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Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
09.04.2021
15
21.001
6
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22.06.2018 1.720
 
Endlich ist das nächste Kapitel fertig. Tut mir leid das ihr so lange warten musstet. Ich hoffe es gefällt euch trotzdem. Hier ist es.

Kapitel 4


Bei Astrid


„Astrid, da bist du ja endlich!“
Fischbein, Rotzbacke und die Zwillinge warteten zusammen mit ihren Drachen auf ihre Freundin. Sie landete neben ihnen auf einem Felsvorsprung, auf dem die Drachenreiter Rast gemacht hatten.
„Was hat das so lange gedauert?“, machte Rotzbacke seinem Ärger Luft, bereute es aber gleichzeitig, als er sah wer eigentlich auf Sturmpfeil saß.
„Mala? Du hier?“, fragte er entgeistert.
„Hallo, Rotzbacke!“, erwiderte diese und lächelte ihn an. Trok, der hinter ihr saß, verzog unmerklich das Gesicht.
„Ich habe mir erlaubt, ein bisschen Verstärkung mitzubringen!“, verkündete Astrid, die auf Ohnezahn geflogen war und nun ebenfalls landete. Des weiteren kamen noch Dagur auf Schnüffler und Heidrun auf Windfang zum Vorschein.
„Als wir hörten, dass Hicks entführt wurde, mussten wir einfach kommen!“, erklärte Heidrun ernst.
„Genau, wir werden meine Hicks-Bruder retten!“, versicherte auch Dagur und jeder der Freunde glaubte ihm aufs Wort.
„Astrid“, meinte Fischbein. „Vorhin haben wir einen Händler von den nördlichen Märkten getroffen. Wir haben uns ein bisschen mit ihm unterhalten und er hat uns erzählt, dass er mit einem Drachenjäger gesprochen hat, der ihm wiederum erzählt hat, dass Viggo und Johann tatsächlich jemanden losgeschickt haben, um Hicks zu entführen.“
„Hat er auch gesagt, wen?“, wollte Astrid wissen.
„Einen gewissen Tjark Larsson“ antwortete Fischbein.

„Bei Thor!“, fluchte Dagur. „Wenn Larsson dahinter steckt, stehen die Chancen Hicks zu retten nicht allzu gut“ „Warum?“, wollte Astrid wissen.
„Tjark ist der beste und gefürchtetste Kopfgeldjäger im gesamten Norden. Wenn er auf dich angesetzt wird, kannst du nicht entkommen. Er wir dich finden und umbringen, außer du bist lebend mehr Wert. Er hat mal drei Männer mit bloßer Hand umgebracht! Glaubt mir, vor dem hab sogar ich Respekt!“, erklärte Dagur.  „Wir können nur darauf hoffen, dass Hicks lebendig mehr wert ist als tot. Wenn nicht… ist er verloren. Da kennt Tjark keine Gnade!“, sagte Mala plötzlich und schaute betrübt zu Boden.
„Woher willst du das wissen?“, fragte Heidrun.
„Weil ich Tjark kenne“, beichtete sie.
„Woher?!“, wollten Dagur und Heidrun erstaunt wissen.
„Das tut nichts zur Sache“, wich Mala der Frage aus. „Wenn Hicks noch am Leben ist, müssen wir ihn finden, bevor Tjark Viggo und Johann erreicht!“
„Und wie bitteschön?“ fragte Rotzbacke etwas herausfordernd.
„Ganz einfach. Wir quetschen ein paar Drachenjäger aus. Irgendeiner muss doch wissen wo Viggo und Johann sich aufhalten“ antwortete Taffnuss. „Gute Idee. Auf geht’s!“, rief Astrid und hob mit Ohnezahn ab. Der Rest der Gruppe folgte ihr.

Während die Gruppe sich unterhielt, wie man am besten vorgehen könne, wenn man wüsste wo Hicks ist war, schaute Mala starr geradeaus und schwelgte in Erinnerungen an eine längst vergessene Zeit.

Bei Tjark

Auf Handalfs Schiff tobte währenddessen ein wilder Kampf. Die Piraten hatten es tatsächlich kurz vor Tjark geschafft, auf das Schiff des Händlers zu gelangen. Seine Mannschaft und er hatten erbittert Widerstand geleistet, doch waren sie über die Hilfe des Kopfgeldjägers mehr als froh. Tjarks Klinge war inzwischen blutverschmiert und auf dem Deck lagen Leichen und Verletzte beider Seiten. Schreie der Verzweiflung und Angriffslust hallten übers Deck.

