Deep Shockwave

von Sarina
KurzgeschichteDrama, Freundschaft / P12
Clark Kent Lana Lang Lex Luthor Victoria Hardwick
06.04.2018
17.06.2018
6
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Kurz ein paar Worte, bevor es los geht! Diese kurze FF habe ich vor 4 Jahren geschrieben. In den letzten Tagen war ich fleißig am Werk und habe sie gründlich überarbeitet. Der Hauptkern der Geschichte ist gleich geblieben, ansonsten hat sich aber einiges getan. Auch am Titel habe ich ein bisschen was verändert. Der ursprüngliche Titel lautete nämlich "Schockzustand". Nach langen Überlegungen habe ich mich jetzt für "Deep Shockwave" entschieden.

Ich bin dieses Mal wirklich sehr gespannt, wie ihr diese FF aufnehmen werdet und natürlich interessiert mich eure Rückmeldung! Also, immer her mit euren Meinungen. Vielleicht ist ja auch der ein oder ander Leser dabei, der sich noch dunkel an die Originalversion erinnern kann und sich fragt, warum ich eine Person aus einem der Kapitel komplett rausgeschrieben habe. Dazu später mehr.
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!


Past and Future


Endlich war alles vorbei. Der Friedhof war menschenleer und die Stille, die hier sonst immer herrschte, war wieder eingekehrt. Die vollkommene Ruhe wirkte beruhigend auf Lex.
Um sicher zu gehen, dass keiner zurückgeblieben war, hatte er bis zuletzt ausgeharrt. Nun waren alle anderen Trauergäste gegangen und er war als Einziger noch hier.
Jetzt wo die Menschen endlich weg waren, war ihm wohler zu Mute. Er fühlte, wie die Bedrücktheit nachließ. Viele mochten davon beeindruckt gewesen sein, welche Masse an Leuten sich zum Begräbnis seines Vaters eingefunden hatten.
Doch Lex war von Anfang an klar gewesen, dass es eher die Sensationsgier und nicht die Trauer über den Verlust eines Menschenlebens gewesen war, der sie in Scharen hatte herbeiströmen lassen. Keiner hatte wirklich um Lionel Luthor getrauert und auch Lex verspürte eher eine dumpfe Leere in sich, als Kummer und Schmerz über das Ableben seines Erzeugers.
Dennoch war es schwer für ihn zu ertragen gewesen, die ganze Heuchelei und die aufgesetzte Traurigkeit zu sehen. Es stand außer Frage, dass Lionel Luthor kein guter Mensch gewesen war. Trotzdem verdiente er auf seinem letzten Weg einen gewissen Respekt, der jedoch gänzlich gefehlt hatte.
Die Erinnerung an die Begräbnisfeier, die nur eine einzige Farce gewesen war, ließ Lex die Kehle eng werden. In ihm krampfte sich alles zusammen. Da half es auch nichts, dass er gewusst hatte, dass es so ablaufen würde. Die Situation dann aber genauso zu erleben, war für ihn dennoch ein kleiner Schock gewesen. Natürlich wusste er, dass man als Geschäftsmann hart und gelegentlich auch skrupellos sein musste.
Sein Vater war beides gewesen und hatte sich von nichts und niemanden abschrecken lassen, seine Ziele zu erreichen. Genau aus diesem Grund war er so erfolgreich gewesen.
Natürlich war es da nur logisch, dass er sich durch seine Art viele Leute zu Feinden gemacht hatte. Lex verstand das nur zu gut. Er atmete tief durch.

