Schatten der Vergangenheit

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P16
Lara Croft OC (Own Character)
28.03.2018
28.03.2018
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Endlich! Den Master in Geschichte der Kunst und Archäologie an der SOAS University of London mit 1,0 bestanden. Mich aber nach dem Abschluß nicht ein einziges Mal gerührt. Dies ist nun fast 3 Wochen her. Doch dies soll sich nun ändern! Keine faulen Ausreden mehr. Ich werde etwas aus meinem Leben, nach dem Studium machen. Etwas worauf man stolz sein kann und diese Geschichten gerne der späteren Familie erzählt. Dafür muss ich mir nur überlegen, welche Erzählungen es sein werden. Vielleicht entdecke ich Atlantis oder Thors Hammer, Mjölnir. Nein, daran werde ich mich vielleicht später heranwagen. Ich war aber schon immer von der südostasiatischen Kultur begeistert, besonders an Thailand. Seitdem wir im ersten Semester Südostasien behandelt haben, komme ich von dem Gedanken nicht mehr los, dieses Land zu erkunden. Und wann wäre ein besserer Zeitpunkt als jetzt, da ich an keine Prüfungen und Seminare mehr denken muss.

Hatte mein Dad nicht Aufzeichnungen, von hinduistischen Artefakten? Egal, was es ist, es gibt mir einen Anhaltspunkt. Also muss ich, wohl oder übel, zum Croft Manor, nach Surrey, fahren.

Ich zog mein schwarzes Sweatshirt sowie die hellgraue Jogginghose aus, schlüpfte in frische neue Jeans und ein schlichtes schwarzes Shirt, nahm meine Lederjacke vom Kleiderständer und griff nach unten, damit ich die große Umhängetasche, in der mein Portemonnaie und Schlüssel sind, nehmen konnte. Meine Hand berührte den Türknauf, drehte ihn um und öffnete die massive Holztür. Mit einem Schritt übertrat ich die Türschwelle und stand im Flur. Ich griff hinter mich und zog die Tür, mit einem lauten Knall zu. Nun stand ich da, in völliger Dunkelheit. Ich setzte mich in Bewegung. Mit einem gemächlichen Tempo schlenderte ich zur Treppe und ging Stufe für Stufe hinunter. Währenddessen hörte ich das Pärchen, aus der Wohnung 6a, streiten. Dies passiert bei ihnen öfters Mal. Bisher aber nie mit dieser Lautstärke. An der Haustür angekommen hörte ich, wie eine Vase zu bruch ging. Bestimmt mit voller Absicht. Ich ignorierte dies und ging hinaus. Natürlich musste es in London regnen. Zudem lag mein Regenschirm noch auf dem Schuhschrank neben der Tür. Allerdings bin ich zu faul jetzt noch einmal hoch zulaufen. Also atmete ich tief durch und lief unter dem Vordach hinaus. Nach kürzester Zeit war ich klitschnass. Meine Kleidung klebte mir an der Haut und die Regentropfen liefen in Rinnsalen herunter. Die Straßen waren Menschenleer. Und wenn mir Menschen über den Weg liefen, hatten sie alle Regenschirme. Da es langsam Nacht wurde und die Lichter der Sraßenlaternen angingen, fiel auf den nassen Untergrund ein dämmriges Licht. Die Pubs wurden voller und somit auch um vielfaches Lauter, Geschäftsleute liefen zur U-Bahn und die einzigen Menschen, die sich bei diesem Wetter gerne draußen aufhielten, waren Touristen.

An einer Hauptstraße angekommen, überfüllt von Autos, lief ich zur Bordsteinkante, setzte ein Bein auf die Straße und winkte ein Taxi herbei. Ein geräumiges Auto hielt vor mir. Ich stieg ein und sagte dem Fahrer die Adresse meines Anwesens.

>>So weit wollen sie mit einem Taxifahren?<< Sein Aussehen war ungepflegt. Ergrauter Dreitagebart, gelbe Zähne und er roch gewaltig aus dem Mund nach Nikotin, Alkohol  und Knoblauch. Seine Kleidung war nicht viel besser. Er trägt eine braune, mit Flecken beschmutzte Cordhose und dazu ein graues T-Shirt mit vielen großen und stinkenden Schweißflecken. Ekelhaft! Ich legte mir den Sicherheitsgurt an und antwortete nicht. Er sollte sich Glücklich schätzen, dass ich nicht wieder gegangen bin, als ich ihn sah.

Die ganze Fahrt über schwieg ich, obwohl er die ganze Zeit über unangebrachte sexuelle Aussagen von sich gab. Ich habe das Verlangen ihn zu schlagen. Ich reisse mich aber widerwillig zusammen.

