Jules

GeschichteRomanze, Familie / P18
01.04.2018
21.08.2018
120
404043
8
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
Hallo zurück,

ich habe mich tatsächlich dafür entschieden es zu wagen und eine Geschichte über Martin und einen OC zu schreiben, bzw. anzufangen.
Ihr dürft also gern auch noch Vorschläge für den weiteren Verlauf der Geschichte machen.

Zwar ist dies hier hauptsächlich eine Martinstory, doch Benedict wird dabei auch eine sehr wichtige Rolle spielen.

Ich hoffe, ihr werdet auch mit dieser Geschichte viel Spaß haben, auch wenn sie das Pairing Freebatch nur rein freundschaftlich beinhaltet.

Habt viel Spaß mit dem ersten Kapitel.
Liebe Grüße
J.M.C.





- Freitag, Dezember/09 – 2016, nachmittags, England, London, Soho, Sherwood Street, Martins Appartment -


Martins POV

Meine nackten Füße trugen mich aus meinem En-Suite Badezimmer, durch mein Schlafzimmer, hinaus auf den Flur und die Treppe hinunter in den offenen Wohn-, Ess-, und Küchenbereich meines Appartments in Soho.  Warme Luft strich über meine nackten Füße und Beine; warme Luft, die der angezündete Kamin erzeugt hatte.
Meine Hände hatte ich in die Taschen meines weichen Bademantels gesteckt den ich gerade trug, schlendernd machte ich mich auf den Weg zu meinem Sofa.
Noch hatte ich etwas Zeit zu relaxen, bevor ich mich würde anziehen müssen.

Seit einigen Tagen war ich zurück in London, hatte nun für das restliche Jahr nur noch hier ein paar Termine.
Und da auch Benedict vor wenigen Tagen wieder in London angekommen war, hatten wir uns seit langer Zeit tatsächlich mal wieder zu einem privaten Treffen verabreden können.
Heute Abend wollten wir auf den Weihnachtsmarkt am Hyde Park gehen – nur wir zwei.
Tatsächlich war unser letztes komplett privates Treffen schon so lang her, dass man es einen Pärchenabend mit Kindern hatte nennen können – es war knapp ein Jahr her, und auch damals waren wir gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt am Hyde Park gewesen.
Benedict mit Sophie und Christopher.
Ich mit Amanda, Gracie und Joe.

Dieses Jahr würde Sophie mit Christopher und ihren Eltern zuhause bleiben, und ich war zur Zeit noch immer Single.
Ein Umstand der mich zugleich traurig stimmte und auch irgendwie erleichterte.
So ganz genau wusste ich selbst nicht, ob ich schon wieder für eine Beziehung bereit war, auch wenn die Trennung mit Amanda schon einige Monate, eigentlich sogar schon ein dreiviertel Jahr her war.
Es war nicht so, dass da noch romantische Gefühle für Amanda vorhanden waren oder ich der Beziehung in irgendeiner Art und Weise nachtrauerte. Die Entscheidung zur Trennung hatten wir beide getroffen, nach einigen Gesprächen, nach einigem Überlegen, nach einiger Zeit des Probierens die Beziehung noch zu retten. Doch wir beide hatten schnell bemerkt, dass all die Liebe, die wir noch immer für den anderen empfanden, nichts weiter war als bloße und tiefe Freundschaft.
Die Entscheidung zur Trennung hatte uns beide traurig gestimmt, doch nach der anfänglichen Zeit als Single, hatten wir beide festgestellt, wie gut uns beiden diese Trennung getan hatte. Es war die richtige Entscheidung gewesen, und wir waren uns als Freunde noch immer so nah wie zur Zeit vor und während unserer Beziehung.
Amanda war noch immer eine meiner besten Freundinnen, und ich hatte mich wirklich sehr für sie gefreut, als sie mir vor einiger Zeit von ihrem neuen Partner Jonjo erzählt hatte.
Das wir uns noch immer so nah standen und so gut verstanden, machte nicht nur uns froh und stolz, sondern es war auch ein viel schönerer Umstand für unsere beiden Kinder, Gracie und Joe. Sie konnten mich jederzeit besuchen, ich konnte sie jederzeit besuchen oder zu mir holen.
Keine Streiterein, kein Machtgehabe, kein Rosenkrieg.

