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Comeback

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dinah Greaseball Joule OC (Own Character) Volta
29.03.2018
22.04.2018
12
12.256
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29.03.2018 1.118
 
Willkommen zu meiner ersten Starlight Express Fic.
Inspiriert wurde sie von Elektras Lied "No Comeback" aus der Londoner Urversion. Zu hören hier.
Trotzdem orientiert sich meine Fic an der deutschen Version – ich habe mir allerdings die Freiheit genommen die Zeiträume zwichen den Rennen zu verlängern. Sollte mein Wissen bezüglich Bochum nicht mehr ganz aktuell sein, lasst es mich bitte wissen, dann werde ich das anpassen.


Die beiden Frisuren überragten das Meer von Köpfen um sie herum bei Weitem.
Greaseball sah ein zweites Mal hin um ganz sicher zu gehen, aber eigentlich wäre das nicht nötig gewesen:
Zwar hatten viele der in den letzten Jahren häufiger werdenden E-Loks und -Wagen auffällige Haartrachten, aber jene die er vor vier Jahren bei der letzten Weltmeisterschaft gesehen hatte, würde er überall wieder erkennen. Elektra und seine Components würden ihm wohl oder übel für immer in Erinnerung bleiben... und dort hinten in der Menge der Zuschauer, die die zweite Weltmeisterschaft der Züge angelockt hatte, standen eindeutig Elektras Kühl- und Sprengstoffwagen.
Er konnte sich gar nicht so Recht über seinen Sieg in der zweiten Vorausscheidung über den Shinkansen Hashamoto, Canuck, den Corridor-Zug aus Kanada und den ICE Ruhrgold freuen, obwohl seine Gang ihn lautstark bejubelte und Dinah ihm stürmisch um den Hals fiel.
Die beiden Components machten ihn nervös.

Elektra hatte beim letzten Mal angekündigt kein Comeback zu planen... Erst als Control am gestrigen Tag die letzte Chance zur Registrierung ankündigte und kein Stomausfall einen pressewirksamen Auftritt in letzter Sekunde einleitete, hatte Greaseball ihm geglaubt.
Eigentlich hatte er ab diesem Zeitpunkt gehofft, während dieser Weltmeisterschaft möglichst wenig an die arrogante Funkenschleuder und das mit ihr verbundene Desaster vor vier Jahren erinnert zu werden, aber da hatte er sich wohl zu früh gefreut.
Was machten seine Speichellecker hier? Irgendetwas plante Elektra doch...
Wo war die E-Lok überhaupt? Und wo der Rest seiner Crew? Unter den Zuschauern nicht, denn auch sein Irokese und der Kran seines Reparaturwagens hätten sich deutlich von der Menge abgehoben.

"Gleich wieder bei dir, Babe!" Er gab Dinah einen kurzen aber leidenschaftlichen – und hoffentlich aufsehenserregenden – Kuss, bevor er den Verlierern zum Abschied zuwinkte. "Der Champ braucht 'ne Pause, Leute!", lachte er möglichst unverfänglich. Zum Zweitplatzierten Ruhrgold, meinte er: "Wir sehen uns dann im Finale! Beziehungsweise du siehst mich... von hinten!"
Glücklicherweise war der ICE nicht so eine Mimose wie eine gewisse Dampflok. "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, Greaseball", kommentierte er bloß trocken und rollte mit Buffy, die er dieses Jahr als Partnerin gewinnen konnte, davon.
Eine gute Gelegenheit auch für Greaseball, sich davonzumachen. "Bis dann!"
Was die anderen wohl davon hielten, dass er nicht in Richtung seines Depots rollte, sondern in der Menge der Zuschauer untertauchte?

Das Vorwärtskommen im Gedränge war kaum möglich, denn immer wieder wollten Fans ihn zu einem Autogramm nötigen oder eine lose Schraube (als ob er die hätte!) von ihrem Idol ergattern. Er blieb höflich, lächelte jeden noch so rücksichtslosen Fanatiker an, bevor er ihn – oder meist sie – freundlich, aber bestimmt aus dem Weg drückte.
Langsam bemerkten die beiden Steckdosenfrisuren, dass jemand auf dem Weg zu ihnen war und steckten die Köpfe zusammen. Eine Weile tuschelten sie miteinander - beeilen mussten sie sich nicht, denn immer noch war Greaseball kaum schneller als eine Rangierlok mit Motorschaden - und warteten dann mit den seltsam ausdruckslosen Mienen, die den Elektrischen zu eigen waren, auf seine Ankunft.

