Bad Habits

OneshotRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
England Spanien Süd-Italien
31.03.2018
31.03.2018
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Heyaa
Nach Ewigkeiten bin ich wieder zurück auf FanFiktion.de und gleich mit einem Oneshot zu meinem OTP. Ich bin damit nicht ganz zufrieden, aber welcher Autor ist das schon mal?
Ich habe das Gefühl, dass ich etwas eingerostet bin, was das Schreiben angeht xD
Inspiriert wurde ich von den Liedern "Perfect" von Hedley und "Grenade" von Bruno Mars.
Viel Spaß beim Lesen :3 Über Reviews, ob Lob oder Kritik, würde ich mich freuen :3
~


I’m not perfect
But I keep trying
‚cause that’s what I said I would do from the start
I’m not alive if I’m lonely
So please don’t leave
Was it something I said or just my personality?


Mit zitternden Beinen starrte Romano ungläubig über das blutige Schlachtfeld, das sich vor ihm aufgebaut hatte, bevor er schlucken musste.
Ein unangenehmer, metallischer Geruch hatte sich mittlerweile in der Luft breit gemacht, welcher die Übelkeit in ihm aufsteigen ließ. Selbst der Himmel hatte eine graue Farbe angenommen und schien ebenfalls um die Gefallenen zu trauern, wenn man bedachte was hier vor wenigen Stunden begonnen hatte und immer noch im Gang war. Der rote Lebenssaft seiner Männer vermischte sich mit seinem eigenen und dem von Englands Armee, die ebenfalls einige Verluste einstecken musste – und noch war die Schlacht nicht vorbei.
Zumindest war es das, was sich Süditalien einreden wollte, denn er hatte so gut wie verloren.
Wieso war er nur in dieses unerträgliches Blutbad geraten, aus welchem es keinen wirklichen Ausweg mehr gab? Der unerträgliche Anblick der verstümmelten Soldatenleichen brachten ihn beinahe zum Kotzen. Es war das erste Mal, dass er so etwas miterleben musste, hatte er doch zuvor lieber sofort die Flucht ergriffen, wenn es gefährlich geworden war. Doch dies war die grausame Realität, die sich jedes Mal verwirklichte, wenn zwei Länder Streit hatten und sich bekämpften. Nun fragte er sich wirklich wie dies die anderen jedes Mal durchgestanden hatten ohne komplett verrückt zu werden und den Verstand zu verlieren. Immerhin handelte es sich hierbei um Menschen. Viel zerbrechlicheres Leben als das eines Landes. Noch dazu hatten sie alle Familie und Freunde. Eine Mutter, die sie zur Welt gebracht und groß gezogen hatte und nachdem sie von dem Verlust erfahren würde sicherlich einen Zusammenbruch erlitt. Romano hatte zwar selbst bis auf seinen Bruder und seinen Großvater keine Familienmitglieder gehabt, doch lebte er nun schon lange genug, um viel beobachtet zu haben, das damit zusammenhing. Noch dazu wusste er ganz genau aufgrund einer bestimmten Person wie sich Liebe eigentlich anfühlte.
Vielleicht hätte er doch auf Spanien hören sollen, hätte nicht gehen sollen. Dann hätten sie sich nicht gestritten und er würde nun nicht in dieser gefährlichen Lage stecken. Allerdings war sein Stolz und seine verdammte Sturheit mal wieder mit ihm durchgegangen, weshalb er seinen ehemaligen Boss zunächst angeschrien hatte, dass er kein kleines Kind mehr war und hatte sich dann in eine Schlacht aufgemacht, die er nicht gewinnen konnte. Zwar hatte sein Freund ihn noch festgehalten und ihn beinahe schon angefleht nicht zu gehen, aber auch das konnte den Italiener nicht aufhalten. Wenn er sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, zog er dies auch durch. Vor allem, wenn es darum ging zu beweisen, dass er stark war und nicht im Schatten seines jüngeren Bruders stand. Wozu gab es überhaupt zwei Italiens, wenn doch nur Veneziano von Bedeutung war? Romano hatte absolut keine Ahnung wieso ihn dieses Schicksal getroffen hatte, aber er wollte nicht immer als zweitrangig angesehen werden. Immerhin wollte selbst Spanien ihn damals gegen Veneziano eintauschen, was bis heute an ihm nagte. Vermutlich interessierte sich sein eigener Freund nicht einmal wirklich für ihn, sondern hätte viel lieber seinen Bruder zu sich genommen.