Nach all den Jahren in einer Beziehung empfand ich es als ziemlich schwer wieder auf die Suche zu gehen.
Fast sechszehn Jahre waren Amanda und ich zusammen gewesen – es war meine bisher längste Beziehung gewesen, mit Abstand die längste. Vor ihr hatte ich nur drei recht kurze Beziehungen gehabt, die alle nach knapp ein oder zwei Jahren im Sand verlaufen waren.
Besonders talentiert im Ansprechen von potenziellen Dates war ich noch nie gewesen, auch wenn dies sicher einige von mir denken würden.
So selbstbewusst, charmant und sicher ich auch auftreten konnte; ging es um echtes romantisches Interesse konnte man mir wohl Talentlosigkeit zuschreiben. Und das Problem dabei lag nicht darin, dass ich nicht wusste was ich sagen könnte, das Problem lag darin, dass ich den Mund dann plötzlich nicht mehr richtig aufbekomme.
Bei Amanda war es so gewesen.
Wir hatten uns an einem Set kennengelernt, hatten uns von Anfang an gut verstanden und sofort einen unglaublichen Draht zueinander gehabt, doch ich hatte es den ganzen Tag nicht geschafft gehabt sie um ihre Nummer zu bitten. Am Abend, als sie schon weggewesen war, hatte ich einen der Regieassistenten nach ihrer Nummer gefragt, der im Besitz aller Kontaktdaten der Schauspieler gewesen war. Nur durch eine SMS hatte ich es geschafft Amanda für den nächsten Tag zu einem Drink einzuladen – von Angesicht zu Angesicht hätte ich vermutlich Wochen wenn nicht Monate gebraucht.

Nun jemanden kennenzulernen war nicht einfacher geworden, auch wenn ich ständig von unzähligen Menschen umgeben war, und für mich das Geschlecht nicht wirklich eine Rolle spielte.
Ich schien in den vergangenen Jahren noch unsicherer geworden zu sein, was nun sicher auch an meiner eigenen Berühmtheit und meinem Bekanntheitsgrad lag.
Jemanden aus der eigenen Branche kennenzulernen war kein Problem – an Sets, in Redaktionen und Fernsehstudios waren genügend Menschen, die sicher sympathisch und attraktiv waren. Noch dazu würde man auf Verständnis für die Arbeitszeiten- und Orte treffen, und man hatte auf jeden Fall schon mal eine große Gemeinsamkeit. Doch bedeutete dies auch jemanden an der Seite zu haben, der vielleicht einen komplett überschneidenen Terminkalender hatte, man würde sich kaum sehen.
Jemanden außerhalb der Branche kennenzulernen war generell auch nicht das Problem – auf der Straße liefen genug Leute herum und ich kam ständig in Kontakt mit Fans, und da waren schon einige dabei gewesen die generell sehr sympathisch und auch durchaus attraktiv gewesen waren. Doch das Problem an Fans war die Motivation, die hinter der Liebe steckte.
Wurde man geliebt weil man einfach berühmt war?
Wurde man des Geldes wegen geliebt?
War es eine Liebe, die darauf basierte, dass alles aus einer Gewissen Distanz und Unerreichbarkeit geschah?
Basierte die Liebe auf dem Gedanken, dass ich so war wie einer meiner Charaktere – wurde also der Charakter geliebt oder ich als Person?
Es war ein unsicheres Spiel auf das man sich einlassen würde.
Und nach der Beziehung mit Amanda hatte ich mir eigentlich geschworen nichts mit einem Fan anzufangen – man wusste nicht woran man war, ich wollte nichts Besonderes sein, vielleicht gab es kein Verständnis für die Zeit, die man nicht gemeinsam verbringen konnte,… und da war sicher noch so viel mehr an das ich momentan nicht mal dachte.
Wie hatte meine Mutter immer gesagt?
Man kann gar nicht so doof denken wie es letztendlich kommen kann.

