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Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
09.04.2021
15
21.001
6
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25.02.2020 1.696
 
„Ich könnte dich zu ihr bringen“, bot Hicks an. Tjark hatte sich unterdessen wieder gefangen und konzentrierte sich auf seinen Auftrag.
„Vergiss es!“, schnauzte Tjark ihn an. „Das bringt dich hier auch nicht raus.“ Innerlich verfluchte er sich dafür, dass er Hicks davon erzählt hatte. Mittlerweile war er sich sicher, dass Mala sich nicht einmal richtig an ihn erinnern würde. Und selbst wenn, würde sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen, war er doch in den Wochen, bevor ihre Beziehung zu Ende ging, nicht gerade der freundlichste Mensch auf Erden gewesen.
„Ich weiß wo sie ist…“ versuchte Hicks es wieder, wurde aber schnell durch einen bösen Blick von Tjark zum Schweigen gebracht.
Tjark verschwand wieder an Deck und ließ Hicks mit seinen Gedanken alleine. Er musste es irgendwie schaffen Tjark umzustimmen. Zum einen weil er gut auf ein Rendezvous mit Viggo und Ryker verzichten konnte und zum anderen weil die Drachenreiter vielleicht von den Fähigkeiten Tjarks profitieren könnten. Er würde es weiter versuchen, irgendwann würde Tjark einknicken. Seine Reaktion auf Hicks Kommentar, dass er Mala kenne, hatte Bände gesprochen. Die Frage war nur, wann.

Bei Astrid
„Willkommen auf den Nördlichen Märkten“, sagte Astrid sarkastisch, als sie die ersten Stände erblickten. Die Truppe war vorsichtshalber etwas abseits der Märkte gelandet, um nicht all zu viel Aufsehen zu erregen.
„Passt auf eure Sachen auf, hier gibt es ne Menge Langfinger“, äußerte sich Heidrun. „Wir sollten uns aufteilen und etwas umhören.“,  Die Gruppe stimmte zu.
„Passt aber auf, dass ihr nicht zu sehr auffallt, sonst könnten die Drachenjäger gewarnt werden und verschwinden“, fügte Fischbein hinzu. In Zweierteams verteilte sich die Truppe über die Nördlichen Märkte.
Gegen Mittag fand die Gruppe sich am Rand der Märkte wieder zusammen. „Was habt ihr?“, fragte Astrid.
„Also, hier gibt es grandioses Hühnerfutter. Ich hab schon was für Hühnchen besorgt“, kam es von Taffnuss. Rotzbacke schlug sich die Hand gegen die Stirn und atmete genervt aus.
„Okayyy“, seufzte Astrid, „Haben wir sonst noch etwas?“ Dieses Mal meldeten sich Dagur und Mala zu Wort.
„Hier in der Nähe gibt es eine Bar. Dort sollen einige Kopfgeldjäger sein, die auf Aufträge warten“, begann Dagur.
„Ein Besuch dort könnte sich lohnen“, fuhr Mala fort.
„Du hast recht, vielleicht kennt dort jemand Tjark“, meinte Fischbein.
„Du hast recht. Einen Versuch ist es wert“, stimmte Astrid zu. „Wo ist diese Bar?“
„Ich bring euch hin“, sagte Dagur und ging los. Die Gruppe folgte ihm. Auf dem kurzen Weg stellte sich zudem heraus, dass keine der anderen Gruppen eine brauchbare Information erhalten hatte. Es fehlte der Gruppe also an Alternativen. Sie konnten nur hoffen, dass ihre Spur ihnen weitere Erkenntnisse brachte.
„Das ist sie“, meinte Dagur und zeigte auf ein etwas älteres Gasthaus, welches am sich etwas abseits des Getümmels der Märkte befand.
„Gut“, meinte Astrid, „Du und Heidrun, ihr werdet reingehen und euch umhören. Wir warten draußen.“ Dagur und Heidrun stimmten zu und verschwanden im Gasthaus.

