ein zweites Kind für Lea und Jenne?

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P12
Dr. Lea Peters Jenne Derbeck OC (Own Character) Tim Peters
30.03.2018
18.09.2019
57
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Kapitel 56
~~~~ eine aufregende Nacht als vierfache Familie ~~~~



Wenige Minuten, die ihr und ihrem Lebensgefährten wie Sekunden vorgekommen waren, hatte Lea mit ihrer kleinen Lena Zeit verbringen dürfen, bevor der Kinderarzt die kleine Familie nun schon wieder auseinander reißen musste, um seiner kleinen Patientin die Ruhe zu bieten, die sie brauchte.

„Es ist wirklich besser so, wenn sie beide jetzt wieder gehen würden, Frau Kollegin. Sie brauchen nach der schweren Entbindung nun wieder Ruhe und ihre kleine Prinzessin braucht jetzt auch noch sehr viel Ruhe und Entspannung. Ich werde mich heute Nacht natürlich insbesondere um die süße Motte hier kümmern. Machen sie sich keine Sorgen; ich komme natürlich sofort zu ihnen, wenn sich etwas am Zustand ihrer kleinen Tochter hier ändern sollte. … Jetzt sollten sie wieder schlafen gehen. Morgen Früh ist auch wieder Zeit, die sie bei ihrer kleinen Tochter am Inkubator verbringen können.“, schickte der Kinderarzt die Kollegin wieder aus dem Zimmer und Jenne schüttelte verneinend den Kopf, als er sagte: „Ich will meine kleine Prinzessin jetzt aber nicht alleine lassen müssen. Kann… Kann ich denn nicht wenigstens noch ein bisschen hier am Bett von meiner süßen, kleinen Maus bleiben? Meine Lea… Ich bringe meine Lea jetzt auch wieder in ihr Zimmer und… Und dann… Dann komme ich wieder zu meiner kleinen… zu meiner süßen kleinen Tochter…“

„Und Tim?“, fragte Lea vorwurfsvoll. „Warst du, seit die kleine Maus auf der Welt ist, eigentlich schon einmal bei unserem kleinen… bei unserem kleinen Bärchen auf der Station?“ „Ich war bisher… Ich war bisher meistens bei unserer kleinen Prinzessin… Unser Tim kommt doch im Moment auch ganz gut ohne mich zurecht, denke ich. Er ist doch von den Krankenschwestern hier in der Klinik sehr gut betreut…“, meinte Jenne und Lea sah ihren Lebensgefährten geschockt an, als der Tischler die Aussage getroffen hatte, der erst zweijährige, kleine Tim bräuchte doch im Moment gar keinen an seiner Seite, wenn er doch sowieso noch von den Pflegern und den Krankenschwestern in der Klinik betreut wurde.

„Das hast du jetzt nicht gesagt, Jenne, oder? Das hast du nicht gesagt? … Sag mir, dass du das jetzt nicht ernst gemeint hast… Dass du das jetzt nicht… Du hast mir jetzt nicht gesagt, dass… Dass du seit der Geburt von unserer kleinen Tochter noch nicht einmal bei unserem Sohn gewesen bist, oder?“, fragte Lea erschüttert und sie stieß die Hand ihres Lebensgefährten von sich, als Jenne ihr die Hand auf die Schulter legte.
„Lea, ich… Ich habe bisher… Ich habe doch bisher… noch nie mit Frühchen zu tun gehabt. Ich muss es doch selbst erst einmal verstehen und… Und vor allem verarbeiten, dass hier ein kleines… ein kleiner Teil von mir liegt… Dass dieses kleine Mädchen hier meine… meine kleine Tochter ist und… und um ihr Leben kämpfen muss, weil ich… Weil ich nicht anständig gefahren bin. Vielleicht hätte es niemals diesen Unfall gegeben, wenn ich nicht mit unserem kleinen Timmi schnell in der Klinik hätte sein wollen. Wenn ich aufgepasst hätte, ob ein Auto über diese Kreuzung kommt oder… oder ob vielleicht wirklich alles frei ist.“

„Aber du musst dich doch trotzdem um unseren kleinen Sohn kümmern; Tim braucht dich doch. Er ist unser gemeinsamer Sohn und ich habe… Ich hätte doch niemals in meinem Leben gedacht, dass du es einmal schaffen würdest, unseren Tim auch nur eine Minute alleine zu lassen. Was bist du denn für ein Vater?“, machte Lea ihrem Lebensgefährten die größten Vorwürfe und sie seufzte kurz, während Jenne seine Liebste ansah und ihr zu erklären versuchte, was ihn von einem Besuch bei ihrem gemeinsamen Sohn Tim abgehalten hatte.

