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Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
09.04.2021
15
21.001
6
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08.01.2021 1.535
 
Bei Viggo

Als der Tag anbrach, war das Feuer der vorherigen Nacht endlich gelöscht. Während die Sonne aufging, verschwanden auch die letzten Rauchschwaden, die von den verkohlten Überresten der Zelte aufstiegen.
Viggo kochte vor Wut, als er erfuhr, dass sie ihre beiden Gefangenen verloren hatten. Er stand vor den verkohlten Überresten der Leichen. Beide waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt
„Wie sieht es sonst aus?“, fragte er einen seiner Offiziere.
„Acht Zelte sind abgebrannt. Darunter zwei Versorgungszelte mit zehn Kisten Pökelfleisch, sieben Fässern Salz, Vierzehn Kisten Stockfisch und zehn Säcken Weizen, sowie zwei Waffenlager mit Dutzenden Bögen, Armbrüsten, Pfeilen und Schwertern“, verkündete der Offizier.
„Scheiße“, fluchte Viggo leise. Ihm war klar, das Johann toben würde, wenn er hiervon Wind bekäme. Und allem Anschein nach sollte das Donnerwetter nicht allzu lange auf sich warten lassen. Der falsche Händler hatte sich nämlich für die nächsten Tage angekündigt, um Hicks endgültig den Garaus machen zu können. Außerdem, was würde passieren, wenn Hicks mitbekäme, dass seine Geliebte qualvoll verbrannt war?
Zu seinem Leidwesen, musste er sich später um diese Probleme kümmern. Als erstes galt es, die Ordnung wieder herzustellen.
„Schick ein paar Männer auf die Jagd und fahrt mit ein paar Booten zum Fischen raus. Wir müssen unsere Vorräte aufstocken. Außerdem, sagt den Schmieden, sie sollen alles was an Schwertern, noch zu retten ist, retten und den Rest entsorgen. Wir müssen Schaden begrenzen!“ befahl er seinem Offizier.
„Jawohl, Chef“, antwortete der angesprochene und ging.
Viggo betrachtete die Leichen, die immer noch ein wenig dampften. Irgendetwas stimmte hier nicht, er wusste nur noch nicht, was genau. Gerade als er sich umdrehen und zurück zu seinem Zelt gehen wollte, kam einer der Soldaten angelaufen.
„Chef! Wir haben einen Toten gefunden, er lag hinter einem der Zelte!“ kam es leicht panisch von dem Soldaten.
„Wer ist es?“ fragte Viggo. Noch immer nicht im Klaren, was hier vor sich ging hatte er seinen Blick wieder auf die Toten gerichtet. Fieberhaft versuchte er den Fehler in dem ganzen Bild zu finden, doch was er auch tat, es gelang ihm nicht, was seinen Frust weiter wachsen ließ.
„Es ist Aslaksen. Er hatte gestern Wache“, kam es von dem Soldaten.
„Bring mich zu ihm!“, befahl Viggo. Langsam beschlich ihn eine böse Vorahnung. Seine Gefangenen würden doch nicht etwa...

Als sie den Toten erreichten, standen bereits einige der Männer, um ihn herum.
„Was ist mit ihm passiert?“, fragte Viggo, als er die Leiche sah.
„Jemand hat ihn hinterrücks erstochen und hierher geschleift“, antwortete einer der Männer und drehte den Toten um. Viggo erkannte ein klaffendes Loch auf Brusthöhe in seinem Rücken.
„Wir vermissen übrigens noch zwei weitere Männer. Beide hatten gestern ebenfalls Wache“, fügte ein anderer hinzu.
Plötzlich erkannte Viggo was passiert sein musste. Vor seinem inneren Auge setzte sich alles wie ein Puzzle zusammen. Es gab einen Dritten, der Astrid und Tjark zur Flucht verholfen haben musste. Derjenige hatte die Wachen getötet und sie anstelle der Gefangenen fest gekettet und angezündet, um Spuren zu verwischen und Zeit zu gewinnen. Nun wusste er auch, was an den verbrannten Leichen nicht stimmte. Astrid trug Schul-terschützer aus Eisen und eine Menge Nieten an ihrem Waffenrock. Davon war jedoch keine Spur zu sehen, weder an den Toten selbst, noch in der Asche um sie herum.
„Ich weiß, wo sie sind“, sagte er und deutete in Richtung des abgebrannten Zeltes, in dem noch immer die Leichen hingen. „Aslaksen war nur zur falschen Zeit am falschen Ort", dachte er zu Ende.

