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Der Kopfgeldjäger

von Zinker
GeschichteAllgemein / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne OC (Own Character)
04.04.2018
09.04.2021
15
21.001
6
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18.08.2020 1.293
 
Kapitel 9





Tjark, Ryker und Hicks wurden ins Wasser geschleudert. Hicks, der aufgrund seiner Fesseln nicht schwimmen konnte, sank in Richtung Grund und drohte, zu ertrinken. Tjark erkannte dies und tauchte hinunter zu Hicks. Niemand sollte so jämmerlich ertrinken. Das hatte er nicht verdient. Als er ihn erreichte, zog Tjark ein Messer und zerschnitt die Fesseln, damit Hicks auftauchen konnte. Tjark erreichte kurz nach Hicks die Wasseroberfläche und schwamm zum Steg. Als er Richtung Strand blickte, sah er, dass die Drachenreiter sich heftige Kämpfe mit den Jägern lieferten.
Die Drachenjäger, die anfangs völlig überrumpelt vom plötzlichen Angriff der Drachenreiter waren, verteidigten sich nun immer effektiver dank Viggo, der schnell begriff, was los war und dementsprechend handelte.
Hicks und Tjark hatten es beide zum Steg geschafft.
„Danke“, prustete Hicks und hievte sich auf den Steg.
Tjark antwortete nicht und zog sich selbst hoch auf den Steg.
Im selben Moment wurde Hicks von zwei schwarzen Pranken gepackt und in die Luft gezogen.
„Ohnezahn!“ rief Hicks erfreut. Der schwarze Drache schaute hinunter zu Hicks und setzte sein breites Drachengrinsen auf. Er setzte ihn am Strand ab und landete. Astrid sprang von ihm herunter und Hicks direkt in die Arme.
„Ich dachte, ich würde dich nie wieder sehen“, schluchzte sie.
„Ich auch“, antwortete Hicks und nahm sie in den Arm.
„Hallooo?“, kam es von Rotzbacke, der gerade einem Drachenjäger wegstieß. „Dafür habt ihr auch noch später Zeit.“
„Er hat recht“, meinte Hicks und stieg auf Ohnezahn.
Astrid setzte sich hinter ihn und sie hoben ab.
„Abflug, Leute!“, rief Hicks und die Drachenreiter schwangen sich in die Lüfte.
Doch bevor Ohnezahn richtig an Höhe gewinnen konnte, traf ihn eine Bola und er stürzte mitsamt seiner Reiter wieder zurück auf den Strand. Ryker, der die Bola geworfen hatte, grinste siegessicher.
„Auf sie!“, befahl er und die Drachenjäger stürzten sich auf die am Boden liegenden Reiter.
Tjark, der eigentlich verschwinden wollte, sah dies. Eigentlich hätte es ihn nicht interessiert, doch die ganzen Drachen, die hier gefangen waren taten ihm schon irgendwie leid und die Drachenreiter taten alles mögliche, um sie zu befreien.
Also entschied er sich, doch zu helfen. Sein Lohn war eh dahin. Er griff nach seinem Säbel und griff die Drachenjäger an, die gerade dabei waren, Ohnezahn zu fesseln.
Als Tjark den Strand erreichte, setzte er den ersten Jäger, der ihn angriff, mit einem Fußtritt außer Gefecht. Als nächstes knöpfte er sich die restlichen Männer vor, die sich um Drache und Reiter gekümmert hatten. Während Tjark sich um Viggos Handlanger kümmerte schaffte Ohnezahn es, mit Hicks zu entkommen. Astrid hingegen schaffte es nicht. Sie wurde von zwei bulligen Kerlen festgehalten und gefesselt. Tjark versuchte, sie zu erreichen, doch etwas traf ihn hart am Hinterkopf und er brach zusammen. Das letzte, was er sah, war, wie die Drachenreiter davonflogen.


Bei Hicks

Er wollte zurück, er musste zurück. Doch seine Freunde ließen ihn nicht. Sie mussten sich erst neu formieren, um Astrid zu retten.
Hicks wusste nicht, was er fühlen sollte. Zum einen war er frei, zum andern war Astrid dafür in Gefangenschaft geraten. Außerdem, warum hat Tjark ihnen geholfen? Dieser Gedanke ging ihm nicht mehr aus dem Kopf.
Nach etwa einer Flugstunde landeten die Drachenreiter auf einer kleinen Insel. Erst jetzt wurde ihnen richtig klar, wie knapp sie entkommen waren. Dagur und Rotzbacke hatten Streifschüsse erlitten und Mala hatte sich im Kampf mit einem der Drachenjäger eine Schnittwunde am rechten Oberarm zugezogen. Auch die Drachen waren nicht alle unversehrt. Fleischklops hatte einige Pfeile einstecken müssen und Ohnezahns künstliche Schwanzflosse war ziemlich beschädigt.
Auch wenn Hicks am liebsten wieder los wollte, so musste er erst die Schwanzflosse reparieren. Es grenzte schon an ein wunder Wunder, dass sie überhaupt so lange gehalten hatte, nachdem die Drachenjäger sie so ramponiert hatten.
Nachdem alle versorgt waren, bedankte sich Hicks nochmal bei allen und verzog sich, um sich um Ohnezahns Schwanzflosse zu kümmern.
Währenddessen legte sich der Rest der Truppe schlafen. Ihnen allen steckten die letzten Tagen in den Knochen und sie mussten unbedingt mal ein paar Stunden vernünftig schlafen, wenn sie als nächstes Astrid retten wollten.
Hicks hatte sich zu Ohnezahn gesetzt und tüftelte an der Schwanzkonstruktion herum. Er würde nicht schlafen können, so viel stand bereits fest. Vor allem deswegen, weil ihm viel zu viele Gedanken durch den Kopf schossen. Warum hatte der Kopfgeldjäger ihn gerettet und versucht Astrid zu retten und warum riskierte er für sie sein Leben? Die Frage, die ihn aber am meisten quälte war, wie ging es Astrid gerade? Der Moment, indem er mit ihr wiedervereint war, war so wunderschön gewesen und nun war sie diejenige, die sich in Gefangenschaft befand.
Bis spät in die Nacht saß Hicks bei Ohnezahn und fand keine Ruhe. Kurz vor Sonnenaufgang fiel er endlich in einen unruhigen Schlaf.