„Ich habe einfach… ich hatte einfach Angst, mich von unserer kleinen Maus zu trennen, wenn… Wenn es ihr so schlecht geht. Es… Es hätte doch sein können, dass… Dass meine kleine Prinzessin… unsere kleine Prinzessin in der Sekunde, wenn sie sterben muss, völlig alleine ist. Und dann mache ich mir den Rest meines Lebens Vorwürfe, warum ich denn nicht bei unserer kleinen Prinzessin gewesen bin, als es ihr schlecht ging. Als sie ihren Vater und… und ihre Mutter so sehr gebraucht hätte. Ich will einfach dabei sein, wenn sich der Zustand von Lena verbessert… oder noch verschlechtert…“

„Und deswegen lässt du unseren kleinen Sohn völlig im Stich? Wenn Tim also nicht bei mir gewesen wäre und mich besucht hätte, dann… Dann wäre er jetzt seit… seit fast zwei Tagen alleine gewesen. … Unsere kleine Prinzessin Lena wurde vor knapp zwei Tagen auf die Welt geholt. Und ich… Und ich muss jetzt von dir hier erfahren, dass du unseren Sohn alleine gelassen hast. Nur wegen der Kleinen? … Wie soll denn das erst werden, wenn Lenas Zwillingsgeschwisterchen in ein paar Monaten auch auf die Welt gekommen ist? Soll dann Tim komplett alleine aufwachsen? Ich kann dich nicht verstehen. Du hast dich um alle beide Kinder zu gleichen Teilen zu kümmern. Nicht um eines der Kinder voll und ganz und um das zweite Kind gar nicht mehr.“, erklärte Lea ihrem Lebensgefährten und sie legte ihre Hand auf ihren Bauch. „Unter den Umständen… Unter diesen Umständen wünschte ich mir, ich könnte diese…Ich könnte diese Zwillingsschwangerschaft beenden und das zweite Baby einfach… sterben lassen.“
„Du kannst doch nicht… Lea, ich liebe alle beide Babys. Ich will auch für Tim da sein. Aber jetzt geht es Tim seit seiner Herzoperation wieder besser; der kleinen Lena geht es im Gegensatz zu ihrem großen Bruder von Minute zu Minute immer schlechter. … Ich kann doch nicht unser kleines Mädchen… Unser kleines Mädchen, wenn es ihr schlecht geht, wirklich alleine lassen. Lena braucht doch… Lena braucht doch ganz besonders jetzt in dieser Sekunde ihre Eltern.“

Lea sah noch einmal auf ihre kleine Tochter und erklärte: „Natürlich braucht auch unsere kleine süße Prinzessin Lena im Moment ihre Eltern sehr. Aber Tim hat eine gefährliche Operation hinter sich gebracht; er muss doch auch die Sicherheit haben, dass sich seine Eltern wirklich in jeder Minute um ihn kümmern, wenn er uns braucht. … Sollen wir wirklich dafür sorgen, dass sich unser Sohn von uns abwendet, weil wir nur noch Augen für seine kleine Schwester Lena haben? Soll Tim wirklich eines Tages lieber ins Kinderheim ziehen, als bei seinen Eltern zu bleiben? Ich will Tim nicht verlieren. Wenn du unseren Sohn wiederum verlieren willst, dann… Dann tut es mir leid. Aber dann GEH!“, schickte Lea ihren Lebensgefährten nach draußen und Jenne verließ das Zimmer der gemeinsamen Tochter Lena.



Die Nacht begann und mit ihr kamen nicht nur bei Lea die Sorgen um ihre kleine Tochter, sondern auch Jenne bekam bei sich zu Hause im Bett kein einziges Auge richtig zu, ohne an seine kleine Prinzessin Lena zu denken.

Als er um halb Vier in der Nacht noch immer wach lag und wirklich einfach keine Ruhe fand, setzte er sich an seinen Laptop, den er gemeinsam mit Lea nutzte, und erstellte schon einmal eine kleine Babybegrüßungskarte für seine Großeltern in Schwerin; sie wussten schließlich selbst noch nichts von dem Baby. Und auch von dem Unfall ihres Enkels oder der Operation des tapferen kleinen Tim wussten sie noch nichts.

