Rufus

von Metrokid
GeschichteMystery / P18
OC (Own Charakter)
06.04.2018
10.10.2019
8
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Nach dem Gespräch mit Ferron brachte dieser ihn wieder nach draußen. Sie hatten einige Zeit lang an seiner Theke gesessen und Fragen geklärt, doch jetzt war es Zeit mit dem Anführer des Stammes zu reden. Nicht nur um ihm Rufus vorzustellen und von seiner Zusage zu berichten. Es war auch wichtig ihm von dem Drachenreiter zu erzählen. Wenn sich ein Krieger vom Norden in der Nähe befand, mussten alle auf der Hut sein, und jederzeit bereit einen Angriff abzuwehren.
Inzwischen hatte sich die Sonne dem Horizont genähert und tauchte den Himmel in ein tiefes rot. Ferron ging mit Rufus weiter die sandige Straße nach oben, bis zum Ende der Siedlung. Eine Treppe führte zwischen den Häusern nach oben. Die Steigung hier wurde so steil, dass es unmöglich war normal hoch zu laufen. Rufus nahm schweigend eine Stufe nach der anderen und versuchte sich vorzustellen wie der Plan ablief. Er müsste sicherlich einige Zeit in der Wüste überleben bis er gefunden wurde. Was würde er tun wenn er einfach keinem der Krieger aus dem Norden über den Weg läuft? Versuchen in den Osten zurückzukehren? Dafür mussten sie auch eine Lösung wissen.
Er konnte jetzt nur hoffen dass der Anführer so schlau wie Ferron war und nicht nur ein kriegsbegeisterter Idiot.
Sie passierten einige Ställe mit riesigen Toren.
„Haltet ihr hier die Rexe?“, fragte Rufus und deutete in Richtung der großen Tore.
Ferron schüttelte den Kopf, „Dahinter schlummert unsere Geheimwaffe. Die zeige ich dir nachher auch, aber erst müssen wir mir Argo reden“
„Eine Waffe im Sinne von Maschinen oder Dinos?“
„Dinosaurier. Um genauer zu sein: Megalosaurier“
„Nie von gehört“
„Der Norden bestimmt auch nicht“, sagte Ferron mit einem Grinsen im Gesicht, „Weißt du.. die wissen nicht, dass es hier Höhlen gibt. Und selbst wenn, bezweifle ich, dass sie sich dafür interessieren würden“
„Und die Megalosaurier kommen aus den Höhlen?“
„Exakt. Sie sind nachtaktiv. Tagsüber sind sie nutzlos, aber sobald es dunkel wird.. erwachen sie zu Killermaschinen“
Es hingen bereits tiefe Schatten über dem Gebiet. Vermutlich würde Ferron ihm die Dinos direkt nach dem Gespräch mit Argo zeigen, denn viel Zeit blieb nicht.
Durch die ganze Aufregung hatte Rufus erst nicht bemerkt wie erschöpft er eigentlich war. Seine Beine schmerzten und er wollte die Augen nicht länger offen halten. Was würde er nur dafür geben in sein weiches Bett zu fallen und zwei Tage durchzuschlafen. Doch es stand noch ein ganzes Stück Arbeit bevor, bis er sich endlich schlafen legen konnte.
Vor ihnen lag der Hauptteil der Basis, dessen schiere Größe Rufus überwältigte. Es musste wochenlange, wenn nicht monatelange Arbeit drin stecken. Mehrere riesige, aus Lehm gebaute, Gebäude ragten an dem Berghang empor. Sie liefen noch einige Treppen hoch, dann steuerte Ferron auf eines der großen Gebäude zu. Banner hingen an den Wänden, kleinere Dinosaurier standen vor dem Gebäude. Sie sahen wie Pflanzenfresser aus, was Rufus etwas beruhigte. Auch wenn alle Dinos in der Base zahm waren, war ihm dennoch etwas unwohl dabei den fleischfressenden Riesen gegenüber zu stehen.
„Ferron, darf ich dich mal was persönliches fragen?“, fing Rufus vorsichtig an.
Ferron sah ihn verwirrt an und entgegnete: „Warum eigentlich nicht. Schieß los“
„Was ist mit deinen Beinen passiert?“
Einen Moment war es still, und man hörte nur das Knarren der Tür, die Ferron öffnete.
„Eine Kriegsverletzung“ antwortete der Mann schließlich, und schien keine weiteren Sachen hinzufügen zu wollen. Rufus wollte unbedingt mehr erfahren und weitere Fragen lagen ihm auf der Zunge, aber er ließ es lieber bleiben. Nicht dass er Ferron noch verärgerte.