Obwohl er der Beisetzung persönlich beigewohnt hatte und kein Zweifel am Tod seines Vaters bestand, kam ihm die ganze Situation ein wenig surreal vor.
Sein Blick fiel auf den Grabstein, auf dem der Namenszug seines Vaters zu lesen war: LIONEL LUTHOR
Im selben Atemzug schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf, der unweigerlich mit dem Namen des Toten in Verbindung stand. Luthor-Corp. Die Firma, die sein Vater geleitet hatte. Luthor-Corp gehörte nun ihm alleine.
Ein leichtes Lächeln zeichnete sich für den Bruchteil von Sekunden auf seinem Gesicht ab. Es gab nicht den geringsten Zweifel daran, dass er als Geschäftsführer von Luthor-Corp nun für die Belange der Firma zuständig war. Er alleine hatte das Sagen.
Ein triumphierendes Gefühl machte sich in ihm breit. Es war großartig zu wissen, welche Macht er nun besaß.
Lex war durchaus bewusst, dass er während der Begräbnisfeier von zahlreichen Augen beobachtet worden war. Die Leute hatten sich ein erstes Bild und einen ersten Eindruck von ihm machen wollen. Aus diesem Grund waren sie erschienen.
Das war sozusagen die erste Art der Kontaktaufnahme, um mit ihm und Luthor-Corp später einmal Geschäfte abwickeln zu können.
Lex kannte die Sitten und Gepflogenheiten der Gesellschaft nur zu gut. Die Erziehungsmethoden seines Vaters waren unmenschlich gewesen und Lex hatte sehr darunter gelitten. Allerdings hatten Lionel ihm die beste Bildung angedeihen lassen und ihm gewisse Tricks und Kniffe beigebracht, die Lex zu einem gefährlichen Geschäftsmann hatten werden lassen. Sein messerscharfer Verstand war eine weitere Waffe, die durch die ständigen Spielchen mit Lionel gestählt worden war.
Wenngleich sich Lex stets dagegen gewehrt hatte, so zu werden, wie sein Vater. Dieser hatte ihm auf seine Art und durch seine eigenwilligen Lektionen etwas beigebracht.
Hier und jetzt am Grabstein seines Vaters, schwor Lex sich mit aller Leidenschaft, die er aufzubringen vermochte, dass er niemals das Ebenbild seines Erzeugers sein würde. Sein Ziel war es, Lionels Leistungen noch zu übertreffen und die Erinnerung der Leute an ihn in Vergessenheit geraten zu lassen. Er wollte viel mehr erreichen und größeres leisten als es diesem je gelungen war.  
Lex fühlte sich zu Großem berufen. In ihm pulsierte eine Kraft, die ihn antrieb. Endlich gab es niemanden mehr, der über ihm stand und der ihn daran hindern würde, seinen Weg zu gehen.
Entschlossenheit zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Er hatte große Pläne und konnte es kaum erwarten, diese zu verwirklichen. Am liebsten hätte er auf der Stelle losgelegt. Doch ihm war bewusst, dass er alles ganz langsam angehen und nichts überstürzen durfte.

