lieblich aufgeblüht

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
31.03.2018
15.08.2018
7
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Abschnitt 1

Cedric ging zum Bücherregal und stellte das Glas mit den eingelegten Schuppen von der goldenen Singschlange auf das oberste Brett. Er konnte nicht anders als dabei zu lächeln. Auch wenn er viel helfen musste und es so lange gedauert hatte diesen Trank fertigzustellen, weil er ihr jeden einzelnen Schritt erklären musste, hatte es Spaß gemacht. Seine kleine Assistentin steckte voller Enthusiasmus und sie gab ihm das Gefühl das seine Arbeit das interessanteste auf der ganzen weiten Welt wäre. Auch wenn die heutige Arbeit ein Trank war… oder besser gesagt ein Hustensaft für einen der königlichen Opernsänger. Eine der langweiligsten Aufgaben die er als königlicher Hofzauberer tun musste. Schade das sein Talent auf diese Weise vergeudet wurde. Oder so dachte er üblicherweise. Aber heute nicht.

Das kleine Mädchen hatte gesagt das diese besondere Sängerin jedes mal wenn sie eine hohe Note singt etwas witziges mit seinen Augenbrauen macht. Sie beide mussten darüber lachen. Er hoffte das er ruhig bleiben würde wenn er das nächste mal in der Oper ist und ihn singen hört. Sie sagte dies nicht um sich über ihn lustig zu machen oder so, aber so war sie nun einmal.

Er drehte sich um und starrte auf die Sanduhr die auf dem Schränkchen stand. Er war schon bald Zeit um runter in die Küche zu gehen um eines von den Schinkensandwisches zu nehmen die Mrs. Dorothea jeden Donnerstag machte. Sie legte immer eins für ihn an die Seite seitdem er ihr einmal mit dem Rattenproblem in der Speisekammer geholfen hatte.

Er zog sich gerade seine Schuhe aus und wollte in seine Stiefel hineinschlüpfen als er ein klopfen an der Tür hörte.

„Ja?! Wer stört zu so einer Tageszeit? Weiß denn niemand das ich normalerweise schon längst Feierabend habe?!“ schrie er und hoffte das die Person vor seiner Tür den Anstand hatte zu verschwinden.

Die Tür wurde geöffnet und Helferich trat ein. Na Großartig! Was will der König jetzt schon wieder? Cedric seufzte und knurrte innerlich, sah jedoch äußerlich ruhig aus.

„Cedric. Oh wie ich sehe bist du hier fertig und wolltest dich gerade auf den Weg nach unten machen. Wunderbar. Der König würde dich gerne zum gemeinsamen Abendessen mit der königlichen Familie einladen. Er möchte einige Dinge mit dir über das Unterhaltungsprogramm des Erntedankfestes besprechen.“

Cedric seufzte. Selbst die Abendessen waren nicht mehr so übel wie sonst, seitdem Sofia zur Familie gehörte. Sie sagten ihm trotzdem noch immer nicht recht zu. Auf jeden Fall war das Essen das beste daran, darüber konnte er sich nicht beklagen, jedoch fühlte er sich dort immer so klein und fehl am Platz vor.

„Ich komme schon.“ sagte er und folge dem Kammerdiener die Wendeltreppe hinunter.

Er seufzte noch einmal. Er hätte sich höchstwahrscheinlich mehr über die Schinkensandwisches gefreut…

Abschnitt 2

„Und du hättest das Gesicht von Mrs. Flora-Bella sehen sollen, Papa. Sie hat mich angelächelt und konnte sofort wieder singen nachdem sie einen Schluck von dem Trank genommen hatte den Mister Ceeedric und ich für sie hergestellt haben. Seine Zaubertränke sind fantastisch!“ sagte Sofia und strahlte ihn dabei an.

Cedric konnte sich nicht helfen. Er liebte es, wie sie ihn bewunderte und ihm somit das Gefühl gab der beste Zauberer des Königreichs zu sein. Auch wenn er nicht mehr ganz so viele Fehler machte, so machte er doch noch eine ganze Menge Fehler. Meistens dann wenn Sofia nicht bei ihm war. Er blickte auf seinen Teller hinab. Der 2. Gang. Es sah genauso gut aus wie der vorherige, jedoch hatte er wie immer Probleme mit dem Geschmack der Nervosität.