Er folgte grübelnd in die angenehme Kühle des Gebäudes, dass ihm nach der hellen Sonne extrem dunkel vorkam.
Sie begegneten einigen anderen Stammes-Mitgliedern, die sie aber nur begrüßten und nicht weiter beachteten, bis sie bei einem großen Saal ankamen. Die Wände waren mit Trophäen wie Dino-Schädeln geschmückt und die selben Banner wie draußen hingen hier. In der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch auf dem eine große Karte aufgemalt war. Einige Männer und Frauen in Wüstenkleidung standen um die Karte herum und besprachen etwas. Auf jeder Schulter war ein Tier zu sehen. Die meisten trugen Jerboas mit sich, andere kleine Geier, wie diese die Rufus in seinen ersten Minuten in der Wüste gesehen hatte.
Zwei Hyänen saßen etwas abseits. Eine von ihnen beobachtete Rufus genau, die andere schien zu schlafen.
Ferron steuerte auf zwei Männer zu die weiter weg von der großen Gruppe standen. Einer der beiden war deutlich kleiner als Rufus und schien eher von der ‚mehr Grips als Muckis‘ Sorte zu sein. Der andere war ein muskulöser, braunhaariger Kerl, der aussah als hatte er schon einige Kämpfe hinter sich gebracht. Seine längeren Haare waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und auf seinen Armen prangten dicke Narben. In etwa so hatte Rufus sich den Anführer vorgestellt, doch dass er mit seiner Vorstellung richtig lag, machte ihm etwas Angst. Er hatte Respekt vor dem Typen, der knapp einen Kopf größer war als er, obwohl Rufus nicht gerade klein war.
Argo, der Name den Ferron erwähnt hatte schien passend.
Als sie nur noch wenige Meter entfernt waren, rief Ferron fröhlich: „Hey, Argo. Rate mal was für eine Überraschung ich dir mitgebracht habe“
Der Kleine drehte sich um, „Eine Überraschung, für mich?“
Rufus war verwirrt- das.. war Argo? Der Anführer dieses riesigen Stammes? Dieser süße, kleine Fratz da? Man schien ihm seine Gedanken ansehen zu können, denn Ferron zog ihn am Arm herbei und redete schnell weiter. „Argo, das ist Rufus. April hat ihn heute aufgesammelt“
Der Kleine musterte ihn einmal kurz, dann sagte er fröhlich: „Freut mich, Rufus. Das hier ist Skogg“- er deutete auf den kräftigen Typen neben sich- „und ich bin Argo, wie du sicher schon weißt. Willkommen im Stamm“
„Danke, Argo. Mir wurde bereits erklärt wie ich helfen kann, und was die Situation mit dem Norden ist“, sagte Rufus.
Ferron meldete sich schnell zu Wort: „Der Norden weiß noch nichts von ihm. Wir könnten deinen Plan mit dem Spion umsetzen den du vor einiger Zeit ausgearbeitet hattest“
Ein Grinsen machte ich in Argos Gesicht breit. „Das ist ja perfekt! Wir sollten-“, er wurde plötzlich von Skogg unterbrochen, der sich räusperte und sagte: „Wir sollten nichts überstürzen. Bei allem Respekt, die Idee ist nicht nur schwer umzusetzen, sondern unmöglich.“
„Wieso das?“ fragte Ferron.
Skogg seufzte und fasste sich genervt an den Kopf. „Weil er krepiert bevor irgendjemand ihn findet! Oder er sogar noch verdächtigt und getötet wird. Wollt ihr nicht lieber einen zusätzlichen Krieger haben, der euch mehr bringt als ein toter Spion der absolut nichts neues rausgefunden hat?“
Ferron schien beleidigt, „Manche Kriege muss man eben mit dem Kopf führen, und nicht nur mit Kraft. Ein neuer Krieger wird unsere unterlegenen Kräfte niemals ausbalancieren können!“
Rufus hörte still zu, während die beiden weiter stritten. Argo tippte ihm auf die Schulter und winkte ihn zu sich ran. Er folgte dem kleinen Anführer einige Schritte von den beiden Streitenden weg.
„Rufus, hör zu. Skogg kann ein bisschen dickköpfig sein, aber ich schaffe es schon ihn zu überreden. Wärst du bereit dich als Spion in diese Gefahr zu begeben? Ich weiß, du bist noch nicht lange hier, und direkt schon mitten drin.. aber es ist sehr wichtig. Wir sind unterlegen und könnten so eine Hilfe gebrauchen“, Argo schien gar nicht mehr aufzuhören zu reden. Rufus musste ihn mit einer Handgeste zum Schweigen bringen.
