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Sins of the Father

GeschichteAbenteuer, Familie / P12 / Gen
Captain Jack Sparrow Gibbs James Norrington
05.04.2018
10.10.2018
10
17.860
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Dieses Kapitel
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05.04.2018 1.548
 
Kapitel Eins

Stell dir für einen Moment vor, du seist ein Ausreißer, auf der Flucht vor einer Lebensweise, von der du dir nicht sicher bist, ob du sie willst, aber fürchtest, dass du dafür bestimmt bist.
Dein Stammbaum ist voll von Piraten, die die Sieben Weltmeere unsicher machen ... und sich gegenseitig terrorisieren.
Familientreffen, Feiertage und Spaziergänge im Park sich unweigerlich in gewaltige Schlägereien verwandeln, in denen die Kinder ihren Onkel, Kapitän "Ace" Brannigan, verprügeln.
Dann wirft auch noch die Tante weiten Grades "Quick Draw" McFleming einen weiteren Krug gegen die arme alte Oma (die selbst mit zweiundachtzig nicht so wehrlos ist wie man denkt, was mit dem halben Dutzend Dolche, die sie in ihrem Gürtel versteckt hält auch kein Wunder ist).
Während all dies geschieht, plant der Mann, der dich großgezogen hat, der dein Vater sein könnte oder auch nicht, einen Weg, den gegenwärtigen Patriarchen zu stürzen und dessen geplünderten Schatz für sich zu behalten.
Du magst unter solchen Umständen zu dem Schluss kommen, dass du etwas Zeit brauchst ... um den Wahnsinn für eine Weile hinter dir zu lassen und ein paar Tage oder sogar Wochen oder vielleicht sogar Jahre zu verschwinden, um über gewisse Dinge nach zu denken.

Also, um von vorne zu beginnen, eine Nacht, nachdem die Familie einen besonders harten Tag hatte und alle ausgeknockt waren (entweder vor Erschöpfung oder weil sie mit einem stumpfen Gegenstand niedergeschlagen wurden), machte er sich ein Streichholz an und schlich sich bei  Kerzenschein ins Arbeitszimmer.
Es ist ein Raum, in dem sich ein dreibeiniger Stuhl, eine Handvoll alter staubiger Bücher mit fehlenden Seiten und Dutzende von halb leeren Rumflaschen tummeln.
Abgesehen von der dicken Schicht aus Spinnweben und einer gelegentlichen Tarantel ist der einzige andere Gegenstand im Raum ein großes, ledergebundenes Buch in der Größe eines Grabsteins mit der Aufschrift PIRATEN CODEX.
Ihm ist bewusst, dass dieses Buch für seine Familie und eigentlich für alle Piraten von unbezahlbarem Wert ist.
Es ist das Gesetz nach dem sie ihr leben richten und das sie von Zeit zu Zeit auch mal etwas verbiegen, natürlich nur zu ihrem eigenen Vorteil.
Er orientierte sich an einem Abschnitt, in dem es um Freiheit und die Notwendigkeit eines Piraten geht, Entscheidungen für sich selbst zu treffen.
Er entschied, dass dies eine klare Rechtfertigung dafür war, diesen unerträglichen Haushalt mit diesen unerträglichen Menschen zu verlassen, die sich ausgerechnet Familie schimpften.
Mit einem schiefen Lächeln schloss er den schweren ledernen Deckel des Buches.
Danach ging er zum fernen Ende des Raumes, hebelte die Nägel aus dem Fenster, das, wie die anderen im Hause, schon so lange er sich erinnern konnte mit Brettern vernagelt war.
Und plötzlich war er frei.
So einfach war das.
Oder ist es?