Ganz genau. Er war nur zweitrangig und stand immer im Schatten seines jüngeren Bruders, während dieser von jedem geliebt wurde. Es war für ihn an der Zeit gewesen endlich zu beweisen, dass er zu mehr fähig war als so manch einer geglaubt hatte – Aber auch dies hatte er versaut und war nun dabei alles zu verlieren.
Einmal in seinem Leben hatte er sich dazu aufgerafft vor einem Krieg und vor allem vor England nicht wegzulaufen, sondern sich ihm zu stellen.
Ein einziges Mal.
Ein einziges Mal war er nicht der Loser und Feigling, der er ansonsten immer gewesen war.
Und aufgrund dieses einen Males war er kurz davor alles zu verlieren. Seine Soldaten, seine Würde, Spanien…Sein eigenes Leben.
Warum war Antonio ihm nicht gefolgt? Er hasste es dies zuzugeben, aber er brauchte diesen verdammten Bastard mehr als alles andere – besonders in diesem Augenblick, in welchem England mit erhobener Waffe vor dem Kleineren stand und auf ihn hinunterblickte.
Der Italiener schluckte schwer, versuchte sich jedoch zu seiner vollen Größe aufzurichten, um zumindest ein wenig größer zu wirken, was zu seinem Bedauern aber immer noch nicht den Größenunterschied sonderlich verringerte. Verflucht sei seine Zwergengröße.
„Es ist vorbei, Romano“, drang die feste Stimme des Blonden an ein Ohr, aber er wollte es gar nicht wirklich wahr haben. Auch an dem Engländer klebte Blut. Sein eigenes, sowie fremdes, was er höchst wahrscheinlich selbst zu verantworten hatte.
Dieser verdammte Idiot hatte selbst Spaniens unbesiegbare Armada eins besiegt, wieso hatte er ihn nur so sehr unterschätzt?
Richtig. Weil er mal wieder blind vor Eifersucht auf seinen Bruder gewesen war und sich beweisen wollte.
„Nein, es ist noch nicht vorbei!“ Das letzte, das er tun würde, war sich zu ergeben. Immerhin hatte er immer noch Bruchstücke seines Stolzes und würde nicht wie immer wegrennen können, wenn er sich beweisen wollte – wobei er zur Sicherheit dennoch eine weiße Flagge dabei hatte, die ihm sein kleiner Bruder kurz vor dem Kampf heulend geschenkt hatte.
„Stures Pack. Ich hätte dich einfach auf Busbys Stuhl setzen sollen, dann hätte ich meine Zeit nicht mit dir verschwendet und hätte mich wichtigerem zuwenden können“, entgegnete der Magier die Augen verdrehend und machte noch einen gefährlichen Schritt auf den Kleineren zu. Theoretisch könnte er es sofort mit einem Hieb seiner Waffe beenden, das war Romano durch und durch bewusst. Wieso tat er es dann nicht, sondern ließ ihn weiterhin wie ein verdammter Sadist zittern?
„Was denn bitte?“, erwiderte der Süditaliener forsch wie immer, „Deinen ekelhaften Tee auf deiner Schlechtwetterinsel schlürfen, während du dich selbst bemitleidest, weil dein Essen so widerlich ist, dass man keinen Bissen davon essen kann?“
Augenblicklich verfinsterte sich die Miene seines Gegenübers erheblich und ehe er sich versah, spürte Romano bereits keinen festen Boden mehr unter seinen Füßen, da England ihn locker mit einer Hand am Kragen gepackt und hochgezogen hatte.