>>Sie ist da – Lena Peters<<, hieß die Überschrift der Karte, welche Jenne innerhalb von ein paar Minuten geschrieben hatte. Und darunter folgte ein kurzer Text zur Geburt der kleinen Lena: ‚Am 13. September 2019 um 16:25 Uhr erblickte die kleine Lena Peters etwas zu früh das Licht der Welt. Ihre überglücklichen Eltern Dr. Lea Peters und Jenne Derbeck und der große Bruder der kleinen Prinzessin Tim Peters freuen sich über eure Glückwünsche zur Geburt.<<

Jenne überlegte noch einmal, doch an dem Text wollte er absolut nichts mehr ändern und so bestellte er über einen großen Fotodruckservice mehrere Exemplare dieser Babywillkommenskarte, auf der ein Foto seiner kleinen Prinzessin, das er bei seinem Besuch heute Morgen noch fotografiert hatte, abgebildet war. „So, jetzt wissen deine Ur-Oma und dein Ur-Opa auch schon Bescheid, dass… Dass du eine kleine Schwester bekommen hast. Eine süße kleine Schwester.“, meinte Jenne und betrachtete dabei ein Foto von dem heute bereits zweijährigen Tim.
Auf diesem Foto hatte der Tischler seinen neugeborenen Sohn gerade auf dem Arm, das Bild musste damals fotografiert wurden sein, als er das erste Mal mit seinem kleinen Prinzen alleine zu Hause gewesen war und sich um seinen Sohn gekümmert hatte, während Lea nach der Geburt des Jungen wieder voll in den Dienst eingestiegen war.

Ja, das war damals eine aufregende Zeit; die erste Zeit mit dem gemeinsamen Sohn Tim. Tagsüber war der heute Zweijährige sogar schon kurz nach seiner Geburt das liebste Kind, was die Welt je gesehen hatte. Jeder hatte Jenne für seinen kleinen Jungen beneidet und ihn gefragt, ob der Kleine denn überhaupt irgendwann mal schreien würde.
Oh ja, das hatte der kleine Tim getan. Vorzugsweise spät am Abend oder in der Nacht, wenn Lea von einem wirklich sehr anstrengenden Dienst nach Hause zurück gekehrt war und ihren kleinen Sohn das erste Mal wieder an ihre Brust angelegt hatte und ihn stillte. Dann hatte sich der kleine Tim wirklich sofort nach dem Stillen lautstark bei seiner Mutter beschwert; so ungefähr nach dem Motto: „Warum hast du mich nicht einfach mitgenommen, Mama? Ich will doch überall dabei sein, wo du auch bist.‘
Tim war in der Nacht bei Weitem kein einfaches Baby. Und als dann auch noch die ersten Zähne kamen, war es bei dem kleinen Jungen völlig aus gewesen.
Seinen Plüschaffen wollte er damals nicht mehr haben; seine Spieluhr hatte dem kleinen Jungen, wenn er wieder einmal vor Schmerzen geschrien hatte, keine Beruhigung gebracht und wenn dann auch noch Fieber dazu gekommen war, war es um den kleine Jungen geschehen.
Dann schrie Tim schon mal mehrere Stunden ohne Beruhigung durch. Es war also nie wirklich einfach gewesen mit diesem kleinen Schreihals. Aber Jenne liebte seinen Sohn.

Heute liebte er seinen Stammhalter sogar bei Weitem noch mehr, als damals. Jenne spielte häufig mit dem Kleinen draußen im Garten des Hauses, er tobte mit dem kleinen Jungen über die Wiese, spritzte im Sommer manchmal seine Lebensgefährtin mit dem Gartenschlauch ab. Und abends lagen beide Männer erschöpft im Gras und schauten in den Sternenhimmel.

Tim konnte man schon heute mit seinen zwei Jahren für den abendlichen Sternenhimmel begeistern; ob er wusste, dass seine Oma väterlicherseits schon da oben auf ihrem Stern über ihren Enkel wachte?

Jenne konnte sich selbst kaum noch an seine eigene Mutter erinnern; umso schlimmer war es für den Tischler, dass auch Tims Großmutter mütterlicherseits nicht oft bei Lea und ihm vorbei schaute und ihren kleinen Enkel besuchte. Das letzte Mal war Christiane zu Heilig Abend bei ihrer Tochter und deren Familie in Leipzig gewesen; man hatte mit Tim und der Adoptivtochter von Christiane, der inzwischen vierzehnjährigen Stephanie gemeinsam Weihnachten gefeiert. Gern dachte Jenne daran zurück.
