachsener, äußerst Strenger Mann, der Enki hart Trainierte und schon jetzt anfing Pläne für den jüngsten aufzustellen.
Der Vater von Kotetsu und seinen Brüdern hatte nur eines im Sinn: Ruhm und Macht. Er hatte seine Frau nicht aus Liebe geheiratet, sondern allein aus einem Wirtschaftlichen Vorteil heraus, da diese Ehe arrangiert wurde. Auch war er etwa 10 Jahre älter als seine Frau und nicht gerade der perfekte Vorzeige Ehemann und Vater.

Schwankend stand Kotetsu auf und begab sich mit hängendem Kopf auf den Weg nach Hause.
Sein Magen knurrte und er wusste, dass Großmutter ihm heimlich etwas aufgehoben hatte und es für ihn Warm hielt. Seine silbernen Haare mit den Blauen Strähnen darin waren zerzaust und fielen wirr in sein leicht eingefallenes Gesicht. Wenn man ihn so sah, in seinen zerrissenen Klamotten und dem dürren Körper, konnte man sich schwer vorstellen das er zur Familie Gokuu gehörte, die ein hohes Ansehen im Dorf innehatte. Tatsächlich war es so, das nur weniger wussten das es überhaupt einen Sohn gab, der sieben Jahre jünger war als Enki.

Als der dreijährige am Haus seiner Familie ankam, tappte er mit müden Schritten zum Schuppen hinter dem Haus. Dort musste er Schlafen, da sein Vater ihn nur sehr selten im Haupthaus duldete.
„Kotetsu mein Schatz, wo bist du nur wieder gewesen.“, besorgt nahm seine Großmutter ihn in Empfang und wischte mit einem feuchten Tuch über seine schmutzige Wange.
Der Junge antwortete nicht.
Sprechen war ein Tabu.
Seine Großmutter seufzte und drückte ihn sanft an ihren Orangenen Kimono, der süß nach frischen Pfirsichen roch. Als Kotetsu mit einem ängstlichen Blick sichergestellt hatte, das sein Vater oder sein Bruder nicht in der Nähe waren schniffte er leise.
„Meine Nase.“, jammerte er und versuchte gar nicht erst seine Tränen noch länger zu unterdrücken. Seine Großmutter sah ihn mitfühlend an.
„Dein Großvater ist vor zwei Stunden mit Enki zu einem Trainingsausflug losgegangen.“, sanft streichelte sie seinen kleinen Kopf und konnte sich nur allzu gut vorstellen welche Schmerzen der Junge haben musste. Seine Nase war bereits ganz dick angeschwollen und Atmen fiel ihm sicherlich auch sehr schwer mit dieser Verletzung.
„Aber es tut so weh. Kannst du mich nicht zum Doktor bringen, Großmutter?“, bedauernd schüttelte die alte Frau den Kopf.
„Diesen Weg können meine Beine mich nicht tragen.“, vor Schmerzen zitternd senkte Kotetsu den Kopf und spürte das Brennen in seiner Nase mehr als zuvor. „Und der Doktor schläft inzwischen bestimmt schon längst. Ich fürchte du musst bis Morgen warten.“, sanft schob sie den Jungen in den Schuppen und deutete auf eine Schüssel dampfenden Reis. „Iss erst einmal etwas, Kotetsu.“, er bemerkte eine Tasse neben der Schüssel und wünschte er könnte gerade den beruhigenden Duft von Großmutters Hausgemachtem Kräutertee riechen. Er setzte sich brav vor die kleine Holzkiste, die ihm als Aushilfstisch diente und nahm die Tasse in seine kleinen Hände. Gierig trank er den wohltuenden Tee und überhörte dabei die warnenden Worte seiner Großmutter. Das der Tee noch Heiß war störte den Jungen nicht. Er hatte schon schlimmere schmerzen ertragen.
Wie ein ausgehungerter Straßenhund stürzte sich Kotetsu anschließend auf sein Abendessen und kuschelte sich dankbar an seine Großmutter.
Ein Gähnen entwich ihm und er suchte das kleine Strohlager auf, welches sein Bett darstellte. Seine Großmutter musterte die Szene mit unverschleierter Trauer in den grünen Augen.
Sie konnte und wollte nicht verstehen welcher Grausamkeit ihre Tochter den Jungen überließ.
Kotetsu war doch genau wie Enki und Samon in ihrem Leib aufgewachsen, unter ihrem Herzen. Sie deckte Kotetsu mit der dünnen Decke zu, die sein Vater ihm gestattete und wandte sich zum Gehen.