Sie diskutierten nun die Pläne für die Zaubertricks und die Dekoration die er für das Fest machen sollte. Warum nur musste er ein ganzes Abendessen mit ihnen ertragen auch wenn sie jetzt schon alles mit ihm besprochen hatten. Er fühlte sich Miserabel.

König Roland der 2. lachte und ließ seinen Blick über den Tisch zu den anderen schweifen. Bei seiner ältesten Tochter machte er Halt.

„Amber, hör auf in deinem Essen herumzustochern. Eine Prinzessin sollte nie wählerisch mit den Dingen umgehen die ihre Untertanen für sie anbauen.“

„Aber Papa! Ich mag keine grünen Erbsen. Ich verstehe überhaupt nicht wieso wir hier im Zauberreich so viele Felder davon anpflanzen...“

„Weil sie sehr nahrhaft sind und sie in unserem Land sehr gut gedeihen. Jetzt sei eine gute Prinzessin und iss deine Erbsen, oder du wirst nicht zu einer großen Königin heranwachsen die einen König heiratet.“

„Papa!“ schrie sie gedemütigt. Aber sie tat was ihr gesagt wurde, damit sie ihre Chancen nicht gefährdete.

James lachte und neckte sie ein wenig.

„Ha ha! Wer will schon meine Schwester zur Königin haben? Sie weiß doch nur wie sie ihre Diademe zählt und wie man neue Kleider kauft. Ich denke das es zu früh für sie ist um überhaupt darüber nachzudenken wen sie einmal heiraten wird...“

„James! Hör auf mich zu ärgern! Schau! Cedric isst seine Erbsen doch auch nicht! Warum sollte ICH es dann tun?!“ weinte Amber und schmollte.

Cedric wurde rot. Großartig. Jetzt musste er diese entsetzlichen Erbsen essen! Genauso wie die verwöhnte Prinzessin, welche Erbsen ebenfalls hasste. Aber um nicht wählerisch auszusehen steckte sich ein paar davon in den Mund und kaute. Ekelhaft!

„Aber schau ihn dir doch an. Er ist auch noch nicht verheiratet und es sieht auch nicht so aus als ob das so bald passieren könnte...“ sagte James und lachte über seine eigene Raffinesse. Es machte ihm Spaß über seine Schwester zu lachen! Cedric fühlte einen Stich. Entschuldigung dafür das ich nicht verheiratet bin! Dachte er. Aber er war immer noch jung und er hatte bis jetzt noch kein Interesse daran sich durch eine Heirat von jemandem an die Kette nehmen zu lassen. Dennoch tat es weh diese Tatsache von anderen zu hören.

„Ich würde.“ sagte Sofia mit einer leisen, aber bestimmten Stimme.

Alle Augen richteten sich auf Sofia.

„Was hast du gesagt liebes?“ fragte Königin Miranda mit einem Lächeln. Jeder wartete auf ihre Antwort.
„Ich sagte ich würde. Ich denke das Mr. Ceeedric ein wunderbarer Zauberer ist und du sagst doch immer das dein Partner stets dein bester Freund sein sollte. Und er ist mein bester Freund. Sagte sie mit Zuversicht.

Cedric hörte vor Schreck auf zu atmen und versuchte das was er im Mund hatte runterzuschlucken. Scheiterte dabei jedoch kläglich. Er merkte das es ihm im Halse stecken blieb, sodas er nicht mehr atmen konnte. Er versuchte es loszuwerden indem er sich selbst auf die Brust schlug, aber nichts passierte. Er wurde panisch, schlug um sich und rutschte schließlich von seinem Stuhl auf dem er saß.

Plötzlich merkte er wie sich starke Arme von hinten um ihn legten und sich einige male in seine Magengrube schoben bevor das Stück Fleisch, welches hängen blieb aus seinem Mund heraus flog und er schließlich nach Luft schnappte.

Er beugte sich nach vorne und hustete einige male ehe er wieder normal atmen konnte. Eine feste Hand klopfte ihm einige male auf den Rücken.

„Bist du in Ordnung Cedric?“ Es war König Roland der als erstes handelte als er das würgen von ihm vermerkte. Als er sah das es Cedric gut ging und er wieder normal atmen konnte ging er zum Tisch und holte ein Glas Wasser. Er reichte es dem Zauberer der es schnell austrank.