Schon beim Betreten der Bar war beiden klar, dass sie hier richtig waren. Rechts und links vom Eingang waren Tische und Bänke aufgereiht und man ging direkt auf den Tresen zu, hinter dem ein älterer, dünner, blonder Mann stand, der die Gäste bediente. Er hatte mittellange Haare, die ihm bis kurz unter den Nacken reichten und trug ein beigefarbenes Hemd, sowie eine weiße Schürze, die bereits ein paar Flecken hatte. Die kleinen Feuerschalen an den Wänden sorgten für die nötige Beleuchtung des Raumes. Das Gasthaus war für diese Tageszeit recht gut gefüllt. An fast jedem Tisch saßen Leute, die tranken und sich unterhielten. Rechts direkt am Eingang saßen ein paar Drachenjäger mit gefüllten Humpen. Dagur wäre ihnen am liebsten direkt an die Kehle gesprungen, um Informationen aus ihnen herauszuprügeln, doch Heidrun hielt ihn unauffällig zurück. Beide gingen weiter zum Tresen und bestellten etwas zu trinken. Erst jetzt fiel ihnen auf, dass hinter dem Tresen einige Steckbriefe hingen. Auf ihnen war jeweils ein Name, ein Bild und die Belohnung angegeben. Diese reichte von ein paar wenigen Goldmünzen bis hin zu einigen Hundert. Einige der Steckbriefe waren bereits durchgestrichen und mit verschiedenen Buchstaben versehen. Dagur und Heidrun bestellten sich beide etwas zu trinken und schauten sich unauffällig etwas um.
„Oh man, der war ja viel Wert.“, meinte Dagur und zeigte auf einen der bereits durchgestrichenen Steckbriefe. Dort war das Bild eines Mannes abgebildet, dessen Tod für jemanden anscheinend 850 Goldmünzen wert war.
„Das war Svein Viklund. Er hat die Tochter des Häuptlings der Bäreninsel entführt und wollte ihn mit ihr erpressen“, kommentierte der ältere Mann hinterm Tresen und stellte Dagur und Heidrun jeweils ein Trinkhorn mit Met hin und beugte sich zu ihnen herüber, während er ein anderes Trinkhorn befüllte. „Er hat es recht schnell bereut, wie man sieht.“, entgegnete Heidrun trocken. Der ältere Mann stimmte zu.
„Innerhalb von einer Woche war er tot.“, erzählte er.
„Wie dämlich muss man auch sein, eine Häuptlingstochter zu entführen. Was bedeuten eigentlich die Buchstaben auf den durchgestrichenen Steckbriefen?“, fragte Heidrun beiläufig.
„Das sind die Anfangsbuchstaben der Männer, die das Kopfgeld für die jeweilige Person bekamen“, erklärte der Ältere. „Wie es aussieht, hat hier einer ganz besonders Umsatz gemacht“, stellte Dagur fest und deutete erneut auf die Steckbriefe, die bereits ungültig waren. Auf fast der Hälfte aller war ein „T“ zu erkennen.
„T wie Tjark?“, fragte Heidrun wieder.
„Ja, er ist der beste Kopfgeldjäger, den es momentan auf dem Markt gibt!“, bestätigte Ältere.
„Wo ist er jetzt?“, fragte Dagur und lehnte sich etwas zum Barmann herüber.
„Ich weiß es nicht“, erwiderte der Ältere, „Er ist seit fast zwei Wochen weg. Falls ihr einen Auftrag habt, könnt ihr euch auch an die zwei Männer dort drüben wenden. Die sind auch gut und haben auch schon mit Tjark zusammen gearbeitet.“ Dagur und Heidrun schauten sich einen Moment lang an.
„Okay danke für die Info“, entgegneten beide. Sie bezahlten ihre Getränke und gingen in Richtung Ausgang. Auch wenn er es nicht wusste, doch der Schankwirt hatte den beiden eine brauchbare Spur gegeben. Die beiden Kopfgeldjäger würden sicherlich wissen, wo Tjark war. Im Vorbeigehen musterten sie die beiden Männer, auf die der Ältere Wirt gedeutet hatte. Einer war ein wahrer Koloss, der aussah, als könnte er jemanden ohne Probleme in zwei Teile zerreißen, während der andere eher schmal, dafür aber sehr verschlagen aussah.

