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InFAMOUS: Surveillance

GeschichteAbenteuer / P18 / MaleSlash
OC (Own Character)
02.04.2018
02.04.2018
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629
 
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02.04.2018 629
 
Rauch hatte den Menschen auf der Straße die Sicht genommen; das Gebäude war kollabiert. Schutt blockierte die Straße, Scherben schlugen klirrend am Boden auf. Eine große von ihnen schnitt mir in den rechten Unterarm.
Ich ging in die Hocke und hob ein Arm vor mein Gesicht, um weiteren Schaden zu vermeiden. Mein Hals schmerzte und ich hustete heftig. Das Beben des Bodens klang langsam ab, während Metall kreischend unter den Geröllbrocken nachgab, Autos waren zerschlagen worden - die winzigen, kantigen Scherben ihre Scheiben waren überall verteilt worden - und ehemalige Metallträger des Gebäudes konnten der Last kaum noch standhalten.
Ich hockte mich hin und senkte den Blick.
Erst als ich nur noch das Prasseln von Gestein hören konnte, ließ ich vorsichtig meinen Arm sinken und hob den Blick. Die Straße war noch immer in braunen Qualm gehüllt. Er reizte weiterhin leicht im Rachen.
„Calixte…“
Der Name kam leise über meine Lippen, bevor ich von einem Husten unterbrochen wurde. Er schüttelte mich heftig und ich krümmte mich nach vorn.
„Calixte!“
Dieses Mal war ich lauter. Ein Gewirr von Stimmen drang an meine Ohren; Schreie, aufgeregtes Gerede, panische Fragen. Das Klingeln meines Gehörs schien also abzunehmen.
Ich hustete wieder und hatte mich nun voll aufgerichtet. Ich blickte in jede Richtung, doch konnte in keine weiter blicken als eineinhalb Meter. Doch ich musste etwas tun: Also stolperte ich einfach in irgendeine Richtung. Mein Arm schmerzte, Blut lief warm meinen Arm herunter und hinterließ Tropfen neben mir auf dem Boden. Mit jedem Schritt fielen ein paar von ihnen auf einmal nach unten. Doch es kam bereits kein frisches Blut mehr hinterher. Der Schnitt kribbelte schon – er heilte. Mein linkes Bein war steif, mein Knie geschwollen – ich war heftig auf dem Boden aufgeschlagen. Und immer wieder räusperte ich mich.
Ich war mir nicht einmal sicher, wo ich hinging, doch die schwer beschädigte Straße schien kein Ende zu nehmen, weshalb ich wohl ihrem Verlauf folgen musste. Immer wieder stolperte ich über größere und kleinere Steine, die umhergeflogen waren.
„Calixte…“
Ich hatte keine Kraft mehr, doch ich wollte ihn finden. Ich sah mich immer wieder um, doch der Nebel lichtete sich nur langsam. Das Sonnenlicht brach sich in einem Winkel darin, der mir zusätzlich in die Augen stach. Ich musste mir wieder eine Hand vors Gesicht halten, um überhaupt etwas sehen zu können.
So kam es, dass ich die Silhouette, die sich mir in den Weg stellte, erst spät bemerkte. Ihr folgten erst zwei weitere und dann sogar noch sechs weitere. Sirenen erfüllten nach wie vor die Luft des frühen Nachmittags über Paris.
„Hey!“, rief mir eine vom Rauch gereizte und ganz raue Stimme entgegen. „Stehen bleiben.“ Ich hielt automatisch inne und richtete mich gerader auf – in meinem Rücken knackte es, die Muskeln spannten schmerzhaft. Ich versuchte, etwas zu erkennen, doch mehr als einen dunklen Schatten nur wenige Schritte von mir entfernt, konnte ich nicht ausmachen.
„Die Hände hoch!“, befahl die Stimme harsch, bevor sie sich kurz räusperte. Langsam, dann aber sehr bestimmte hob ich langsam die Hände. Sie kamen etwa auf Höhe meiner Haare zum Stehen.
Einen Moment später trat die Silhouette näher. Hände griffen nach mir und drückten mir die Arme schmerzhaft auf dem Rücken zusammen. Ich verzog das Gesicht. Doch das war nicht meine größte Sorge: Als der Schatten endlich so dicht an mich herangekommen war, dass ich erkennen konnte, dass es sich dabei um einen Polizisten handelte, blickte ich in zwei mir sehr vertraute blaue Augen. Schock stand in ihnen, bevor sie mehrmals blinzelten und ein neutraler Ausdruck in sie trat.
„Abführen!“, befahl mein Vater und ich konnte ihn nur noch entgeistert über meine Schulter ansehen, ehe er wieder in der Nebelwand verschwand und man mich durch die Düsternis wegbrachte. Ich leistete keinen Widerstand. Ich war zu gelähmt vor Erstaunen und auch Entsetzen…
 
 
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