Auf dem Weg zum Haupthaus fröstelte die alte Frau und richtete den Blick in Richtung Himmel. Zwar war der Frühling ins Land gezogen, doch die Nächte waren noch immer Kalt. Sie wusste das Kotetsu sehr stark fror, doch wann immer sie ihm eine dickere Decke brachte, verbrannte ihr Schwiegersohn sie.
„Sun Wukong, Schutzpatron unserer Familie, warum lässt du diese Misshandlung eines unschuldigen Kindes zu?“, schimpfte sie und konnte nicht verhindern, dass sich Tränen der Hilflosigkeit in ihren Augen sammelten. „Hegst du einen Groll gegen meinen Enkel? Was hat er dir getan?“
Eine Antwort erhielt sie nicht.

~*~

Als Kotetsu am nächsten Morgen erwachte zog sich sofort eine Woge aus Schmerzen durch seinen Körper. Wimmernd setzte sich der Junge auf und unterdrückte seine Tränen.
Großmutter konnte den Weg nicht laufen.
Vater würde ihn nur noch mehr schlagen.
Mutter hatte erst am gestrigen Morgen ein Kind bekommen und würde ihn ohnehin nicht zum Doktor bringen.
Großvater Hihi war mit Enki zusammen unterwegs um zu Trainieren.
Er würde also alleine hinunter ins Dorf gehen müssen.

Kotetsu quälte sich aus seinem kratzigen Strohlager und sah sich nach Kleidung zum Wechseln um.
Aber alle seine Kleidungsstücke waren schmutzig und er besaß ohnehin nicht viele davon. Beschämt sah der 3-Jährige an sich hinab. Er war dreckig und ungepflegt und richtig gebadet hatte er auch lange nicht mehr. Alles was Vater ihm gestattete war sich im Fluss zu waschen und dieser war noch Eiskalt. Im Winter, als das Wasser gefroren war, hatte Kotetsu sich andere Wege suchen müssen. So war er auf die Idee gekommen Schnee über seine Haut zu reiben, um durch das schmelzende Wasser wenigstens ein bisschen schmutz von sich zu lösen.
Man konnte also mit Recht behaupten, das der ungeliebte Sohn einiges im Köpfchen hatte für sein so junges Alter.