Nachdem Heidrun und Dagur das Gasthaus verlassen hatten, erzählten sie Astrid und den anderen alles, was sie dort erfahren hatten. Sie entschlossen sich dazu, auf die anderen beiden Kopfgeldjäger zu warten und sie zu verhören.
Nach zwei Stunden wurde Astrid langsam ungeduldig. Sie hoffte, das die beiden Kopfgeldjäger etwas wissen würden, denn sie wusste nicht, wie viel Zeit ihnen noch blieb.
Nach einer weiteren halben Stunde verließen die beiden endlich das Gasthaus. Die Truppe schwang sich auf ihre Drachen, die sie in der Zwischenzeit geholt hatten und packten die beiden Kopfgeldjäger. Beide wussten nicht, wie ihnen geschah, als sie plötzlich in die Luft gerissen wurden und der Boden sich immer weiter von ihnen entfernte. Die Drachenreiter flogen mit ihnen ein Stück in den Wald und setzten sie dort ab. Beide gingen direkt in den Angriff über, jedoch wurden sie von den Drachen schnell entwaffnet. Sie wurden gefesselt und an einen Baum gebunden. Sobald dies erledigt war, bauten die Reiter sich vor ihnen auf.
„Wo ist Tjark Larsson?“, fragte Astrid bedrohlich.
„Wer soll das sein, du Miststück?“, entgegnete der Koloss. Noch bevor Astrid reagieren konnte, traf ihn eine Faust mitten ins Gesicht.
„Red nochmal so mit ihr und ich prügel dir alle Zähne aus deiner hässlichen Visage!“, blaffte Heidrun.
„Lasst uns mal ran“, kam es von den Zwillingen.
„Thorston und Thorston, die besten Schnüffler, die es je gab und geben wird, sind wieder im Einsatz“, prahlten sie. Sie stellten sich vor den Koloss und schauten ihn mit ihrem vermeintlich grimmigen Blick an. Der Koloss hob leicht verwirrt seine linke Augenbraue.
„So mein Kleiner… „, begann Taffnuss, „Wo ist Tjark Larsson?“
„Wer soll das sein?“ entgegnete er.
„SAG UNS SOFORT, WO ER IST!“, brüllte Raffnuss ihn an.
„Wow, wow, wow, Schwesterherz, ich bin hier der Böse“, kam es von Taff.
„Ähm nein, du warst letztes mal der Böse. Ich bin jetzt dran.“ argumentierte Raff. Aus dieser kleinen Diskussion wurde schnell eine handfeste Schlägerei, bis Rotzbacke die beiden genervt von einander trennte. Die beiden Gefesselten beobachteten das Geschehen amüsiert, bis sich Astrid und die anderen ihnen wieder zuwandten.
Nach mehreren erfolglosen Versuchen, auf die nette Art Informationen aus ihnen heraus zu bekommen, riss Dagur der Geduldsfaden. Er schickte alle weg und nahm sich die beiden alleine vor. Nach etwa 15 Minuten hatte Dagur die beiden soweit bearbeitet, das sie nun tatsächlich die Infos, die sie hatten, preisgeben wollten. Nun kamen auch die restlichen Reiter wieder. Sie schauten leicht angewidert auf die Gefesselten herab. Dagur hatte beiden ziemlich übel zugesetzt. Dem Koloss fehlte ein Schneidezahn und er hatte ein komplett blutiges Gesicht. Der Schmale sah ebenfalls nicht besser aus.
„Also, als erstes wer seid ihr?“, fragte Dagur.
„Ich heiße Björn und mein Freund hier heißt Gunnar. “, begann der Schmale.
„Also Björn, wenn du uns sagst, wo wir Tjark finden, dann sorge ich dafür das mein brutaler Freund hier euch ab jetzt nicht mehr anrührt“, sagte nun Astrid und deutete dabei auf Dagur.
„Nun ja, wir wissen nicht wo er ist, ich weiß nur, wo er hinwollte“, kam es von Björn.
„Na sag schon, wohin?“, wollte Astrid wissen. Björn zögerte, doch ein einfaches Fäuste heben von Dagur reichte aus und Björn packte aus.
„Schon gut, schon gut. Er faselte betrunken etwas von der Wolfsinsel. Die liegt 2 Tage südlich von hier.“
„Danke, geht doch.“, bedankte sich Astrid.
„Dagur, leg sie schlafen, dann aufsatteln und los!“, befahl sie und ging zu Sturmpfeil. Dagur tat wie geheißen und schickte beide ins Reich der Träume. Fischbein hatte inzwischen die Insel auf der Karte gefunden und festgestellt, das sie mit den Drachen höchstens einen halben Tag brauchen würden. Die Drachenreiter hoben ab und machten sich auf den Weg.
„Halt durch Hicks! Ich komme!“, dachte Astrid und malte sich aus wie sie es Tjark büßen lassen könnte.




So, endlich mal wieder ein Kapitel fertig ;-)
Wie immer freue ich mich über Rewiews und Verbesserungsvorschläge.
Und mal wieder ein fettes Danke Bookgirl617 fürs betalesen.
Bis zum nächsten Mal
Zinker
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