>>So wir sind da, meine Hübsche<<

Auf meiner linken Seite zeichnete sich das Croft Manor sowie das Tor und die dazugehörige Hecke ab.

>>Ich bin nicht "ihre Hübsche". Hier, ihr Geld.<<

Er verriegelte die Tür. Trotzdem versuchte ich aus der Tür herauszukommen. Kein Entkommen.

>>Lassen sie mich raus!<< Ich bemerkte, dass ich so aufgewühlt und wütend bin, dass ich während des Redens spukte. Er legte die Hand auf meinem Schenkel. Er grinste. Schelmisch. Seine Hand fuhr höher und höher, bis ich sie wegschlug. Ich bekam Gänsehaut und mir wurde speiübel. Als ich zu ihm sah, formten seine Lippen einen Kussmund. Seine Augen sind geschlossen. Das ist die Chance! Meine Hand ballte sich zur Faust und ich erhob sie, holte aus und schlug ihm mit voller Kraft ins Gesicht. Sein Kopf prallte gegen die Tür. Schnell entfernte ich den Sicherheitsgurt und nahm den Autoschlüssel, öffnete die Wagentür und stieg fluchtartig aus dem Auto. Reflexartig knallte ich die Tür zu und rannte durch das Tor, welches ich danach verriegelte. Meine einst weißen Schuhe, nun braun durch den Schlamm der nicht nur an der Schuhsohle klebt. Selbst meine Hose wurde mit kleinen Tropfen Schlamm beschmutzt.

Der Taxifahrer stieg nun auch mit blutender Nase aus. Das Blut war nun schon so weit heruntergeflossen, dass es nun von seinem Doppelkinn tropft. Die einzelnen Tropfen in eine kleine Pfützte und vermischen sich mit dem Schlamm. Er war wütend. Doch das hatte er sich selbst zuzuschreiben. Ich blickte hinüber, zum Taxi. Die Tür auf der Fahrerseite stand offen. es regnete hinein. Doch dies war bestimmt nicht sein größtes Problem.

>>Dies wird ungeahnte Folgen haben Mädchen.<<

Doch ich ließ ihn ohne eine Antwort dort stehen und drehte mich um. Bestimmt erwartet er auch keine Antwort. Damit ich so weit wie möglich von ihm weg bin, rannte ich zur Eingangstür, nahm dann Schlüssel aus meiner Tasche und schloss mir die Tür auf. Der Duft, der schon seit meiner Kindheit hier ruhte, stieg mir in die Nase. Es war der Duft von alten Holzmöbeln, Büchern und der meines Vaters. Ich merkte, wie sich eine Träne bildete. Schnell wischte ich sie weg. Ich wollte nicht weinen und in Tränen ausbrechen, doch kann ich es verhindern? Nein. Also schloss ich die Tür und verschloss diese von innen. Dann sank ich mit dem Rücken an der Tür zusammen und fing an zu weinen. Langsam bildete sich zwischen meinen gespreizten Beinen eine kleine Pfütze aus Tränen. Eine Pfütze aus Trauer.

Für eine längere Zeit blieb ich dort sitzen. Allein. Nein, ich bin nicht allein. Niemals. Ich zog meine Jacke aus und wischte mir mit dem Ärmel meines Sweatshirts, erst mein Gesicht und dann den Boden trocken. Wobei mein Gesicht unsagbar dabei brannte. In der Eingangshalle herschte ein eisiges Klima. Nachdem ich mich wieder hinstellte, musste ich kurz warten bis ich bereit war zu laufen. Noch wackelig auf den Beinen bewegte ich zur Abstellkammer. Die Tür stand offen. Auf der linken Seite ist ein immens großes Regal, nur mit Feuerholz. Ich nahm so viel ich tragen konnte mit und schmiss es in den offenen Kamin, der, wenn man vom Eingang kommt, auf der rechten Seite, in der mittleren Säule eingebaut wurde. Davor standen zwei rote Samtsessel mit dazu passendem Hocker. Dazwischen steht ein rotes Samtsofa. Ich zündete das Feuer im Kamin an und ließ mich auf einen der beiden Sessel fallen. Dieses weiche Gefühl des Sessels verschaffte mir Geborgenheit. Das Knistern des Feuers und die fliegenden Funken waren ein wahres Schauspiel. Nach mehreren Minuten, in dem ich mich komplett dem Geräusch des Feuers hingab, griff ich in meine Tasche und nahm mein Handy in die Hand. Nun schalte ich das Handy an und suchte unter den Kontakten Jonah und rief ihn an. Nachdem es ein paarmal klingelte, nahm er ab.

>>Lara, alles gut, Prinzesschen?<<

>>Nein, komm einfach bitte zum Croft Manor. Ich brauch dich. Jetzt!<<