Er dachte so gerne an das letzte Weihnachtsfest zurück; es war so gewesen, wie er es sich für die Kindheit seines Sohnes wünschte. Mit einem großen Tannenbaum in der Mitte des Wohnzimmers. Mit vielen Kerzen und einem riesen großen Berg an leckerem Essen, das Lea gekocht hatte.

Natürlich, eigentlich hätte Lea auf das letzte Weihnachten verzichten können. Eine ihrer Meinung nach vom Handel aufgezwungene Heiterkeit, gepaart mit einkaufswütigen Eltern, die den Sinn von Weihnachten schon längst vergessen hatten und selbst vor dem Osterfest schon keinen Halt mehr machten.
Ostern war dieses Jahr für Tim ein ganz besonderes Fest; er hatte zwei Kaninchen geschenkt bekommen, die nun in einem großen Gehege in seinem Kinderzimmer lebten. ‚Die Käfige sind doch viel zu klein‘, hatte Jenne gesagt und sich sofort daran gemacht, ein wahres Kaninchenparadies zu zaubern. Ein knapp fünf Quadratmeter großes Gehege stand nun im Zimmer von Tim und die beiden Kaninchen erfreuten sich bester Gesundheit.

„Fluschel“ und „Wuschel“ waren Tims Ein und Alles und nach dem Unfall der kleinen Familie galt die erste Sorge von Lea und Jenne den beiden Kaninchen, die während des Krankenhausaufenthaltes der Eltern und des zweijährigen Jungen bei Arzu und Philipp untergekommen waren. Dort hatten sie es auch gut; Oskar und Max kümmerten sich die ganze Zeit über sehr gut um die beiden Kaninchen und wollten zum Schluss die beiden gar nicht mehr hergeben.

‚Wir müssen den beiden Jungs jetzt auch zwei Kaninchen kaufen‘, hatte Philipp dem Freund erzählt, als Jenne die beiden Kaninchen vor ein paar Stunden wieder nach Hause geholt hatte. Nun saßen „Fluschel“ und „Wuschel“ wieder in ihrem Gehege in Tims Zimmer und knabberten an Möhren und an Äpfeln, die ihnen Jenne gegeben hatte.

„Sie nicht schlafen?“, fragte Frau Agheba, die ganz plötzlich zu Jenne ins Wohnzimmer gekommen war, um sich eine Tasse Tee zu holen. „Frau Doktor immer noch in Krankenhaus?“
„Ja, Lea ist immer noch im Krankenhaus. Unser kleines Prinzesschen ist ja auch noch dort. … Aber ich gehe davon aus, dass Lea auch schon bald wieder mit unserem Tim nach Hause kommen kann. Dann muss nur noch Lena wieder auf den Beinen sein.“

„Baby auch gesund? Baby kommen nach Hause…“, fragte die junge Frau und setzte sich mit ihrer Tasse Tee an den Tisch zu Jenne, während der nun bereits zweifache Vater kurz den Kopf schüttelte und erwiderte: „Noch ist meine arme, kleine Maus nicht ganz gesund geworden. Meine arme Lena liegt im Moment immer noch im Inkubator und… und kämpft um ihr Leben. Aber ich glaube, sie wird mit allergrößter Sicherheit die nächsten Tage und Wochen überleben. Und dann wird sie wieder nach Hause kommen und ich kann sie… Ich kann sie endlich in ihrem Kinderwagen durch Leipzig schieben. Ich kenne doch meine kleine Prinzessin… Jetzt schon. Ich vertraue der Maus…“, meinte der Tischler und noch einmal seufzte Leas Lebensgefährte und fügte an: „Ich bin froh, wenn diese ganze Geschichte endlich wieder vorbei ist und… und Lea und unsere kleine Prinzessin nach Hause kommen kann.“

„Baby ist gesund…“, meinte Frau Agheba und ihre Hand wanderte automatisch zu ihrem Bauch, der ihr damals, während ihrer Schwangerschaft mit ihrem kleinen Sohn, der kurz nach der Ankunft von Frau Agheba in Deutschland von seiner Mutter getrennt wurden war und noch immer im Heim lebte, mit fortschreitender Schwangerschaft größere Probleme brachte. „Vermisse Sohn… Ich Sohn wieder haben…“
„Wir werden das schon schaffen, ihren kleinen Sohn auch zu uns bekommen zu können. … Es wird ganz sicher ein paar Tage in Anspruch nehmen, aber Lea und ich werden bald schon ihren kleinen Zwerg bei uns haben…“, meinte Jenne und er schaute die Post von heute durch.

