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Wie es begann

von Isaria
OneshotDrama / P16 / Gen
Nasir
30.03.2018
30.03.2018
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Die Hitze der Nacht lag wie Blei über den Dächern der Villa. Die wenigen Wolken verhüllten kaum den Himmel und der Mond schien klar und in seiner ganzen Schönheit über allem.

Nur wenige Talglichter erhellten den Raum in dem Tiberius gemeinsam mit zwei anderen seiner Schicksalsgefährten nächtigte. Erst vor wenigen Stunden hatte sich ihr ganzes Leben schlagartig verändert. Tiberius fasste sich an den Hals an dem noch bis vor wenigen Stunden sein Halsband gewesen war.

Jetzt lag es in einem der Kochfeuer, genauso wie all´ die anderen und verbrannte zu Asche. Spartacus war mit seinen Leuten über ihre Villa, über ihr Dasein hereingebrochen wie eine Herde wild gewordener Pferde und hatte alles in ihren Grundfesten erschüttert.

Alle Soldaten und obendrein ihr Dominus lagen niedergemetzelt im Hof, achtlos übereinander geschichtet wie einfaches Brennholz. Es roch nach verbranntem Fleisch und nach Blut. Er besah sich seine Hände und streckte sie angewidert von sich.

An den Handgelenken hatten sich dunkle Flecken gebildet, das Zeichen von groben zupackenden Händen als sie ihn vor Spartacus zerrten, wie vor ein Tribunal um dort über ihn zu richten. Sie hatten ihn nicht gerade zimperlich behandelt aber er spürte nur die Scham dessen versagt zu haben.

Wie hatte er nur denken können Spartacus mit einem einfachen Küchenmesser niederstrecken zu können? Es war die pure Verzweiflung gewesen die da sein Denken und seine Hand geführt hatten.

Er lehnte sich mit dem Kopf gegen die kühle Mauer und versuchte ruhig zu atmen und die Worte von Spartacus in seinem Umfang verstehen zu können. Ausgerechnet der Mann, dem er das Leben nehmen wollte, ausgerechnet jener hatte für ihn gesprochen entgegen den Worten seiner engsten Freunde.

Trainieren wollte er ihn, aus ihm einen Kämpfer, einen weiteren Rebell für seine Ziele machen. Und er, Tiberius, was wollte er eigentlich? War er überhaupt noch Tiberius oder war er längst wieder jener syrische Junge, den man vor unendlichen Zeiten mitsamt seinem älteren Bruder unter die Peitsche Roms gezwungen hatte.

Er vermochte sich kaum an sein früheres Leben zu erinnern außer an seinen wahren Namen. Aber der gehörte nur ihm und er würde ihn der ganzen Welt kundtun und vor allem Spartacus, wenn er es wert wäre seinen eigenen Namen wieder zu tragen. Mit den Fingerspitzen malte er ihn in den groben Sand zu seinen Füßen. Nasir.
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