„HALFDAN!“, schrie Tjark und rammte seinen Säbel gerade dem nächsten Piraten in die Brust. „WIE OFT MUSS ICH ES DIR NOCH SAGEN?!! DU SOLLST NICHT DIESE ROUTE NEHMEN, SIE IST ZU GEFÄHRLICH!!“
„ICH WEISS!“, brüllte Halfdan zurück. „ES MUSSTE ABER DIESES MAL SCHNELL GEHEN!“ In diesem Moment versuchte ein schmächtiger Pirat, Halfdan mit einem Messer anzugreifen. Der Händler wich dem Stoß aus, packte den Jungen im Nacken und schmetterte seinen Kopf gegen die Reling. Noch bevor er auf dem Boden aufschlug, fiel er in Ohnmacht.
„MAN SIEHT JA WAS DU DAVON HAST!“, schrie Tjark zurück. Im selben Augenblick sah er, dass sich zwei Piraten auf sein eigenes Schiff geschlichen hatten und gerade unter Deck verschwanden.
„Scheiße!“, fluchte er und lief in Richtung seines Schiffes.

Als er ebenfalls unter Deck ankam, versuchte einer der beiden Piraten gerade, Hicks Fesseln zu lösen, vermutlich um ihn als Sklaven zu verkaufen. Der andere sammelte Tjarks Waffen ein.
„Hey!“, sagte rief Tjark bedrohlich und die beiden drehten sich augenblicklich um. Tjark musterte sie schnell. Der eine bei Hicks war eher schlank und trug ein weißes Oberteil, eine blau-weiße Hose sowie ein rotes Kopftuch. Zudem trug er einen goldenen Ohrring im linken Ohr. Der andere Pirat, welcher Tjarks Waffen einsammelte, war ein breiter, gewichtiger Kerl mit grauem Rauschebart. Er trug eine abgenutzte rote Hose, ein dreckiges weißes Hemd und darüber eine Schwarze Weste. Dazu hatte er eine schwarze Schärpe umgebunden, in der einige Messer steckten. Beide waren auch mit Säbeln bewaffnet.

Tjark warf sein Säbel bei Seite und zog ein Messer. Auf beengtem Raum war es leichter mit einer kurzen Waffe zu kämpfen, da man mehr Bewegungsfreiheit hatte. Die beiden Piraten hatten das Prinzip noch nicht verstanden und griffen mit ihren Säbeln an. Dem Schlanken wich Tjark aus und er versenkte sein Schwert in der Schiffswand. Der Gewichtige holte aus und versuchte Tjark den Kopf abzuschlagen. Tjark wich einen Schritt zurück und der Pirat rammte sein Schwert in den Nacken seines Kumpanen, der gerade damit beschäftigt war, sein Schwert aus der Schiffswand zu ziehen.
Hicks,  der immer noch auf der anderen Seite des Schiffes angekettet war, musste voll Schrecken mit ansehen, wie der Pirat tot zu Boden sank und sein Blut sich über den Boden verteilte.

Der gewichtige Pirat erkannte nun auch, dass er mit dem Säbel unter Deck nichts erreichen konnte. Er warf ihn zur Seite und zog ebenfalls ein Messer. Für kurze Zeit umkreisten sich Tjark und der Pirat nur, ehe Tjark zum Angriff ansetzte.
Der Pirat aber war schneller, als er aussah. Er wich aus und schaffte es Tjark am Arm zu verletzen. Tjark biss die Zähne zusammen und schaute kurz nach seinem rechten Arm. Der Pirat hatte es geschafft ihn Oberarm zu streifen und als er wieder zu ihm schaute, riss dieser ihn um. Tjark verlor sein Messer und der Pirat drückte ihn zu Boden.
„Nun heißt es Abschied nehmen!“, lachte er hämisch und hielt Tjark sein Messer an den Hals.
„Ja...“, stimmte er zu. „Und zwar für dich!“ Mit diesen Worten zog er eines der weiteren Messer aus der Schärpe des Piraten und stieß es ihm in den Hals. Der Pirat gab gurgelnde Geräusche von sich und fiel tot zur Seite.

Blutüberströmt rappelte sich Tjark auf und schaute den entsetzten Hicks an.
„Ist was?“, fragte er hämisch und ging wieder an Deck. So schnell er konnte, kletterte er zurück auf das Schiff seines Freundes.
Halfdan und seine Crew hatte es mittlerweile tatsächlich geschafft, die meisten Piraten zu besiegen. Allerdings hatte er dabei hohe Verluste erlitten. Drei Männer waren verletzt und es war klar, dass ohne medizinische Behandlung mindestens einer sterben musste. Außerdem hatten auch fünf weitere Männer ihr Leben gegeben, von den vielen toten Piraten ganz zu schweigen. Die noch lebenden Angreifer flohen auf ihr Schiff und taten alles um so schnell wie möglich weg zu kommen.

„Nun zu dir, Halfdan!“, sagte Tjark bedrohlich und ging auf seinen Freund zu. „Du schuldest mir was! Das nächste Mal, wenn du so eine Dummheit begehst, bin ich nicht da!“ Halfdan wollte gerade antworten, als plötzlich der Junge, den er zuvor K.O geschlagen hatte, wieder aufwachte.
„Argh!“, stöhnte er. Tjark holte schon mit seinem Messer aus, um ihn zu erstechen, als Halfdan dazwischen ging
„Halt! Lass ihn am Leben. Er bringt mir als Sklave noch etwas Geld ein!“, meinte Halfdan. Tjark starrte den Jungen böse an und rammte seine Klinge in den Piraten, der neben ihnen lag und noch ächzte.


Die Sonne war mittlerweile längst am Horizont verschwunden. Tjark, Halfdan und seine verbliebende verbliebene Crew hatten inzwischen beide Schiffe wieder aufgetakelt, aufgeräumt, die Leichen entsorgt und das Deck und sich selbst geschrubbt und gewaschen. Nun saßen die beiden Freunde auf Tjarks Schiff, tranken Rum und erzählten sich Geschichten von früher. „Weißt du noch, als wir 19 waren und der alte Tostik mal wieder aus Versehen seine Schmiede angezündet hat und wir sie löschen mussten? Er hatte seinen gesamten Vorrat an Riesenhafter-Albtraum-Gel dort gebunkert und uns ist die ganze Hütte um die Ohren geflogen!“ lachte Halfdan und seine Stimme hallte lautstark über das Schiff.
„Jaa!“, lachte auch Tjark, nicht weniger laut. „Und erinnerst du dich noch, wie die Funken die Frisur von Lagertah in Brand gesetzt hat und sie schreiend durchs Dorf gerannt ist, ehe sie ins Meer gesprungen ist?“
„Stimmt!“, lachte Halfdan und kippte fast nach hinten. Beide gönnten sich noch einen Schluck aus ihrer Flasche.
„Zwei Wochen danach ist es passiert. Nun sind sie alle in Walhalla“, meinte Tjark ausdruckslos und sofort kippte die Stimmung.
„Ich glaube wir sollten schlafen gehen“, meinte Halfdan und erhob sich.
„Glaube ich auch“, murmelte Tjark. Halfdan wankte zurück auf sein Schiff und verschwand unter Deck, wo er sich in seine Koje legte. Tjark hingegen trank erst noch den Rum aus ehe er unter Deck stolperte.
„Was ist damals passiert?“ fragte Hicks plötzlich, als Tjark sich in seine Hängematte legen wollte. „Geht dich nichts an!“ schnauzte Tjark ihn an.
„Warum nicht?“, hakte Hicks nach.
„Weil ich das sage!“, brüllte Tjark wütend und schlug mit der Hand gegen die Bordwand. Dieser Junge sollte besser seinen Mund halten, sonst würde sich der betrunkene Kopfgeldjäger noch vergessen. Doch Hicks zuckte nur mit den Schultern.
„Ich bin doch sowieso bald tot. Da kannst du es mir doch erzählen“, meinte er nur und sah dem Mann direkt ins Gesicht. Tjark knurrte gefährlich. Sein Kopf war wie benebelt vom Rum und er tat sich schwer damit, einen klaren Gedanken zu fassen. Denn obwohl er den Konsum von Alkohol gewohnt war, hatte er es wohl etwas übertrieben. Und dann noch diese Nervensäge! Einmal mehr erinnerte er sich daran, warum er seine Opfer lieber tötete, als sie gefangen zu nehmen. Aber Hicks hatte Recht. Was machte es noch für einen Unterschied, wenn er es wusste oder nicht? Zudem machte der Alkohol ihn doch wieder redselig.
„Also gut“, willigte er ein und begann. „Ich…“

Ich weiß, ich weiß. Das ist ein wirklich mieser Cliffhänger. Dafür hab ich auch schon von meiner Betaleserin einen auf den Deckel bekommen ;-).
Was denkt ihr?
Woher kennt Mala Tjark und was geschah in Tjarks Vergangenheit?
Spekuliert doch mal ein bisschen und lasst ein Review da.
Lg
Euer Zinker
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