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Rufus

von Metrokid
GeschichteMystery / P18 / Gen
OC (Own Charakter)
06.04.2018
10.10.2019
8
10.946
2
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Dieses Kapitel
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06.04.2018 1.079
 
Das Möwengeschrei klang seltsam, die Luft war warm, der Himmel strahlte so hell dass der Mann seine Augen direkt wieder schließen musste. „Verdammt..“ murrte er als er sich die schmerzenden Augen rieb. Das Erste was ihm auffiel war, dass er keine Kleidung trug. Das Zweite, dass er an seiner Haut heißen -glühend heißen- Sand spürte. Er versuchte sich aufzurichten, und trotz des Schwindels schaffte er es, nicht direkt wieder hinzufallen. Noch immer konnte er nichts sehen, doch den Arm schützend über den Augen wagte er es sie einen Schlitz zu öffnen und an sich herab zu sehen. Wo seine Kleidung war, würde nur die nächsten zwei Minuten sein größtes Problem sein. Jetzt sah er vorsichtig auf, wobei er seine Füße immer abwechselnd hochhob, damit der Sand ihn nicht verbrannte. Als seine Augen sich einigermaßen an das Licht gewöhnt hatten, überlegte er wo er war. Es war definitiv nicht sein zu Hause, in seinem zu Hause war es kalt, schneite oft und man rutschte auf dem Eis draußen aus.
Hier aber stand er auf Sand. Und er sah auch weit und breit nur Sand. Geradeaus war Sand, rechts von ihm war Sand, und links von ihm war ein Skorpion. Ein verdammt riesiger Skorpion! Er schrie erschrocken auf und rannte los, tapste ungeschickt durch die- wie es sich unverkennbar herausgestellt hatte- Wüste, verbrannte sich erneut die Füße und versuchte zu entkommen. Als er sich halbwegs von dem Tier entfernt hatte überlegte er ob es denn so große Skorpionarten gab, und er war sich sicher, dass man zumindest in Fernsehsendungen schonmal davon gehört hätte bei „Die größten Insekten oder giftigsten Tiere oder Viecher die Aua machen..“ murmelte er vor sich hin.
Die Hitze schien ihm echt zuzusetzen. Skorpione waren Insekten.. ja.. und Insekten waren niemals so groß. Er kam zu dem Entschluss, dass es sich um eine Fata Morgana handeln müsste. Es war eine Wüste, und man bildet sich aufgrund der Hitze Sachen ein. Er sah zurück, aber der Skorpion war immer noch da. Und er kam auch immer noch auf ihn zu. „Wiesooo?“ quengelte er gequält und lief weiter. Bestimmt hatte sich jemand einen Spaß erlaubt und ihn in die Wüste verfrachtet, oder er träumte, wofür der Schmerz jedoch zu echt war.
Bevor er diese Gedanken weiterführen konnte, fiel ihm eine kleine Steinformation auf, die er herauf klettern könnte. Da sollte der Skorpion, so groß er auch war, nicht hinauf kommen. Nach diesem Schritt würde er weiter überlegen. Während er lief, kam ihm die Strecke zwischen ihm und seinem Ziel ätzend lang vor. Als er an der zerfallenen Mauer ankam, war er außer Atem. Er kletterte auf einen Teil herauf und biss seine Zähne zusammen. „Hgnnn“ knurrte er als er spürte, dass der Stein noch heißer war als der Sand ohne hin schon. Aber besser ein paar Verbrennungen, als einen Skorpionstachel im Arsch. Er sah zu dem ‚Insekt‘ runter, als es die Mauer erreichte. Genau beobachtete er wie es zum Glück nicht zu ihm kam und ihn stattdessen belagerte. Großartig!
Er dachte nach und sah sich um. Es bestand nicht alles aus Wüste, zu einer Seite gab es große Berge und sogar ein paar Bäume. Dennoch würde man bis dahin sehr lange laufen, aber was blieb ihm über, als zu warten, dass er abgeholt wurde und aufgeklärt wurde, dass es nur ein großer Scherz war. Darauf wollte er nicht warten, er hatte das böse Gefühl, dass es kein Scherz war, denn wo würde man für so etwas einen Riesenskorpion herbekommen?
Er konnte sich zumindest daran erinnern wer er war, was sein eigentliches Leben war und was er gestern gemacht hatte. Nur wie er hier hin kam war wie aus seinen Gedanken gelöscht. „Ach, fick dich doch!“ brüllte er den Skorpion an, der noch immer wartete, dass der Mann von der Mauer herunter kam. Er müsste zu dem Gebirge kommen um überhaupt etwas zu trinken. So ohne Wasser mitten in der Wüste war nicht nur in Filmen unpraktisch. Wieder hörte er diese Möwenschreie, die hatte er schon im Urlaub immer gehasst. „Willst du dass wir Freunde sind?“ sagte er zum Skorpion, „Sieh, ich werde schon nach ein paar Minuten verrückt wegen dir, dass ich schon mit dir rede..“ er schüttelte den Kopf und stützte sich auf den heißen Steinen ab. Vielleicht könnte er ihn irgendwie vergraulen. Ein loser Stein würde vielleicht schon genügen, würde auch nicht zu schwer zu finden sein.
Er rüttelte an ein paar der Mauersteine und tatsächlich gab es sogar zwei die sich lösen ließen. Er warf einen nach dem Skorpion. Natürlich traf er nicht, warum auch. Mit dem zweiten Versuch traf er, aber das Rieseninsekt schien sich nicht daran zu stören. „KI oder so?“ murrte er. Er brach noch einen Stein aus der Mauer und warf ihn wieder. Noch ein Treffer, an dem sogar etwas grünes Blut kleben blieb. „Ihgitt“ murmelte er als das Vieh auch noch Geräusche von sich gab. Er machte einfach weiter und bewarf ihn weiter mit Mauerstücken, so grün er von Blut auch wurde, er ging einfach nicht weg. „Willst du sterben? Willst du?!“ brüllte er, bis er von einem noch lauteren Schrei unterbrochen wurde. „Diese verdammten Möwen!“ rief er und sah in die entsprechende Richtung. Eigentlich hätte ihm auffallen müssen, dass Möwen nicht unbedingt in der Wüste lebten.
Da kreisten zwei Geier über ihm! Wenigstens waren sie so freundlich ihn nicht anzugreifen. Nur fragt sich wie lange es so bleiben würde. Vorerst machte er weiter mit dem Werfen von Steinen. Bald entschied sich der Skorpion doch lieber wegzugehen und Rufus nutzte die Chance, um von der Mauer runter zu springen. Doch anstatt weiter zu rennen nahm er einen besonders großen Stein. Er schmiss ihn mit voller Wucht auf den schwachen Skorpion der dann nur noch zuckte und liegen blieb. Er wartete einen Augenblick bis er nochmal zuschlug um ganz sicher zu gehen, dass es tot war. Dann schaute er zu den Geiern „Da, leckere Mahlzeit“ er deutete auf den Skorpion und stapfte dann Richtung Berge. Schonmal eine Sorge weniger.

Im Gehen sah er mal zurück, die Geier machten sich über das tote Insekt her. Rufus selbst hätte damit nichts anfangen können. Er sah auf seine Füße während er lief. Der heiße Sand war ihm inzwischen egal, nach dem Aufenthalt auf der Mauer erschien es ihm sogar kühler. Dennoch schwitzte er wie ein Ochse, seine Haare klebten ihm auf der Stirn. Am sehnlichsten wünschte er sich jetzt sein verschneites Kemijärvi zurück, in einen zugefrorenen Swimming Pool mit einem kühlen Eis und einem Ventilator.
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