Die Bestätigung seiner Theorie folgte prompt darauf, als ihm von einem weiteren Soldaten mitgeteilt wurde, dass das Schiff des Kopfgeldjägers verschwunden war.

Ein weiteres Mal verfluchte er Ryker für seine Meuterei. Nun hatte er niemanden mehr auf den er sich verlassen und den er auf Astrid ansetzten konnte.

Viggo blieb nur eine Wahl, um Tjark und Astrid vielleicht noch einzuholen und er hasste sich selbst dafür, dass er dies tat.
„Ruft Krogan und seine Drachenflieger! Wir müssen sie irgendwie einholen! Für die Schiffe ist ihr Vorsprung zu groß.!“ befahl er zähneknirschend.
Selbst wenn dies einige Stunden dauerte, so waren die Chancen trotzdem größer, sie zu finden, als wenn sie jetzt auf gut Glück Segel setzten

Tatsächlich waren Krogan und seine Reiter innerhalb eines halben Tages da. Viggo hätte nie geglaubt, dass die Schreckenspost so gut funktionieren würde. Nach einem kurzen Gespräch mit Krogan, in dem Viggo ihm seine Lage erklärte, hoben die Reiter ab und teilten sich in Gruppen auf, um nach den Flüchtigen zu suchen. Krogan hatte es sich nicht nehmen lassen, Viggos Situation auszunutzen und eine nette Bezahlung auszuhandeln.
Als Viggo Krogan und seinen Männern nachsah, ballte er wütend seine Hände zu Fäusten. Er würde Krogan, diese Ratte, umbringen.


Bei Hicks

Als die Sonne aufging, fühlte Hicks sich wie gerädert. Das Bisschen, was er geschlafen hatte, reichte bei Weiten nicht aus um die letzten Tage wieder wett zu machen. Dunkle Augenringe zeichneten sich auf seinem Gesicht ab und noch immer kreisten seine Ge-danken um Astrid. Wie es ihr jetzt wohl ging? Was würden Viggo oder Ryker ihr antun? War sie überhaupt noch am leben?
Hicks verdrängte die quälenden Fragen und versuchte, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Ohnezahns Schwanzflosse war immer noch nicht fertig. Sie zu reparieren, würde auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
„Morgen Hicks!“, kam es von Fischbein. Der dickliche Wikinger war neben Hicks der einzige, der bereits wach war.
„Morgen Fischbein“, kam es müde von Hicks, der gerade vorsichtig eine dünne Metall-strebe gerade bog.
„Du siehst nicht so aus, als hättest du gut geschlafen“, stellte Fischbein fest und kraulte dabei Ohnezahn. Der schwarze Drache hatte sich neben ihn gestellt und sah Hicks dabei zu, wie er seine Schwanzflosse reparierte. Fleischklops, die mitbekam, wie ihr Reiter Ohnezahn kraulte, wurde eifersüchtig und trampelte zu Fischbein, um selbst Schmuseeinheiten zu bekommen.
Zum Leidwesen der anderen war sie dabei nicht gerade sehr leise.

