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Remember// Maze Runner// Minho

GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P12
Brenda Gally Minho Newt OC (Own Character)
06.04.2018
09.06.2018
28
51.316
3
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06.04.2018 1.464
 


„We push and bleed to catch a breath
To float above the stiff of death
Yet nothings making sense in my mind

A soldier falls in to the dark
And only forced to hit his mark
And nothings left to clam but defeat

And it hurts"

[Nightmare, Arshad]



»Bitte!« Der verzweifelte Aufschrei eines Mannes verklang langsam in meinem Kopf wie das Ende eines Liedes; wie etwas, das schon zu lange angehalten hatte, etwas das man besser vergessen sollte.

Vorsichtig öffnete ich meine Augen, blinzelte die aufkommenden Tränen weg und stöhnte leise. Mein Kopf pulsierte vor Schmerz. Meine Sicht war verschwommen, alles was ich erkennen konnte war dunkles Gestein und mein rechter Arm, der von dunkelroten Schrammen überzogen war. Ein penetrantes Kribbeln zog sich durch meinen gesamten Körper als ich meinen kleinen Finger bewegte, es fühlt sich an als hätte etwas Großes, Schweres für eine lange Zeit auf mir drauf gelegen, sodass jeder Teil meines Körpers eingeschlafen war.

Ein großes Fragezeichen breitete sich in meinem Kopf aus, als tausende Empfindungen auf mich einschlugen, so hart und schnell, dass ich keine von ihnen zu greifen bekam. In meinem Kopf herrschte eine stille Leere, die gleichzeitig laut zu schreien schien, als ich nach Erinnerungen zu suchen begann. Meine Stirn pulsierte während ich versuchte mich langsam aufzurichten. Als ich mein Gewicht auf meinen Arm verlagerte klappte dieser mit einem Knacken unter mir zusammen und meine Zähne prallten schmerzvoll auf meine Unterlippe als ich wieder zu Boden fiel.

»Ahh.« Ich kniff die Augen zusammen, holte tief Luft und stemmte mich mit aller Kraft vom Boden hoch. Als ich endlich saß, sah ich mich mit pochenden Herzen um, in der Hoffnung meinem Gehirn mit irgendeinem Anhaltspunkt wieder auf die Reihe zu helfen. Rechts und links neben mir ragten Wände hoch in die Luft, so hoch, dass ich kein Ende ausmachen konnte. Dunkelgrüne Ranken baumelten von oben hinab, zogen sich über den steinernden Boden bis zu mir hin und erinnerten mich an lange Finger irgendeines Monsters. Stirnrunzelnd vertrieb ich den verstörenden Gedanken, legte meinen Kopf in den Nacken und versuchte das Ende der Mauern auszumachen. Der blau graue Himmel war zwar hoch über mir zu sehen, aber ich konnte nicht abschätzen wie hoch die Mauern reichten. Verwirrt drehte ich den Kopf zur Seite. Ich saß inmitten einer Art Gang, der anscheinlich zwischen den Mauern hindurch führte.

Nichts. Da war nichts an das ich mich erinnern konnte... Hatte es da je etwas gegeben? Was war da außer diese unfassbare Leere, diese nicht greifbaren Stücke in meinem Gedächtnis?

»Bitte!« Erneut schoss mir die Frage durch den Kopf wo ich war, dann eine viel schlimmere Frage. Wer war ich?
Mit zitternden Händen tastete ich meinen Kopf ab, doch an mir schien alles dran zu sein. Nase, Mund, Ohren, Augen... Aus irgendeinem Grund wusste ich, dass gesunde Menschen diese Sinnesorgane brauchten, ich wusste auch, dass es verhärend wäre wenn mir eines dieser Organe fehlen würde, allerdings hatte ich nicht den geringsten Schimmer woher ich das wusste. Angestrengt betrachtete ich die Wand direkt vor mir und versuchte ihr irgendwelche Informationen zu entlocken. Irgendetwas das mir bekannt war.

Die Steine aus denen diese Wand gemacht worden war, bröckelten an einigen Stellen ab, an anderen Stellen wirkte die Wand jedoch sehr stabil und wie gerade erst errichtet. Meine Finger tasteten forschend nach einer grünen Ranke, die von der Wand über den Boden hin zu mir reichte. Die Blätter waren leicht bräunlich, bei näherer Betrachtung entdeckte ich winzige Risse überall auf den Blättern, als hätten sie schon lange kein Wasser mehr bekommen.

Wie war ich hier her gekommen? War ich eingeschlafen, wohnte ich hier? Und warum konnte ich mich an nichts mehr erinnern?

Mir blieb keine Zeit um länger zu grübeln, da mich ein grausiges Geräusch zusammen zucken ließ. Ruckartig drehte ich meinen Kopf in die Richtung des Geräusches und erstarrte; weniger als 20 Meter von mir entfernt stand ein Wesen das aussah als sei es direkt aus der Hölle gekrochen. Obwohl ich mich an nichts erinnern konnte war ich mir ziemlich sicher, dass dies das wohl gruseligste Teil war, das ich in meinem gesamten Leben gesehen hatte. Es sah aus wie eine Mischung von Maschine und Insekt, erinnerte mich an eine riesige Spinne und unförmigen Roboter gleichzeitig. Was auch immer es war, es machte unbeschreiblich verstörende Quietschgeräusche die sich motorisch aber dennoch angsteinflößend lebendig anhörten. Meine Muskeln schienen vergessen zu haben wie sie mich bewegten, da ich erstarrte und anstatt wegzurennen einfach nur da saß. Ganz langsam erlangte ich wieder Kontrolle über mich selber und versuchte so unauffällig wie möglich von dem Monster weg zu kriechen.