„Sir, ich bin auf jeden Fall dabei. Ich bin mehr als bereit. Bei der Rettung und Gastfreundschaft die mir entgegen gebracht wurde, würde ich mich auf diese Weise gerne revanchieren. Aber es gibt noch eine wichtige Information, in der Gegend in der April mich gefunden hat war ein Drachenreiter unterwegs. Ferron hatte gesagt sie fliegt nie weit heraus. Das würde bedeuten es könnte Gefahr drohen“
Argo fing an zu fluchen und lief verzweifelt hin und her, während er nachzudenken schien. „Skogg!“ rief er. Der kräftige Mann horchte auf und unterbrach seine Debatte mit Ferron. „Flieg mal los und stell sicher dass sich keine Feinde nähern!“
Er bekam ein Nicken als Antwort, und Skogg verließ den Saal, nachdem er Ferron nochmal einen feindseeligen Blick zugeworfen hatte.
„Bist du dir sicher, dass der Drachenreiter dich nicht gesehen hatte?“ fragte auch Argo.
„Sehr sicher. Er hat nicht reagiert als ich schreiend und winkend ihm nachgerannt bin“
„Äußerst merkwürdig“, murmelte Argo und starrte nachdenklich ins Leere
„Er hat mich wohl einfach nur Übersehen. Mir wurde bereits erklärt wie wichtig neue Überlebende hier sind. Er hätte mich mitgenommen wenn er mich wahrgenommen hätte“
„Möglich. Aber ich würde nichts anderes ausschließen. Denk dran, niemals ist die simpelste Lösung die Wahrscheinlichste.“, während Argo redete, sah er Rufus in die Augen. Es wirkte mehr wie ein Befehl, als ein gut gemeinter Rat.
Nach einigen Momenten der Stille fuhr Argo fort:
„Wir werden noch einige Tage warten bevor wir dich aussetzen, nur zur Vorsicht. Sollte der Reiter vom Norden dich gesehen haben, und einen Tag später ein neuer Überlebender vor ihrer Türe sitzen, würden sie misstrauisch werden. Ich halte die überwiegenden Krieger vom Norden nicht für intelligent, aber sollte es einer von ihnen sein, würdest du auffliegen. Nein, wir warten eine Woche, bringen dir alles Nötige bei, und dann musst du dich dumm stellen. Kriegst du das hin?“
„Bestimmt. Ich müsste einigermaßen gut schauspielern können.“, sagte Rufus zuversichtlich.
„Einigermaßen?“
„Ich bin mir der Wichtigkeit bewusst und werde mein Bestes tun“ versicherte Rufus ihm.
„Das nehme ich als ein Versprechen“, sagte Argo
„Wenn du mir versprichst mich nicht im Stich zu lassen, sollte etwas schiefgehen und meine Rettung nicht unmöglich sein“
Argo musterte ihn wieder. Er merkte dass Rufus nicht dumm war.
„Nun gut, sollte es keine meiner Verbündeten gefährden, werden wir dir als Stamm zur Seite stehen. Aber verstehe, dass wir unmöglich in den Norden einmaschieren können nur um dich da raus zu holen“
„Natürlich“
„Dann bin ich einverstanden“, schloss Argo ab und hielt ihm die Hand hin
Rufus nahm sie an, „Abgemacht.“
Ferron, der sich das ganze angehört hatte, wartete noch einige Augenblicke, bis er seine Stimme erhob.
„Argo, wenn du mit ihm alles geklärt hast, würde ich ihn gerne in unserer Basis herumführen.“
„Ja, aber vorher, auf ein Wort, Ferron“
Der Anführer zog Ferron bei Seite, sodass Rufus sie nicht mehr hören konnte. Sein Blick schweifte zu der Mitte des Raumes, in der sich noch immer die anderen Stammes- Mitglieder befanden. Alle Blicke ruhten auf ihm, dem Neuling. Er spürte die Fragen in ihren Köpfen: Könnten sie ihm vertrauen?
Er wusste es nicht. Ihm kamen Zweifel an seinen Fähigkeiten diesen Auftrag auszuführen. Verdammt, er hatte noch nie spioniert, noch nie um sein Leben gekämpft. Was wenn alles schief ging? Wenn er im Norden auffliegen würde, und kaltblütig umgebracht wurde?
Wenigstens würde er eine Woche lang vorbereitet werden. Wenigstens das.
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