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Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
09.04.2021
15
21.001
6
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.04.2018 1.149
 
So das erste Kapitel ist fertig. Viel Spaß beim Lesen.

                   
    Kapitel1

             
         4 Tage später


Leise schwappten die Wellen gegen den Bug des kleinen Segelbootes, das sich unnachgiebig durch das Wasser Richtung Norden schob. Die Sonne versank langsam am Horizont und tauchte das Meer in ein warmes Rot.  An Deck stand eine schlanke durchtrainierte Person am Steuerruder, die durch ihr verbliebenes Auge starr Richtung Norden schaute.

Tjark hatte nur ein Ziel: Seinen Auftrag so schnell wie möglich zu erledigen und dann genauso schnell aus diesen Gewässern verschwinden. Von einem befreundeten Händler hatte er gehört, dass ER wieder da war. ER, der vor Jahren einige seiner Freunde tötete und ihm sein Auge nahm.

Kurz huschten die Schatten der Vergangenheit an seinem geistigem Auge vorbei und er umklammert den Griff des Ruders fester. All das Blut, all die Toten. Erst als die Bilder wieder verschwanden, ließ er das Ruder lockerer. Für seinen Geschmack kehrten sie in letzter Zeit viel zu oft zurück.
Kurz entschlossen band er das Ruder fest und ging unter Deck. Im Bauch des Schiffes war eine Hängematte  an der Decke befestigt und an den Wänden hingen die verschiedensten Waffen. Von Schwertern über verschiedene Armbrüste bis zu Blasrohren war dort sein gesamtes Waffenarsenal befestigt, dass er für seine Aufträge benötigte. Vorne am Bug standen einige Kisten mit getrocknetem Fisch und Fleisch. Eine der anderen Kisten war gefüllt mit leeren Rumflaschen. Tjark ging zu der dieser Kiste und wühlte so lange in ihr herum, bis er eine der letzten vollen Flaschen fand.
„Da bist du ja mein Freund“, sagte er zu sich selbst und ging mit der Buddel in der Hand zurück an Deck. Dort angekommen, setzte er sich an die Reling und öffnete die Flasche. Er setzte sie an und schon nach wenigen Zügen war die Flasche zur Hälfte geleert. Tjark genoss es, wenn der Rum im Rachen brannte und ein so schönes warmes Gefühl im Magen verursachte.
Schon nach wenigen Minuten fing der Alkohol an zu wirken. Er genoss das Gefühl, als wenn er auf einer Wolke schweben würde und alle Sorgen hinter sich lassen könnte. In diesen Momenten vergaß er sogar die Geschehnisse von vor fünf Jahren, das viele Blut, seine toten Freunde… und das vernarbte Gesicht jenes Mannes, der das alles zu verantworten hatte…