Plötzlich machte das Ding allerdings einen Satz auf mich zu, öffnete was sein Maul zu sein schien und stieß ein bedrohliches Fauchen aus. Unwillkürlich entwich auch mir ein Schrei und meinen Reflexen folgend sprang ich auf die Beine. Mir fiel nichts Anderes ein als weg zu rennen. Daher rannte ich so schnell los, wie meine Beine es mir erlaubten, was jedoch nicht als allzu schnell ausfiel, da es schwerer als erwartet war meine müden Beine zu steuern.

Das Monster kam hinter mir her, ich musste mich nicht umdrehen um dies zu wissen. Es gab die grausamsten Geräusche von sich, die ich je gehört hatte, ächzte wie ein alter Mann, atmete als hätte es eine Lungenentzündung und knarzte wie eine alte Tür. Ich rannte immer weiter so schnell ich konnte, doch es klang so, als ob das Ding immer näher kommen würde. Ein Ruck ging durch mein gesamtes rechtes Bein, als ich mit meinem Fuß an irgendetwas hängen blieb. Ich krachte mit dem Gesicht voran unsanft zu Boden, versuchte gleich darauf wieder auf die Beine zu kommen, was mir aber nicht gelang, da mein Fuß noch immer feststeckte.

Panisch blickte ich zu der Ranke die sich um meinen Knöchel gewickelt hatte und mich dort wie die Kralle eines hungrigen Tieres festhielt. Mit aller Kraft zerrte ich an der Ranke, doch bis auf dass sie meine Finger zerschnitt geschah nichts. Mit wild pulsierenden Herzen sah ich hoch und erblickte das Ungeheuer nur wenige Meter von mir entfernt. Frustriert schreiend hieb ich mit meiner Faust gegen die Ranke, rüttelte an meinem Bein und fühlte kalte Tränen an meinen Wangen hinunter laufen.

Das Monster hielt an und richtete sich bedrohlich vor mir auf. Wimmernd zog ich immer fester an meinem Bein, doch die Ranke knotete sich nur fester um meinen Fuß. Todesangst stieg in mir auf als das Wesen mit einem seiner von metallenen Stacheln besetzten Beinen ausholte. Mir blieb nicht einmal die Zeit dazu ein stummes Gebet irgendwohin zu senden; schluchzend hob ich die Arme über den Kopf. Instinktiv schloss ich die Augen und kauerte mich auf dem Boden zusammen. Ein Windzug strich meine Haut, dann prallte etwas dumpf aufeinander.

Ich schluchzte erneut und kniff die Augen noch fester zusammen, als plötzlich ein Schrei ertönte der ganz sicher nicht von dem Wesen stammte. Ich öffnete die Augen wieder und erblickte eine Gestalt die mit einer silbernen Waffe auf das Monster einstach. Ich nutzte die Chance aus um mich von der Ranke zu befreien, während mein Retter weiterhin auf das Ungeheur einstach, Schreie und von mir unbekannte Schimpfwörter ausstoßend. Ich sah mich nach irgendeiner Waffe um und entdeckte einen großen Ast, knappe zwei Meter von mir entfernt. Stöhnend hob ich ihn hoch und rannte damit auf das Monster zu. Mit aller Kraft schlug ich auf dessen Panzer ein, holte Schwung und schlug erneut zu. Ich schrie laut auf als sich das Teil umdrehte und mir einen schmerzhaften Tritt in die Magengegend versetzte, der Ast zerbarst und ich fünf Meter weit weg geschleudert wurde. Ich stöhnte und hielt mir den Bauch, während der Typ mit der Waffe wie ein Flummi um das Monster herum sprang und immer wieder darauf einstach.

Nach einigen Sekunden, die sich wie eine Ewigkeit angefühlten, gab das Viech ein ekelhaftes Fiepen von sich und brach in sich zusammen. Nun erkannte ich erst, dass mein vermeitlicher Retter ein dunkelhaariger Junge mit schmutziger Kleidung war, seine Waffe ein glänzendes, armlanges Messer mit dem er jetzt ein letztes Mal in das Ungeheuer hinein stach. Gekonnt sprang er von dessen Rücken herunter, rollte sich in einer flüssigen Bewegung ab und wischte Schleim von seiner Waffe ab, die gefährlich im Licht funkelte. Er stieß eine merkwürdige Verwünschung aus und schob die Waffe in einen Ledergurt seines Gürtels, dann bückte er sich zu mir herunter und reichte mir eine Hand. Ich ergriff sie perplex und bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte zog er mich sanft auf die Füße. Seine dunklen Augen wanderten flüchtig an mir herunter und musterten dann mein Gesicht mit einem Blick als wäre mir meine Lebensgeschichte auf die Stirn geschrieben.

»Willkommen im Labyrinth, Frischling.«, murmelte er außer Atem mit rauer Stimme. »Zur Party geht's aber in die andere Richtung.«
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