Es war erleichternd Single zu sein und gerade auch nicht auf der Suche.
Da waren keine Verpflichtungen, kein Suchen und nicht Finden, keine unangenehmen Dates und Situationen, keine einmaligen Sachen, die in unangenehmen Gesprächen enden würden.

Es war traurig, denn ich liebte es zu lieben.
Ich wollte lieben und geliebt werden. Ich wollte kuschelt und gedrückt und geküsst werden, und ich wollte all das zurückgeben. Ich wollte gern jemanden an meiner Seite haben – einen Halt, eine Unterstützung, jemand der mich glücklich machte, jemand auf den ich mich freuen konnte wenn ich nachhause kommen würde. Ich wollte jemanden, der mich zum lachen bringen konnte, eine Person mit der ich stundenlang würde reden und schweigen können, jemand den ich verwöhnen und beschützen könnte, jemand der das gleiche für mich tat. Ich wollte wieder ein Zuhause haben, jemanden bei dem ich ankommen und mich wohl fühlen konnte.

Doch bisher war mir diese Person nicht begegnet.
Ich wollte nicht suchen.
Es sollte einfach passieren.
Einfach aus dem Lauf der Dinge, aus dem Verlauf des Tages oder des Abends.
Kein Suchen, einfach nur ein Finden, ein Sehen, und ein Wissen, dass es genau diese Person ist, für die ich all das sein kann, die all das für mich ist.

Ein völlig utopischer Gedanke.
Vielleicht war ich tatsächlich noch nicht so weit.


Meinen Blick hatte ich schon die ganze Zeit aus dem Fenster gerichtet gehabt, doch ich war so tief in meinen Gedanken gewesen, dass ich noch gar nicht registriert hatte, dass es schneite.
Meine Augen wurden größer, ich stand auf und tapste zu einer der beiden Balkontüren.
Ich legte eine Hand an den Holzrahmen der Tür, blickte hinaus und seufzte.
Schnee war immer toll. Ich liebte Schnee, und ein bisschen mehr Schnee zur Weihnachtszeit würde mich als Weihnachtsfan stets freuen, doch in London schneite es nicht sonderlich oft, und dann oftmals nicht wirklich viel.
Doch heute hätte ich eigentlich gut darauf verzichten können – auch wenn es etwas magisches hatte auf einen verschneiten Weihnachtsmarkt zu gehen.
Es schneite nämlich nicht nur, es sah auch so aus als würde es plötzlich ziemlich windig sein, und damit würde der fallende Schnee keinen wirklichen Spaß mehr machen.
Ich machte einen Schritt zurück, öffnete meine Balkontür um zu schauen wie kalt es geworden war.
Die Tür hatte ich noch nicht mal richtig geöffnet gehabt, da drückte ich sie lieber wieder ins Schloss.
Ich musste mich schütteln.
Definitiv viel kälter als heute Morgen.

Ich rieb mir über die im Bademantel eingepackten Oberarme, lief zum Kamin und wärmte dort kurz meine Füße und nackten Beine auf.
Es wurde Zeit, dass ich mich endlich mal anzog, ich wollte nicht zu spät zu der Verabredung mit Benedict kommen; ich wollte jede Minute auskosten, nachdem wir uns seit Sherlock nicht mehr live und in Farbe gesehen hatten.

Nachdem ich mich knappe fünf Minuten am Kamin aufgewärmt hatte, ließ ich das Feuer im Kamin ausgehen und machte mich auf den Weg ins obere Stockwerk meines Appartments – mein Schlafzimmer und mein begehbarer Kleiderschrank waren das Ziel.

