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Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
20.10.2021
16
22.532
6
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
26.04.2018 1.413
 
Endlich! Das neue Kapitel ist fertig. Viel Spaß damit ;-)




Kapitel 2


Die Sonne versank gerade im Meer und man konnte die letzten Sonnenstrahlen am Horizont erkennen. Im Schatten der Abenddämmerung bewegte sich lautlos eine schlanke Gestalt durch den Wald der Drachenklippe, ihr Ziel war die Drachenbasis. Durch die letzten, durch das Blätterdach einfallenden Sonnenstrahlen blitzten verschiedene Waffen auf: ein scharfer Säbel sowie ein Blasrohr mit den dazugehörigen, vergifteten Pfeilen.
Tagsüber hatte Tjark die Insel ausgekundschaftet und herausgefunden das sein Ziel hier zusammen mit fünf anderen Gleichaltrigen lebte. Sie alle schienen um die 17 Jahre alt zu sein. Sollte es zu einer direkten Konfrontation zwischen ihm und den Jugendlichen kommen, würde er sie binnen von Sekunden außer Gefecht setzen. Was ihm jedoch Sorgen bereitete und ihn zugleich faszinierte war, dass die Jugendlichen es irgendwie geschafft hatten, Drachen zu zähmen, darunter sogar einen Nachtschatten.
 
Drachen waren Tjark eigentlich egal. Sie waren einfach nur da. Er ließ sie in Ruhe und sie ihn. Er hätte sich aber trotzdem nie vorstellen können, dass jemand es schafft Drachen zu zähmen und schon gar nicht einen Nachtschatten. Der Nachtschatten war eine lebende Legende und dieser Junge sollte ihn gezähmt haben? Der war doch noch nicht einmal ganz trocken hinter den Ohren! Niemals, da würde Tjark eher einen Besen fressen!
Die Drachenbasis bestand aus mehreren Wohnhäusern, einer Versammlungshalle, einer Kuppel, deren Nutzen sich Tjark immer noch nicht erschloss, einem großen Stall, einem Hangar und einer Schmiede mit eingebauter Werkstatt.


Bei Hicks

Der Tag war anstrengend gewesen und Hicks freute sich schon auf sein weiches Bett. Jedoch musste er noch seinen Kontrollgang durch die Basis beenden. Gelangweilt und müde verließ er gerade den Drachenstall, wo schon die Drachen der anderen Reiter schliefen. Ohnezahn hingegen schlief bei Hicks im Haus. Er ging weiter zur Werkstatt und schloss diese. Als er sich dann umdrehte, stand plötzlich Astrid vor ihm.
„Astrid!“, sagte Hicks etwas erstaunt. Egal wie müde er war, wenn Astrid in der Nähe war, war er sofort wieder wach.
„Na?“, begrüßte sie ihn und gab ihm einen flüchtigen Kuss. Hicks setzte schnell sein charmantes Lächeln auf und sah sie etwas verträumt an.
„Na“, Was kann ich für Euch tun?“ fragte Hicks galant und ging einen Schritt auf Astrid zu. Er nahm sie liebevoll in den Arm und küsste sie. Da Astrid es jedoch gerade vorzog, ihn zu küssen und sich in seine Arme zu schmiegen, kam sie erst zu einer Antwort, als sie Luft holte.  „Ich wollte nur nach dir sehen.“
„Nun, Mylady, hier bin ich!“, entgegnete der Braunhaarige und zog sie erneut für einen Kuss in eine Umarmung.
Die Küsse zwischen den beiden wurden langsam immer intensiver und inzwischen hatten sie sich zu Hicks`s Hütte vorgearbeitet. Als sie sich kurz zum Luftholen trennten, hauchte Astrid Hicks ein leises „Ich liebe dich“ ins Ohr. Hicks antwortete genauso leise mit „Ich dich viel mehr“. Er freute sich schon auf das, was wohl gleich kommen würde, doch plötzlich spürte er ein kleines Piksen im Nacken. Auf einmal wurde ihm schwindelig und er musste sich an Astrid stützen.
„Hicks? Was ist los?“, wollte Astrid wissen. Hicks war jedoch nicht mehr im Stande zu antworten. Ihm versagten die Knie und Astrid musste ihn langsam zu Boden sinken lassen, da sie ihn nicht halten konnte. „Was war nur passiert?“, fragte er sich. Seine Sicht verschwamm, bis er auf einmal nur noch von Dunkelheit umgeben war und das Bewusstsein verlor.
„Hicks!“, rief Astrid. Sie konnte sich nicht erklären, was genau passiert war. Eben hatten sie sich noch geküsst und auf einmal lag Hicks bewusstlos am Boden. Plötzlich entdeckte die junge Frau, dass in seinem Nacken ein kleiner Pfeil mit grüner Befiederung steckte. Auf einmal spürte auch sie ein Ziehen in der rechten Schulter. Astrid ahnte schon, wovon es kam, noch bevor sie den Auslöser erblickte. Sie griff sich an die Stelle und zog einen kleinen Pfeil aus ihrer Haut. Er sah genau so aus wie der im Nacken ihres Geliebten. Sie schaffte es gerade noch, sich umzudrehen, ehe auch sie zusammenbrach. Verschwommen konnte sie eine Person erkennen, die aus den Schatten trat. Dann verlor sie das Bewusstsein. Das letzte was sie fühlte… war Angst.


