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Sternenfee

von Cortes
GeschichteAllgemein / P16 Slash
Cana Alberona Erza Scarlet Gerard Fernandez Lucy Heartfilia Mirajane Strauss Natsu Dragneel
01.04.2018
12.10.2020
21
34.703
7
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8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
01.04.2018 1.576
 
Willkommen erneut in den Weiten des Alls.

Der neue Fahrplan steht, die neue Seite auch und ich wünsche euch viel Spaß mit dem ersten Kapitel.
https://cortes-geschichten.jimdo.com/mangas-anime/fairy-tail/sternenfee/

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X791, Sturmfregatte Knight


Sie stand vorne, am großen Fenster der Brücke. Ihre Hände hinter dem Rücken verschränkt, jeder Zoll ihrer Haltung Sinnbild für Disziplin und Entschlossenheit. Erza Scarlet trug ihre langen, scharlachroten Haare offen und ihre Uniform, ein dunkelgrünes Jackett mit ebenso gefärbter Stoffhose, mit schwarzen Stiefeln und Handschuhen samt Offiziersumhang und passender Mütze, passte wie angegossen. Am ihrem Gürtel mit silberner Schnalle hingen eine Pistole und ein Säbel. Vor ihr erstreckte sich die Weite des Weltalls, Myriaden funkelnder Punkte, jeder ein Stern und, wie sie wusste, nicht wenige davon im Besitz des Reiches, welchem sie diente. Ihr Schiff, die Sturmfregatte Knight, kehrte von einem einfachen Patrouillenflug zurück und schob sich Gegenwärtig mit Impulsgeschwindigkeit durchs All mit der Raumstation Fairy Tail als Ziel. Es war ein seltener Moment der Ruhe und des Friedens. Erza seufzte leise. Der Krieg mit Alvarez dauerte nun schon fast sieben Jahre an und für ihren Geschmack waren das sieben Jahre zu viel. Sie wandte sich um und ging langsam über den Mittelweg zwischen den abgesenkten Teilen der Brücke in den hinteren Bereich. Die Brücke war rechteckig angelegt, mit einem abgesenkten Bereich in Form eines Halbkreises, an welchem die meisten Brückenmitglieder an ihren Terminals arbeiteten und der durch einen Mittelweg durchbrochen wurde. Einfache Rampen führten nach unten. Im hinteren Bereich war ein großer Tisch mit holografischen Darstellungen das Zentrum. Gegenwärtig wurde auf dem Hologramm nicht besonderes angezeigt, doch trotzdem stand dort jemand und sah sich die Darstellungen vom leeren Raum an. Jedoch Lucy Heartfilia schien mit ihren Gedanken eher woanders zu sein. Die Sternenflüsterin trug lange Stiefel mit leichten Absätzen, einen kurzen Rock, eine Weste und lange, fingerlose Handschuhe. Darüber trug sie noch einen langen Mantel mit Pelzbesatz und alles war weiß, mit goldenen Stickereien verziert, welche ihr Zugehörigkeit zum Orden verrieten. Ihre Haare fielen ihr, mit Ausnahme von zwei Zöpfen, offen über den Rücken. In ihrer Hand hielt sie einen weißen Stab mit einem goldenen Stern an der Spitze und sechs goldenen Bändern knapp unterhalb. Ein Zeichen ihres hohen Ranges. Die andere Hand hatte sie in einer nachdenklichen Geste ans Kinn gelegt.
„Irgendetwas interessantes zu sehen?“
„Wie? Oh, hey. Nein, ich habe nur nachgedacht.“
„Über was?“
„Unsere Zukunft.“
Erzas rechte Augenbraue wanderte in die Höhe.
„Lucy? Wie viele Bücher deines Ordens hast du in letzter Zeit eigentlich gelesen?“
„Wa-? Das hat gar nichts damit zu tun!“
Die Blondine wirkte empört, doch Erza schnaubte nur belustigt. Mindestens die Hälfte aller Bücher des Ordens der Sternenflüsterer beschäftigte sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Außenstehende durften normalerweise keinen Blick in die Bücher werfen, doch Lucy hatte ihrer Freundin in ihrer privaten Sammlung stöbern lassen. Das waren keine Bücher für Erza. Da waren ihr ihre eigenen Bücher, gefüllt mit schönen Männern und Frauen und teilweise detaillierter Beschreibungen bestimmter Szenen wesentlich lieber.
„Na gut, vielleicht ein wenig. Es gefällt mir einfach nicht, dass der Krieg in unserem Bereich gerade so ruhig verläuft.“
Ein anderer hätte diese Aussage jetzt vielleicht missverstehen können, doch Erza kannte ihre Freundin lange genug. Wenn der Krieg nicht hier tobte, tobte er woanders und wenn sie hier nicht in Gefahr waren, war es irgendjemand irgendwo anders. Die Rothaarige drückte ein paar Knöpfe am Tisch und wandte sich an ihre Freundin.
„Los komm. Gönnen wir uns eine kleine Erfrischung. Nummer 1, sie haben die Brücke!“
„Ja, Käpt’n.“
Erza gelüstete es ohnehin auf ein Stück Erdbeerkuchen. Dummerweise erlaubten die Vorschriften kein Essen auf der Brücke aber Erza hatte immer einen Kuchen im Kühlschrank ihrer Kabine versteckt.