Bei Hicks

„Los, Kumpel“, sagte der junge Braunhaarige mit den waldgrünen Augen zu seinem Nachtschatten. Das schwarzgeschuppte Reptil ließ sich das nicht zweimal sagen und hob mit einem gekonnten Sprung ab. Trotz der Prothese, die er seinem Reiter zu verdanken hatte, flog er immer noch mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit.
Hicks genoss den abendlichen Flug mit seinem Freund. Hier konnte er den Kopf frei kriegen und in Ruhe nachdenken.
„Was meinst du, mein Freund?  Ob Viggo uns in nächster Zeit angreifen wird?“, fragte er seinen Drachen voller Sorge. Der Nachtschatten gab als Antwort nur ein Kurren von sich.
„Den letzten Angriff konnten wir nur mit Mühe abwehren. Was ist, wenn sie das nächste Mal mit einer noch größeren Flotte angreifen?“, fragte er,  diesmal sich selbst.
„Selbst dann werden wir sie zurückschlagen!“, ertönte plötzlich eine weibliche Stimme neben ihm.
„Astrid“, sagte Hicks leicht erschrocken, aber mit einem Lächeln im Gesicht. Er hatte gar nicht bemerkt, dass sie ihm mit ihrer blauen Nadderdame Sturmpfeil nachgeflogen war.
Für einen Moment schaute Hicks sie einfach nur an. Ihr blondes Haar, das im Wind wehte, ihre meerblauen Augen und diese Figur. Sie war einfach wunderschön.
Schon lange war er in sie verliebt und erst seit kurzem waren sie offiziell ein Paar. Jeder war der Meinung, die beiden seien ein schönes Paar. Außer Rotzbacke. Egal wie oft Astrid ihm schon eine Abfuhr erteilt hatte, immer wieder versuchte er es bei ihr. Selbst nachdem sie und Hicks nun offiziell ein Paar waren. Das bereitete Hicks mittlerweile auch Sorgen. Was wäre, wenn Rotzbacke plötzlich am Rad dreht und Astrid etwas antat?
„Hicks?“, fragte Astrid und riss ihn damit aus seinen Gedanken.
„Was?“, fragte Hicks etwas verwirrt.
„Du warst schon wieder in deinen Gedanken versunken. Ich habe dich gefragt, woran du denkst“, entgegnete sie.
„Ich mache mir Sorgen wegen Rotzbacke. Was ist, wenn er plötzlich am Rad dreht und dir etwas antut? Ich meine, er versucht es ja immer noch bei dir!“, antwortete Hicks wahrheitsgemäß und mit sorgenvoller Stimme.
„Das wird er nicht!“, entgegnete Astrid ihm mit fester Stimme. „Ich habe ihm beim letzten Mal ziemlich deutlich gemacht, dass ich von so einem schmierigen Dreckssack nichts will.“ Hicks sah sie etwas erstaunt an.
„Wann hat er es denn schon wieder versucht?“
„Gestern“, antwortete Astrid knapp.

Beide flogen noch einige Zeit nebeneinander her, ehe sie zur Drachenklippe umkehrten. Dort angekommen brachten sie ihre Drachen in die Ställe und setzten sich noch vor den Stall, um die Sterne zu beobachten. Der Rest der Drachenreiter lag zum Glück schon in ihren Betten und schlief tief und fest.
„Schön. Nicht wahr?“, sagte Astrid verträumt.
„Ja“, antwortete Hicks.
„Aber noch lange nicht so schön wie du!“, meinte er dann mit einem Grinsen im Gesicht.
„Schleimer“, antwortete Astrid lachend und boxte ihn auf den Arm. So eine Reaktion hatte Hicks schon erwartet. Lachend nahm er Astrid in den Arm und küsste sie. Astrid ihrerseits erwiderte den Kuss leidenschaftlich.
Jahrelang kannte Hicks nur die kämpferische und unverwundbare Astrid. Das sie mal so zärtlich und leidenschaftlich wie jetzt sein würde, hätte er nie gedacht. Langsam lösten sich beide voneinander.
„Ich liebe dich Astrid“, hauchte Hicks, ehe er sie wieder in einen leidenschaftlichen Kuss zog…

Nächster Tag bei Tjark
Als er die Augen öffnete, lag er in seiner Hängematte und hatte immer noch die Rumflasche in der Hand, nur jetzt war sie leer. Leicht frustriert warf er sie in Richtung Bug und stand auf, um sich eine neue zu holen. Als er die Kiste mit den Rumflaschen erreichte, musste Tjark jedoch bedauerlicherweise feststellen, dass dies die letzte Flasche gewesen war. Gedanklich machte er sich eine Notiz, beim nächsten Mal an Land neuen Rum zu kaufen. Vielleicht war es besser so! Tjark hatte schon länger darüber nachgedacht, lieber mit der Trinkerei aufzuhören. Er warf sich seinen schwarzen Mantel über und ging an Deck.

Als er das Deck betrat, fegte eine leicht Brise übers Deck und die Sonne stand bereits hoch am Himmel. In der Ferne sah Tjark eine Insel direkt voraus. Er zog sein Fernglas aus seinem Mantel und betrachtete die Insel genauer. Er hoffte, dass es die Insel war, auf der sich sein Ziel befand. Tjark holte noch eine Karte aus seiner Tasche und überprüfte seine Position. Und tatsächlich … Vor ihm lag die Drachenklippe!


Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen. Ich würde mich über Reviews freuen.
LG
Zinker
Ach und bevor ich es vergesse… Ich suche eine/n Betaleser/in. Wer Lust und Zeit hat, kann sich privat bei mir Melden.
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