"Ladys!" Mit gewinnendem Lächeln überspielte er seinen Argwohn und die Tatsache, dass er ihre Namen vergessen hatte. "Was treibt euch hierher, so ganz allein?"
"Wir sind nicht allein, wir sind zu zweit!", kam schnippisch vom roten Wagon, dessen Mähne seit ihrem letzten Zusammentreffen noch länger geworden war.
"Ihr wisst schon was ich meine..." Greaseball hätte das gern mit rauchiger Stimme geflüstert, aber auf Grund des Lärms um ihn musste er auf maximaler Lautstärke brüllen. Trotzdem würde wohl kaum einer mitbekommen was er sagte - und wenn doch, es als harmlosen Flirt mit einem Groupie abtun. "So ganz ohne Lok..."
"Wir haben uns vor Kurzem abgekuppelt.", verriet der Kühlwagen.
An diese Möglichkeit hatte er noch gar nicht gedacht...
Nun ja, selbst dem albernsten Wagon wären Elektras Allüren wohl früher oder später auf die Federung gegangen. Und die beiden Components könnten sicher jemand Besseren abkriegen, wenn sie genug mit den überlangen Wimpern klimperten. Ihre knalligen Farben und die schlanke, aerodynamische Bauart hatten es auch dem Diesel durchaus angetan... auch wenn er so gar nichts mit ihren schrillen Stimmen und noch schrilleren Haaren anfangen konnte.

Den Sprengstoffwagen schien zu stören, dass ihre blaue Freundin so bereitwillig mit dieser höchst brisanten Information hausieren ging und warf ihr einen genervten Blick zu. "Volta...", fiepte sie irritiert (immerhin ein Name!), bevor sie sich an ihn wandte: "Aber ich wüsste nicht, was dich das anginge?" Sie sah ihn herausfordernd an.
Greaseball liebte die Herausforderung. "Wir sind doch alte Bekannte. Da wollte ich ein bisschen plaudern." Er zwinkerte frech.
"Hier ist nicht der richtige Ort dafür", kam es jetzt wieder vom Kühlwagen.
Leider konnte er wegen der immer noch viel zu hohen Lautstärke, gepaart mit der ohnehin monotonen elektronischen Sprechweise nicht erkennen, ob der Satz eine Einladung oder eine Abfuhr sein sollte. Die erste Möglichkeit gefiel ihm aber besser, also entschied er sich für sie.
"Dann kommt doch heute Abend um 17:23 zum Abstellgleis, wenn ihr Lust habt!" Wieder setzte er ein strahlendes Lächeln auf.
Volta war nicht abgeneigt... Auch wenn ihre Miene weiter neutral blieb, war das Blitzen in ihren Augen doch unverkennbar. "Was sagst du, Joule?", fragte sie ihre Freundin. Dass weibliche Wagons aber auch alles immer erst ausdiskutieren mussten!
Naja, für ihn war das glücklicherweise kein Problem. Beim letzten Mal hatte er die Rote schließlich auch für sich begeistern können, da wäre doch gelacht wenn er dieses Mal nicht herumkriegte... Er sah auch Joule noch einmal tief in die Augen und tatsächlich schlug sie die Lider bald nieder, fast wie ein Personenwagen. "Das lässt sich einrichten."

"Seid pünktlich, Ladys!"
Falls sie Elektra wirklich eine Abfuhr erteilt hatten, sprach nichts dagegen, einen netten Abend mit ihnen zu verbringen.
Und falls sie ihn angelogen hatten und doch noch für seinen Konkurrenten arbeiteten, würde er sicherstellen, dass von ihnen keine Gefahr mehr für ihn ausging.
Elektra hätte keine weiblichen Wagons schicken sollen – obwohl... Greaseball hätte sicher auch den Rüstungswagen und Geldtransporter auf seine Seite gezogen, auch wenn das einiges mehr an Schauspielkunst gefordert hätte.
Elektrizität hatte eben keine Chance sich gegen Diesel durchzusetzen. Auf der Strecke nicht und bei den Wagons erst recht nicht.
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