Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
09.04.2021
15
21.001
6
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.12.2019 1.107
 
Auf einer namenlosen Insel etwa zur selben Zeit

Die Nacht war schon lange hereingebrochen und die Drachenreiter samt Drachen schliefen tief und fest. Nur Mala saß alleine am Lagerfeuer, schaute gebannt in die Flammen und malte sich aus wie die Konfrontation mit Tjark wohl verlaufen würde, falls sie ihn überhaupt finden würden. Wie sah er wohl mittlerweile aus? Hat Ob er die Ereignisse von damals verkraftet hat? Noch bevor sie sich weitere Fragen stellen konnte, tauchte Astrid auf und setzte sich neben sie. Sie hatte zuvor schon mitbekommen das Mala sich anders verhielt, wenn es um Hicks Entführer ging.
„Du kennst ihn, diesen Tjark“, begann sie.
„Woher sollte ich?“, stellte Mala sich dumm.
„Das weiß ich nicht, aber du kennt ihn. Und sag jetzt nicht Nein! Ich hab deine Blicke gesehen, als wir über ihn gesprochen haben!“, antwortete Astrid leicht gereizt. Sie wusste, Mala kannte ihn und hatte dementsprechend auch Informationen über ihn. Informationen, die sie jetzt haben wollte.
„Ist ja gut. Ja, ich kenne ihn. Wir sind auf derselben Insel geboren, das war´s aber auch“ gab Mala nach.
„Das reicht mir nicht! Ich will Informationen, alle, die du hast!“, bohrte Astrid mit Nachdruck.
„Die willst du nicht haben...“, winkte Mala ab.
„Doch!“, giftete Astrid jetzt schon fast.
„Wenn das so ist… “, fauchte Mala nun auch etwas gereizt und wandte ihren Blick Richtung Astrid. „Wir waren verlobt.“
Jetzt musste Astrid schlucken, damit hatte sie dann auch nicht gerechnet.
„Unsere Heimat wurde irgendwann angegriffen und zerstört. Auf Tjarks Anweisung hin hab ich mich mit einigen anderen im Wald versteckt. Am Tag nach dem Angriff kehrten wir zurück ins Dorf. Alles war zerstört und alle waren tot. Nur Tjark nicht, auch wenn er schon kurz davor war.“, erzählte Mala weiter. „Ich hab ihn gesund gepflegt und ihn umsorgt, so gut ich konnte, doch er hatte sich verändert. Er war nicht mehr derjenige, in den ich mich einst verliebt hatte. Er ist kalt geworden, er war wie ein wandelnder Eiszapfen! Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe ihn verlassen. Er hat sich daraufhin einer Gruppe von Kopfgeldjägern angeschlossen und erlernte ihr Handwerk.“
Auf Malas Wangen glitzerten Tränen. Auch wenn sie es nicht zugeben wollte, sie empfand immer noch etwas für Tjark.
„Das Schwert...“, sagte sie und deutete auf das Schwert, das sie am Rücken trug. „… ist von ihm.“

Astrid, die sonst so schlagfertige Wikingerin, war sprachlos. Hatte sie doch mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass Mala einmal mit Tjark verlobt gewesen war. Vor allem aber, hatte sie nicht erwartet, dass Mala so eine grausame Vergangenheit hatte.
„Das tut mir leid, was passiert ist...“, war das einzige was sie herausbrachte.
„Braucht es nicht. Kannst du eh nix dafür“ antwortete Mala abwesend.
„Ich… äh.. gehe wohl besser wieder...“, murmelte Astrid. Sie stand auf und legte sich zu Sturmpfeil. Sie konnte sich nur schwer vorstellen, dass Mala mal mit einem der nun meist gefürchtetsten Männer des nördlichen Archipels zusammen gewesen war.  Beide hatten eine unschöne Vergangenheit. Doch während sie für Mala Mitleid empfand, empfand sie für Tjark nur Abscheu. Er hatte ihr ihren Hicks weggenommen und das würde er auch zu spüren bekommen, das schwor sie sich. Sie würden Hicks finden und Tjark würde für seine Tat bezahlen. Das war ihr letzter Gedanke bevor sie einschlief.