„Du bist ein Giftzwerg, Italien Romano. Du hättest lieber bei deiner alten Strategie bleiben und weg laufen sollen. Das ist nichts für Schwächlinge wie dich, du kannst den schrecklichen Anblick nicht verkraften und weißt nicht wie kostbar das Leben all dieser Verstorbenen war. Es handelt sich hier nicht um Zinnsoldaten, sondern um richtige Menschen. Vielleicht sollte ich es dir einfach machen und dein eigenes Leben beenden, damit dich keine Albträume plagen, da du das Geschehene nicht verarbeiten kannst“ Die Worte des Briten hallten immer und immer wieder in seinem Kopf wieder, bis er überhaupt richtig verarbeiten konnte was er gerade versuchte ihm zu erklären.
Er war schwach und ein Feigling, der für solche Schlachten nicht gemacht war, so wie er es schon immer gewusst hatte. Ein wertloser Giftzwerg, der im Grunde noch ein kleiner Junge war und sich am besten wieder in die beschützenden Arme Spaniens werfen sollte.
Sollte dieser verdammte Streit wegen seiner Sturheit tatsächlich das Letzte sein, das sein Geliebter von ihm in Erinnerung behalten würde? Wieso hatte er ihn nur wieder angeschrien und sämtliche Beleidigungen an den Kopf geworfen? Zwar war beiden bewusst, dass Romano diese noch nie ernst gemeint hatte, aber dennoch sollten seine letzten Worte, die Antonio galten nicht „Ich hasse dich, verdammter Bastard. Hör auf dich in mein Leben einzumischen, es ist dir doch eh egal“ sein.
Es sollte auf keinen Fall auf diese Weise enden… Gefallen aufgrund seiner eigenen Sturheit und seines eigenen Jähzorns.
„Hat die Spanien damals nicht beigebracht, dass man nicht so einfach mit dem Leben spielen sollte? Zumindest mit fremden? Dein eigenes hast du ja durch deine Wegrennerei immer ganz gut beschützt, haha“, riss ihn die feste Stimme wieder aus seinen Gedanken, „Es wäre tatsächlich besser gewesen, wenn ich dich zu mir genommen hätte. Oder wenn zumindest Österreich dich behalten hätte, er hätte dir sicher besseres beigebracht als der Tomatenfresser“
England gab einen überraschten Laut von sich, als Romano plötzlich seine Hand, mit der er ihn festhielt, packte und so fest zudrückte, dass er bereits schmerzte.
„Von mir aus…Bring meine Männer um, nimm mir meinen Stolz, der aufgrund dessen, dass ich im Schatten meines Bruders stehe, eh schon im Arsch ist und töte mich hier mit Leichtigkeit, aber lass Tonio aus dem Spiel“, fauchte der Braunhaarige und brachte seine ganze Kraft zusammen, um mit dieser dem Größeren einen festen Tritt zu verpassen, sodass dieser ihn los ließ.
„Stronzo!“, fügte er noch in seiner Muttersprache hinzu, „Das wirst du noch bereuen“
Er war schon immer eine sehr leicht reizbare Person gewesen und wenn es um seinen Spanier ging, sowieso. Denn dieser war wohl das Wichtigste in seinem Leben, auch wenn er dies erst jetzt, so kurz vor dem Ende, realisiert hatte.
Er würde nun nicht aufgeben, sondern kämpfen, um zu Antonio zurückkehren zu können und sich ausnahmsweise Mal zu entschuldigen, was nicht häufig vorkam. Normalerweise war es Spanien, der im Nachhinein alle Schuld auf sich nahm, um den Streit zu beenden, obwohl er in beinahe allen Fällen nicht wirklich daran Schuld war, sondern viel eher die Personifikation Süditaliens.
Den Briten schien diese plötzliche Veränderung zwar zu überraschen, aber dennoch sah er darin keinen Grund zur Sorge. Immerhin verringerte dies in seinen Augen seine Chance auf den Sieg kein bisschen. Er hatte sowieso schon so gut wie gewonnen, da von Süditaliens Armee beinahe niemand mehr übrig war – vorausgesetzt der Soldat war nicht im Vorhinein schon geflohen – während seine Männer noch tapfer kämpften.
„Du willst also nicht einsehen, dass das hier schon vorbei ist? Nun gut, versuch es doch einfach“, gab er nur abschätzig von sich, während er auf seinen Gegner hinuntersah, welcher sich daraufhin auch schon in Bewegung setzte und versuchte an seine Waffe zu kommen, die er vorher vor Schreck fallen gelassen hatte. Dies wusste Arthur jedoch zu verhindern, indem er schneller war als der Italiener und sie ihm beinahe schon vor der Nase weg schnappte, bevor er sich kurz drehte und ihm mit dem Bein in die Rippen stieß, sodass Romano sofort nach Luft schnappte und sich die schmerzende Seite hielt.
„Und unerfahren bist du auch. Wie peinlich. Dass du dich nicht für deine eigene Dummheit schämst. Du hast keine Chance gegen mich. Gib auf und es wird auch nicht allzu schmerzhaft werden“
Wobei sich England mittlerweile nicht mehr allzu sicher war, ob er ihm nun tatsächlich das Leben nehmen sollte. Immerhin würde dies sicherlich der Auslöser eines viel größeren Krieges bedeuten und er hatte ehrlicherweise keine Lust sich erneut mit Spanien anzulegen, der sich höchstwahrscheinlich wieder Unterstützung von dem Albino und dem Froschschenkelfresser holen würde. Für Preußen und vor allem für Frankreich hatte er erst recht keinen Nerv. Wenn er ganz viel Pech hatte, würde Romanos Nordhälfte dann womöglich auch noch Deutschlands Ohren voll heulen, der sich dann gemeinsam mit Japan gegen ihn stellen würde.
Nein, darauf konnte er verzichten.
Zudem würde er sicherlich für große Empörung unter den anderen Ländern sorgen, wenn er dies nun tatsächlich durchziehen würde, also beschloss er den Jüngeren nur so sehr zu verletzen, dass er die nächsten Wochen das Bett hüten musste. Er hatte für einen Tag mehr als genug Verluste eingesteckt und würde dies sicherlich nicht verarbeiten können, was mehr als Strafe genug war. Es würde eindeutig dafür sorgen, dass er sich so schnell mit niemanden mehr anlegen würde.
Englands Schwert sauste auf Süditalien nieder, erwischte ihn jedoch beabsichtigt nur in der Seite, was den Jüngeren schmerzerfüllt aufschrien ließ. Ein weiterer Tritt traf seinen Magen, bevor er zur Seite geschubst wurde und gegen eine Mauer krachte, an welcher er zunächst reglos hängen blieb.
Der erste Gedanke, der Lovino daraufhin durch den Kopf schoss war die weiße Flagge. Das Verlangen diese zu zücken wurde nur noch größer, als Englands Faust in seinem Gesicht landete und daraufhin etwas Warmes von seiner Nase aus hinuntertropfte.
„Idiotische Makaroni-Brüder. Ihr seid beide schwach. Nur ist Norditalien schlau genug sich mit niemanden anzulegen und bei eurer alten Strategie zu bleiben“
Romano realisierte die Worte seines Gegners nicht mehr richtig, weil er zu sehr darauf konzentriert war bei Bewusstsein zu bleiben, als seine Sicht vor ihm verschwamm und e bemerkte wie seine Gliedmaßen schwerer und schwerer wurden, bis er das Gefühl bekam er könne sie gar nicht mehr bewegen. Seine schwer wie Blei werdenden Augenlider fielen beinahe schon nach unten, als eine ihm sehr bekannte Person in sein noch vorhandenes Sichtfeld trat und sich schützend mit einer Axt vor ihm aufbaute.
„Arthur, das reicht!“, drang eine vertraute Stimme an sein Ohr, von welcher er bereits gedacht hatte er würde sie niemals mehr hören, „Lass ihn gefälligst in Ruhe. Du hast ihm genug wehgetan“
Er vernahm noch das Geräusch von aufeinandertreffendem Metall, ehe schließlich alles um ihn herum schwarz wurde.

What you don’t understand
Ist hat I’d catch a grenade for ya
Throw my head on a blade for ya
I’d jump in front of a train for ya
You know I’d do anything for ya
I would go through all this pain
Take a bullet straight through my brain
Yes, I would die for you, baby
But you won't do the same


Ein brennender Schmerz durchzuckte Romanos Körper, als er langsam wieder aus seiner erzwungenen Traumwelt gerissen wurde. Er würde am liebsten seine Augen öffnen, aber diese fühlten sich nach wie vor viel zu schwer an, weshalb er nach einer Weile aufgab. Er hatte schon damit gerechnet, dass der Brite ihn noch aufstechen würde oder ihn gefangen nahm, aber scheinbar war dem nicht so. Immerhin würde er ansonsten sicherlich nicht so weich liegen. Aber…wo könnte er sonst sein? Vielleicht hatte England ihm auch tatsächlich den Gnadenstoß gegeben und so fühlte sich der Tod an. Falls dies der Fall war, dann hoffte er, dass Arthur dafür selbst in der Hölle schmoren würde, wenn Spanien ihn erst einmal in die Finger bekam.
Als er langsam, aber sicher wieder die Kontrolle über seinen eigenen Körper bekam, beschloss er nochmal zu versuchen seine Augen zu öffnen, was ihm dieses Mal zu seinem Glück funktionierte. Etwas verunsichert blinzelte er einige Male, ehe er sich im Raum umsah. Dieses Zimmer kannte er viel zu gut. Es war das Gemach, das ihm gehört hatte, als er noch unter Spaniens Herrschaft gestanden war. Zu seinem Erstaunen stellte er fest, dass sein ehemaliger Boss an diesem nichts verändert hatte.
Klar, er kam des Öfteren zu Besuch, um Antonio zu sehen, aber er hatte dann einfach bei seinem Freund im Zimmer geschlafen und sein eigenes schon total vergessen. Eigentlich hatte er gedacht, dass es mittlerweile zu einer Abstellkammer oder einem Gästezimmer umfunktioniert worden war. Aber scheinbar hatte Spanien hier drinnen nichts angerührt – außer um es vielleicht ab und zu zu säubern.
Vorsichtig wollte er sich aufsetzen, aber sein schmerzender Rücken hinderte ihn daran, weshalb er sich zurück in die Kissen fallen ließ. Was für ein beschissener Tag. Nicht nur, dass die schrecklichen Bilder der Verstorbenen ihn bereits im Traum verfolgt hatten und ihn nun nicht mehr los lassen würden, sondern er hatte sich auch noch vor beinahe der ganzen Welt bis auf die Knochen blamiert.
Es stand für ihn außer Frage wer ihn aus dem Schlamassel überhaupt wieder heraus gezogen hatte. Er bekam die endgültige Bestätigung dafür, als er einen braunen Haarschopf im Türrahmen erblickte, bevor sein Blick auf einen smaragdgrünen traf.
Gott, wie sehr er Antonios Augenfarbe liebte. Auch, wenn er es ihm nie persönlich sagen würde und es auch vor keinem anderen zugeben.
„Lovi~“ Auf Spaniens schmalen Lippen erschien ein breites Lächeln, als er bemerkte, dass die Personifikation Süditaliens mittlerweile wach war und stellte das Tablett, das er mitgenommen hatte auf den Nachttisch, ehe er sich auf die Bettkante setzte und überfürsorglich eine Hand auf seine Stirn legte.
„Du sollst mich doch nicht so nennen, Bastard“, murrte der Jüngere, bevor er leicht zur Seite sah. Die Sache mit dem Streit verfolgte ihn nach wie vor, wenn er ehrlich war. Immerhin hatte er seine eigenen Bedürfnisse und seine eigene Sturheit über Spanien gestellt, was er nun bereute.
Er bemerkte erst jetzt was Spanien überhaupt alles für ihn tat. Immerhin hatte er sich sogar in einen Krieg eingemischt, nur um ihn raus zu holen. Und das, obwohl Romano ihn zuvor angeschrien und nieder gemacht hatte.
Er hatte nie verstanden, dass Antonio immer dafür gesorgt hatte, dass er nur das Beste bekam und ihn immer beschützt hatte, egal was geschehen war.
„Aber es klingt doch so niedlich ~ Und es passt zu dir“, flötete der Größere, ehe er ihm wieder ein Lächeln schenkte und behutsam durch seine Haare strich, „Fieber hast du keines mehr, das ist schon mal gut… Und ich habe dir etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen mitgebracht“
Natürlich hatte er das. Er sorgte sich immer für den Jüngeren und kümmerte sich um alles.
Normalerweise hätte Romano ihn für diese Bemerkung schon wieder angeschnauzt, aber untypischerweise war er gerade nicht in Stimmung dafür. Stattdessen richtete er sich unter Schmerzen auf und schlang zu Spaniens Überraschung seine Arme um ihn, bevor er sich wieder nach hinten fallen ließ.
„A-Ay, Roma!“, gab der Braunhaarige verwirrt von sich, legte aber danach seine Arme um ihn und beschloss nicht weiter nachzufragen, da er ansonsten seine Meinung wieder ändern könnte. Er kannte Süditalien immerhin viel zu gut und wusste wie schnell er keine Lust mehr auf Gefühlsduseleien hatte, weshalb er jede Sekunde ausnutzen musste.
Romano währenddessen drückte ihn einfach nur fester an sich und ignorierte den Schmerz, den Antonio verursachte, da er auf seinen Wunden lag. Er hasste es dies eingestehen zu müssen, aber der Tomatenbastard war auch seine Schwachstelle, was er zuvor beim Kampf gegen Arthur realisieren musste. Wieso wäre er sonst vorher so ausgerastet?
Und ohne Spanien wäre nun sonst etwas mit ihm passiert. Konnte er denn wirklich gar nichts richtig machen? Nicht einmal überleben? War er tatsächlich so nutzlos?
„Lovi?“, fragte der Ältere nach einer Weile behutsam nach, da Romanos Schweigen ihn verunsicherte. Immerhin kannte er Süditalien so gar nicht. Vorsichtig setzte er sich etwas auf, damit er nicht mehr auf seinen Wunden lag und sodass er ihn ansehen konnte.
„H-hey… Nicht weinen, si?“, begann er, als er sah wie feucht die Augen des Kleineren geworden waren und strich ihm sofort beruhigend über die Wange, „Ich bin doch da, alles gut“ Er hatte es schon immer gehasst, wenn der Braunhaarige als Kind geweint hatte und er nicht gewusst hatte was los war.
„Ich weine nicht, Idiota. Nur Mädchen und Schwächlinge heulen“, kam eine üblich patzige Antwort, weshalb Antonio kurz seine Augen verdrehte.
„Ich mag’s nicht, wenn du mich anlügst“, mahnte er ihn und richtete sich mit diesen Worten komplett auf, sodass er nun auf ihn hinunter sah, „Sag mir die Wahrheit. Hast du starke Schmerzen? Sind vielleicht die Nähte gerissen?“
Sofort schnellten Spaniens Hände hervor und wollten bereits Romanos Hemd hochziehen, damit er sich die Wunden ansehen konnte, aber der Kleinere stoppte ihn, indem er ihn festhielt.