Wie üblich brauchte ich einige Zeit um mir passende Kleidung herauszusuchen.
Ich hatte mich für eine dunkle Stoffhose entschieden, ein gestreiftes Hemd und einen dunklen passenden Pullover, doch um meine Haare zu stylen hatte ich nochmal fast genau so lang gebraucht.
Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass es nun wirklich an der Zeit war zu gehen.

Erneut lief ich die Treppen hinunter in den Wohnbereich, zog mir dort noch Schuhe an und meinen dunklen Mantel.
Ein letzter Gang ins Wohnzimmer um mir mein Handy zu nehmen und nochmal die Uhrzeit zu checken.

Ich blieb im Wohnzimmer stehen, entsperrte das Handy komplett als ich sah, dass Benedict mir geschrieben hatte.

Hey Sweetheart, können wir unser Date auf das nächste Wochenende verschieben? Sophie ist krank und hat nun auch noch ziemlich hohes Fieber. Ihre Eltern sind zwar auch hier um auf Chris aufzupassen und sie ins Krankenhaus zu fahren, aber ich würde gern mit um mich zu vergewissern, dass alles mit ihr und dem Baby okay ist.

Die Anrede ließ mich breit lächeln; Benedict sprach mich Privat ständig damit an, öfters als er meinen Namen benutzte, viel öfter.
Doch die restliche Nachricht ließ das Lächeln wieder verschwinden und meine Schultern senkten sich enttäuscht.
Natürlich konnte ich verstehen, dass er lieber gemeinsam mit Sophie ins Krankenhaus fahren wollte. Ich hätte genauso reagiert in dieser Situation.

Hey Sugarnut, wir können das Date auch auf nächstes Wochenende verschieben. Sophie und euer Kleines gehen vor. Grüß Sophie, und schreib mir nachher nochmal wenn du mehr weißt. Ich hoffe bei den beiden ist alles okay.

Danke! Tut mir wirklich leid, dass ich nun so kurzfristig absage. Ich hätte dich gern gesehen heute Abend. Nächste Woche können wir uns zur gleichen Zeit treffen, wenn du da auch kannst. Grüße auch von Sophie an dich. Ich melde mich nachher nochmal bei dir. Sorry Kleiner.

Kein Thema, Ben. Ich hätte dich auch gern gesehen, aber die beiden gehen vor, und ich hätte in deiner Situation auch den heutigen Abend abgesagt. Mach dir keine Gedanken, fahr mit den beiden ins Krankenhaus, deine Schwiegereltern sind ja da um bei Chris zu bleiben. Wir können es bei der Zeit lassen. Bis später.

Bist ein Schatz. ;-)

Das fällt dir hoffentlich nicht erst jetzt auf, Cumberbatch. ;-)

Natürlich nicht! Gleich zu Beginn. War Fan der ersten Stunde. :-D

Das lass ich gelten :-D Also bis später.

:-D Bis später


Mit dem Handy in der Hand, setzte ich mich auf die Armlehne meines Sessels.
Ich fuhr mir einmal durch die Haare, schaute dann an mir herunter.
Ich war komplett angezogen.
So sehr ich auch gemütliche Abende zuhause genoss, nun war ich im Ausgehmodus und absolut nicht mehr für einen Abend auf der Couch zu haben.
Ich spielte mit meinem Handy herum, überlegte was ich tun könnte.
Ich musste hier definitiv raus, sonst würde ich mir selbst den ganzen Abend auf die Nerven gehen – ich kannte mich gut genug um zu wissen, dass ich es nun nicht aushalten würde einfach nur auf der Couch zu relaxen, nachdem ich mich komplett auf einen Abend außerhalb des Appartments eingestellt hatte.
Ich musste etwas tun.

Während ich überlegte, trug ich mir für den nächsten Freitag das neue Weihnachtsmarktdate mit Ben in mein Smatrphone ein.
Und kaum hatte ich die App dafür geschlossen, hatte ich meinen Entschluss für den heutigen Abend getroffen.




:-) Bis morgen zu einer neuen Runde.
J.M.C.
Review schreiben