Die Sonne war noch nicht mal aufgegangen und die Drachenreiter machten sich bereits bereit zum Aufbruch. Heute wollten sie so viel Drachenjäger finden und verhören wie möglich.
Die Zeit drängte und da niemand mit Genauigkeit sagen konnte, wo sie suchen sollten, waren ein paar zusätzliche Informationen recht wichtig.
„Wo wollen wir anfangen?“, fragte Rotzbacke.
„An den nördlichen Märkten, da treiben sich immer welche rum, vielleicht sogar ein oder zwei Kopfgeldjäger, die wissen vielleicht auch was“ antwortete Astrid und verstaute gerade eine Decke in ihrer Satteltasche.
„Da hat sie recht!“, stimmte Dagur zu. Er sprang auf seinen Drachen und hob ab. Nun starteten auch die anderen. Astrid hoffte, dass sie jemanden finden würden, der etwas weiß, denn die Chance für Hicks standen wahrlich nicht gut.


Bei Hicks

Als er erwachte, musste er feststellen, dass es schon längst hell war. Er hatte die halbe Nacht wach gelegen, da das Schnarchen des betrunkenen Kopfgeldjägers sogar lauter als das seines Vaters war, zudem waren die Fesseln auch nicht gerade gemütlich. Außerdem vermisste er Astrid. Sie war sicher auf der Suche nach ihm. Hicks betete, dass sie Erfolg hat und ihn finden würde, bevor er ausgeliefert wurde, denn er wollte nicht wissen, was passieren würde, wenn es so weit war. Der sonst so zuversichtliche Junge fing langsam an zu hadern.  Hier an Bord hatte er keine Möglichkeit zur Flucht, denn selbst wenn er sich von seinen Fesseln befreien könnte, würde der Kopfgeldjäger ihn ziemlich schnell wieder überwältigen oder gleich töten. Seine Chancen standen also ziemlich schlecht, weswegen er aus seine Freunde vertrauen musste. Erneut durchzuckte ein Gedanke, den er am Abend zuvor schon hatte, sein Hirn. Tjarks ehemalige Verlobte hieß Mala, er war sich ziemlich sicher, dass es sich dabei um Königin Mala handelt. Seine Verbündete bei den Beschützern des Flügels. Eigentlich dachte er, Mala käme von der Insel der Beschützer des Flügels, jedoch war es natürlich möglich, das es nicht so war. Langsam begann sich ein Plan in seinem Kopf zu formen.
Plötzlich spürte er, wie das Schiff beschleunigte. Der Wind hatte aufgefrischt.

Tjark, der an Bord stand, freute sich. Wenn das Wetter so blieb, würden sie in anderthalb Tagen ihr Ziel erreichen. Dann könnte er endlich gen Süden abhauen und so viel Strecke wie möglich zwischen ihn und Ragnar bringen. Dieser hatte sich, wie er gehört hatte, mit einem Söldnerheer zu einem der mächtigsten Herrscher im ganzen Archipel gemausert. Egal, wo er auch war, hinterließ er eine Spur der Verwüstung. Egal, was noch kam, diesem Mann wollte Tjark auf keinen Fall wieder begegnen.
Sobald er sein Geld hätte, würde er sich ein letztes Mal bei den Nördlichen Märkten mit Proviant eindecken und dann von der Bildfläche verschwinden.

„HEY!“, rief Hicks. Tjark ignorierte ihn. Wieder rief Hicks. Tjark ignorierte ihn weiter. Nach dem fünften Mal ging er nun doch zu Hicks.
„Was ist?“, knurrte er.
„Weißt du was aus deiner Verlobten geworden ist?“, fragte Hicks.
„Nein, ich wüsste auch nicht, was es dich interessiert.“, grollte Tjark genervt.
„Nun ja… ich weiß zufällig, wo sie ist und was sie macht“, sagte Hicks herausfordernd. Tjark entglitten für einen Augenblick alle Gesichtszüge, denn tief in seinem Inneren... empfand er immer noch etwas für sie.


Moin moin, von mir gibt´s auch mal wieder was. Wie immer freue ich mich über ein paar Reviews und die ein oder andere Empfehlung. Ein fettes Danke wieder an meine Betaleserin Bookgirl617.
Bis dahin
Zinker
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast