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Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
20.10.2021
16
22.532
6
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26 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.05.2018 1.836
 
Hi,
es tut mir unglaublich leid das ihr so lange auf das neue Kapitel warten musstet, aber nun ist es fertig und ich will es euch nicht vorenthalten.


Bei Astrid

Es war dunkel, als ihre Sinne langsam zurückkehrten. Ihre Augenlider zuckten und helles Licht drang in die Dunkelheit. Geblendet kniff Astrid die Augen wieder zu und stöhnte leise. Ihr Kopf brummte und es dauerte einen Moment, bis sie ihre Gedanken ordnen konnte. Schlagartig kamen die Erinnerungen zurück und die junge Frau riss erschrocken die Augen auf. Obwohl ihr Kopf protestierte, fuhr sie hoch.
„Hicks! Arrg! Oh, verdammt!“ Fluchend ließ sie sich zurücksinken und spürte ein weiches Kissen in ihrem Rücken. Moment, ein Kissen? Aber dieser Kerl hatte sie doch draußen vor Hicks Hütte überwältigt? Was war geschehen, dass sie auf einmal in einem Bett lag? Ihrem Bett!
Plötzlich vernahm sie eine wohlvertraute Stimme. Fischbein!
„Astrid! Oh, Odin sei Dank, dir geht es gut! Was ist passiert?“, jaulte er.
„Wir haben dich heute früh bei Hicks im Haus gefunden! Du hast ohnmächtig an der Treppe gelehnt und Ohnezahn lag ebenfalls ohnmächtig im Raum! Außerdem ist Hicks verschwunden!“ Astrid fuhr erneut hoch. Sofort wurde ihr schwindelig und sie hielt sich stöhnend den Kopf.
„Hicks und ich wurden gestern von jemandem vor seinem Haus betäubt, an mehr kann ich mich nicht erinnern“, antwortete Astrid deshalb etwas benommen.
„Warum Ohnezahn ohnmächtig ist, kann ich mir aber auch nicht erklären“, fuhr sie fort. In Gedanken konnte sie sich schon gut , wer das zu verantworten hatte. Da kamen nur zwei Männer in Frage. Viggo oder Krogan.
„Ohnezahn wurden sechs Betäubungspfeile in den Bauch gerammt und einer steckte neben der Treppe in der Wand“, antwortete Fischbein etwas verwundert. Er hätte erwartet, dass Astrid etwas hysterisch wurde oder ähnliches, aber nichts dergleichen passierte. Sie schien sonderbar ruhig zu wirken, was aber vielleicht auch noch eine Folge der Betäubung sein konnte.

Doch er lag völlig falsch. Astrid mochte vielleicht ruhig erscheinen, doch kochte sie innerlich vor Wut. So sehr, wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Das Schwein, welches es gewagt hatte, ihren Hicks zu entführen sollte büßen! Sie würde den, der das getan hatte , jagen und zur Strecke bringen!
„Eine Frage bleibt noch offen“, meinte sie zu Fischbein. „Warum haben die Nachtschrecken nichts gemeldet?“
„Wir haben ein paar von ihnen betäubt im Wald gefunden. Wahrscheinlich wollten sie Alarm schlagen“, antwortete Fischbein.
„Habt ihr schon nach Hicks gesucht?“, wollte Astrid wissen.
„Ja, Rotzbacke und die Zwillinge sind noch unterwegs“, antwortete Fischbein. Er wusste ebenfalls, dass eigentlich nur Viggo oder Krogan hinter Hicks`s Entführung stecken konnten. Wer sonst hätte Interesse an ihm? Alvin und Dagur waren mittlerweile ihre Freunde und sonst kannte er niemanden der infrage käme. Aber wenn es Viggo oder Krogan gewesen waren, warum hatten sie Ohnezahn hiergelassen? Die einzige logische Erklärung für Fischbein war, dass Viggo oder Krogan jemanden geschickt hatten, um Hicks zu entführen. Jemanden, der sein Handwerk verstand. Wie sonst sollte derjenige die Nachtschrecken schnell genug betäubt haben?
„An was denkst du gerade?“, fragte Astrid und riss Fischbein aus seinen Gedanken.
„Entschuldigung, was?“, fragte Fischbein.
„Woran denkst du gerade?“, wiederholte Astrid.
„Ich glaube, dass Hicks von Viggo oder Krogan entführt wurde, aber nicht von ihnen persönlich, denn sonst wäre Ohnezahn auch nicht mehr da. Vermutlich haben sie jemanden geschickt“, antwortete Fischbein.
„Ich hatte schon einen ähnlichen Gedanken“, entgegnete Astrid.

Trotz der Kopfschmerzen stand sie auf.
„Was hast du vor? Du solltest dich noch ein wenig ausruhen“, meinte Fischbein besorgt.
„Vergiss es! Hicks wurde entführt! Ich kann mich erst ausruhen, wenn ich Hicks wieder bei mir habe!“ Sie verließ ihr Haus und Fischbein folgte ihr ohne ein Wort zu sagen. Als Astrid vor ihre Tür trat, musste sie erkennen, dass es schon Mittag war. Wer auch immer Hicks entführt hatte, musste jetzt mindestens einen halben Tag Vorsprung haben. Fast im selben Augenblick als auch Fischbein aus dem Haus trat, landeten Rotzbacke und die Zwillinge vor ihnen.
„Habt ihr was gefunden?!“, wollte Astrid aufgeregt wissen.
„Ja“, antwortete Rotzbacke. In Astrid flammte Hoffnung auf. Vielleicht würden sie es schaffen, Hicks bis zum nächsten Tag zu retten.
„Was habt ihr gefunden?“, fragte Astrid.
„Eine Fußspur am Strand auf der Südseite der Insel“, antwortete Rotzbacke. „Die Zwillinge haben sie zufällig beim Streiten gefunden.“
„Ist mir egal, wie ihr sie gefunden habt! Hauptsache, wir haben eine Spur!“, meinte Astrid. In Gedanken hatte sie sich schon ausgemalt, was sie mit dem Entführer machen würde, wenn sie ihn in ihre Finger bekam. Aber erst mussten sie ihn finden.
„Fischbein! Schick sofort eine Schreckenspost an Dagur und Haudrauf und ich werde so lange nach Ohnezahn sehen!“ Fischbein machte sich sofort auf den Weg, um die Schreckenspost vorzubereiten.
„Raff, Taff und Rotzbacke! Ihr werdet nach Süden fliegen und Ausschau nach Hicks halten. Ihr kontrolliert jedes Boot,das ihr seht! Verstanden? Ich werde mit Fischbein und Verstärkung nachkommen!“, befahl Astrid. Die Zwillinge und Rotzbacke nickten und hoben ab. Astrid machte sich nun auf den Weg zu Ohnezahn. Der,der es gewagt hat ihren Hicks zu entführen, würde es noch bitter bereuen.


Bei Hicks und Tjark

Langsam öffnete Hicks die Augen.
„Oooohh mein Kopf!“, stöhnte er. Langsam kamen die Erinnerungen zurück. Er hatte sich mit Astrid vor seiner Hütte geküsst und dann war auf einmal alles schwarz geworden. Als Hicks sich aufrichten wollte, wurde ihm kurzzeitig wieder schwarz vor Augen und er lies sich zurücksinken. Erst jetzt realisierte er, dass er nicht mehr auf der Drachenklippe war, sondern im Bauch eines Schiffes und zudem angekettet. Um ihn herum, hingen dutzende Waffen, doch die Kette war so kurz,das er keine Waffe erreichen konnte. Haufenweise Fragen schossen ihm durch den Kopf.

Was war mit Astrid?
Warum war er hier?
Wer war dafür verantwortlich?
Was war mit seinen Freunden?

Noch während er nachdachte, betrat ein Mann den Bauch des Schiffes. Als Hicks ihn sah, musste er kräftig schlucken. Der Kerl war hochgewachsen, hatte eine Augenklappe, kantige Gesichtszüge und blondes Haar. Sein Blick war eiskalt und stechend.
„W-Wer bist du? U-Und was willst du von mir?“, stotterte Hicks. Das einzige was er fühlte, wenn er diesen Mann sah, war blankes Entsetzen.

„Erstens brauchst du nicht wissen wer ich bin und zweitens, wirst du noch früh genug erfahren, wer etwas von dir will!“, knurrte Tjark . Der Junge schien von ihm ziemlich eingeschüchtert zu sein. Dies war ja auch für gewöhnlich sein Ziel. Durch Einschüchterung allein konnte man nämlich schon viel erreichen.
„Solange du keinen Mist machst, wird es dir nicht allzu schlecht ergehen, also kein Tricks, klar?“, meinte er noch und ging Richtung Bug. Er schöpfte etwas Wasser aus einem Fass in einen Krug und nahm etwas Trockenfleisch. Mit beidem in der Hand ging er zurück zu Hicks und stellte es ihm vor die Füße. Als Hicks das Essen sah, fing sein Magen an zu knurren. Anscheinend hatte er länger nichts mehr gegessen. Dennoch beäugte der Junge das Fleisch misstrauisch. Der Anflug eines Lächelns stahl sich in Tjarks Gesicht.
„Kannst du ruhig essen, ist bestimmt nicht vergiftet!“, meinte er mit spöttischem Unterton. Kurz flackerte Wut in den Augen des Jungens auf, doch er traute sich wohl nicht, etwas zu erwidern. Wortlos griff er nach dem Fleisch und biss hinein.

Tjark ging inzwischen wieder an Deck. Der Wind hatte in der Nacht aufgefrischt, der morgendliche Nebel war weitergezogen und sie waren gut voran gekommen. Dennoch waren noch viele Seemeilen zurückzulegen, bis sie ihr Ziel erreichen würden. Außerdem sah es nach Regen aus und es würde bestimmt ein Gewitter aufziehen. Sorgenvoll blickte der Mann hinauf zum Himmel. Regen konnte er jetzt überhaupt nicht gebrauchen! Er ließ seinen Blick über den Horizont schweifen. Plötzlich entdeckte er im Süden zwei Schiffe, die etwa fünf Meilen von seinem Schiff entfernt waren.
Er holte sein Fernrohr hervor. Eines der Schiffe, ein schmaler Schoner, hatte schwarze Segel und einem Drachenkopf als Galionsfigur. Am Mast flatterte eine schwarzweiße Totenkopfflagge.
„Piraten!“, flüsterte Tjark erschrocken zu sich selbst. Na, denen sollte er nicht zu nahe kommen. Anscheinend würden die beiden Schiffe zudem bald in einen Kampf verwickelt sein. Zumindest sprach die Verfolgungsjagd, die sie sich lieferten, da eine eindeutige Sprache. Das andere Schiff war etwa gleichgroß, ein Zweimaster mit schlichten, weißen Segeln und zudem noch ein bisschen breiter. Es war klar, dass es nicht gegen das wendige Schiff der Piraten ankommen würde. Gerade wollte sich der Kopfgeldjäger zum Steuer begeben und einen anderen Kurs einschlagen, als er stutzte. Die Flagge des Zweimasters drehte im Wind und er erkannte ein rotes Kreuz zwischen zwei schwarzen Kreuzen auf weißem Tuch. Ein Zeichen, dass ihm nur zu bekannt vorkam.
Halfdan!
Der Händler war wohl wieder auf dem Weg seine Ware an den Mann zu bringen, doch hier mitten auf dem Meer bot er ein leichtes Ziel für Piraten und Freibeuter. Tjark hatte ihm schon mehrmals gesagt, dass es nicht immer klug war, die schnellste Route mitten durch den Ozean zu nehmen, um von einem Land zum anderen zu kommen. Aber der junge Mann hatte immer nur gemeint, dass er schon klar kam.
„Verdammt! Warum bei Odin kann er nicht einmal auf mich hören?“, fluchte Tjark und verstaute das Fernrohr schnell wieder in seiner Manteltasche. Dann rannte er zum Steuerrad und riss es ruckartig herum. Das Segelboot wendete hart Steuerbord und steuerte nun genau auf die beiden Schiffe zu. Der Wind drehte zu ihrem Vorteil und sie nahmen schnell an Fahrt auf. Der Abstand zwischen dem Kopfeldjäger und den Piraten schwand Meile um Meile. Nicht mehr lange, dann hatte Tjark seinen langjährigen Freund erreicht. Das Schiff des Händlers lag tief im Wasser, bestimmt hatte es mal wieder viel geladen, und er konnte Halfdan sehen, wie er an Deck stand und seiner Mannschaft Befehle zubrüllte. Doch sie konnten nicht entkommen, dafür war die Wasserlinie viel zu hoch.
Der Kopfgeldjäger knirschte mit den Zähnen. Mit flinken Fingern band er das Ruder fest und rannte unter Deck. Dort griff er nach seinem Waffengürtel, an welchem neben mehreren Messern auch ein Säbel befestigt war. Den Mantel streifte der Mann schnell ab und warf ihn von sich, sodass dieser auf seiner Hängematte landete. Hicks ignorierte er, obwohl der Jungen erschrocken nachfragte, was passiert sei. Doch Tjark hatte jetzt überhaupt keine Zeit für seinen Gefangenen. Schließlich galt es ein paar Piraten in die Knie zu zwingen. Mit einem grimmigen Blick brachte er den Jungen zum Schweigen und rannte wieder zurück an Deck. Der Schauplatz des Geschehens lag nun direkt voraus und Tjark reffte die Segel, um nicht in eines der Schiffe zu krachen. Wild entschlossen zog er seinen Säbel und stellte sich an den Bug seines Segelbootes. Eines war klar: Niemand würde es wagen, einen Freund von Tjark Larsson anzugreifen, ohne ungeschoren davonzukommen!


So, die Spannung steigt. Wie wird weiter gehen?
Schreibt mir doch mal ein paar Rewievs und spekuliert ein bisschen ;-)
Ein dickes Dankeschön wieder an meine Betaleserin Bookgirl617
Ich möchte im selben Zuge auf einen Oneshot verweisen den ich unter "Sonstige Projekte" hochgeladen habe. Es geht darin um die Tierrechtsorganisation Peta. Auch dort würde ich micht freuen wenn ihr mir mal schreibt was ihr zu dem Thema denkt.
Bis bald
Zinker
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