Alle Kapitäne Ishgars hatten die Neigung, ihre Kabine nach ihren persönlichen Vorlieben zu gestalten. In Erzas Fall hieß das, dass sie Unmengen an Waffen und Rüstungen aller Arten und Alter an den Wänden aufgehängt hätte. Doch ansonsten hatte sie nicht viel an der Standarteinrichtung der Offiziersquartiere, großes Bett, Schrank, Sitzecke mit Tisch, geändert. Auf dem Tisch der Sitzecke stand allerdings noch eine ishgarische Sturmfregatte im Miniaturformat. Menschliche Schiffe sahen sich stets recht ähnlich, der gleiche längliche Quader mit variierenden Anbauten am Heck, wabenförmigem Antrieb und dem charakterisierenden Bug. Im Fall der Sturmfregatten war der Bug spitz zulaufend, extra gepanzert und mit einem Rammsporn versehen. Alle Offiziersquartiere hatten ihr eigenes, kleines Bad und ihre eigene, kleine Küche. Als die beiden Frauen Erzas Kabine betraten, ließen sie die Formalitäten ihrer Ränge hinter sich. Lucy lehnte ihren Stab in eine Ecke, schlüpfte aus ihren Stiefeln und streckte sich genüsslich. Erza schmiss Umhang und Mütze auf Bett und schnallte ihren Waffengurt ab. Zudem öffnete sie die Knöpfe ihrer Jacketts. Als Lucy allerdings den schwarzen Spitzen-BH darunter sah, grinste sie.
„Aha. Erwartet uns auf der Station etwa Besuch, von dem ich noch nichts weiß?“
Erza blinzelte, sah an sich herunter und ihr Gesicht wurde so rot wie ihre Haare. Sie stotterte, fuchtelte mit den Händen und Lucy lachte. Erza brummte. Wurde sie jetzt etwa schon so, wenn man ihn nur erwähnte? Sie war definitiv viel zu lange von ihm weg gewesen!
„Also, wo ist jetzt dein Kuchen?“
Immer noch leicht verstimmt setzt sich Erza in Bewegung. Kurze Zeit später hatten beide Kaffee und Erdbeerkuchen vor sich stehen. Lucy nahm einen Schluck, während Erza sich ein Stück Kuchen in den Mund schob. Lucy zog eine Grimasse.
„Ich hoffe, wir bleiben nicht zulange auf der Station.“
„Dein Vater?“
Die Blondine nickte nur. Die Heartfilias waren eines der ältesten und traditionsreichsten Adelsgeschlechter von Ishgar. Anna Heartfilia, Gründerin des Hauses und erster Mensch des Ordens der Sternenflüsterer, war einst vom ersten König Ishgars selbst geadelt worden. Dabei war sie angeblich eine seiner größten Gegnerinnen gewesen und die genauen Gründe ihrer Adelung waren geheim. Offiziell zumindest. Tatsächlich wusste es schlicht und ergreifend niemand mehr, nicht mal die jetzigen Heartfilias, wie Erza von Lucy wusste. Lucys Abneigung gegenüber ihrem Vater waren hingegen hinlänglich bekannt:
Lucy und Jude Heartfilia waren die letzten ihrer Familie. Nach Judes Meinung sollte seine Tochter allein deshalb schon weit weg von der Front sein. Da die junge Blondine allerdings eine herausragende Sternenflüsterin war, wurden ihre Talente gebraucht. Der Orden der Sternenflüsterer besaß viel Macht und Einfluss. Als Jude klar wurde, dass er seine Tochter nicht von der Front würde fernhalten können, versuchte er es eben anders und bombardierte sei bei jeder Gelegenheit mit potenziellen Heiratskandidaten. Zumindest konnte er sie während ihres Dienstes nicht auf irgendwelche Veranstaltungen schleifen. Zwar mochte das ganze nach übermäßiger, väterlicher Sorge aussehen, doch Jude favorisierte mit Absicht Kandidaten, die selbst viel in die Ehe einbringen würden. Wenn sie solche Dinge hörte, war Erza ganz froh, dass ihre Familie ihre Legion Fairy Tail war.
„Gibt es eigentlich einen bestimmten Grund, warum der Admiral uns besucht?“
Lucy sah sie fragend an, doch Erza konnte nur mit den Schultern zucken. Für einen Moment war sie versucht, Lucy empört zu fragen, ob sie zu besuchen nicht Grund genug sei. Aber sie wussten beide um die Aufgaben des Admirals und das er für solche Vergnügen leider meistens zu beschäftigt war. Wobei Erza das auch ganz recht war. Selbst wenn sie ihn vermisste, es herrschte immer noch Krieg und da gab es wirklich wichtigeres. Doch auf Lucys Frage wusste sie keine Antwort. Gerard erzählte ihr zwar hin und wieder Dinge, die sie allein vom Dienstgrad gar nicht wissen dürfte aber diesmal hatte er sich bedeckt gehalten. Die Rothaarige hatte bereits darüber nachgedacht, doch hatten sie ihre Überlegungen zu keinem Ergebnis geführt, welches ihr gefallen hätte. Noch während die Rothaarige überlegte, piepte das Kommunikationssystem.
„Kapitän Erza! Wir haben etwas, was sie sich ansehen sollten.“
Erza seufzte leise und Lucy zuckte mit den Schultern. Vorbei der ruhige Moment. Erza richtete ihr Uniform wieder ordnungsgemäß her und war der Sternenflüsterin einen Blick zu.
„Willst du mit?“
„Warum nicht. Mal sehen, was los ist.“