Er riss seinen Blick von dem Grabstein los. Lionels Luthors Zeit war zu ende. Seine begann gerade erst. Abrupt drehte er sich um und kehrte dem Denkmal den Rücken zu. Ob und wann er jemals wieder hierher zurückkommen würde, wusste er nicht.
Zielstrebig steuerte er auf den Ausgang zu. Er hatte diesen fast erreicht, als sich urplötzlich eine Person aus dem Schatten eines am Wegrand stehenden Baumes löste und auf ihn zutrat.
Sein erster Impuls war, ungerührt seinen Weg fortzusetzen. Da ihm ein solches Verhalten jedoch unhöflich vorkam, blieb er stehen.
Der Blick seiner Augen ruhte mit kühler Gelassenheit auf ihrem hübschen Gesicht. Lex hatte Victoria Hardwick schon zuvor auf dem Begräbnis kurz zwischen den anderen Leuten gesehen. Sie hatte dafür gesorgt, dass er sie zu Gesicht bekam und von ihrer Anwesenheit wusste. Anschließend war sie auf Abstand gegangen.
Lex hatte geglaubt, dass sie den Friedhof längst verlassen hatte und fragte sich nun, aus welchem Grund sie sich dazu entschieden hatte, auf ihn zu warten. Ihre kurze Beziehung war längst vorbei und war für beide nur Mittel zum Zweck gewesen. Sie hatten beide ein Spiel miteinander gespielt und letztendlich waren es Victoria und ihr Vater gewesen, die das Nachsehen gehabt hatten.
Lex rührte sich nicht, als die junge Frau näher trat. Ihm lag nicht das Geringste an ihrer Gesellschaft und am liebsten hätte er dem Impuls nachgegeben und sie einfach wortlos stehen gelassen.
Einzig und alleine, weil er eine gewisse Neugier in sich ausmachen konnte, blieb er wo er war. Dennoch empfand er es als unangenehm, sie so dicht bei sich zu wissen.
Ihr Blick suchte den seinen und dann sahen sie sich lange in die Augen. Lex hielt seine Gefühle zurück und gestattete sich nicht, ihr zu zeigen, wie er wirklich empfand. Victoria war kein Teil seines Lebens. Sie spielte für ihn keine Rolle, auch wenn sie einst miteinander geschlafen hatten. Das hatte er bereits mit einer Menge Frauen getan, einfach weil es dazu gehörte. Liebe war dabei nicht im Spiel gewesen.
Lex war fast ein wenig dankbar, als Victoria endlich das Schweigen brach.
„Es wäre Heuchelei, wenn ich dir mein Beileid aussprechen würde.“, gab sie offen und ehrlich von sich. „Deswegen werde ich dir gratulieren.“, fügte sie hinzu.
Ein falsches Lächeln umspielte ihre vollen Lippen, auf denen sie glänzenden Lipgloss aufgetragen hatte.
„Herzlichen Glückwunsch zu deiner Firma, Lex!“, gratulierte sie und schickte ihren Worten ein zuckersüßes Lächeln hinterher.
„Du hast bekommen, was du immer gewollt hast!“, bemerkte sie, wobei ein neidischer Unterton in ihrer Stimme mitschwang.

Lex reagierte nicht sofort auf ihre Worte, in denen eine versteckte Provokation lag. Nur jemand, der Victoria gut kannte, wäre das aufgefallen. Lex kannte die junge Frau jedoch besser, als ihm lieb war und ihm entging nicht ein Zucken, ihres ausdrucksstarken Mienenspiels.
Für ihn war sie schon immer durchschaubar gewesen. Victoria glaubte sich gegenüber anderen im Vorteil, weil sie sich auf ihre Schönheit und weiblichen Attribute berief. Dabei empfand er sie nicht halb so verführerisch und attraktiv, wie sie glaubte, zu sein.
„Du hast es also nach wie vor auf Luthor-Corp abgesehen!“, erwiderte Lex, der den einzig logischen Schluss aus seinen Beobachtungen und dem was er gehört hatte, zog.
Victoria war, trotz all ihrer Fehler, eine raffinierte Frau und sie gab keineswegs schnell klein bei. Jetzt wo sein Vater aus dem Weg war, glaubte sie, ihn als leichtes Ziel ausgemacht zu haben.
„Du versuchst mit allen Mitteln deinen Vater zu beeindrucken und glaubst nach wie vor, dass dir das nur gelingt, wenn du mir Luthor-Corp ab streitig machst!“, wurde Lex präziser.
Die Fassungslosigkeit, welche er den Bruchteil von Sekunden auf ihrem Gesicht wahrnehmen konnte, zeigte ihm, wie richtig er lag.
„Das wird dir nicht gelingen!“, erklärte er mit aller Bestimmtheit, die er empfand. Anschließend wartete er nicht länger. Victoria interessierte ihn nicht und er verspürte keinerlei Lust, sich weiterhin in ihrer Gesellschaft aufzuhalten.
Er war kaum ein paar Schritte weit gekommen, als ihre Stimme in seinem Rücken erklang. Ihre Stimme hatte einen schrillen Ton angenommen und gellte unangenehm in seinen Ohren.
„Unterschätz mich bloß nicht, Lex!“, geiferte sie aufgebracht und er war froh, ihre sicherlich hasserfüllte Miene nicht sehen zu müssen.
„Deine arrogante Art wird dir schon noch vergehen!“, versprach sie mit wütender Stimme.
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