„Es ist nichts dergleichen“, murrte er, „Es ist nur…dass es mir Leid tut, weil… “ Die letzten Worte hatte er nur vor sich hingebrummt, damit man ihn nicht anständig verstehen konnte. Er hasste es seine Gefühle laut auszusprechen, was Spanien ganz genau wusste.
„Ach Lovi, du musst dich doch nicht vor mir schämen. Wir sind nun schon lange genug zusammen. Du kannst mir doch alles sagen! Und diese Entschuldigung habe ich gehört!“ Mit einem triumphierenden Grinsen sah Antonio zu ihm, bevor er sich einfach zu ihm runter beugte. „Also…was wolltest du sagen? Wieso entschuldigst du dich?“ Provokant legte er eine Hand auf Romanos Wange, da er ganz genau wusste, dass der Jüngere dadurch nur wieder in Verlegenheit geriet.
„N-nichts…Bastard! Du…“ Ach verdammt, er war nicht gut in so etwas, viel lieber ließ er Taten für sich sprechen. Demnach packte er Spanien am Kragen, um ihn endgültig zu sich hinunter zu ziehen und die letzten Zentimeter zwischen ihnen zu überwinden, damit er ihre Lippen vereinen konnte. „Danke für alles“, sprach er leise aus und bevor Antonio etwas erwidern konnte, küsste er ihn wieder.
Spanien störte dies nicht im Geringsten. Es kam selten vor, dass Lovino die Initiative ergriff und insgeheim freute es ihn nicht immer den ersten Schritt machen zu müssen. Dies zeigte ihm, dass auch Romano eine tiefe Zuneigung für ihn verspürte.
„Du musst mir für nichts danken. Ich mache doch alles für dich“, erwiderte er grinsend, nachdem sie den Kuss gelöst hatten, „Immerhin bist du mir unendlich wichtig, Roma~“
Überglücklich erscheinend drückte er ihm einen weiteren Kuss auf die Stirn.
„Also würdest du mich nicht als zweitrangig einstufen?“, drang Romanos leise Stimme an sein Ohr, woraufhin der Größere sofort empört zu ihm sah.
„Natürlich nicht! Vergleichst du dich schon wieder mit deinem Bruder?“, fragte er seufzend nach, „Ich habe dir doch schon tausend mal gesagt, dass du nicht nutzlos bist und dass du immer das Beste für dein Land tust. Du musst dich nicht immer selbst nieder machen und das weißt du. Aber du hörst mir ja nie zu, wenn ich dir das sage“
Das stimmte. Es war schon wieder so egoistisch von Romano zu denken, dass niemand ihn brauchte und er alleine war, denn das entsprach nicht der Wahrheit.
Denn er hatte Antonio.
„Dafür habe ich mich doch entschuldigt, Bastard“, murrte er und setzte sich ebenfalls auf, „Zwing mich nicht es nochmal zu tun!“
Alles, was er dafür bekam war ein Lachen von Spanien, das mit einem weiteren Lächeln abgerundet wurde.
Wie es dieses verdammte Lächeln schon damals immer geschafft hatte ihn aufzuheitern… Romano würde alles tun, damit es niemals verschwinden würde und damit er es jeden Tag aufs Neue sehen konnte. Durch seine Eifersucht und Sturheit hatte er ganz übersehen was Antonio immer für ihn getan hatte und wie schön es eigentlich war ihn glücklich zu sehen. Er würde versuchen ihn nie wieder traurig ertragen zu müssen, denn er war die Stütze, die Romano so sehr brauchte.
Nächstes Mal würde er auf seinen Idioten hören, denn es gab keinen Grund sich beweisen zu müssen.
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