Für den jungen Mann namens Jack Sparrow ist nichts von diesem Szenario hypothetisch.
So unglaublich es auch sein mag, das ist seine Lebensgeschichte oder zumindest ein Teil davon.
Kurz nachdem Jack sich davongeschlichen hatte, wurde ihm klar, dass seine neu gewonnene Freiheit einen hohen Preis hatte.
Vielleicht hatte der Mann-der-vielleicht-sein-Vater war ihn nicht immer in seinen Interessen unterstützt
(er hatte zum Beispiel besonders damit zu kämpfen das Jack Interesse an Kosmetik zeigte), aber er war dort gewesen, um Rusty Knickers einen über zu ziehen, kurz bevor der Pirat Jacks Hand mit seinem krustigen alten Schwert beinahe durchtrennt hätte, Jack war damals gerade mal sechs Jahre alt gewesen.
Und als Kapitän Lucille Graven im Alter von zwölf Jahren versuchte, Jack in die Sklaverei zu verkaufen, war Der-Mann-der-vielleicht-sein-Vater war wieder zur Stelle gewesen und bereit Jacks Haut zu retten.
Aber jetzt ging Jack alleine vor.
Und obwohl er es nicht zugeben wollte, war ein Teil von ihm nicht sicher, ob er für diese Art von Freiheit bereit war.
Er wusste, dass er nicht wie der Rest der Familie sein wollte.
Er wollte kein Pirat sein!

Er wollte jedoch ein Kapitän sein, genau wie der Mann-der-vielleicht-sein-Vater sein könnte einer war.
Er wollte sein wie Kapitän Teague.
Wann auch immer er auf Teagues Schiff war, dachte Jack sich, nun wie schwer kann das auch sein?
Du versammelst einfach jede Art von Seefahrern, von denen anscheinend die Hälfte zu jeder Zeit betrunken ist ... hüpfst auf ein Schiff, verleihst dir die richtige Autorität, die besagt, dass die Tölpel deinen Launen folgen, während du Befehle brüllst, und voilà!
Eines der ersten Dinge, die Jack in Freiheit tat, war ein Boot zu finden.
Es hieß Barnacle, und es war ein wackliges altes Schiff, das kaum seetüchtig war.
Dann versammelte er eine Mannschaft.
Aber seit dieser Zeit war vieles geschehen und die Dinge hatten sich geändert.

Obwohl er immer noch sein Boot hatte, hatte seine Mannschaft ihn verlassen.
Alle aus seiner Crew, das hieß, mit Ausnahme von einem einzigen Crewmitglied Fitzwilliam P. Dalton III.
Von Anfang an mochte Jack Fitzwilliam nicht, und schon gar nicht hatte er gewollt, dass er zu seiner Crew gehörte.
Aber der Junge, der behauptete, ein weggelaufener Aristokrat zu sein, brachte Jack in eine sehr missliche Lage.
Fitzwilliam hatte gedroht, Jack wegen des Diebstahls der Barnacle zu verpfeifen, wenn er ihm nicht erlauben würde, an Bord zu kommen.
Als Jack sich jedoch immer noch weigerte ihn an Bord zu nehmen, forderte ihn Fitzwilliam zu einem Duell heraus.
Jack war zu seinem Leidwesen jedoch nicht wie Fitzwilliam im Schwertkampf ausgebildet worden.
Obwohl er einen tapferen Kampf führte, bezwang Fitzwilliam ihn am Ende doch und der Rest, wie man sagt, ist Geschichte.

Seit ungefähr einem Jahr segelten die beiden nun schon zusammen.
Jack musste zugeben, dass es auch einige Vorteile hatte, Fitzwilliam mit an Bord zu haben.
Er war ein exzellenter Schwertkämpfer, und wenn Jacks zerlumpte Crew sich in eine "richtige" Gesellschaft einfügen musste, war Fitzwilliam ein hilfreicher Deckmantel.
Doch Jack und Fitzwilliam stritten sich oft und waren nie ganz auf Augenhöhe in Sachen Navigation der Barnacle oder in Reaktion auf Drohungen von Piraten, Meerestieren und verfluchten Captains. In Wahrheit - nicht, dass er es zugegeben hätte - gab es etwas tief in ihm, das Jack wirklich genossen hatte wie z.B. das ewige hin und her zwischen ihnen beiden.
Er liebte es, Fitzwilliam zu verärgern, und es gab nichts, was Jack mehr auskosten konnte, als den Aristokraten in den Wahnsinn zu treiben.
Aber es schien immer so als würde dort ihre Rivalität endete.
Bis jetzt.