Bei Tjark

Geschafft! Sein Ziel war am Boden. Jetzt hieß es für ihn schnell sein. Er musste das Mädchen wegschaffen, falls einer von den anderen Heranwachsenden noch wach war und hier herumschlich. Er packte sie unter den Armen und stieß vorsichtig und so leise wie möglich die Tür der nächstbesten Hütte auf. Er zog das Mädchen vorsichtig hinein und lehnte sie an die Treppe, die nach oben führte. Das Haus, in dem er sich befand, war nett eingerichtet. Wenn man es betrat, schaute man direkt auf einen kleinen Esstisch und auf der rechten Seite der Wand war eine Arbeitsplatte mit mehreren Schränken angebracht. Weiter hinten im Haus befand sich wieder eine kleine Werkstatt. An der Wand hingen eigenartige Gebilde in verschiedenen Farben, die wie ein halber Flügel in Kleinformat aussahen. Tjark war das egal. Er machte sich eher Sorgen wegen dem Schnaufen, welches aus dem Obergeschoss kam. Es war ruhig und regelmäßig. Was auch immer da oben war, schien also zu schlafen. Vorsichtig wollte Tjark das Haus verlassen. Allerdings stolperte er über eine lose Bodendiele, kaum dass er sich umgedreht hatte. Im letzten Moment konnte er sich auffangen, sodass er nicht auf sein Gesicht knallte, doch es hatte ungewollte Geräusche verursacht. Tjark hielt inne. Das Schnaufen war verstummt. Stattdessen hörte er jetzt schwere Schritte.

Der schwarze Drache war durch ein Poltern im Erdgeschoss des Hauses aufgewacht. Konnte sein Reiter nicht mal leise das Haus betreten? Etwas genervt hievte er sich auf und trottete in Richtung Treppe. Als er sie erreichte, schaute er nach unten und musste feststellen, dass der Mann, der am Fuß der Treppe stand, nicht sein Reiter war und auch sonst niemand, den er kannte. Außerdem lag Astrid bewusstlos an der Treppe. Der Nachtschatten schlussfolgerte, dass dieser Mann wohl keine besonders guten Absichten hatte, wenn er mitten in der Nacht in seinem Haus stand und eine Freundin bewusstlos an der Treppe lehnte. Plötzlich entdeckte Ohnezahn durch die immer noch geöffnete Tür Hicks, der bewusstlos auf der Erde lag. Dies brachte den Drachen zur Weißglut und er griff an.

Tjark rappelte sich auf und sah gebannt zur Treppe. Oben erschien der Kopf eines schwarzen Drachen. Eines Nachtschattens. „Der Nachtschatten!“, stieß Tjark erschrocken hervor. Dieser sah ihn erst etwas erstaunt an und begann dann zu knurren. Tjark griff nach seinem Blasrohr und friemelte mit vor Angst zitternden Händen, einen der Betäubungspfeile in das Rohr. Als der Drache zum Angriff ansetzte, schoss Tjark auf ihn. Der Pfeil verfehlte den Drachen nur aber knapp und blieb in der Wand hinter ihm stecken. Noch bevor Tjark eine Bewegung machen konnte, sprang der Nachtschatten ihn an und drückte ihn zu Boden. Knurrend bleckte er die Zähne und fixierte ihn böse. Dieser machte sich vor Angst fast in die Hosen. Panisch griff er in seine Manteltasche, in der er die Betäubungspfeile verstaut hatte. Er bekam etwa eine Hand voll Pfeile zu fassen und rammte sie dem Drachen in den Bauch.

Der Drache brüllte und wich kurz zurück. Er hatte gerade die doppelte Dosis Schlafmittel abbekommen, die für einen Drachen seiner Größe nötig gewesen wäre. Er begann zu taumeln und brach zusammen. Tjark wollte diesen Drachen nicht töten. Der Drache wollte ihn wahrscheinlich töten, aber für Tjark war es nicht vertretbar, den womöglich letzten Drachen seiner Art zu töten. Er hatte zwar schon einige Leben auf dem Gewissen, aber DAS ging nicht. Noch den Schreck in den Gliedern verließ er das Haus und hoffte, dass die anderen nicht vom Lärm des Drachen aufgewacht waren. Zum Glück schliefen sie tatsächlich noch. Nur aus dem Stall waren Geräusche zu hören.
„Noch mehr Drachen?“ fragte Tjark sich selbst leise. Es war ihm aber auch egal solange die Drachen dort nicht herauskamen. Er hob den bewusstlosen Hicks hoch, legte ihn sich über die Schulter und verließ die Drachenbasis.

Auf seinem Boot angekommen brachte er den bewusstlosen Hicks unter Deck, wo er ihn am Heck festkettete. Von dort aus konnte der Junge weder eine der Kisten am Bug noch die Waffen an den Wänden erreichen. Nun musste er nur noch so schnell von hier wegkommen wie nur irgend möglich. Wenn diese Leute wirklich auf Drachen ritten, könnte er jedes bisschen Vorsprung gut gebrauchen.



So. Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen. Wie sonst auch: über ein Review würde ich mich freuen.
Vielen Dank noch an meine Betaleserin Bookgirl617! Du bist die Beste!
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