Bei Viggo

„Wie konntest du nur?!“ brüllte Viggo durch sein Zelt. Ryker stand vor ihm und schaute trotzig zu seinem Bruder, beinahe wie ein kleines Kind.
„Wegen dir haben wir drei Männer verloren und fünf sind verletzt!“, fuhr Viggo fort.
„Wir hätten diesen Kopfgeldjäger nicht anheuern sollen, ich hätte das auch hingekriegt!“, brummte Ryker.
„Aha? Der Boss hat das aber nicht so gesehen und außerdem hast du in deinen letzten Aufgaben ziemlich versagt, wenn ich mich richtig erinnere!“, blaffte ihn sein sichtlich verärgerter Bruder an.
Ryker quittierte dies nur mit einem Knurren.
„Verdammt, Ryker, was soll ich jetzt dem Boss sagen?! Wie soll ich ihm erklären, dass du es verbockt hast und wir jetzt keinen Hicks vorzuweisen haben und außerdem seinen Kopfgeldjäger gefangen genommen haben?!!“
„Wir sollten uns den Boss endlich vom Hals schaffen. Im selben Zug befreien wir uns auch vom Kopfgeldjäger und von Astrid!“, antwortete Ryker.
„NEIN!“, schrie Viggo schon fast. „Johann zahlt besser als jeder andere und Astrid können wir immer noch gegen Hicks verwenden. Was den Kopfgeldjäger angeht, bin ich mir noch nicht sicher. Wir könnten ihn noch gebrauchen, außerdem würde es Johann missfallen, wenn wir ihn kalt machen.“
„MIR IST EGAL, WAS DIESER AUFGEBLASENE HAUFEN DRECK DENKT!! ICH SAGE, WIR MACHEN SIE ALLE KALT!!!“, brüllte Ryker.
NEIN!“, brüllte Viggo zurück und fegte vor Wut alles von seinem Schreibtisch. Haufenweise Karten und Pläne flogen durch die Luft und landeten auf dem Boden. Viggo verlor nur selten die Fassung, doch auch seine Nerven waren irgendwann aufgebraucht und Ryker half ihm nicht gerade dabei, sich zu beruhigen.
Nach einigen Minuten atmete er einmal tief durch und erklärte Ryker: „ Wir sagen Johann was passiert ist, vielleicht versteht er es. Der Kopfgeldjäger kommt frei und bekommt zumindest die Hälfte des ihm versprochenen Lohnes. Immerhin hatte er seinen Auftrag erfüllt und Astrid behalten wir als Geisel.“
„Nein! Ich sage wir töten alle drei und dann hat sich die Sache erledigt!“, entgegnete Ryker stur.
„Bruder… du hast wohl vergessen, wer hier das Sagen hat!“, antwortete Viggo in einem ruhigen aber dennoch aggressiven Ton.
„Nein, aber du vergisst, dass uns dieser Kopfgeldjäger drei unserer Männer gekostet hat!“, warf Ryker ein.
„Das habe ich nicht. Aber wenn ich mich recht erinnere, hast du diese Männer befehligt. Ihr Blut klebt an deinen Händen“, entgegnete Viggo gereizt.
Er hasste es wenn sein Bruder so uneinsichtig war und ihn infrage stellte. Hatte er doch schon genug Probleme.
„Ich sage, wir töten sie!“, gab Ryker aggressiv von sich. Sein Bruder war ihm viel zu lasch. Ihr Vater hätte sie alle längst beseitigt. Viggo hingegen war ihm viel zu weich. In seinen Augen wurde es Zeit für einen Machtwechsel.
Langsam und unauffällig griff er nach seinem Messer welches er zusätzlich am Rücken trug.
„NEIN!“, brüllte Viggo.
„DOCH!“, keifte Ryker zurück. „WAS IST AUS DIR GEWORDEN?! UNSER VATER HÄTTE GANZ ANDERS GEHANDELT UND ER HAT UNS AUCH NICHT SO ERZOGEN WIE DU JETZT BIST! DU BIST EINE SCHANDE FÜR UNSERE FAMILIE!!“ Mit diesen Worten zog Ryker das Messer und ging auf Viggo los.
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