„Hier mein Junge! Mann! Wenn ich es nicht besser wüsste hätte ich gedacht das du panisch davon rennen würdest weil du gehört hast das meine Sofia dich heiraten will. Wenn du etwas jünger wärst mein Junge hätte ich gesagt: Willkommen in der Familie! Einen Zauberer in der Familie zu haben wäre schließlich gar nicht so dumm oder?!“sagte er, gab Cedric erneut einen Klaps auf den Rücken und lachte.

Glücklicherweise brachte ihn dieser Kaps nicht dazu das Wasser wieder hochzuwürgen. Es hätte keinen guten Eindruck gemacht schon wieder wie verrückt zu husten. Seine Kehle tat ihm höllisch weh aber es gelang ihm dies zu verbergen.

Er sah das alle, außer Sofia über den Witz des Königs lachten. Sie sah etwas nach unten wegen dem was gesagt wurde.

Der Rest des Abendessens verlief ohne weitere Zwischenfälle. Jedoch wechselten die junge Prinzessin und der Zauberer nach diesem Vorfall nicht mehr so viele Worte miteinander.

Abschnitt 3

Cedric seufzte zum hundertsten mal diesen Abend und hing seinen Mantel nach diesem anstrengenden Abendessen an dem Haken in seinem Turm auf.

Seine Kehle brannte und er verfluchte sein Unglück. Es wäre so viel besser gewesen diese Sandwisches in der Küche zu essen!

Er schob das Buch das er heute benutzt hatte zurück ins Regal als er ein sanftes Klopfen an der Tür hörte.

Bevor er irgendetwas sagen konnte öffnete sie sich und er sah Sofia zu ihn hereinkommen. Sie trug ein Tablett und lächelte ihn bedauernd an.

„Es tut mir Leid das ich Sie noch so spät störe Mr. Ceeedric.“ sagte sie und ging mit dem Tablett in die Mitte des Raumes.

„Es heißt Cedric.“ krächzte er mit seiner heiseren Kehle.

„Ach du Ärmster. Mama hatte mit ihrer Vermutung Recht. Sie sagte das du wahrscheinlich heiser geworden bist. Deshalb bin ich hergekommen um dir eine Tasse Kamillentee zu bringen.“ Sagte sie und zeigte auf die Tasse.

Cedric nickte dankbar um seinen Hals zu schonen.

Sofia ging drei Schritte auf ihn zu und sah ihn an. Sie sah besorgt aus, lächelte aber trotzdem.

„Es tut mir Leid das ich Sie beim Abendessen in Verlegenheit gebracht habe Mr. Ceeedric, aber es ist wahr. Ich mag Sie und Sie sind einer meiner besten Freunde.“

Cedric fühlte sich flaumig und warm als sie das sagte, aber er wusste das es dumm war. Das war das erste mal das ihm jemand mochte und ihm dies mitteilte.

„Und außerdem“ fuhr sie fort. „Steht mein anderer bester Freund gar nicht zur Debatte. Ich kann ja schlecht ein Kaninchen heiraten oder? Es wäre etwas zu merkwürdig Kalle als meinen Liebhaber zu bezeichnen.“ Sie begann zu kichern.

Cedric fühlte einen Stich in seinem Brustbereich und hasste sich selbst dafür. Das war einfach albern!

Er sah wie Sofia zurück zum Tablett ging und es unter ihren Arm klemmte. Sie winkte ihm und wünschte ihm eine gute Nacht. Danach eilte sie schnell aus seinem Turmzimmer.

Er ging zu seinem schweren Arbeitsstuhl und lies sich auf ihn fallen.

Er hatte gemischte Gefühle. Er fühlte sich glücklich weil sie ihn ihren „besten Freund“ genannt hatte. Er hatte noch nie beste Freunde gehabt. Aber zur gleichen Zeit fühlte er sich Miserabel. Ein erwachsener Mann sollte nicht traurig darüber sein das ein neunjähriges Mädchen ihre Liebe zu ihm, mit der Liebe zu ihrem Haustier verglichen hatte.

Er ging ins Bett und bemitleidete sich selbst. Er fühlte sich so hungrig nach Liebe das er tatsächlich dachte das es gar nicht so übel wäre sie zu heiraten… wenn sie ein paar Jahre älter wäre.
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