Die anderen wachten langsam auf.
„Ich fürchte, da hast du recht“ gab Hicks zu: „Wenns hochkommt vielleicht zwei oder drei Stunden. Ich kann einfach nicht aufhören, an Astrid zu denken.“
„Das glaub ich dir und ich verspreche dir, dass wir sie zurückholen werden“ entgegnete ihm der dickliche Wikinger.
„Was ist, wenn sie schon tot ist? Was ist, wenn...“ fing Hicks an. Doch Fischbein unterbrach ihn schnell.
„Das ist sie nicht. Du kennst doch Astrid, sie ist zäher als wir alle zusammen“, versuchte er Hicks zu beruhigen.
„Ich weiß, aber...“, wollte der Braunhaarige wieder beginnen.
„Kein Aber! Sie lebt und wir werden sie retten!“ machte Fischbein ihm klar.
Hicks sagte nun nichts mehr. Er wollte die Schwanzflosse fertig bekommen und dann endlich losfliegen. Er wusste zwar noch nicht, wie er es bewerkstelligen sollte, sie zu retten, aber ihm würde schon noch was einfallen.

Nun waren auch die anderen mitsamt ihrer Drachen wach. Heidrun und Fischbein begannen, die Wunden der anderen zu überprüfen und zu versorgen. Glücklicherweise war niemand wirklich ernsthaft verletzt worden. Während Fischbein sich gerade um Rotzbacke kümmerte, versorgte Heidrun ihren Bruder.
„Sag mal, Schwester, habe ich geträumt oder hat Larsson uns gestern geholfen?“, fragte Dagur sie.
„Ich habs auch gesehen, aber ich weiß immer noch nicht, warum. Erst entführt er Hicks und dann hilft er ihm? Ich verstehe es einfach nicht“, antwortete Heidrun ihm.
„Ich hab es auch gesehen“, klinkte sich Trok ein. Malas Leibwache war ebenfalls so verwundert wie Heidrun und Dagur, dass der Mann, der Hicks entführt hatte, ihm ebenfalls zur Freiheit verholfen hatte.
Während die drei noch weitere Theorien austauschten, stellte Hicks Ohnezahns Schwanzflosse fertig.

„Schneller als gedacht, mein Freund“, sagte Hicks und kraulte den Drachen unterm Kinn, was dieser mit einem wohligen knurren quittierte. Als Hicks in Richtung Sonne blickte, erkannte er, dass es bereits kurz nach Mittag sein musste. Er wurde kreidebleich. Hatte er doch so lange für die Reparatur gebraucht? Angst stieg in ihm auf. Was war wohl mit Astrid in dieser Zeit geschehen? Er schnallte Ohnezahn die Schwanzflosse wieder um und rief die anderen zusammen.

Hicks brachte die Truppe dazu, das Lager abzubrechen und sich startbereit zu machen. Hicks hoffte, dass sie mit einem Überraschungsangriff genug Verwirrung stiften konnten, damit er und Rotzbacke Astrid unbemerkt befreien konnten.
Nachdem Hicks ihnen den Plan erklärt hatte, hoben sie ab. Jedoch machten sich Bedenken in der Truppe breit. Hicks sah nicht gerade sehr fit aus und der Plan klang ziemlich unausgereift.

„So etwas wie „Lage checken“ gibt es wohl nicht mehr“, raunte Dagur seiner Schwester zu. Heidrun nickte besorgt. Sie verstand Hicks Lage, jedoch sollte er sich dies alles nochmals gut durch den Kopf gehen lassen, bevor er die Leben aller riskierte. Sie nahm sich vor, während des Fluges nochmal mit ihm zu sprechen.

Auch wenn es niemand zugeben wollte, sie mussten nehmen, was sie kriegen konnten, denn die Zeit drängte. Niemand wusste, was mit Astrid passierte, wenn sie sich in Viggo und Rykers klauen Klauen befand.

Niemand konnte ahnen, dass sie bereits wieder frei war, jedoch nicht außer Gefahr.




Hallo allerseits,
von mir gibts auch mal was neues. Wie ihr seht ist Hicks nicht wirklich in Topform. Aber wer von Uns wäre das schon, wenn man erst entführt wird und nach einer knappen Befreiung  die Liebste verschleppt wurde.
Übrigens hab ich noch Kekse übrig. Wer wills kann sie sich am Review-Button abholen .

Lg
Zinker
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