~*~

Humpelnd kam Kotetsu im Dorf an und nahm gleich den Weg zum Haus des Doktors.
Er war auf dem Weg gestolpert und hatte sich das Knie böse aufgehauen.
„Doktor Wang.“, jammerte Kotetsu und klopfte schüchtern an die Tür. Es dauerte einen kleinen Moment bis der großgewachsene junge Mann ihm öffnete. Etwas verwundert richtete er den Blick nach unten und sah seinen allzu vertrauten kleinen Patienten. Als Doktor Wang sah, dass der Junge das rechte Bein nicht belastete nahm er ihn behutsam auf den Arm und trug ihn nach hinten in sein Behandlungszimmer.
„Heute ganz alleine unterwegs, Tetsu Chan?“, er nickte. „Was haben wir denn heute?“, vorsichtig krempelte er das zerrissene Hosenbein nach oben und sah sich das Knie an.
„Halb so wild. Deine Nase dagegen sieht um einiges Schlimmer aus.“, mit besorgter Miene wandte sich der Doktor ab und begann seine Behandlungsutensilien heraus zu legen. „Sag mal, Kotetsu … wie ist das passiert?“
„Ich habe mir die Tür ins Gesicht gehauen.“, plapperte er die Ausreden seines Großvaters nach.
„Aha.“, Doktor Wang klang ganz und gar nicht überzeugt. „Sag mir die Wahrheit.“, unter dem strengen Blick des Mannes sank Kotetsu zusammen und zitterte. Ängstlich schüttelte er den Kopf, wurde aber von Doktor Wang daran gehindert ihn weiter zu schütteln. Mit sanftem aber bestimmtem Griff wurde sein Kopf festgehalten, damit der Doktor seine Nase behandeln konnte.
„Es war dein Vater, hab ich recht?“, kaum merklich nickte Kotetsu im Griff des Mannes und wimmerte, als dieser Desinfektionsmittel auf seine Wunde tupfte. „Das nimmt wirklich überhand!“, schimpfte er und ließ Kotetus Kopf wieder los. „Und warum bist du überhaupt alleine hier her gekommen?!“, knapp zählte Kotetsu die verschiedenen Gründe auf, warum jedes Familienmitglied irgendwie verhindert war.
„Und Samon ist nur ein Baby.“, murmelte Kotetsu zum Schluss.
„Samon? Deine Mutter hat also einen weiteren Sohn bekommen.“, Wangs Stirn zog sich in Falten zusammen bei dem Versuch seine Wut zu unterdrücken. Es missfiel ihm zutiefst das Menschen wie Kotetsus Vater das Glück einer Frau und den Segen von Söhnen genießen durften, während er selbst nicht einmal eine Freundin hatte.
„Ja. Er ist noch gaaaanz winzig und hat einen roten Affenschwanz.“, plapperte Kotetsu los und schien seine Schmerzen schon vergessen zu haben.
„Affenschwanz?“, Wang schmunzelte.
„JA! Mutter sagte Sun Wukong hat ihn gesegnet und ihm diesen Schwanz geschenkt!“
„Da kann dein kleiner Bruder sich ja freuen.“, Kotetsu nickte.
„Ich bin zwar Eifersüchtig das er so viel mehr von Mutters Liebe bekommt als ich aber da kann er nichts für. Babys bekommen doch immer viel mehr Liebe als alles anderen …“, abrupt stoppte Kotetsu und sah wieder Traurig auf den Boden. „… außer sie sind so Nutzlos und Hässlich wie ich …“, schnell ergriff Wang das Thema „Samon“ wieder, um seinen Patienten auf andere Gedanken zu bringen.
„Du hast deinen kleinen Bruder schon jetzt richtig lieb oder?“
„Und wie! Ich hoffe ich darf mit ihm spielen, wenn er etwas größer ist und ihm von Sun Wukong erzählen und mit ihm zusammen Großmutters Geschichten zuhören!“, Wang war beeindruckt von Kotetsu. Obwohl er eine gebrochene Nase hatte und allen Grund hätte seinen neuen Bruder zu hassen, tat er es nicht. Er vergaß sogar seine Schmerzen, sobald er von dem kleinen Samon erzählte. Wang hoffte zutiefst, dass Kotetsu es bis ins Erwachsenen Alter schaffen würde und im Laufe seines Lebens viele Freunde finden konnte.
Aber bei der andauernden Misshandlung die der Junge ertragen musste, sah Wang dessen Zukunft nicht gerade in einem hellen Licht.

Nachdem Doktor Wang seine Nase gerichtet hatte und ihm einen Verband ums Gesicht gewickelt hatte, gab er ihm noch ein paar Kindgerechte Schmerzmittel mit und ließ ihn mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend nach Hause gehen. Kotetsu hatte darauf bestanden.
„Pass auf dich auf, mein kleiner Freund.“, seufzte der junge Arzt und schloss die Tür hinter dem Jungen, als dieser schon den halben Weg in Richtung des Dorfplatzes hinter sich gebracht hatte.
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