Als Erza und Lucy die Brücke erreichten, fiel beiden sofort die geänderte holografische Darstellung am Holo-Tisch auf. Es schien sich um eine detaillierte Karte eines Sonnensystems zu handeln. Erza trat an den Tisch und sah in die Runde.
„Was ist los?“
„Wir haben eine Übertragung der Legion Twilight Ogre empfangen. Es ist nur Audio. Spielt sie ab!“
„Wiederhole! Wurden…angegriffen! Das Imperium…zerstört! Keine Chance mehr! Warnung an…Angriffe stehen…Argh!“
Ein gewaltiges Rauschen beendete die Übertragung. Erzas Miene versteinerte. Twilight Ogre war eine weitere Legion Ishgars. Erza mochte sie nicht sonderlich, doch der wesentlich wichtigere Punkt war, sie waren nicht weit weg. Twilight Ogre mochte vielleicht nicht komplett vernichtet sein, doch mit ziemlicher Sicherheit hatten sie ihre Raumstation verloren.
„Wann wurde die Nachricht abgeschickt?“
„Vor etwa einer halben Stunde. Störungen im All haben die Nachricht behindert.“
Die Rothaarige überlegte nicht lange.
„Kurswechsel! Alles bereit machen für Sprung in den Ether! Bringt uns auf Spionagereichweite!
„Erza?“
Lucy sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Wir haben bis jetzt nur eine Übertragung. Ich will es selbst sehen.“
Sturmfregatten waren Kriegsschiffe. Sie waren nicht unbedingt auf Spionage ausgelegt, doch für Notfälle waren einige Sonden an Bord. Erza zweifelte nicht an der Echtheit der Übertragung, doch sie wollte mehr Informationen. Scans von Sonden waren zwar nur von begrenzter Qualität, doch es sollte ausreichen, eine notwendige Fragen zu beantworten. Zudem hatte Erza noch die leicht naive Hoffnung, dass es vielleicht Überlebende geben mochte. Lucys Griff um ihren Stab verstärkte sich und sie nickte.
„Alles bereit, Käpt’n.“
„Energie.“
Urplötzlich wurden die Sterne zu langgezogenen, weißen Strichen und schon sprangen sie in den Ether.
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