Denn jetzt befand sich Jack auf dem Deck der Barnacle und hielt seine Hände hoch, Fitzwilliams Schwert zeigte auf seine Brust. Sogar Jack, der sich auf eine Art Sechsten Sinn verließ, hatte das nicht kommen sehen.
"Du warst ein Idiot, mir zu vertrauen", sagte Fitzwilliam. Er trug ein halb wahnsinniges Grinsen auf den Lippen.
"Wer hat je gesagt, dass ich dir vertraut habe, Kumpel? Ich vertraue niemandem", sagte Jack aufrichtig.
"Warum sonst hättest du mich an Bord deines Schiffes behalten, Captain?"
"Weil ich ein Bedürfnis hatte, und du konnten es füllen. Klar so weit?" Antwortete Jack kurz angebunden.
Der Aristokrat lachte ihn aus. "Du machst mich krank", knurrte er.
"Dann mache ich einen richtig guten Job!" Sagte Jack und entfernte sich von Fitzwilliam.
Jack war von dieser Wendung der Ereignisse so verblüfft gewesen, dass er fast vergessen hatte, dass Fitzwilliam nur eines der Probleme war, die ihn in diesem Moment plagten.
Jack drehte sich um und schaute aufs Meer hinaus. Die gesamte Royal Navy schien sich mit einigen Schiffen der East India Trading Company der Barnacle zu nähern.

Vielleicht schlimmer als das war das Schiff, das die Flotte verfolgte.
Es war ein Piratenschiff, und es hisste eine Jolly Roger, die Jack nur allzu gut kannte.
Er betrachtete jede dieser drei Bedrohungen, die ein tödliches Dreieck um ihn bildeten.
Vor ihm war ein Aristokrat, dem Jack nicht unbedingt vertraut hatte, den er aber auch nie einen solchen Verrat zugetraut hatte.
Und doch, hier war er, hielt Jack in Schach, während eine Flotte von Marineschiffen die Nachhut bildete.
Und die Schiffe der Marine waren natürlich ein ganz anderes Problem, das es zu beachten galt.
Fitzwilliam hatte darauf angespielt, dass er mit ihnen zusammenarbeitete.
Ihr Ziel war es, Jack zu benutzen, um sie zu Teague zu führen.
Jack vermutete das diese Teague nicht sehr glücklich machen würde.
Was Jack zu dem Problem Nummer drei führte, dass das Schiff mit der vertrauten Jolly Roger darstellte. Es versuchte der Marine zu entkommen, und gehörte ausgerechnet dem Piraten, der Jacks Vater sein könnte.
Und, Vater oder nicht, Teague war nicht sehr nett, wenn er wütend war.
Jack seufzte frustriert.
Diese drei bitteren Zutaten waren sicherlich ein Rezept für eine Katastrophe.


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So das erste Kapitel und ich habe wirklich ewig dran gesessen. Vor allem der Anfang war schwer zu übersetzen, weil ich mir nicht sicher war in welcher Zeitform ich ihn schreiben sollte und ob ich den Leser direkt ansprechen soll oder nicht. Ich hab ihn bestimmt locker 3 mal neu geschrieben weil ich nie zufrieden war und weil ich das ganze Kapitel 2 mal bearbeitet habe. Puh es ist viel schwere als gedacht manche Sätze ins Deutsche zu übersetzten ohne das der Sinn verloren geht aber sie dennoch gut klingen und nicht wie von einem Grundschüler  .-.
Hoffentlich passt es endlich, über Rückmeldung, Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen und ich würde mich sehr darüber freuen.
J.
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