„Hier ist auch schon ein Brief vom Jugendamt… Sehr geehrte Frau Dr. Peters… Sehr geehrter Herr Derbeck… Bla Bla Bla… Aufgrund dessen haben wir in einem entschieden, ihnen die Pflegschaft für den am 17. April 2016 geborenen Kiano Agheba anzubieten. Zum Kennenlernen des Jungen laden wir sie zu einem ersten Treffen am Donnerstag, den 19. September 2019 um 13:45 Uhr ins Jugendamt Leipzig; Zimmer 1.352 ein. Ein kleines Geschenk für den potenziellen Pflegesohn im Wert von ca. 5 Euro können sie gern mitbringen.“, las Jenne in dem Brief und der Tischler erwiderte: „Jetzt können wir ihren kleinen Jungen bald bei uns aufnehmen.“, erklärte Jenne und Frau Agheba nickte.
„Kiano gut hier… Frau Doktor seien sehr lieb…“, wusste die junge Frau und sie seufzte kurz, da sie wieder an ihr ungeborenes Baby in ihrem Bauch dachte. „Ich Baby krank… Baby von Frau Doktor krank…“

„Ihr Baby wird bestimmt gesund zur Welt kommen. Und dann lachen sie über die Angst, die sie jetzt um ihr kleines Mäuschen haben. Sie brauchen sich keine Sorgen um ihr Kind machen; Doktor Brentano und ich, wir sind schon eine ganze Weile gute Freunde. Er wird sich sehr gut um sie und ihr Baby kümmern. Und in ein paar Wochen werden sie ihr Kleines auf die Welt bringen. Glauben sie mir. Wir bekommen das hin.“, meinte Jenne aufmunternd und die junge Frau seufzte kurz, bevor sie mit ihrem noch sehr schlechten Deutsch erklärte: „Kiano sehr gut hier… Sie gut Eltern… Kiano wohl hier…“
„Das werden wir erst sehen, wenn wir ihren kleinen Jungen hier bei uns haben. Jetzt lernen wir ihren kleinen Kiano erst einmal richtig kennen. Und dann können wir erst einschätzen, ob ihr Sohn sich bei uns hier im Haus wohl fühlt. Oder ob er am liebsten wieder in sein altes Zuhause will. … Machen sie sich keine Sorgen.“

„Kiano wohl… Frau Doktor sehr lieb zu Baby… Kiano freuen…“, wusste die junge Frau und sie deutete auf die kleine Spielecke von Tim im Wohnzimmer und sagte: „Kiano gerne spielen… Mit kleiner Junge gerne spielen…“
„Unser kleiner Sohn Tim wird sicherlich auch sehr gerne mit ihrem Kind spielen… Tim ist, seit er zu seiner Tagesmutter geht, ein wirklich sehr… sehr aufgeweckter und kontaktfreudiger, kleiner Junge geworden; er hat auch schon ein Kind aus Syrien als Freund. Da wird das kein Problem sein, ihren kleinen Sohn hier bei uns in die Familie zu integrieren.“
„Kiano gern hier sein… Kiano nicht mehr mit mir nach Hause kommen. Ich alleine gehen zurück nach… nach Hause… Ohne Baby… und ohne Kiano… Kiano hier besser… Sie gut um Kiano kümmern. Und gut um Baby kümmern. Ich nicht mehr Mama von Kiano und von Baby… Baby hier gut.“, wusste Frau Agheba und sie seufzte noch einmal kurz, als sie sich erneut über ihren Bauch streichelte und sich traurig die Bilder an der Wand ansah.

Die Bilder zeigten eine glückliche Familie und der jungen Frau wurde mit einem Mal bewusst, was sie mit ihrer Entscheidung über die Freigabe zur Adoption ihres kleinen Sohnes Kiano und dessen kleinen Bruders oder seiner kleinen Schwester getan hatte. Sie würde niemals wieder eine Familie haben; ihren Sohn niemals wieder sehen…

Die junge Frau wurde zunehmend immer trauriger und sie beschloss, nach der Geburt ihres noch in ihrem Bauch wohnenden Babys Deutschland sofort wieder zu verlassen; vielleicht wieder zurück in die Heimat…
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