Urlaub mit Hindernissen

GeschichteAllgemein / P12
Gebhard Schurlau
28.03.2018
03.04.2018
3
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28.03.2018 949
 
Wie immer ist alles frei erfunden.
Mir gehört weder die TV Sendung GSG 9, noch die Figuren. Ich wünsche viel Spaß!

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„Papa, da hat so ein Fisch angerufen“, prahlte Lissy, als sie mit ihren Pony Figuren die Küche betrat.
Geb, der mit seiner Zeitung am Tisch Platz genommen hatte, sah genervt nach oben auf. Eigentlich hatte er sich extra in den ruhigen Teil des Hauses zurück gezogen, um seine arbeitsfreie Zeit genießen zu können.

„Herr Hecht, Lissy. Der Mann hieß Herr Hecht“, verbesserte Sophia ihre Schwester und rollte mit den Augen.

„Wer ist denn das?“, fragte Larissa, die alle nur Lissy nannten interessiert, weshalb Geb notgedrungen die Zeitung weg legte und grinste.

„Warum bist du eigentlich immer so neugierig?“, brummte er und gab seiner Jüngsten aus Spaß mit den zusammen gerollten Werbeannoncen einen leichten Klaps auf den Kopf.

„Mama sagt, das liegt in der Familie. Wenn ich groß bin, dann gehe ich auch zur Polizei. Genau wie Papa.“
Der SET Führer  verschluckte sich vor Schreck an seiner Kaffeetasse und bekam einen Hustenanfall.

„Davon träumst du. Zuerst bin ich mal dran und mache mein Praktikum bei der Bundespolizei. Das wird richtig geil. Ich hab die Unterlagen schon an Demir weiter gereicht“, prahlte Sophia und sah ihre kleine Schwester abfällig an.

„Du hast bitte was?“
Geb schlief das Gesicht ein. Lautstark stellte er seinen Kaffeebecher auf den Tisch, während ihm seine Tochter das Gesicht zuwandte.

„Ja, du bist ja nie zu erreichen und da hab ich Demir einfach meine Formulare mitgegeben. Die brauche ich für die Anmeldung und den Versicherungsnachweis.“

„Sag mal, bist du noch zu retten? Das musst du doch mit mir absprechen.“

„Wieso? Mama hat gesagt, das wäre okay. Komm schon, Papa. Das ist die einzige Möglichkeit. Alle anderen Stellen haben abgesagt. Die nehmen keine Schüler.“

„Ja, sicher nicht ohne Grund.“

Geb wollte aufstehen und zum Telefon greifen, als er ein vertrautes Gesicht durch den Flur spazieren sah. Zu seiner Verwunderung handelte es sich um seinen Kollegen Frank, der zwei große Kartons vor sich her schleppte.
Sofort schnellte der SET-Führer in den Flur.

„Was machst du denn hier?“

„Na, das Schlagzeug bringen. Wie abgesprochen.“

„Wie abgesprochen? Welches Schlagzeug?“

„Ja, deine Tochter  meinte, ihr würdet das nehmen. Wir hatten doch telefoniert.“

Sophia sah ihren Vater kleinlaut an. Ehe Geb reagieren konnte, spürte er, wie ihn Lissy von hinten umarmte.

„Au ja. Bitte Papa. So ein Schlagzeug ist richtig cool. Dann können wir den ganzen Tag Musik machen.“
Vorsichtig machte der Familienvater Lissys Hände von seinem Bauch los und warf seiner Ältesten vernichtende Blicke entgegen.

„Sophia!“, zischte er und klang dabei alles andere als erfreut.

„Ich glaube wir zwei müssen uns dringend unter 4 Augen unterhalten.“

„Überraschung!“, wurde die Situation von einer bekannten Stimme unterbrochen.

Maja sah lächelnd in die Küche und fuhr ihrem Mann selbstbewusst über den Mund.

„Hat der Herr Hecht angerufen. Wegen der Ferienwohnung?“

„Ferienwohnung?“

„Was ist denn hier los?“, fiel nun auch der blonden Frau auf, dass ihr Mann alles andere als begeistert schien und obendrein ein Kollege anwesend war.

„Ja, das frage ich mich auch. Deine Tochter hat meinem Kollegen gerade ein Schlagzeug abgekauft und in deinem angeblichen Mitwissen ein Praktikum in meiner Dienststelle organisiert. Und wer ist jetzt wieder Herr Hecht?“

„Merkwürdig, wenn es Zoff gibt ist sie immer meine Tochter“, beschwerte sich die zweifache Mutter und legte einen vernichtenden Blick auf.

„Maja, ich finde das nicht mehr komisch.“
Angesprochene stellte die Tüten auf dem Tisch ab.

„Es sollte eine Überraschung werden. Ich habe uns fünf Tage an der Ostsee gebucht. Morgen soll es losgehen. Das ist auch alles schon mit Anhoff abgesprochen.“

„Yippieh! Wir fahren ans Meer“, kreischte Lissy.

Den Blicken zu Folge stand Geb kurz vorm Herzinfarkt.

„Das Praktikum hab ich Sophia zugesagt, weil die Zeit drängt und von dem Schlagzeug weiß ich nichts.“
Frank rollte mit den Augen.

„Ich kann das Schlagzeug  aber nicht mehr zurück bringen. Meine Schwester hat die Wohnung schon vermietet und bei uns kann es auch nicht bleiben.“

„Stell es einfach im Flur ab“, entschloss Maja über Gebs Kopf hinweg und erhielt entsetzte Blicke von ihrem Mann.

„Sagt mal, hab ich hier überhaupt noch Mitspracherechte oder ist jetzt hier der Kommunismus ausgebrochen?“

„Ich bin dann weg. Schönen Urlaub“, klopfte Frank seinem Kollegen schmunzelnd auf die Schulter und machte sich aus dem Staub.

Die Erwachsenen funkelten einander böse an.
Wie immer wäre Maja nicht Maja, wenn sie nicht genau wusste, wie sie ihren Mann überzeugen könnte.

„Komm schon. Jetzt sei kein Spielverderber. Das Schlagzeug stellen wir einfach in die Garage und Sophia nehme ich in der Verwaltung unter meine Fittiche. Nur weil sie das Praktikum macht, muss sie ja nicht gleich mit dir zu Einsätzen fahren.“

„Und der Urlaub?“, jammerte Lissy und rechnete bereits mit dem schlimmsten.

„Bitte, Papilein. Mama hat das doch nur gut gemeint“, zog das Nesthäkchen im Hause Schurlau einen Schmollmund und sah seinen Vater herzzerreißend an, weshalb Sophia mit einstimmte.

„Genau. Außerdem, erinnerst du dich an das, was du damals im Krankenhaus gesagt hast, als du fast das Zeitliche segnen musstest? Du wolltest mit uns ans Meer. Das hast du versprochen.“

Geb musterte seine Kinder mit zu Schlitzen verengten Augen. Letztendlich wurde sein Blick aber immer weicher, weshalb ihn seine Töchter mit Blicken anhimmelten.

„Bitte, Papa“, flöteten Sophia und Lissy im Chor.
Als schlussendlich auch noch Maja in die Bettelei einstimmte, war er endgültig überredet.

„Schön. Also gut“, brummte er widerwillig und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Yes!“
Sophia und Lissy fielen sich in die Arme.

„Aber nur unter einer Bedingung. Mama fährt.  Und das Schlagzeug bleibt vorerst in der Garage.“

Maja drückte ihrem Gatten unvorbereitet einen Kuss auf den Mund, um jegliche Proteste im Keim zu ersticken…
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